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Festival-Bericht

Bavarian Winter Battle 2008

mit Sycronomica, Commander, Dead Emotions, Festering Saliva, Helfahrt, Ewig Frost & Odd Goo

Upstairs, Rosenheim 12.01.2008

(Fotogalerien: Bavarianwinterbattle20080112 )

Die Messlatte hinsichtlich Besucherzahlen haben die Veranstalter des Bavarian Winter Battles mit ihrer Veranstaltung Rosenheim Tanzt! sehr hoch gelegt. Da stellte sich im Vorfeld die Frage, ob die Veranstalter an diese Bestmarke anknüpfen könne, zumal ja noch die letztjährige Veranstaltung in Kufstein etwas in den Knochen lag. Die Antwort gleich vorneweg: sie konnten. Rund 300 Fans fanden sich an diesem Wochenende im Upstairs zu Rosenheim ein, um diesem kleinen Indoor-Festival zu einem Erfolg zu verhelfen. Dabei standen die Zeichen im Vorfeld nicht immer gut. So mussten Varg ihr Gastspiel kurzfristig absagen, weil zwei Tage vor dem Event rund 50% der Band eben diese verlassen hatten. So kurzfristig noch adäquaten Ersatz zu beschaffen, war dann in der Kürze der Zeit nicht mehr darstellbar. Um jedoch eine kleine Kompensation des entgangenen Hörgenusses zu schaffen, wurde jedem zahlenden Gast ein Freigetränk spendiert. Eine faire Geste, wie ich finde. Schon kurz vor Öffnen der Pforten um 17:00 Uhr warteten einige Fans auf den Einlass, der auch recht zügig vonstatten ging.
Während sich das Upstairs langsam aber stetig füllte, war noch genügend Zeit, die Merch-Stände in Augenschein zu nehmen.

Pünktlich um 17:45 Uhr wurde dann der Gig von Odd Goo mit einem Pianointro eingeläutet. Zu diesem doch noch frühen Zeitpunkt hatten sich bereits um die 70 Fans eingefunden, um dem Gig der Rosenheimer beizuwohnen. Was sofort auffiel, war die im Gegensatz zur Tanzt!-Veranstaltung besser ausgeleuchtete Bühne. Der Dark Metal mit leichten Thrash-Einflüssen lief ordentlich gut rein und erntete auch den verdienten Beifall. Zwar hatten die drei Jungs und das Mädel mit erheblichen Rückkopplungen zu kämpfen und die Vocals von Lena (Keyboards, backing Vocals) waren kaum zu vernehmen, doch die ersten Fans ließen ihre Haarpracht kreisen. Für zusätzlichen Beifall sorgte zudem noch das kurze Schlagzeugsolo. Ein guter Einstieg in diesen Abend, auch wenn Odd Goo ihren Set zehn Minuten zu früh beendeten.

Nach einer kurzen Umbaupause waren dann die Münchner Festering Saliva an der Reihe. Das Publikum hatte sich inzwischen zahlenmäßig verdoppelt, was für eine gute Stimmung sprach. Mit einem lockeren "San die Monitore scho oo? Dann schmeiß Intro nei..." von Fronter Roland (Vocals) wurden die 50 Minuten Festering Saliva eröffnet. "Realm Of The Forgotten" war das erste Geschoss, das man auf die Fans losfeuerte, gefolgt vom "Military Song". Der erste, wenn auch noch kleine Moshpit ließ auch nicht lange auf sich warten. Mit "Sworn" gab es dann auch noch einen neuen Song des voraussichtlich im Sommer erscheinenden neuen Albums, der ordentlich reinkrachte und so einiges erwarten lässt vom neuen Langeisen. Sehr thrashig und groovig, was und da serviert wurde. Das darauf folgende "On Your Knees" wurde dann (warum auch immer) den anwesenden Frauen gewidmet, bevor "Reasonless Hate" wieder zum Moshen einlud, war der Song doch extra für alle Rhythmusdeppen gemacht, wie Roland meinte. Klar, dass hier auch ein Pit ins Leben gerufen wurde. Dismembers "Of Fire" bildete dann den Abschluss unter einen sehr kurzweiligen Gig, der mit viel Beifall belohnt wurde, auch wenn der von Roland geforderten Bewegung im Publikum nur bedingt nachgegangen wurde.

Tja, wer nicht kommt zur rechten Zeit, der muss schaun was übrig bleibt. So geschehen bei den Österreichern Ewig Frost, die sich zu diesem Zeitpunkt noch auf dem Anreiseweg befanden. Was zur Folge hatte, dass alle Bands eine Position nach vorne rutschen und die Österreicher somit den Schlusspart übernahmen.

Also war es nun an der Zeit für die Münchner Dead Emotions, die auch, wie die Bands zuvor, mit mangelndem Monitorsound zu kämpfen hatten. Mit "Uncontrolled" und "Point Of No Return" fand man gleich den passenden Einstieg. Für diesen Gig hatte man sich auch noch extra in Schale "geschmissen", um die Songs extrem tight zu präsentieren. Vocalist Mosh blickte stets grimmig in die Menge, die weiter auf gut 200 angewachsen war, während Tieftöner Gorbi im Hintergrund ein Dauergrinsen ins Gesicht gezimmert war. Wie ein Bullterrier führte Mosh durch die energiegeladene Show der Münchner. Die Setlist reicht mit "Gates To The Unseen" auch bis ins Jahr 1999 und somit bis zu den Anfangstagen der Band zurück. Leider spielte das Mikro von Mosh nicht immer mit und verabschiedete sich mehrfach während des Gigs, so dass der Sänger kaum bis gar nicht mehr zu hören war. Doch den Fans machte das gar nichts aus, wenn man nicht gerade mit Bangen beschäftigt war gab es massig Beifall. Einige staunten nicht schlecht, was hier für Geschütze aufgefahren wurden, "Boah sind die geil!" war nicht selten zu hören. "There Is No Dawn" und "Direction Pain" bildeten dann auch schon wieder den Schlusspunkt unter einen Gig, mit dem man sich viele neue Anhänger erspielt haben dürfte. Beide Daumen hoch!

Gut voll war dann das Areal vor der Bühne, als Helfahrt ihren Set begannen. Und wie schon bei Dead Emotions war die Stimmung top. Die Mattenschwinger ließen beim Pagan Metal der Jungs nicht lange auf sich warten. Dem Opener "Markomannenzorn" folgte "Donars Groll". Die Bühnendeko wirkte zwar mit den beiden aufgehängten Fellen sehr minimalistisch, doch zu mehr war ja auch kein Platz auf der kuscheligen Bühne. Max Marquardt aka Njord hatte auch leichte bis mittlere Probleme mit seinem Mikro, regelte diese aber selbst indem er sich einfach das Mikro vom Gitarristen schnappte, worauf der Gig weiter gehen konnte. Die eingesetzte Maultrommel ging zwar leider unter im Gesamtsound, doch den Anwesenden war's egal, es wurde mächtig das Haupthaar geschüttelt. Und weil es so schön war, präsentierte man den Fans gleich zwei neue Songs, wobei mir nur ein neuer Titel im Kopf geblieben ist, "Perchta". Bevor dieser jedoch zum Besten gegeben wurde, entschied die Sicherung, sich erst einmal zu verabschieden, was Helfahrt zu einer unfreiwilligen Pause nötigte. Kaum waren diese Probleme behoben, war mit "Sturmgewalt" auch leider schon wieder der letzte Song des Sets an der Reihe. Doch so einfach ließen sich die Fans nicht befriedigen und Helfahrt durften noch zu einer Zugabe auf die Bühne zurück.

Commander aus unserer schönen Heimatstadt eröffneten ihren Part des Abends mit dem neuen Stück "Vengeful Angel", das auf dem neuen Album The Enemies We Create (angepeilter Veröffentlichungstermin ist März 2008) enthalten sein wird, gefolgt von "Ira", ebenfalls ein neuer Song. Zwar waren zu diesem Zeitpunkt etwas weniger Laute noch anwesend, was wohl daran lag, dass die ersten jüngeren Besucher das Lokal verlassen mussten. Die Stimmung war jedoch ungebrochen gut, auch wenn die Fans mit dem neuen Material noch nicht vertraut waren. Bekannte Klänge kamen dann erstmals mit "Cowards" auf, dem "M.D.D." folgte. Zwischen den Songs gab es reichlich Beifall für Commander, die einen engagierten Set auf die Bretter legten. Mit "Drowned In Sorrow" schraubte man den Geschwindigkeitspegel deutlich nach unten, aber nur, um ihn dann mit "Salvation For A Dead World" wieder ordentlich noch oben zu treiben. Sofort bildete sich auch ein kleiner Pit zu diesen Klängen. Von größeren technischen Problemen blieben Commander verschont, so dass "Modern Slavery", "Dead But Alive I" und der ebenfalls neue Song "My Worst Enemy" durch die PA geballert werden konnten. Der Gig machte jedenfalls mächtig Laune, wie man dem Beifall entnehmen konnte. Metallicas "Damage Inc." ließ den Set würdig ausklingen und Commander wurden mit viel Beifall verabschiedet.

Runter von der Bühne, rauf auf die Bühne, so oder so ähnlich muss sich Nick Kolar gefühlt haben. Eben noch mit seiner eigenen Band Commander auf der Bühne, hat er flugs mal eben die Gitarre gegen den Bass getauscht und steht nun mit Sycronomica wieder auf der Bühne. Diese hatten durch den Rutsch nach vorne im Billing eine deutlich bessere Position als ursprünglich geplant, denn nach dem Gig von Sycronomica wurde es merklich leerer im Upstairs. Den Einstieg in den Set markierte das inzwischen bewährte "Beyond The Gate Of Life", dem "Creations Of Mine" folgte. Die Uhr war zu diesem Zeitpunkt bereits arg vorgerückt, so dass sich schon einige erste Lücken in den Reihen auftaten. Doch diejenigen, die bis hierher ausgeharrt hatten, bangten zu den schwarzmetallischen Klängen der Münchner. "Für Die Ewigkeit", "In Silence I Die" und "Von Ende Und Anfang" folgten und ernteten guten, aber zunächst etwas verhaltenen Beifall, der sich jedoch im Laufe des Sets steigerte. Dem aufmerksamen Leser mag aufgefallen sein, dass sich die Setlist irgendwie vertraut liest. Wenn man schon ein paar Sycronomica-Gigs beigewohnt hat, stellt man hier eine gewisse Routine fest. Die Jungs lieferten jedenfalls eine gute Show ab, bis auch sie von den technischen Problemen eingeholt wurden. Ollis Mikro streikte und einige Gesangspassagen gingen dadurch einfach unter. Den Verbliebenen war's weitestgehend egal, denn nach den letzten Klängen wurden freudige Hey-Hey-Rufe angestimmt und Sycronomica damit würdig gefeiert und gebührend verabschiedet.

Durch die vorhin angesprochene Verzögerung bei der Anreise rutschten die Österreicher Ewig Frost an die letzte Position und bildeten dann um ein Uhr früh das Schlusslicht. Ausgestattet mit Corpsepaint, Kopftuch und ordentlich nietenbehangen enterten die Pirates of Black Metal die Bühne. Zu diesem Zeitpunkt hatten die meisten schon die Heimreise angetreten, so dass Ewig Frost vor fast leerem Club spielen durften/mussten. Gerade mal 20 bis 30 Nasen waren noch anwesend, um dem Gig beizuwohnen. Doch diese wenigen unterstützen das Trio auf der Bühne mit Bangen und gutem Beifall zwischen den Songs. Der ordentlich groovende Black Metal mit schöner Thrash-Schlagseite war geradezu prädestiniert dazu, sich die Rübe vom Hals zu schrauben. Einziges Manko des Gigs war der Vollhorst von "Fan", der sich bei den Gitarrenparts hinters Mikro stellte und drauf los röhrte. Vielleicht hätte er diese Blähungen lieber durch die Hose filtern lassen sollen. N. (Guitars, Vocals) ließ sich dadurch aber nicht aus der Ruhe bringen und rockte den Gig locker zu Ende. Trotz des eher mauen Zuschauerzuspruchs haben die Jungs eine ordentliche Visitenkarte dagelassen. Wäre interessant gewesen, wie das Upstairs steil gegangen wäre, wenn die Jungs pünktlich gewesen wären. Oder, um es mit den Worten eines begeisterten Fans zu beschreiben: "Primitiv, aber einfach dreckig. Geil!!!!" Dem ist nichts mehr hinzu zu fügen.

Ray

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