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Konzert-Bericht

Rapture, S.Punch, Hokum, Dead Alone & Kyokushinkai

Crossing Over X-Mas

Orangehouse, München 22.12.2007

(Nicht ganz so) Stille Nacht, metallische Nacht...
So oder ähnlich könnte man den Abend des 22.12.2007 betiteln, denn die Münchner Metalszene hatte mal wieder zum Stelldichein im Orangehouse gerufen. Diesmal stand das Event unter dem Motto "15 Jahre Rapture" und zur Unterstützung eben genannter Band hatten sich auch noch Kyokushinkai, Dead Alone, Hokum und ein Special Guest in der Location eingefunden. Nachdem das letzte Lokal-Event doch arg dünn besucht war, hatte ich auch diesmal so meine Bedenken, was die Zuschauerzahlen anbetraf. Allerdings waren diese Bedenken, so viel soll schon mal gesagt sein, doch ziemlich unnötig, denn eine doch recht erkleckliche Anzahl von Schwermetall-Jüngern sollte sich im Laufe des Abends im Orangehouse versammeln.
Pünktlich um acht ging's dann auch los mit Kyokushinkai und deren Ansage "Wir sind Kyokushinkai und wir spielen keinen Metal!" Nein, Metal war das sicher nicht, was die Gruppe spielte, war ganz eindeutig Punk. Und auch wenn die Bude zu diesem Zeitpunkt wirklich noch nicht voll war, kam der Auftritt der vier Herren doch gar nicht mal schlecht an. Nicht, dass ich mich jetzt unwiderstehlich in den nicht vorhandenen Pit schmeißen müsste, aber durchaus stimmungfördernd und sympathisch war der Gig trotz des so gut wie nicht spürbaren Metal-Anteils dazu angetan, für erste Konzertlaune zu sorgen. Irgendwie fühlte ich mich um 20 Jahre in die Vergangenheit versetzt, aber das war "Retro" im positiven Sinne. Nun, das war doch schon mal ein solider Beginn, das konnte meinetwegen gerne so weiter gehen.

Als Nächstes war dann Dead Alone an der Reihe und nun wurde es schon wesentlich metallischer. Zu den Klängen von "Slivering Marrow" begann eine Show, die beim Publikum ganz ausgezeichnet ankam. Die Setlist bestand sowohl aus Material vom aktuellen Output Slivering Marrow als auch aus Songs, die auf dem bald veröffentlichten Nachfolger Phobia zu finden sein werden. Mag sein, dass ein paar Breaks ein wenig holprig rüberkamen, aber das tat der Stimmung überhaupt keinen Abbruch. Das Publikum zeigte sich einerseits recht vertraut mit dem Songmaterial der Band und nahm andererseits die neuen Songs durchweg positiv auf. Sehr feine Sache, bei der ich nur schade fand, dass "Deathwish" und "Escape From Reality" ohne die weiblichen Vocals auskommen mussten; trau dich doch mal auf die Bühne, Mädel!

Nach diesem Auftritt war es an Hokum, den bunten Reigen weiterzuführen. Und damit wurde es jetzt technisch sehr anspruchsvoll, denn der recht verfrickelte Sound des Vierers stellte doch hohe Ansprüche an die Aufmerksamkeit der Zuhörerschaft. Diese Aufmerksamkeit wurde aber belohnt mit einer fantastischen Performance, die mich irgendwie an Necrophagist im Vorprogramm von Bolt Thrower erinnerte. Mit dem Unterschied, dass bei Hokum auch etwas auf der Bühne los war, dem Einsatz vor allem von Bassist Jonas Fischer sei Dank. Für mich nicht die Mucke zum Slam Dance, sondern eher zum gepflegten Schütteln des Hauptes, war nun auch im Zuschauerraum jede Menge Action geboten. Das war ganz klar der bisherige Höhepunkt eines eh schon ziemlich schmusigen Konzertabends. Mittlerweile hatten sich auch geschätzte 120 Leute im Orangehouse eingefunden, so kann natürlich wesentlich leichter Stimmung aufkommen, als wenn die Bude fast leer wäre. Nun, wie dem auch sein, ganz feiner Auftritt einer exzellenten Band!

Als Nächstes erwartete ich den Headliner, Flyer lesen scheint wohl nicht meine Stärke zu sein. Denn statt des von mir erwarteten Death Metals kam da was ganz Anderes; nämlich der Special Guest S.Punch mit ihrem Hardcore/Metalcore/wasweißich. Und das war, so hart das jetzt klingt, gar nix. Hektisch, unstrukturiert, ja fast hysterisch kam das rüber und das habe wohl nicht nur ich so empfunden, denn nach der Hälfte des ersten Stückes hatte sich der Raum vor der Bühne schlagartig geleert und die hinteren Bereiche der Location waren plötzlich recht beliebt beim Publikum. Sogar nach draußen hatte es nicht wenige Besucher verschlagen. Auch ich musste mir nach dem ersten Song eine Auszeit gönnen, zu sehr drohte mir dieser Gig die letzten Reste meiner Konzertstimmung zu verderben. So konnte ich wenigstens beim Plausch mit anderen Leuten feststellen, dass meine Aussage "das war gar nix" noch zu den Schmeichelhafteren gehörte. Ich möchte den Augsburgern hier wirklich nicht zu nahe treten, vielleicht waren sie für dieses Publikum einfach die falsche Band, aber dieser Auftritt hat die Stimmung im Saal doch ziemlich gedrückt.

Naja, alles hat ein Ende, so auch dieser Gig und es war an der Zeit für den Headliner. Leider war wegen des vorherigen Gigs die Besuchermenge deutlich geschrumpft, aber zumindest diejenigen, die nur eine kurze Auszeit genommen hatten, fanden sich nun wieder im Saal ein, auch wenn die Stimmung anfangs etwas gedämpfter war als vor dem Auftritt von S.Punch. Allerdings nicht allzu lange, denn schlecht waren Rapture beileibe nicht. Ich allerdings musste dann doch sowohl der vorgerückten Stunde als auch dem vorhergehenden Auftritt Tribut zollen und nach drei Stücken das Handtuch werfen, ich bin auch nur ein Mensch. Deswegen zitiere ich hier einfach mal ganz frech Flo, den Bassisten von Dead Alone (ich hoffe, er wird's mir verzeihen):
"Rapture lieferten einen sehr intensiven Auftritt ab. Die Setlist bestand, bis auf wenige Ausnahmen, aus der gesamten Discografie der Herren. Während des gesamten Konzerts steigerte sich die Euphorie vor und auf der Bühne ins Unermessliche. Man merkte sichtlich den Spaß, welchen Sänger Chris (er feierte an diesem Abend in seinen Geburtstag rein) und seine Jungs hatten. Die aktuelle EP 4 Crimes Against Earmanity wurde als Zugabenblock benutzt. Zum krönenden Abschluss der 15-Jahr-Feier enterten dann auch noch Freunde und Bekannte die Bühne, um nochmal Vollgas zu geben. Ein wirklich denkwürdiger Auftritt, wer nicht dabei war ist selber schuld!"

Jo, was bleibt als Fazit? Drei Bands, die wirklich Spaß machten, eine Band, die zumindest unpassend war, und ein Headliner, der zwar unter dem vorigen Auftritt zu leiden hatte, aber wohl auch ziemlich gut ankam. Dazu ein Eintrittspreis von fünf(!) Euronen, da kann niemand über Nepp plärren. Was allerdings wohl schick wäre: Bei fünf Bands sollte der Konzertbeginn nicht erst um acht Uhr sein, denn dann wird's nach hinten raus wirklich ziemlich eng mit den Verkehrsverbindungen. Also entweder nur vier Bands (in diesem Fall halt ohne Special Guest) oder schon gegen 18:00 Uhr anfangen, ist ja immerhin Wochenende, das muss keiner vorher arbeiten.
Ich werde auf jeden Fall auch das nächste Mal bei ähnlichen Events dabei sein. Ihr auch?

Hannes

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