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Konzert-Bericht

Amorphis, Swallow The Sun & Insomnium

Metropolis, München 21.11.2007

Zum finnischen Abend lud diesmal das Metropolis, mit dabei drei Bands, die allesamt atmosphärisch dichte Musik abliefern. Abgesehen von Verwirrungen bezüglich Einlass- und Beginnzeiten lief alles wie am Schnürchen und so konnte man also gegen 20:30 Uhr die erste Band auf den Brettern bestaunen.

Die ließ sich auch nicht lumpen und lieferte eine engagierte Show. Viele dürften dabei von den Finnen Insomnium noch nicht so viel gehört haben, obwohl sie schon zum zweiten Mal in München Station machten, doch das was die Jungs boten, war aller Ehre wert. Hier merkte man auch ganz deutlich die Professionalität, mit der finnische Bands ausgestattet sind. Während viele deutsche Bands mit zwei oder drei Alben im Rücken live oft immer noch ein wenig hölzern rüberkommen, da zocken Insomnium ein äußerst souveränes und tightes Brett, das auf voller Linie überzeugt. Die Show wirkte routiniert, alle Beteiligten waren sehr engagiert und zeigten ganz deutlich, dass in ihren Köpfen nur ein Gedanke herumschwirrt: nämlich Musik machen und auf den Bühnen der Welt Konzerte spielen.
Aber Insomnium konnten nicht nur durch ihre Show überzeugen, sondern auch durch ihre Songs, die eine unglaublich intensive Wirkung entfalteten und mächtig und erhaben aus den Boxen schallten. Dabei präsentierten Insomnium einen guten Querschnitt aus allen ihren drei bisherigen Alben, zogen mal das Tempo ein wenig an, bremsten mal ein wenig ab und gingen bedächtiger zu Werke, waren aber immer abwechslungsreich und höchste eingängig unterwegs. Schade nur, dass der Gesang zumindest in den hinteren Reihen ein wenig unterging, im Gegenzug sorgten aber die durchgehend auf deutsch gehaltenen Ansagen für viele Sympathiepunkte, so dass der Auftritt in stürmischem Beifall mündete. Dicker Daumen für einen hervorragenden Auftritt!

Danach stellte sich für mich die Frage, wie sich Swallow The Sun präsentieren würden. In Memmingen sollen sie vor gar nicht allzu langer Zeit mörderisch gut gewesen sein, auf dem Summer Breeze Open Air dagegen konnte die Band nullkommanull Stimmung erzeugen. Ist um die Mittagsstunde bei dieser Art Musik auch etwas schwierig. Aber was soll ich sagen, Swallow The Sun konnten das Niveau der Vorgängerband locker halten und sogar noch toppen. Zwar war auch hier der Gesang in den hinteren Reihen etwas leise, was aber auch hier der Stimmung keinen Abbruch tat. Swallow The Sun waren insgesamt etwas langsamer und bedächtiger unterwegs, aber wie erwähnt sogar einen Tick intensiver als Insomnium. Das lag aber vor allem an den mächtig hymnischen Songs, weniger an der Bühnenshow, denn wenn man ehrlich ist, hätte sich Sänger Mikko Kotamäki wohl auf einem Bierdeckel verlaufen, wenn man es darauf angelegt hätte. Der Kerl stand wie festzementiert am Mikro und entfernte sich nur zum Trinken kurz vom angestammten Platz. Seine Mitstreiter waren nur unwesentlich agiler und wären wohl auch mit einer halb so großen Bühne ausgekommen. Trotzdem schaffte es das Sextett eine intensive Show auf die Beine zu stellen, die kein Vergleich zu der beim Summer Breeze war. Auch hier wieder dicker Daumen für einen hervorragenden Auftritt!

Während die beiden Vorgängerbands eher schwermütig und atmosphärisch unterwegs waren, boten Amorphis als Hauptband eine rockigere aber deswegen nicht minder tiefgreifende Show. Zentraler Punkt der Show war dabei Sänger Tomi Joutsen, der zum einen sehr fleißig und stets am Bangen oder Motivieren war, der aber zum anderen eine packende Gesangsleistung bot. Es ist immer wieder faszinierend, wie Tomi mühelos zwischen anspruchsvollen klaren Gesängen, Growls und aggressiveren Tönen hin- und herwechselt und dabei in allen Bereichen stimmgewaltig, beeindruckend und souverän ist. Souverän waren an diesem Abend auch seine Mitstreiter, die sich allerdings nicht so publikumsnah gaben wie der agile Frontmann und stattdessen mit einer gewissen nordischen Kühle agierten. Trotzdem steigerten sich Amorphis von Song zu Song, präsentierten sowohl rockig-hippige Songs der Marke "Alone" als auch alte Gassenhauer wie "Against Widows" oder "The Castaway" und boten dabei eine fast magische Show, die dafür sorgte, dass auch in den hintersten Reihen die Nackenmuskulatur Höchstleistung vollbringen musste. Neben den Songs und der showtechnischen Leistung von Amorphis war auch der Gastauftritt von Swallow The Sun-Fronter Mikko ein Highlight der Show. Mikko gab bei "Drowned Maid" einen kleinen Einstand und schmetterte zusammen mit Tomi ein beeindruckendes Duett, bei dem er sich mehr bewegte, als beim kompletten Auftritt seiner eigenen Band. Als mit "The Castaway" die vorerst letzten Töne aus der PA donnern, werden Amorphis mit tosendem Applaus bedacht und mit ebensolauten Zugabeforderungen wieder zurück auf die Bühne gerufen. Als Bonus konnte man "Towards And Against" sowie "House Of Sleep" genießen, bevor mit dem finalen Sahnehäubchen "Black Winter Day" endgültig Schicht im Schacht war.

Das mit mehreren hundert Leuten gut bestückte Metropolis war an diesem Abend Schauplatz eines beeindruckenden Abends, an dem sich drei Bands in absoluter Bestform präsentierten und einen wie erwähnt magischen Auftritt lieferten. Für mich war dieser Abend definitiv der beste Konzertabend dieses Jahres und mit Sicherheit eines der besten Konzert die ich bisher erleben durfte. Alle drei Bands waren eine Klasse für sich und zogen zumindest mich unweigerlich in ihren Bann. Vielen anderen dürfte es zumindest ähnlich ergangen sein, so dass ich diese Bands jedem ans Herz legen muss.

Setlist Insomnium:
The Gale
Mortal Share
Drawn To Black
The Killjoy
Bereavement
Change Of Heart
The Elder
The Day It All Came Down
Devoid Of Caring

Setlist Swallow The Sun:
Hope
Descending Winters
Don't Fall Asleep
The Morning Never Came
These Hours Of Despair
Out Of This Gloomy Light
The Ship
Swallow

Setlist Amorphis:
Perkele (The God Of Fire)
Leaves Scar
A Servant
The Smoke
On Rich And Poor
Drowned Maid
Her Alone
Against Widows
Silent Waters
Sign From The North Side
Alone
My Kantele
The Castaway
---
Towards And Against
House Of Sleep
Black Winter Day

Lord Obirah

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