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Konzert-Bericht

Cannibal Corpse, Marduk, Dark Funeral & Krisiun

X-Mas Festival 2001

Metropolis, München 18.12.2001

Die Meinungen zu diesem Event sind ja immer geteilt, da man die eine oder andere Band doch irgendwie jedes Jahr auf dem Billing sieht und auch die Übersättigung durch 6 und mehr Bands an einem Abend ein nicht zu unterschätzendes Problem darstellt. Für mich wars jedoch ein mehr als gelungener Konzert- Abend, der eigentlich nur durch die Tatsache getrübt wurde, das ich dank des Berufsverkehrs in Rosenheim und München mal wieder zu spät ankam und somit Vomitory gänzlich verpaßte, denn es standen bereits die brasilianischen Urviecher Krisiun auf der Bühne und fetzten ihr mörderisches Soundbrett in die Meute.
Die CDs dieser Band reissen mich zwar nicht unbedingt vom Hocker, live ist das Trio jedoch immer recht beeindruckend. Technisch einwandfrei und mit enormen Aggressionspotential gibt wohl keinen besseren Anheizer für ein solches Konzert, Hut ab!
Anschließend enterten Dark Funeral die Bühne. Nach ihren enttäuscheden letzten Gastspielen (u.a. im Vorprogramm von Dimmu Borgir) waren meine Ewartungen mehr als verhalten...jedoch völlig zu Unrecht! Mit dem Defleshed-Schlagzeuger und einem neuen Bassisten vermochte die Band es diesmal, die Bühne gut auszufüllen und somit eine mehr als ansprechende Darbietung ihres Materials abzuliefern, welches eh über jeden Zweifel erhaben ist. Bereits der von diversen Samplern bekannte Opener Arrival Of Satans Empire wurde vom Publikum dankend mit entsprechendem Einsatz gewürdigt und auch der Rest des Sets war nicht von schlechten Eltern, bot die Band doch einen recht guten Überblick über ihr bisheriges (wenn auch nicht recht mfangreiches) Schaffen. Vom Klassiker Open The Gates über The Dawn No More Rises und Vobiscum Satanas wurde viel geboten, man hatte nicht mal genug Zeit für Klassiker wie Shadows Over Transsylvania oder Ravenna Strigoi Mortii. Die neuen Songs fielen durch den einen oder anderen getragenen Part auf und gestalteten die Sache auch vom musikalischen Gesichtspunkt recht abwechs- lungsreich. Mit recht klarem Sound und ungewohnt einsatzfreudigem Stage-Acting gelang dem Fünfer ein sehr kurzweiliger Set, was vom Publikum auch entsprechend honoriert wurde.
Dies konnte man vom Auftritt der amerikanischen Ägypten-Freaks Nile leider nicht behaupten. Obwohl deren Material auf CD durchaus hörens- wert ist, mochte der Funke aufgrund der anspruchsvollen und komplexen rhythmischen Strukturen nicht so recht überspringen und nur die eingefleischten Fans der Band konnten der Sache etwas abgewinnen, ansonsten herrschte eher aktive Zurückhaltung im Auditorium.
Dies änderte sich ziemlich schlagartig als Marduk die Bühne betraten und ihre furiose Darbietung mit dem Klassiker On Darkened Wings eröffneten. An der Show von Sänger Legion scheiden sich ja gern die Gemüter, denn was die einen als peinliche Selbstdarstellung betrachten, sehen andere als mitreissendes Stage-Acting an. Und letztere Gruppe war heute deutlich in der Mehrzahl, was die ständigen "Legion"-"Legion" Chöre aus dem Publikum eindrucksvoll untermauerten. Marduk sind für mich die beste Live-Band des Black Metal Genres und stärkten mich erneut in dieser An- nahme, denn was die Jungs darbieten, ist einfach sein Geld wert. Songs wie Of Hells Fire, Jesus Christ Sodomized oder Slay The Nazarene heizten die Stimmung noch weiter an und man musste sich in den vor- deren Reihen langsam Sorgen um seine Dauerwelle machen. Leider war nicht mal genug Zeit für eine Zugabe, denn diese hätten sich sowohl die vier wahnsinnigen Schweden als auch der tobende Mob mehr als verdient. Einer der Nachteile solcher Festivals, wo der Zeitplan meist recht straff eingehalten wird...nicht unbe- dingt zum Wohle der Gäste, die gerne mehr gesehen hätten!
Für weitere Gedanken blieb jedoch kaum Zeit, denn als Cannibal Corpse die Bretter bestiegen und gleich den Kracher Stripped, Raped And Strangled runterhämmerten ging es richtig los im Publikum, kaum ein Nacken konnte sich den harten groovigen Rhythmen entziehen. Obwohl einige der alten Klassiker wie Skull Full Of Maggots, Butchered At Birth oder Hammer Smashed Face nicht gespielt wurden (oder nicht durften?), wurde es zu keiner Sekunde langweilig, zu erfahren sind die fünf symathischen Jungs um ex-Malevolent Creation Frontmann George "Corpsegrinder" Fisher und zu gut ist die Bühnenpräsenz. Auch des Material der letzten CDs ist gut genug, um über die gesamte Dauer eines Headliner-Auftritts keine Längen entstehen zu lassen. Die linke Hälfte der Bühne bestand eigentlich nur aus denständig fliegenden Haaren von Alex Webster und Pat O'Brien, bei deren Anblick man die eigene Klampfe oder Bassgitarre am liebsten in die Ecke feuern möchte beeindruckend die Leichtigkeit, mit der selbst komplexe Riffs aus dem Ärmel geschüttelt werden. Je später der Abend, desto ausgelassener der Moshpit, Gallery Of Suicide und Konsorten wurden mächtig abgefeiert und setzten den Schlußpunkt auf einen konzerttechnischen Höhepunkt anno 2001.

Man mag sich gern über das ewig gleichbleibende Line-Up dieser Veranstaltung und die Tatsache der Überladung durch 6 und mehr Bands an einem Abend streiten, subjektiv betrachtet wars jedoch mit die beste Veranstaltung des abgelaufenen Jahres. Und auch der kurzfristige Ausstieg von Kreator aus dem Package fiel kaum ins Gewicht, da es einerseits mal dahingestellt sei, ob die Essener Thrasher diese Veranstaltung wirklich bereichert hätten und man andererseits Mille's Truppe in Kürze eh mit Sodom und Destruction bewundern kann, wo Kreator sicherlich wesentlich besser aufgehoben sein werden.

Martin

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