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Konzert-Bericht

Sieges Even & Dreamscape

Metropolis, München 05.10.2007

Freitag Abend Anfang Oktober, die Wies'n liegt in den letzten Zügen und brauche ich nicht wirklich. Was könnte es als Alternativprogramm besseres geben als eine gepflegte Prise Prog Rock der Münchnerischen Art?!? Was höre ich da? Nix?!?! Richtig, so ist es! So begab ich mich Freude trunken ins Metropolis und grübelte im Vorfeld schon über die Setlist. Spielen sie was von Steps und kommt auch was von der ersten? Also der Life Cycle aus dem Jahr 1988. Fragen über Fragen, die mich noch neugieriger auf den Gig machten.

Fast pünktlich kam ich an den Pforten um 20 Uhr an und durfte den ersten Song der Anheizer Dreamscape hören. In der Halle dann die erste Überraschung. Gute 150 Nasen waren bereits zugegen und hielten sich mit Schunkelbeiträgen vornehmlich zurück. Eine "Wall Of Death" sieht definitiv anders aus und so konnte ich beim zweiten Song nach einer ersten Gerstenkaltschale mich bierselig in die "Front Row" begeben, wo mich der neue Shouter Mischa Mang recht herzlich begrüsste und er kurz zu mir von der Bühne nach unten ging, mich herzlich umarmte und strahlend auf die Bretter zurücksprang. Ja, so beginnen leidenschaftliche Romanzen, haha. Der Sound kam vorne sehr gut, der progressive immer melodische Hard Rock/Metal ähnelte sehr den Songs von Dream Theater zu Awake-Zeiten. Nicht schlecht der Specht! Ab "Phenomenon" war ich ob der guten Performance der Band nicht mehr so allein auf weiter Flur. Da wurden jetzt einige Rüben geschwenkt. Das runderneuerte Lineup (neuer Sänger, Keyboarder und Bassist) bot eine sehr starke Leistung. Sänger Mischa hat eine der besten Stimmen des Prog-Business und rannte wie ein von Hornissen geplagter Flummi über die Bühne. Asche auf mein Haupt, der Kerl kann was, ich schwör's bei meiner Helstar-Sammlung. Nach einer knappen Stunde und den Zugaben "The End Of Light" und dem Uraltklassiker "When Shadows Are Gone" war Schicht im Schacht und die erste Schlacht gewonnen. Was Spielfreude und Spaß angeht, hatten die Jungs schon mal ordentlich vorgelegt. Beide Daumen hoch für die fünf Meloprogger um Gitarrist Wolfgang Kerinnis.

In der Pause musste erstmal biertechnisch nachgelegt und der Merchandise-Stand inspiziert werden. Dabei lief mir auch ein kleiner bekannter Mann vor die Nase. "Den kenn ich doch, da war doch was?!" Naja, dazu später mehr. Frisch mit einer Schachtel Bier gestärkt fand ich mich zum Opener "When Alpha And Omega Collide" wieder vor der Bühne ein. Die beiden Holzwarths stiegen sogleich verfrickelt ein, Sänger Arno Menses und Gitarrenhexer Markus Steffen betraten den Bühnenrand, yeah. Jetzt gab es kein Halten mehr. Astreiner Sound, sehr laut aber differenziert und extrem tight präsentierten sich die vier Progger. Arno sang trotz einer Erkältung fabelhaft, da passte jeder Ton. Markus entlockte seiner Gitarre die bizarrsten Töne und nachdem Arno Basser Oli mit den Worten "... and here on bass, Gene Simmons!" vorstellte, konnte sich keiner vor und auf der Bühne ein Lachen verkneifen. Hallelujah, Spaß und Spielkunst auf gefühlten 10 Quadratmetern versammelt. Was für eine Pracht und ein Sammelsurium an Gänsehautmelodien und sicken Drumbreaks. Hammer! Nicht weniger als sieben(!!!) neue Tracks wurden vom bärenstarken neuen Feger Paramount vorgestellt. Mit Song Nummero vier "The Waking Hours" gab es einen ersten Ausflug in die Prä-Menses-Zeit und auch hier meisterte der Herr Kaskopp alles vorbildlich, hatte seinerzeit Jogi Kaiser am Mikro doch eine formidable Leistung auf der A Sense Of Change hingelegt. Zur verschnupften Nase von Sänger Arno kam noch sein Kurzzeitgedächtnis in Sachen Setlist, aber nach drei oder vier intensiven Blicken auf den Boden neben den Monitorboxen wusste der glattrasierte Niederländer, was an der Reihe war. Nach der Hammerballade "Eyes Wide Open" und dem verdreht wirren dafür obergeilen "Duende" kam dann ein Tränendrüsenmoment sondergleichen. Freunde, mir ging fast einer ab, denn das kleine Männchen auf der Bühne, das sich das Mikro schnappte, war kein Geringerer als Originalsänger Franz Herde, dem ich am Merch-Stand noch begeistert zugeprostet hatte. Ihr erinnert Euch?! "Ja is denn scho Wehnachten?" dachte nicht nur ich im weiten Rund des Metropolis. "Life Cycle" vom gleichnamigen Debüt wurde herzerfrischend und hart runtergezockt, ich kann es kaum in Worte fassen. Unglaublich! Unbeschreiblich! Franz konnte die hohen Schreie noch bringen, absolut glänzende Vorstellung des sympathischen "Oldies", der sich sichtlich selbst an seiner Darbietung und dem Jubel des Publikums berauschte. Für die, die den Even-Trip noch vor sich haben, ein kleiner Wermutstropfen ins proggende Glas, denn Herr Herde sang nur in München mit den Jungs. Heimspiel halt! Mit "The Lonely Views Of Condors" und dem Titelstück des aktuellen Albums endete der offizielle Teil. Ein paar Minuten später wurden im Zugabenteil "The Weight" und der Steps-Classic "Corridors" gespielt. Jawoll, ein Song der intergalaktischen Steps-Scheibe, ich hatte -ehrlich gesagt- nicht damit gerechnet.

So endete nach knappen zwei Stunden ein Konzert der Superlative. Kein Gesicht, dass nicht hoch erfreut durch die Gegend grinste. Die Belagerung des Verkaufsstandes konnte da als Stimmungsgradmesser extrem gut herhalten. Da wurde der ein oder andere Kauf getätigt, mit Oli Holzwarth ein Pläuschchen gehalten und ein Bier verhaftet. So muss da s zuhause sein. Obergärig Fan-freundlich. Leute, wenn dieses Package zu Euch in die Nähe kommt, versäumt es nicht, diese Band ist jeden Heller und Pfennig bzw. Cent wert und in diesem Lineup in der Form ihres Lebens. Darauf ein dreifaches Prosit der Gemütlichkeit!

Dreamscape:
Different
Deja Vu
Somebody
Phenomenon
Breathing
---
The End Of Light
When Shadows Are Gone

Sieges Even:
When Alpha And Omega Collide
Tidal
Unbreakable
The Waking Hours
Iconic
Leftovers
These Empty Places
Stigmata
Eyes Wide Open
Duende
Life Cycle
The Lonely Views Of Condors
Paramount
---
The Weight
Corridors

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