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Festival-Bericht

Suffering Life Festival

mit Tankard, Avulsed, Immolation, Krisiun, Schistosoma, Sufferage, Poppy Seed Grinder, Contradiction, Suidakra, Manos, Leng Tch'e, Dawn Of Azazel, Jesus Chrysler Superskunk, Crowd, Death Reality, Weberknecht, Mastic Scum, Inhumate, A.O.K., Desaster, Totenmond, Anima Sementis, Dead Walk & Obscura

Festivalgelände Wachenroth, Wachenroth 08. - 10.06.2007

(Fotogalerien: Sufferinglife2007 Freitag, Sufferinglife2007 Samstag, Sufferinglife2007 Sonntag)

Samstag, 09. Juni 2007

Der Samstag begann einfach viel zu früh, denn bei den Temperaturen, die schon in den frühen Morgenstunden im Zeltinneren herrschten, hielt man es in der Behausung nicht wirklich lange aus, es sei denn, der Schlaf war annähernd komatös. Naja, erst mal einen Kaffee aufgesetzt und versucht, feste Nahrung aufzunehmen. Nach geraumer Zeit schälten sich auch meine Begleiter aus den Kojen und wir beschlossen, den Vormittag bis zum Konzertbeginn im beschaulichen Wachenroth bei einem Häppchen zu verbringen. Nur dummerweise waren fast alle Gaststätten geschlossen. Fast, denn ein geöffnetes Lokal ließ sich dann doch noch finden, doch die Freude währte nur kurz. Anscheinend war die Besatzung des Lokals auf diesen "Ansturm" nicht vorbereitet, denn alle vier (!!!) Tische des Lokals waren belegt und die Bedienung überfordert. Naja, dann eben zurück zum Sportplatz und eine Pizza bestellt.

Diese ließ man sich dann zu den Klängen von Jesus Chrysler Superskunk schmecken, die mit rund 30 Minuten Verspätung den Samstag zur Mittagszeit eröffneten. Da mir die Band bislang völlig unbekannt war, ließ ich mich einfach mal überraschen, was es denn da zu hören gab. Thrash Metal war hier angesagt, der mich jedoch nicht allzu dolle vom Hocker bzw. der Bank hauen konnte. Genau so erging es wohl auch den meisten der um diese Zeit noch spärlich Anwesenden, die es sich auf Bierbänken vor der Bühne bequem gemacht hatten. Die Band bemühte sich jedoch redlich und konnte gegen Ende auch eine Handvoll Banger auf der Habenseite verbuchen. Anzumerken sei hier noch, dass die Band mit drei Gitarristen auf der Bühne stand, man daraus aber mehr hätte machen können, denn die zusätzliche Gitarre war kaum zu vernehmen.

Crowd aus Leipzig fuhren da schon andere Geschütze auf und wurden dafür auch mit mehr Zuschauerzuspruch belohnt. Für mich an diesem noch jungen Tag die erste positive Überraschung, denn hier war doch schon Einiges los. Die Stimmung war gut und der phasenweise groovende Death Metal der Jungs donnerte einem die letzten Kater-Reste aus dem Schädel, was nicht zuletzt am fetten Sound lag, der den Jungs verpasst wurde. Ein guter Einstand in den zweiten Festivaltag. Zum Abschluss gab es noch einen Nachruf an Ringo, dem Macher von "Heavy Metal Nix Im Scheddel...?", der erst vor kurzem verstorben war. R.I.P.

Death RealityNoch einmal Leipzig, diesmal Death Reality. Auch diese Jungs haben sich dem brutalen Death Metal verschrieben und rannten damit offene Türen ein. Der Set war zwar gut besucht, jedoch schonten viele noch ihre Nackenmuskeln für die Bands, die noch folgen sollten. Der Band war das aber anscheinend egal, sie hatten augenscheinlich ihren Spaß bei diesem Gig. Auf der Bühne war viel Bewegung zu verzeichnen und auch vor der Bühne war eine gewisse Zuwanderung zu verzeichnen. Leider mussten Death Reality ihren Set aufgrund des nach hinten verschobenen Beginns an diesem Tag kürzen, so dass schneller als einem lieb war der letzte Song verstummte. Aber es war ein guter Gig, der Lust auf mehr machte.

Weberknecht hatten schon letztes Jahr für mächtig Stimmung gesorgt, und so war es auch dieses Mal. Der Platz vor der Bühne füllte sich langsam, aber stetig und alles wartete auf Mr. Weberknecht himself. Nach einem kurzen Intro legte das Trio mit "Beastman" gleich mal ordentlich los, gefolgt von "The Knecht Strikes Back". Gleich zu Beginn des Sets gab es eine "Verlosung", denn Marc (Guitar, Vocals) hatte das letzte Exemplar eines Bandshirts dabei, welches nach kurzem Abstimmen einfach mal in die Menge geworfen wurde, wo eine kleine "Rangelei" entstand. "Seid ihr wach?!?" wurde gefragt. Nachdem die Reaktion darauf eher verhalten war, antwortete Marc selbst: "Na, besoffen... und des is auch gut so!". Nach "Motörknecht" wurde es dann erst mal kulinarisch: "Chili Con Carne" und "Black Hax'n" gab es kredenzt. Die Fans nahmen jeden Song dankbar auf und moshten ordentlich, auch wenn die heißen Temperaturen einem ordentlich was abverlangten. Aber egal, der Death/Thrash/Grind-Bastard verlangte danach. Nachdem vorne die Stimmung gut, hinten jedoch weniger Bewegung angesagt war, wurde den Leuten in den hinteren Reihen "Slow Is Boring" gewidmet. Weberknecht hatten sichtlich Spaß bei ihrem Set, und den Fans ging es nicht anders. Da war es umso tragischer, dass auch dieser Gig gekürzt werden musste, die Verspätung beim Beginn musste ja eingeholt werden. Doch noch vor dem angekündigten letzten Song ("Human Body Burger Bud'n") musste der Gig beendet werden. Wenn's am schönsten ist, soll man eben aufhören.
Weberknecht unpluggedNun, nicht ganz. Denn rein "zufällig" hatte Marc ein Kinderschlagzeug dabei und versprach den Fans von der Bühne aus, den Song vor dem Gelände noch unplugged darzubieten. Somit war eine enorme Abwanderung in Richtung Vorplatz zu verzeichnen. Eine nicht ganz unerhebliche Menge an Fans machte es sich sodann im Halbkreis sitzend vor Marc und Thorsten Schaffer (Drums) gemütlich, der kurzerhand hinter dem "Schlagzeug" auf einem Fünf-Liter-Bierfass Platz nahm. Sogar für eine Windmaschine wurde gesorgt, denn zwei Fans schleppten ihren Ventilator samt Generator an und so stand der Unplugged Version von "Human Body Burger Bud'n" nichts mehr im Wege, lauthals unterstützt von allen Anwesenden. Für Bewegung bei den Fans sorgte dann auch noch ein Sitz-Pogo. Kult! Nach dem Song sollte es gewesen sein, doch so einfach entließen die Fans Weberknecht (zumindest 2/3 davon) nicht. Und nach einem inbrünstigen "Ein Tom Araya, es gibt nur ein Tom Araya..." gab es noch als Draufgabe "Raining Blood" unplugged. Dann war's das endgültig, denn Weberknecht wollten den nachfolgenden Mastic Scum nicht in die Quere kommen. Eine geile Einlage!

Wie heißt es doch so schön: right in time trafen die Fans vom Vorplatz wieder bei der Bühne ein, als die Österreicher Mastic Scum ihren Set begannen. Mit bei den Fans kam auch Mr. Weberknecht, der vor der Bühne gleich das Moshen begann. Mastic Scum-Sänger Will stand entweder mächtig tief auf der Bühne oder drehte permanent seine Runden vor den Drums. Dadurch war viel Bewegung auf der Bühne zu vermelden. Der tighte Sound tat sein Übriges dazu, dass dies ein fetter Gig war. Zwar war vor der Bühne etwas weniger los als noch bei Weberknecht, doch der Stimmung tat dies keinen Abbruch. Mit Death Metal-Geschossen der Marke "In Vain" oder "Crawl" kann aber auch nicht wirklich viel schief gehen. Dafür ist der Sound der Österreicher einfach zu abwechslungsreich. Mal wurde schnelles Geknüppel geboten, dann wieder auf fetten Groove umgeschaltet. Den Fans gefiel's und so wurden nicht wenige Haare geschüttelt.

InhumateDanach waren Inhumate an der Reihe. Und nun war Schluss mit lustig, denn nun wurde die Grindkeule ausgepackt. Und sofort war Einiges los vor der Bühne. Der Moshpit ließ auch nicht lange auf sich warten, der fröhlich am Leben erhalten wurde. Zum ersten Mal an diesem Tag wurde auch die Lightshow angeschmissen und setzte die Franzosen gut in Szene. Sänger Christophe hatte die Fans von der ersten Note an fest im Griff und stachelte die Leute immer wieder von Neuem an. Beim letzten Song war dann verkehrte Welt angesagt: während Christophe die Fans auf die Bühne bat (wobei natürlich entsprechende Sorgfalt geboten war) übernahm er kurzerhand das nunmehr freie Feld vor der Bühne und tobte sich dort aus. Während dessen moshten die Fans lustig mit dem Rest der Band auf der Bühne um die Wette. Christophe schloss sich dem dann auch noch an und eine fette Party war auf der Bühne im Gange. Ein geiler und energiegeladener Gig.

Bei A.O.K. schieden sich dann etwas die Geister, wobei festzuhalten bleibt, dass der überwiegende Teil der Anwesenden die Band mächtig abfeierte und mächtig zum Nothingcore der Band abging wie Zäpfchen. Bekleidet mit Kuhkostümen betraten sie die Bühne und gingen dann auch gleich in die Vollen, wobei es den beiden Frontbrüllwürfeln schon bald zu warum im Kostümchen und dieses schnell ausgezogen wurde. Die darunter verbliebene Kleidung war auch nicht von langer Haltbarkeit, so dass der Großteil des Sets blank durchgezogen wurde. Naja, wer's mag... Ansonsten lieferten A.O.K. eine gute Show ab und verstanden es, die Fans schnell auf ihre Seite zu ziehen. "Brombeerhagel", "Butzemannslayer" oder "Baguette Attack" wurden zum Besten gegeben, wobei bei Letzterem nicht gerade wenig Stangenbrote in der Menge zerpflügt wurden. Viele Fans waren mit Baguettes bestens ausgerüstet zum Gig erschienen und lieferten sich eine kleine Schlacht, welche später im Set mit Salatköpfen und Cornflakes fortgesetzt wurde. Wirklich gelungen waren die beiden Songs "Stromausfall" und die Zugabe "Gar Kein Strom", bei denen rein gar nichts zu hören war, bei denen selbst der Schlagzeuger so tat als ob und die Fans dazu mächtig moshten. Auf der Bühne war während des gesamten Gigs ebensoviel Bewegung wie davor, auch wenn manche Aktionen vielleicht etwas grenzwertig waren. Mit "Satan, Hölle und Salat" vom ersten Album Anal Oder Kot wurde der Set dann mit vielen fliegenden Salatköpfen beschlossen. Warum sich dann wie eingangs erwähnt die Geister schieden? Während eben von vielen die Show als gelungen betrachtet wurde, war für einige das sinnlose Verschleudern von Essen eher grenzwertig, wenn man den anschließenden Gesprächen am Bierstand zuhörte. Auch das ständige Blankziehen verlor recht schnell seinen Reiz, und ob ein gespreizter nackter Männerarsch wirklich so sehenswert ist, wage ich einfach mal zu bezweifeln.

Desaster Desaster zeigten im Anschluss, dass man auch ganz ohne überzogene Show für mächtig Stimmung sorgen kann. Diese Band verfügt einfach neben der Ausstrahlung über geile Songs, denen sich keiner entziehen kann. Zwar war etwas weniger los als noch bei den Nothingcorlern, der Stimmung hat dies jedoch nicht geschadet. Ständige Desaster-Desaster-Rufe zwischen den Songs sprachen hier eine deutliche Sprache. Jetzt war die Zeit des Bangens gekommen, überall nur fliegende Haare. Desaster hatten sichtlich Spaß am Auftritt und das übertrug sich auch auf die Fans, sehr souverän hatte der Fronter Sataniac die Fans im Griff. Unterstützt durch eine gute Lightshow war die Spielzeit leider viel zu schnell wieder vorbei. Beim letzten Song "Metalized Blood" wurden dann die Fans wieder auf die Bühne gebeten um gemeinsam mit Desaster eine Party zu feiern. Geil!

Totenmond Totenmond fuhren dann mit ihrem Sound ein schweres Geschütz auf, welches für manchen etwas schwer verdaulich war. "Panzerdampf" und "Honigtraum" eröffneten den Set, der für den ein oder anderen etwas undurchdringlich wirkte. Das mag nicht nur am Alkohol gelegen haben, denn die Nebelmaschine lief während des gesamten Gigs der Schwaben auf Hochtouren und unterstrich dadurch die teils beklemmende Atmosphäre, die die Totenmond-Songs versprühten. Dennoch war sehr viel los vor der Bühne. Währen die einen ihrer Vorliebe für das Bangen nachgaben, moshten die anderen im ständig wuselnden Moshpit. Auch wenn der Set etwas wenig Abwechslung bot, den Fans gefiel's, was man am Beifall hören konnte. Mächtig.

Tankard Der Flieger aus Spanien hatte Verspätung, so dass nun bereits der Headliner auf die Bretter musste. Die Hessen Tankard kamen, tranken und siegten auf breiter Front. Dieses Thrash Metal-Urgestein ist live immer ein Garant für eine geile Show. Vor kurzem feierte die Band ihr 25-jähriges(!!!) Bestehen, was laut Gerre (Vocals) anfangs keiner für möglich gehalten hätte. Umso ausgelassener war die Party auf, als auch vor der Bühne. "The Morning After" und "Zombie Attack" lieferten auch gleich einen grandiosen Einstieg in 90 Minuten trinkfreudige Unterhaltung. Tankard merkte man die Jahre auf den Schultern zu keiner Zeit an, und die Verbundenheit mit den Fans wurde mehr als einmal gezeigt. Sei es das Arm-in-Arm-Bangen mit Fans oder das Teilen des Bieres, Gerre machte einfach alles mit. Selbst für Huckepack mit einem Fan wurde nicht Halt gemacht. So soll es sein. Mit "Alcohol" und "Maniac Forces" wurden die ganz alten Scheiben, mit denen alles angefangen hatte, gewürdigt, gefolgt von neueren Songs "Rectifier" und "The Beauty And The Beast". Gerre war viel unterwegs, stachelte die Fans immer wieder an und wenn es gerade passte, trommelte er mit dem Mikro auf seiner Plauze rum. Als schönste Todesart wurde "Die With A Beer In Your Hand" angekündigt, bevor es mit "Nation Over Nation", "Chemical Invasion" und "Freibier" schon wieder zum Ende des Sets hin ging. Doch diesmal blieben die vielen Zugabe-Rufe nicht unerhört. "Alien", "Space Beer" und das unausweichliche, mehrfach geforderte und stürmisch empfangene "Empty Tankard" bildeten den Abschluss für diesen Set. Ohne "Empty Tankard" kann man doch Tankard nicht von der Bühne lassen, oder? Eben. Zu guter Letzt machte Gerre noch von seiner Plautze gebrauch und beförderte damit einen Fan wieder zu seines gleichen. Tankard gehören einfach auf die Bühne. Möge uns diese Band noch lange erhalten bleiben.

Nun waren auch Avulsed eingetroffen und legten nach einer knappen Umbaupause gleich los. Nach der amtlichen Vollbedienung durch Tankard war jedoch auch hier keine Zeit zum Ausruhen und auch um diese Uhrzeit war noch sehr viel los vor der Bühne. Zwar wurde nicht mehr allzu viel gemosht, doch die Haare flogen auch so zu den Granaten, die die Band abfeuerte. Sehr beeindruckend war das gleichzeitige Growlen und Propellerbangen von Fronter Dave Rotten, der sich gleichzeitig die Rübe abschraubte und die Stimmbänder malträtierte. Ein geiler Gig, der einem noch einmal viel abverlangte. Danach war dann aber Schluss für mich, das wohlverdiente Feierabendbierchen wartete schon vor dem Zelt.

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