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Festival-Bericht

Spring Metal Festival

mit Graveworm, Ektomorf, Kayser, Blinded Colony, Fleshless, Collapse 7 & Ars Moriendi

ARGEkultur, Salzburg 10.03.2007

(Fotogalerien: Graveworm20070310 )

Das war doch ein wirklich gelungenes Zeitmanagement. Zeitig aus Rosenheim gestartet, um dann pünktlich in der Rush-Hour von Salzburg anzukommen. In gemächlichem Stop-and-go ging es dann durch die Stadt, bis wir dann endlich an der Arge Kultur angekommen sind. Wie sich heraus stellen sollte, genau zum richtigen Zeitpunkt.
Am Einlass war noch eine kleine Menschentraube abzufertigen und dann ging es auch schon los. Gerade die Halle betreten, hatten Ars Moriendi aus der Steiermark ihren Set soeben begonnen. Zu dieser frühen Zeit war der hintere Bereich der Halle eher spärlich befüllt, je weiter man jedoch in Richtung Bühne ging, desto besuchter wurde es. Die ersten beiden Reihen waren bereits jetzt vollständig belegt und von Anfang an flogen die Matten dieser Gäste. Die Jungs lieferten eine gute Show, allen voran Sänger Michael Wegleitner, der viel unterwegs war und für Bewegung auf der Bühne sorgte. Der melodische Thrash/Death Metal lief auf der Bühne auch deutlich besser rein als auf CD, muss ich sagen. Einziges Manko waren die fehlenden Ansagen, so dass man, wenn man mit dem Material nicht sonderlich vertraut war, nicht wusste, welcher Song gerade gespielt wurde. Jedenfalls legten Ars Moriendi einen ordentlichen Gig auf die Bretter, der auch gute Reaktionen im Publikum hervor rief. Sogar ein zwar kleiner, aber feiner Pit wurde für kurze Zeit ins Leben gerufen, was bei der ersten Band des Abends nicht die Regel ist. Nach einer halben Stunde wurden Ars Moriendi dann unter Beifall verabschiedet.

Ars MoriendiNach einem kleinen Rundgang und einem Plausch mit der netten Security war es Zeit für Collapse 7, die mich mehr als überraschten. Selten eine Band erlebt, deren Material so dermaßen unterschiedlich und abwechslungsreich ist. Mal klangen sie nach polnischen Death Metal a la Vader, dann wieder nach Ami-Death vie Morbid Angel und danach wieder einfach nur groovend. Zwar hatte Mario (Vocals, Bass) anfänglich mit zu leisen Vocals zu kämpfen (er war kaum zu vernehmen), aber schon nach kurzer Zeit war auch dieses Manko beseitigt. Was blieb, war ein mehr als gelungener Gig, dem deutlich mehr Fans als beim Opener beiwohnten. Als Zuckerl gab es noch zwei neue Songs vom neuen Album Supernova Overdrive (ich hoffe, ich hab das richtig verstanden), nämlich "Collapsing Theory" und den Titelsong "Supernova Overdrive", die beide ordentliche Abrissbirnen darstellten. Dazwischen wurde noch "Blessed With Pain" zum Besten gegeben. Vor allem wenn Collapse 7 ihren Groove auspacken, gab es für die Fans kein Halten mehr und der zweite Pit des Abends wurde eröffnet, der auch deutlich länger am Leben gehalten wurde als der erste. Doch wenn's am schönsten ist, soll man ja bekanntlich aufhören, und so war auch hier nach nur 30 Minuten geballter Death Metal-Power die Show zu Ende und die Fans glücklich. Berechtigter großer Beifall geleitete die Band von der Bühne, während ich gleich an den Merch-Stand ging, um mir den Silberling In Deep Silence für faire zehn Euronen zu kaufen (die neue Scheibe gab's leider noch nicht).

Aus der Tschechischen Republik waren Fleshless angereist gekommen, um mit ihrem Gebräu aus Death Metal und Grind die Gemüter zu erfreuen. Als sie ihren Set begannen, war es etwas leerer als eben noch bei Collapse 7, doch das sollte sich schnell ändern. Zwar habe ich die Band im letzten Jahr schon agiler erleben dürfen, doch auch an diesem Abend ballerten sie mit ihren Songs den Schmalz aus den Ohren. Die Zwischenräume vor der Bühne wurden auch mal eben schnell mit Fans aufgefüllt und der Party stand nichts mehr im Wege. Die Stimmung war von Anfang an gut und Vladimir (Vocals) war auf der Bühne viel unterwegs, ganz im Gegensatz zur Gitarrenfraktion, die kaum von der Stelle zu bewegen war. Ansonsten regierte die Grind-Keule, die ein ums andere Mal geschwungen wurde und mit einem beachtlichen Pit belohnt wurde. Sowohl zwischen den Songs als auch am Ende des Sets wurde jede Eruption mit lautem Beifall bedacht. Grind on!

Den letzten Tag der Tour durften an diesem Abend die Schweden Blinded Colony erleben. Und es wurde was geboten. Schon vor dem Set, der mit leichter Verspätung begann, waren "Hey-Hey"-Rufe von den Fans zu vernehmen. Dies versprach doch ein erster Höhepunkt des Abends zu werden. Und so sollte es auch kommen. Die ARGE war voll und die Stimmung gut. Mit ihrem typischen, melodischen Schweden-Death-Metal trafen Blinded Colony genau den Geschmack der Fans, wenn man die Reaktionen hierfür zugrunde legt. Sofort zu Beginn wurde ein mittelgroßer Pit eröffnet, der immer wieder mal aufflackerte. Und gerade, als Sänger Johan Schuster eine kleine Ansprache an die Fans richtete, schlich sich ein Mitglied von Kayser von hinten heran und schüttete Wasser über ihn bzw. in die Hose. Dieses Prozedere wiederholte sich noch mehrmals im Laufe des Gigs, so dass die Bühne dann doch fast unter Wasser stand. Aber die Jungs hatten mächtig Spaß in den Backen. Sogar den mitgereisten Fans aus Italien, die von Johan begrüßt wurden, wurde ein Song gewidmet. Ein feiner Zug. Gegen Ende des Sets wurde es dann auch noch richtig voll auf der Bühne, als einige Fans, teils von Johan gezogen, teils selbst kletternd, die Bühne erklommen und kräftig feierten, ehe sie höflich aber bestimmt wieder hinunter "gebeten" wurden. Zu guter Letzt sprang Johan dann noch zu den Fans hinunter und trällerte dort weiter, ehe der mehr als gelungene Gig gebührend gefeiert wurde.

KayserDie Umbaupause verlief zügig, hing man doch bereits jetzt schon etwas hinter dem Zeitplan hinterher. Dann erklommen Kayser die Bühne und legten mit ihrem Gemisch aus Thrash Metal und melodischen Death Metal los. Die Band wirkte routiniert auf der Bühne, ohne jedoch die nötige Spielfreude vermissen zu lassen. Auch sie entfachten einen Pit inmitten der Fans, selten habe ich die Arge Kultur so vital erlebt. Doch es dauerte nicht lange, dann gab es seitens Blinded Colony die fällige Revanche für die Dusche, und diesmal artete das Ganze richtig aus, dass man auf der Bühne schon fast Angst vor Aquaplaning haben musste, denn die Jungs waren viel unterwegs und zeigten viel Action. Als nächstes erstürmten dann wiederum die Schweden von Blinded Colony nur mit Unterhosen bekleidet die Bühne und konnten sich selbst dabei das Grinsen nicht verkneifen. Hier wurde eine im wahrsten Sinn des Wortes feuchte Party gefeiert. Zum Abschluss wurde dann noch ein Roadie ins Publikum befördert, der sich nicht schnell genug vor Spice (Vocals) in Sicherheit bringen konnte, bevor es mit "1919" den letzten Song des Abends gab. Mit viel Beifall dankten es ihnen die Fans.

EktomorfEs war schon kurz nach elf und damit gute 15 Minuten nach dem eigentlichen, regulären Setbeginn, als die Ungarn Ektomorf loslegten. Und ich muss eines vorweg gleich loswerden: So voll und so wild habe ich die ARGE noch nicht erlebt. Die Halle war voll, draußen dürfte sich keiner mehr befunden haben. Alle waren sie angetreten um dem ersten "Come on, jump everybody jump jump!" von Zoltan Farkas (Vocals, Guitars) Folge leisten zu können. Mit "Outcast" ging es dann mal gleich in die Vollen und die Halle kochte. "I Choke" folgte ohne große Pause und trieb damit die gefühlte Temperatur noch um ein paar Grad weiter nach oben. Man kann ja über Ektomorf denken was man will, live sind sie einfach eine Macht. Soweit ich mich erinnern kann, habe ich bislang noch nie einen schlechten Gig von ihnen erlebt. Und dieser Abend bildete da auch keine Ausnahme. "Ambush In The Night" und "Show Your Fist" stachelte die Fans weiter an, die wahlweise sprangen oder sich im vortrefflichen Moshpit vergnügten. Von Späßen der Vorbands blieben die Ungarn jedoch verschont, so dass sie sich ganz aufs Einheizen konzentrieren konnten. Und diesen Job erledigten sie mit Bravour, denn nicht nur vor der Bühne, auch auf derselbigen herrschte rege Bewegung. Da wurde gesprungen und gebangt, was das Zeug hielt. Da man sich jedoch schon arg im Verzug mit dem Zeitplan befand, musste der Gig kurzerhand um zwei Songs gekürzt werden, so dass auf einmal schon "I Know Them" durch die PA ballerte, bei dem die Meute noch einmal alles gab. Danach richtete Zoltan noch eine kurze Ansprache ans Volk, bei der es im Wesentlichen um "Fuck Nazis" und "every blood is red" ging, bevor es mit "Red I" zum finalen Showdown kam. Dieser Gig verging einfach wie im Flug, kaum waren sie da, schon sind sie wieder weg. Schade. Aber geil war's!!!!

Graveworm Normalerweise sollte die letzte Position im Billing ja die beste sein. Doch an diesem Abend erwies sich die Position als Schlusspunkt des Festivals als wenig förderlich. Zum einen konnte der Gig erst mit satten 20 Minuten Verspätung begonnen werden. Zum anderen wurde an einem pünktlichen Feierabend nicht gerüttelt, so dass Graveworm ihren Set erheblich kürzen mussten. Und wenn das noch nicht schlimm genug war, wurden die Reihen der Fans mehr als deutlich lichter. Da hatten wohl einige nach Ektomorf keine Puste mehr. Doch Graveworm verstanden es, noch das letzte bisschen Energie den Fans abzufordern mit ihren Songs "Legions Unleashed", "Dreaming Into Reality" und "Hateful Design". Zu einem letzten Pit ließen sich die verbliebenen Fans auch noch auffordern, auch wenn hier schon arge Ermüdungserscheinungen zu vermelden waren. Der Stimmung tat dies jedoch keinerlei Abbruch, denn das restliche Auditorium tat sein Bestes, um Graveworm anzufeuern, auch wenn manche Aufforderungen von Stefan Fiori (Vocals) etwas ins Leere gingen. Diejenigen, die die Halle schon vorzeitig verlassen hatten, kamen dann auch nicht mehr in den Genuss von zwei neuen Songs vom in Bälde (11.05.) via Nuclear Blast erscheinenden Album. Wenn der Rest des Albums das hält, was diese beiden flotten Nummern in Aussicht gestellt haben, dann bekommen wir es mit einem Hammer zu tun. Bei den Aufnahmen wurden Graveworm u.a. sogar durch Maurizio Iacono (Kataklysm) unterstützt. Aufgrund der arg reduzierten Spielzeit musste etwas Gas gegeben werden, so dass "Fear Of The Dark" noch um einen Zacken heftiger als auf Konserve geholzt wurde. Sehr zur Freude der Bangerschaft, die dabei kaum nachkam. Nach "(N)Utopia" bemerkte Stefan dann, dass die Halle sich langsam leeren würde, wurde aber mit einem selbstsicheren "Da hoate Kern is no daa!!!" aus den ersten Reihen davon überzeugt, dass dies keine Rolle spielt. Leider war dann jedoch pünktlich um ein Uhr Schicht im Schacht und ein Zugabe war auch nicht mehr drinnen, was mehr als schade war. Ein gelungenes Festival ging nun zu Ende. Lediglich Verzögerungen im Fahrplanablauf sollten nicht auf den Rücken der Bands ausgetragen werden.

Ray

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