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Konzert-Bericht

Disillusion, Winterdome, Symbolic & Carnival Creation

Paradox, Ingolstadt 09.11.2006

Nachdem das aktuelle Disillusion Album Gloria wohl für manch verwundertes Gesicht gesorgt haben dürfte und auch ich so meine Probleme mit dem neuen Material hatte, war ich umso gespannter, wie sich die Songs wohl live anhören würden. Und so war ich umso erfreuter, dass die Leipziger quasi vor meiner Haustüre Station machen und im Ingolstädter Paradox zum Tanze bitten. Mit auf die kleine Bühne des Kellerclubs durften die beiden Eichstätter Bands Carnival Creation und Symbolic sowie die Epic Metaller Winterdome.

Den Anfang machte die relativ unbekannte Eichstätter Band Carnival Creation. Dass die Jungs mit der Openerrolle nicht gerade die Massen mobilisieren können würden, war von vornherein klar. Dass der Bereich zwischen Bar und Bühne aber so leer bleiben würde und oft nicht einmal Höflichkeitsapplaus zu hören war, hatten sie nicht verdient. Zugegeben, der präsentierte Thrash/Death Misch war nicht gerade dazu geeignet, einen vom Hocker zu reißen, dafür bekam man einen engagierten Auftritt einer jungen Band zu sehen.
(JR)

Die relativ unbekannte Melodic Death Band Symbolic hatte ebenfalls etwas zu Unrecht mit dem nur bedingt vorhandenen Zuschauerinteresse zu kämpfen, was die Eichstätter jedoch nicht davon abhielt eine engagierte Leistung abzuliefern. Dass es sich hier um eine Melo Death Band handelt, weiß ich nur auf Grund des Eintrages in der Bandhomepage, Melodien waren beim Konzert eher weniger zu hören - teilweise fühlte ich mich eher an Bands aus dem klassischen Death Metal erinnert; die Assoziation mit Death auf der Bandpage kommt der Musik schon eher nahe. Alles in Allem nicht übel, aber auch nicht wirklich toll. Wie bei den anderen Bands war der Sound im Paradox zwar gewohnt breiig, dafür gab's diesmal im Unterschied zu früher keine störenden Piepser oder Pfeifen in der PA.
(Robert)

Halbzeit. Und damit Zeit für den Auftritt der Mittelalter-Schaukampf-Truppe Igni et Ferro. So betraten also ein paar seltsam gewandetet Gestalten den Raum und begannen in einem - zu diesem Zeitpunkt schon recht gut gefüllten Paradox - mit ihren Schwertkampfeinlagen. Das führte dann dazu, dass nicht wenige die Flucht ergriffen, da einfach kein Platz zum Ausweichen mehr war. Wer die Stellung hielt bekam eine mehr als überflüssige (und zudem langweilige) Show zu sehen, die in meinen Augen an dieser Stelle absolut nichts verloren hatte. Sind wir hier auf einem Metalkonzert oder einem zweitklassigen Mittelaltermarkt? Eben! Setzen, Sechs!
(JR)

Nach der Schaukampfeinlage kamen wir bei der nächsten Band aus dem Staunen nicht mehr heraus. Winterdome zeigten auf der eindrucksvoll geschmückten Bühne recht netten, epischen Gothic Metal im Stile eines Konzeptauftritts, das heißt man erzählte zwischen den einzelnen Songs eine zusammenhängende Fantasystory, die wiederum in den Liedern ausführlich weiter verarbeitet wurde. Positiv fielen der engagierte Sänger und die versierte Violinistin ins Auge (Ohr, wie auch immer). Gleichzeitig gewann man unglücklicherweise den Eindruck einer gewissen Langatmigkeit. Die Erzählparts gerieten teilweise überlang und raubten so dem Konzert ein bedeutendes Maß an Dynamik; zudem erschienen viele Songs ab und an recht ähnlich zu sein. Man kann keinesfalls abstreiten, dass in dem Auftritt ein großes Maß an Aufwand und Mühe investiert wurden, allerdings sollte man hier noch einmal den Kontrast von zwei Death Metal Bands, mittelalterlichem Schaukampf und Fantasy Metal sowie den Headlinern Disillusion herausstellen. Passt das zusammen? Nein, definitiv nicht. Im Gegenteil, dadurch dass der Auftritt überlang dauerte, begannen Disillusion erst um 00:00 Uhr ihren Auftritt, was für die Leute die mit dem Bus nach Hause dackeln durften umso ärgerlicher war, da sie zwangsläufig die Hälfte des Headlinerkonzert verpassen mussten. Danke noch mal hierfür...
(Robert)

Naja, für die eingetretene Verzögerung zeichneten sich nicht nur Winterdome verantwortlich - das muss man hier fairerweise erwähnen. Das Unheil nahm bereits kurz davor seinen Lauf. Und so dauerte es eine satte dreiviertel Stunde länger als ursprünglich vorgesehen, bis die Leipziger Disillusion mit "The Black Sea" in ihr Set einstiegen. Aber das Warten hat sich geloht, denn das war mal so richtig geil! Engagiert und mitreißend präsentierte sich das Trio und sorgte vom ersten Ton an für eine Mordsstimmung unter den vielleicht 40 Besuchern. Egal, ob nun die neuen Songs oder altes Material präsentiert wurde, vor der Bühne wurde gebangt, mitgegröhlt und der ein oder andere Minipit eröffnet. Als dann an dritter Stelle "Alone I Stand In Fire" angestimmt wurde, konnte auch der reservierteste Zuschauer nicht mehr stillstehen. Was auffiel, war der mittlerweile außergewöhnlich gute Sound im Paradox. Keine Rückkopplungen, keine brummenden Boxen, klar differierbare Instrumente... das war nicht immer so. Die Gitarren tönten richtig fett vor sich hin, die elektronischen Samples vom Band fügten sich nahtlos ein und Andys Gesang war jederzeit klar vernehmbar. Und so zockte sich die Band durch einen knapp 80minütigen, schweißtreibenden Auftritt, bei dem neben dem Gloriaalbum (bis auf zwei Songs wurden sie alle durch die PA gejagt) auch Back To Times Of Splendor großzügig bedacht wurde. Nach zwei Zugaben war dann Schluss und die Herren Schmidt, Barthel und Maluschka schleppten sich mit viel Applaus bedacht in die Umkleide.

Erschöpft aber zufrieden und mit der Gewissheit, dass das Gloriamaterial sich live als wahrer Brecher herausgestellt hat, ging es gegen dreiviertel zwei auch für mich nach Hause. Mit der Erinnerung an einen coolen Gig ließ sich dann auch der nächste Arbeitstag, der mit knapp 4,5 Stunden Schlaf angetreten wurde, leichter ertragen.
(JR)

Robert & JR

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