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Konzert-Bericht

Debauchery, Dead Emotions, Commander & Sheephead

Paradox, Ingolstadt 26.05.2006

So langsam aber sicher entwickelt sich das Cafe Paradox am Ingolstädter Klinikum zu einem kleinen, netten Heim für Undergroundkonzerte jeglicher Art. Auch an diesem Freitag stand mit Sad The Clown, Sheephead, Commander, Dead Emotions und Debauchery ein zünftiges Death Metal Paket auf der Speisekarte, welches uns an diesem verregneten Freitag aus unseren Wohnzimmern lockte. Durch unglückliche und von den Redakteuren nicht zu vertretende Umstände ging uns aber die erste Band vollständig durch die Lappen, da wir genau pünktlich zur ersten Umbaupause das Paradox betraten.
Langsam drängt sich mir der Verdacht auf, dass sich die Veranstalter im Bezug auf Einlass- und Anfangszeiten vom Backstage inspirieren lassen, war es doch nicht das erste Mal, dass es zu einer leichten Diskrepanz zwischen der angekündigten und der tatsächlichen Startzeit kam.
(JR)

Für uns begann der Abend folglich mit den Lokalmatadoren von Sheephead, die gleich von Beginn an mächtig Gas gaben. Wie zu erwarten nutzten die Jungs die Gelegenheit, ihr relativ neues Material von der Scheibe Damned In Their Cells ausgiebig live zu präsentieren.
Offensichtlich war ein erklecklicher Teil der jungen Zuschauer vor allem wegen den Schrobenhausenern gekommen, und sorgten für ausgezeichnete Stimmung, eine respektable Anzahl fleißiger Mattenschwinger vor der Bühne eingeschlossen. Für mich persönlich machten die neuen Songs live einen noch wesentlich besseren Eindruck als von CD, was unter anderem der professionellen und selbstbewussten Bühnenpräsenz der Jungs zuzuschreiben ist.
Ihr flotter melodischer Death Metal mit Elementen aus Hardcore, Black und anderen Metal Stilen kam zudem beim Publikum wirklich gut an, und ironischerweise war die Stimmung im Vergleich zu den nachfolgenden Gruppen irgendwie besser.
Doch wie es so kommt, blieben auch Sheephead an diesem Abend nicht von der mehr als dürftigen PA des Paradox verschont; einige unschöne Pfeiftöne untermalten ähnlich wie bei den nachfolgenden Bands das Konzert, konnten jedoch relativ schnell wieder aus dem Sound verbannt werden. Ein guter Auftritt, der für die Zukunft mehr erwarten lässt.
(Robert)

Danach war es Zeit für die Münchner Fraktion die Bühne zu betreten und so übernahmen Commander das Zepter und schickten sich an das Ingolstädter Publikum von ihren Qualitäten zu überzeugen. Beobachtete man die Reaktionen,schien ihnen dies auch von Anfang an zu gelingen. Zu den Songs des Debütalbums World's Destructive Domination ließen die vorderen Reihen fleißig die Haare kreisen. Auch weiter hinten bewegten sich die Köpfe im Takt auf und ab und nach jedem Song wurde brav und ausgiebig geklatscht.
Besonders angetan hatten es dem Publikum die schnellen Tracks wie "Modern Slavery" (das den Einstig in den Set markierte), "Save One's Own Hide" oder der vielseitige Titeltrack des Albums. Mit dem doomigen "Drowned In Sorrow" hatten so manche Zuschauer aber ihre Probleme. Scheinbar konnten sie ihre auf Rotation getrimmten Nackenmuskeln nicht schnell genug drosseln *g*. Auf der Bühne war im Gegensatz dazu zwar relativ wenig Bewegung, aber man sah den Münchnern die Spielfreude und Motivation regelrecht an. Knappe 45 Minuten dauerte der Spaß und es wurde nie langweilig. Ich für meinen Teil habe selten eine junge Band erlebt, die über die komplette Spielzeit Vollgas gibt und das Publikum mit ihrem kompromisslosen Death/Thrash Mix so mitreissen kann. Mit dieser engagierten Leistung haben die Jungs sicher den einen oder anderen Fan gewonnen sowie die eine oder andere CD verkauft. Ein Auftritt der Appetit auf mehr machte.
(JR)

Hier kamen dann die Freisinger Dead Emotions ins Spiel, die über ihre gesamte Spielzeit sehr bemüht waren, die von Commander hoch angesetzte Messlatte zu halten. Leider gelang ihnen das für meine Begriffe nicht so richtig. Ein Punkt dafür war sicher in der einsetzenden Völkerwanderung zu finden, die den Platz vor der Bühne doch merklich leerer werden ließ. So standen zur Mitte des Auftritts noch knapp 30 Nasen recht verloren im Raum herum. Eigentlich unfair, denn schlecht war das, was der Fünfer auf der Bühne zelebrierte nicht wirklich. Allerdings hinterließen die Songs, die irgendwo dem Death/Thrash/Hardcore Land entsprungen sind, bei mir einen etwas unausgegorenen Eindruck; fast als wüsste man nicht so recht, was man denn eigentlich machen wolle. Dies kann aber auch am doch sehr schwammigen Sound gelegen haben, denn das was hier eine dreiviertel Stunde durchs Paradox waberte, verdient kaum mehr die Bezeichnung Brei und stellte im Vergleich mit Commander einen recht rapiden Qualitätsverlust dar. Wenn aber schon die Musik nichts Berauschendes darstellte, so war doch der Auftritt sehenswert: der Bassist hüpfte über die Bühne, als hätte er ein Hummelnest im Arsch (oder Duracelbatterien - man weiß es nicht...) und von den Gitarristen waren zumeist nur die Haare zu sehen. Wie gesagt: sehens-, aber leider an diesem Abend mit diesem Sound nicht wirklich hörenswert.
(JR)

Headliner Debauchery erschienen somit zu später Stunde auf der Bühne, füllten jedoch den Raum davor endlich wieder mit Zuschauern. Die wild mit roter Farbe beschmierten Stuttgarter legten was die Setlist betrifft, vor allem einen Schwerpunkt auf das neue Album Torture Pit, das in der Presse recht ordentliche Kritiken ernten konnte. Was ihre Musik betrifft, handelt es sich um straighten, harten US-Death Metal der alten Schule, der teilweise Parallelen zu Six Feet Under erkennen lässt. Überwiegend schreiben die Jungs Songs im stampfenden Midtempo, die vor allem durch die hart gestimmten Gitarren an Biss gewinnen. Für die anwesenden Fans bot die Band ansprechendes Death Metal Futter, das fleißig abgefeiert wurde. Mir persönlich wurde die Musik zwar auf Dauer zu eintönig, den meisten Leuten hat es aber offensichtlich viel Spaß gemacht. So ließ man die Truppe nach einem energiegeladenen Gig nur ungern wieder ziehen.

Als Fazit des heutigen Abend könnte man mehrere Dinge fest stellen: Erstens wird der meist sehr mäßige Sound im Paradox auf Dauer unerträglich - schon das The Vision Bleak Konzert war auf Grund der dauernden Pfeifeinlagen alles andere als ein Genuss. Zweitens lockt das Paradox doch einiges an interessanten Bands in den Ingolstädter Norden; sollte man die bestehenden Probleme im Soundbereich abstellen können, würde das der Metalszene in Ingolstadt wirklich weiter helfen. Drittens wäre es für die Zukunft wirklich angebracht, sich an die angekündigten Einlasszeiten zu halten. Vielen Dank.
(Robert)

JR & Robert

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