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Festival-Bericht

No Mercy Festival

mit Cannibal Corpse, Kataklysm, Legion Of The Damned, Grimfist & Psycroptic

Backstage, München 17.04.2006

No Mercy - an diesem Abend wurden keine Gefangenen gemacht! Hier regierte der Knüppel aus dem Sack!

Schon um 19:00 Uhr war das Backstage leicht gefüllt. Die Stimmung war schon recht gut und Psycroptic sahen sich einem sehr wohlwollenden Publikum gegenüber, das ihnen für einen Openener schon einen recht herzlichen Empfang bereitete.

Als anschließend Grimfist die Bühne enterten war die Halle schon fast voll und das Publikum ließ sich nur allzu gerne von der norwegischen Dampfwalze mitreißen. Schlagwerker Christian Svendson prügelte wie einst "Animal" von der Muppet-Show auf sein Schlagzeug ein. Die ersten Moshpits wurden gebildet. Die ersten Stagediver zeigten sich auf der Bühne und das Publikum wurde immer wieder von Frediablo angepeitscht. Der riffbetonte Sound der Norweger kam gut an und Grimfist schien's richtig gut in Bavaria zu gefallen. Besonders das Bier hatte es ihnen angetan, so dass sie einen Song dem kühlen, blonden Stoff von Kaltenberg widmeten!

Anschließend wurde es etwas einfacher gestrickt. Die Niederländer von Legion Of The Damned (ex-Occult) spielten ein old-schooliges Thrash-Brett und dafür wurden sie vom Publikum begeistert empfangen. Immer wieder "Legion, Legion..."-Sprechchöre. Die Texte wurden zum Teil mitgegrölt und die Matten wurden kräftigst geschüttelt. Und zur Bandhymne "Legion Of The Damned" (Opener des aktuellen Albums Malevolent Rapture) wurden die Niederländer noch einmal richtig abgefeiert.

Dann wurde es langsam etwas beengt vor der Bühne, denn mit Kataklysm standen die heimlichen Headliner auf dem Programm. Die Jungs gingen ab wie Seuche und verstanden es, das Publikum mitzureißen. Kracher wie "Manipulator of Souls" und auch neuere Songs wie "Crippled and Broken" wussten zu überzeugen. Überall bildeten sich spontane Moshpits. Nahezu die komplette Halle gab alles was die Nackenmuskeln hergaben. Die Stagediver enterten die Bühne. Aber die Security sorgte dafür, dass sich kein Stagediver länger als drei Sekunden auf der Bühne aufhielt. Dieses Vorgehen schien Maurizio Iacono zu missfallen, so dass er spontan den nächsten Stagediver per Schulterschluss zu einer Runde Headbanging auf der Bühne einlud. Es war schon beeindruckend, welche Energie und Spielfreude die Band versprühte. Die abschließende Ankündigung noch in diesem Jahr für eine Headlinertour wieder in München vorbeizuschauen löste somit auch Begeisterung und Jubelstürme aus.

Dann war es soweit, die Knüppelkönige von Cannibal Corpse waren am Zug. Kein Intro, nicht lange rummachen, keine unnötigen Schnörkel. Die Mannen um George 'Corpsegrinder' Fisher kamen einfach auf die Bühne, schnallten sich ihre Instrumente um und legten los wie die Feuerwehr. Schon beim ersten Song war die vordere Hallenhälfte ein einziger Moshpit und die Bühnenpolizei hatte alle Hände voll damit zu tun die Stagediver wieder in den Pit zu befördern. Als anschließend eine etwas lange Pause folgte schien das keinen wirklich zu interessieren. Das von Kataklysm zuvor blendend aufgeheizte Publikum feierte die Death Metal Pioniere aus Florida. Als aber auch nach dem zweiten Song eine etwas seltsame Stille herrschte und der 'Corpsegrinder' mit einem Techniker diskutierte, wurde die Publikumsreaktion dann doch etwas zurückhaltender. Die Zurückhaltung wurde dann schnell wieder abgelegt als Fisher "...a song specially dedicated to all the women out here tonight... FUCKED WITH A KNIFE!!" anküdigte. Das Stück wurde frenetisch abgefeiert, Moshpit, Mitgrölen, Stagediving... das volle Programm. Aber auch im Anschluss daran gabs erst einmal eine kleine Pause. Die Band stand mit dem Rücken zum sichtlich verunsicherten Publikum. Was war denn dort los? So kam es nur noch zu verhaltenen Cannibal Corpse - Sprechchören. Einzig die Forderung nach "Hammer Smashed Face" bewegte dann einen Großteil des Publikums sich anzuschließen. Ich kann nicht verstehen wie man eine solch großartige Band nur auf ein einziges Lied reduzieren kann, aber das sei einmal dahingestellt. Jedenfalls schienen diese Sprechchöre nicht unbedingt zum Wohlbefinden der Band beizutragen. So nahm das Konzert dann seinen Lauf. Die Lieder an sich wurden allesamt sehr ordentlich gespielt, aber die Pausen zwischen den einzelnen Songs wurden nicht kürzer, es gab kaum Songansagen und langsam aber sicher leerte sich die Halle etwas. Den noch Anwesenden sah man auch langsam an, dass sie am Ende ihrer Kräfte waren. Aufforderungen eines Roadies(!) doch einen Zirkelpit zu starten, konnte nicht nachgekommen werden. Auch das Verteilen von Wasserflaschen half da nix mehr. Einzig Basser Alex Webster versuchte immer wieder das Publikum noch einmal anzustacheln. Aber die Pausen zwischen den Stücken waren zum Teil so lang, dass sich mitten im Set schon verhaltene "Zugabe, Zugabe"-Rufe ausmachen ließen. Als Fisher ankündigte nun das letzte Lied zu spielen, waren die Proteste leider auch nur noch eher verhalten. Jedoch hatte es dieses letzte Lied in sich, das lange geforderte "Hammer Smashed Face"!!! Und plötzlich war wieder Stimmung in der Bude. Als ob Lahme wieder gehen konnten. Auch der Teil des Publikums, der die letzten 4-5 Songs nur noch mit verschränkten Armen verbracht hatte, evtl. müde mit dem Kopf im Takt nickend, war nun wieder munter. Alle noch Anwesenden verwandelten die Halle nun in einen einzigen großen Moshpit. Davon angestachelt spielten Cannibal Corpse auch noch ein Stück zackiger. Einfach geil!!! Und jetzt machte es plötzlich auch der Band Spaß und ohne lange Pause wurden dann die Forderungen des wiedererwachten Publikums, nach einer Zugabe erhört und das geniale "Stripped, Raped And Strangled" gab den nun begeisterten Fans den Rest. Blendende Stimmung, die ganze Halle in Bewegung und ein samt Mikro plötzlich stagedivender Corpsegrinder. Danach war aber dann Schluss. Das Publikum feierte die Band noch eine zeitlang und alle schienen wieder zufrieden.

Wem der anschließende Schlangestehmarathon an der Garderobe nicht mehr die Stimmung verhagelte, und wem der plötzlich wiederkehrende Winterschnee nix anhaben konnte, der konnte mit dem Gefühl, ein sehr cooles Konzert erlebt zu haben, den verdienten Nachhauseweg antreten.

Kai Arens

Gast

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