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Konzert-Bericht

Bolt Thrower, Malevolent Creation, Nightrage & Necrophagist

Backstage, München 12.01.2006

(Fotogalerie)

Bolt Thrower sind eine Legende und das muss man sich auch eingestehen, wenn man die Band nicht mag. Seit über 20 Jahren ziehen sie konsequent ihre Linie durch und achten dabei immer auf Fannähe. Wo sonst hätte man vier hochkarätige internationale Bands für 15 Euro gesehen? Dementsprechend gerammelt voll war dann auch das Backstage an diesem Donnerstagabend...

Den Anfang in der zu diesem Zeitpunkt bereits sehr gut gefüllten Halle machten - aus mir völlig rätselhaften und nebulösen Gründen - die Frickeldeathmeister von Necrophagist. Warum gerade die auf den recht undankbaren Platz des Openers gerutscht sind und nicht Nightrage, die meiner bescheidenen Meinung nach nicht mal annähernd so viele Leute kennen, verschließt sich mir völlig. Davon ließ sich die Band aber zum Glück nicht beirren und zockte gewohnt wortkarg, gewohnt einwandfrei, aber mit ungewohntem Matschsound ihr halbstündiges Set runter. Und wieder ergab sich ein ähnliches Bild wie einen Monat zuvor im Titanic: viele Menschen vor der Bühne, viele staunende Gesichter, relativ wenig Bewegung. Dafür aber wieder ein (diesmal leider mit 30 Minuten sehr kurzes) Set mit Erinc Approved Favourites wie "To Breathe In A Casket", "Extreme Unction" und "Seven". Der bereits erwähnte, ziemlich mies abgemischte Sound dämpfte zwar die Stimmung etwas, aber geil war's trotzdem wieder. Jetzt braucht die Welt eigentlich nur noch eine Headlinertour mit anderthalb Stunden Necrophagistgeballer.
(Erinc)

Nach erfreulich kurzen 20 Minuten ging es auch schon weiter mit Nightrage. Mit ihrem melodischen Schweden Death Metal hatten sie es aber nicht leicht, das von Necrophagist vorgelegte Stimmungslevel von Anfang an zu halten. Doch nach relativ kurzer Zeit legte sich die anfängliche Scheu des sehr gut gefüllten Backstage und die Matten flogen lustig umher. Die Band tat ihren Beitrag dazu, die Fans anzuheizen, auf der Bühne war viel Bewegung zu vermelden. Allen voran Jimmie Strimell (Vocals), der die ganze Breite der Bühne nutzte. Dieser Brüllwürfel war wirklich ständig in Bewegung. Nur leider war Gus G. (Guitars) vom Pech verfolgt: erst hatte er Probleme mit der einen Klampfe, dann riss bei der zweiten auch gleich eine Saite. Doch davon unbeeindruckt zockte er routiniert den Set runter. Mit "Phantasma", "Reality Vs. Truth" und "At The Ends Of The Earth" hatte man auch ein paar gute Banger am Start, denen sich die Fans auch brav anschlossen. Vor dem letzten Song wurde zudem der Aufforderung "I want to see you fucking headbanging" energisch Folge geleistet, was sich auch in dem einzigen Moshpit bei Nightrage manifestierte. Nach einer halben Stunde war dann der Spaß vorbei.
(Ray)

Bereits im Vorfeld war klar, dass der Auftritt von Malevolent Creation in erster Linie Kult werden würde. Schliesslich hatte man nicht nur das Hammer-Lineup vom 94er Album Eternal wieder zusammengerauft (Phil Fasciana und Jon Rubin an der Gitarre, Dave Culross hinter der Schießbude und Jason Blachowicz, der nach diversen Späßen eigentlich für immer rausgeworfen wurde, am Bass), sondern auch noch Ex-Röhre Brett Hoffmann dazu rekrutiert. Die Realität sah enttäuschenderweise aber anders aus: kein Blachowicz (durfte wohl mal wieder nicht ausreisen) und kein Culross (angeblich wegen Unternehmungen seiner Baufirma in Atlantis, öhm, New Orleans). Machte aber nicht viel, der Ersatzdrummer war ähnlich flott wie Herr Culross und auch am Bass gab es keinerlei Schwierigkeiten.
Zu einem (wenn auch dezimierten) Kultlineup gehört natürlich auch eine kultige Retrosetlist und so startete die Band ihren Auftritt mit dem Opener des 92er Albums Retribution, "Eve Of The Apocalypse". Sofort bildete sich ein erwartungsgemäß intensiver Moshpit, der sich, mit kurzen Pausen, bis zum Ende behaupten konnte. Weniger gut behauptet hat sich jedoch Brett Hoffmann. Entweder wird der Mann einfach alt oder er hat es verlernt. Jedenfalls reichte seine Performance weder an die von Kyle Symons noch an seine eigene, frühere heran. Schade, schade, schade, die langgestreckten "uuuuuuaaaaaaaaaaaaaaaaah"-Laute der früheren Alben wird man seiner Kehle wohl nicht mehr entlocken können. Dafür war aber zumindest der Sound weitgehend in Ordnung.
Der versprochene Kultfaktor wurde bei weitem nicht erreicht, das Stillborn-Album mal wieder komplett ausgelassen, das Set war mit einer knappen Dreiviertelstunde viel zu kurz, Zugaben gab es auch keine. Unterhaltsam war es zwar trotzdem allemal, trotzdem war es vermutlich der schlechteste Auftritt, den ich von dieser Band verfolgt habe. Wobei schlecht bei Malevolent Creation immer relativ zu sehen ist, so richtig kacke werden die Jungs wohl nie.
(Erinc)

Dann war es endlich soweit, der britische Kampfpanzer Bolt Thrower, verstärkt durch Zurückkehrer Karl Willetts, kamen, sahen und siegten. Bereits beim Intro postierte sich Karl Willetts siegessicher hinter dem Mikro und man konnte ihm bereits jetzt ansehen, dass er mächtig Spaß in den Backen hatte, schließlich konnte er sein Dauergrinsen nicht verstecken. Dann ging es mit dem Opener des aktuellen Albums "At First Light" gleich in die Vollen, gefolgt von "Entrenched" ebenfalls von Those Once Loyal. Die Fans gaben nochmal alles und so wurden die ersten Lieder dazu benutzt, sich einen guten Platz zu erkämpfen, bevor der Moshpit eröffnet wurde.
Dann ging es erstmal ab in die Vergangenheit zum "World Eater" vom Realm Of Chaos Album (1989) bevor wieder aktuelles Material ("The Killchain") vertreten war. Die Fans waren total aus dem Häuschen und die ersten Surfer wagten sich in Richtung Bühne, sehr zum Vergnügen der Band und sehr zum Ärger der Security, die mal wieder etwas zu schnell und zu rüde zu Werke ging. Denn einem abspringenden Surfer braucht man nicht noch extra Schwung mit auf den Weg geben. Der Betreffende segelte daraufhin mehr als unsanft gen Hallenboden und zog sich dabei eine Platzwunde zu. Gute Besserung an dieser Stelle, Danni! Von diesem Zwischenfall bekam die Band natürlich nichts mit und feuerte eine Salve nach der anderen in Richtung Fans, wobei das Hauptaugenmerk klar auf den Songs von Those Once Loyal lag, angereichert durch die alten Klassiker. Dagegen wurde Honour – Valour – Pride mit kompletter Nichtbeachtung bestraft, da diese Scheibe ja noch von Dave Ingram eingeträllert wurde. Trotzdem hätte man zumindest einen Song davon in das Set aufnehmen können. Gegen Ende des Abends wurde dann das vielerwartete "The IVth Crusade" gebracht, das das Stimmungslevel noch einmal nach oben trieb, bevor erst mal Schluss war. Doch damit ließen sich die Fans nicht abspeisen und Bolt Thrower mussten noch für zwei Zugaben auf die Bühne zurück. Dann war allerdings wirklich Schluss eines geilen Konzertabends.
Als die Roadies bereits mit dem Abbau begonnen hatten, wurde dem Rollstuhlfahrer am Bühnenrand noch ein Drum-Fell, unterschrieben von der ganzen Band überreicht, der sich darüber verständlicher Weise wie ein Schnitzel gefreut hat. Sowas sieht man nicht alle Tage. Respekt!
Dennoch bleibt ein kleiner "fader" Beigeschmack: Bolt Thrower sind ja nun nicht ständig in unseren Breitengraden unterwegs und so hätten sich nicht wenig Konzertbesucher einen längeren Gig versprochen als die abgelieferten 60 Minuten, zumal die Briten ja über ausreichend Material verfügen. Da wäre eine Vorband weniger und dafür mehr Spielzeit für den Headliner durchaus sinnvoll gewesen. 60 Minuten waren einfach zu wenig...
(Ray)

Setlist Malevolent Creation (möglicherweise mit ein, zwei Verdrehern):
Eve Of The Apocalypse
Infernal Desire
Living In Fear
Malevolent Creation
Blood Brothers
Coronation Of Our Domain
Dead March
Preemptive Strike
The Will To Kill

Setlist Bolt Thrower:
At First Light
Entrenched
Mercenary
World Eater
Cenotaph
The Killchain
Powder Burns
Where Next To Conquer
Those Once Loyal
No Guts, No Glory
IVth Crusade
When Cannons Fade
---
For Victory

Ray & Erinc

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