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Konzert-Bericht

Vader, Rotting Christ, Anorexia Nervosa & Lost Soul

Titanic City, München 18.10.2005

Vader sind ja nicht nur für ihren ausgezeichneten Death Metal bekannt, sondern auch dafür, dass sie regelmäßig und oft die Bretter betreten, die für manche die Welt bedeuten. Diesmal machte der Tourtross im Münchener Titanic City Halt, um den Fans den Schmalz aus den Ohren zu bollern.
Mit im Gepäck waren noch drei weitere Bands, die die Bandbreite von Death und Black abdeckten. Doch bevor es losging, erst einmal durch das gut gefüllte Titanic City in Richtung Bar gedrängelt, damit auch ja der Flüssigkeitshaushalt geregelt bleibt. Mit einer äh... einem kühlen Blonden in der Hand lässt es sich auch besser aushalten bei den langsam ansteigenden Temperaturen.

Den Beginn machten die ebenfalls aus Polen stammenden Lost Soul, die mit dem Spruch "It's time for Death Metal!" nicht nur den Abend stilgerecht einläuteten, sondern damit auch dem Großteil der Fans aus der Seele sprachen und somit gleich punkten konnten. Bereits zu Beginn des halbstündigen Sets waren vereinzelte Banger am Bühnenrand zu sichten, deren Zahl sich im Laufe des Gigs noch steigerte. "World Of In" oder das langsame "Christian Meat" kam bei den Fans auch gut an, wobei der letztgenannte Song fatal an die Götter Morbid Angel erinnerten. Um diesen Eindruck auch noch zu untermalen gab's auch prompt ein Morbid Angel Cover. Aber egal, den Anwesenden gefiel es und so wurde jeder Song mit entsprechendem Beifall belohnt. Die beiden Herren am Bass und Gitarre hätten zwar etwas mehr Bewegung zeigen können, aber wenigstens schüttelten sie ihre Mähnen, wenn sie denn schon wie angewurzelt dastanden.
Nach knapp 30 Minuten war dann Schluss und Lost Soul hatten ihren Job gut gemacht, das war aus dem großen Beifall klar zu entnehmen.

Auf die Franzosen Anorexia Nervosa hatte ich mich persönlich am meisten gefreut, schließlich konnten mich die Jungs auf Platte sehr begeistern. Leider waren nicht alle meiner Meinung, wie sonst ist es zu erklären, dass bei diesem Gig relativ viel Platz vor der Bühne war. Mit "The Shining", dem Opener vom aktuellen Album, fing dann auch der Set an. Zwar schüttelte der Verfasser dieser Zeilen brav sein Haupthaar, doch nur wenige taten es ihm gleich. Das Hauptaugenmerk der Band lag klar auf dem aktuellen Longplayer, der mit mehreren Songs, u.a. "Worship Manifesto" und "Sister September" mehrfach gewürdigt wurde. Hreidmarr (Vox) versuchte ständig die Fans zu mehr Jubel und Bewegung zu animieren, doch blieben die Versuche relativ erfolglos. Die, die bangen wollten, taten dies bereits, alle anderen waren nur auf Betrachtung aus. Als einziger Black Metal Act hatten es die Jungs an diesem Abend wirklich schwer, mit ihrem bombastischen Black Metal (der etwas in Richtung Dimmu Borgir tendiert), bei den überwiegend Death Metal orientierten Fans zu punkten. Auch Mr. Bayle (Guitars) tat sein Bestes, bangte sich fast die Rübe von den Schultern, aber nur wenige ließen sich mitreißen. Das bereits genannte "Sister September" zeichnete dann den Schlusspunkt unter einen guten Gig, der mehr Beifall verdient hätte.

Der wenige Zuspruch bei den Franzosen ließ mich schon Böses erahnen. Doch als die Griechen Rotting Christ ihren Gig begannen, war es schlagartig voll im Titanic City. Was für eine Stimmung auf einmal. Überall nur Banger und hochgereckte Pommesgabeln. Da fiel einem doch fast das Bierchen aus der Hand. Die Jungs hatten sichtlich ihren Spaß auf der Bühne, Sakis (Vocals, Guitar) nutzte den recht wenigen Bewegungsspielraum vollständig aus, verstand es, die Fans weiter anzustacheln und ließ sich und die Band zu Recht feiern. Der Fan mit der mitgebrachten Griechenland-Flagge war auch überall zu sehen, mal hinten, mal vorne, und immer brav die Fahne schwenkend. Zwischen den Sprechchören war es leicht, mit Songs der Marke "In Domine Sathana" oder "Non Serviam" den Fans weiteres Futter um die Ohren zu donnern.
Der Set bildete einen gelungenen Querschnitt des bisherigen musikalischen Schaffens der Griechen, von alt bis neu war die Setlist gespickt. "Under The Name Of The Legion" vom Album Genesis bildete dann den glorreichen Schlusspunkt, der in tosendem Beifall endete. Selten habe ich die Jungs so tight gesehen. Geiler Gig!!!

Es war kurz nach elf Uhr, als der Headliner Vader ihren Set begannen. Mit einem sympathischen "Bayern, wie geht's?" hatte Peter (Vocals, Guitars) sofort die Stimmung auf seiner Seite. Zwar waren noch zu Beginn des Sets Probleme mit den Monitor Boxen allgegenwärtig, aber die wurden kurzfristig behoben. Auch hier zeigten die Polen eine Reise quer durch die musikalische Vergangenheit, von frühen Krachern der Marke "The Crucified Ones" über "Silent Empire" bis hin zu neuen Songs wie u.a. "Dark Transmission" war alles vertreten um sich amtlich die Birne abschrauben zu lassen. Während Peter meistens mit dem Mikro beschäftigt war, zerlegten Mauser (Guitar) und Novy (Bass) langsam aber sicher ihre Nackenmuskeln, die auf Dauerbetrieb standen. Das viele Touren und die unzähligen Auftritte haben Vader zu einer starken und schon fast routinierten Liveband gemacht.
Wie ich kurz vor dem Gig jedoch erspähen konnte, war noch eine lange Busfahrt zum nächsten Auftrittsort Prag angedacht. So erklärt sich die kurze Spielzeit für einen Headliner von gerade einmal 50 Minuten. Analog der Begrüßung war nach einem knappen "Danke Bayern" Schluss mit lustig. Doch damit ließen sich die Fans nicht abspeisen, Vader mussten noch mal ran und mit dem Slayer Cover "Raining Blood", brutalst runtergeholzt, wurde dann der Schlussstrich gezogen unter einen Abend amtlicher Vollbedienung. Den Fans gefiel's und auch nachdem die Crew mit dem Abbau begonnen hatte waren noch Vader Sprechchöre zu vernehmen.

Ray

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