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Interview mit Mosfet (11.02.2012)

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Die Alpenrepublik Österreich war bislang nicht als Nährboden guten Thrash Metals bekannt. Mit der Band Mosfet könnte sich dies allerdings schnell ändern. Denn mit Deathlike Thrash'n' Roll haben die Jungs aus dem oberösterreichischen Marchtrenk nun ihren lauten und aggressiven Beitrag zum Genre geleistet, der sicherlich so manchen Kuttenträger begeistern dürfte. Bassist Patrick Schmuck stellt uns daher Band und Album vor uns gibt uns manchen Einblick in die teils doch ganz schön skurrilen Texte, die auf Deathlike Thrash'n'Roll Vertonung fanden.

HH: Ein fröhliches Hallo und beste Grüße aus dem Freistaat! Also zuallererst muss ich dich mal nach der Bedeutung eures Bandnamens fragen. Bei meiner Suche im Netz bin ich nur auf so ein Teil gestoßen - so eine Art Halbleiter-Transistor-Was-Weiß-Ich, der mittels hochtechnischem Kauderwelsch umschrieben wird. Ist das Ding euer Namensgeber?

Patrick: Technisch gesehen stimmt das. Aber bei unserem Namen geht's hauptsächlich darum, sich ein bisschen abzugrenzen. Wir wollten keinen genretypischen Namen, weil man damit mittlerweile in der Masse der Metalbands untergeht. "Mosfet" ist (bis jetzt) in unserem Genre einzigartig und deshalb bleibt der Name auch besser bei den Leuten hängen.

HH: Deathlike Thrash'n'Roll ist zwar erst euer zweites Album, die Band Mosfet gibt es aber schon seit ca. neun Jahren, wenn ich richtig informiert bin. Was waren denn deine Highlights im bisherigen Werdegang der Band? Du weißt schon: Festivals, Musiker-Bekanntschaften, willige Groupies...

Patrick: Wo soll ich da nur anfangen? Es gab schon einige Highlights. Eigentlich ist jeder Auftritt auf seine eigene Art und Weise ein Highlight. Natürlich sind dann die richtig großen Konzerte, wie zum Beispiel mit Heaven Shall Burn im Posthof, Metal Invasion mit Bolt Thrower, usw. wo wir wieder zu 15-jährigen Jungs werden: mit den eigenen Idolen zu spielen ist einfach ein geiles Erlebnis. Vor allem mit den Herrschaften dann nach der Show backstage Bier zu trinken. Es gibt natürlich nicht nur live Highlights. Für uns war es genauso wichtig und aufregend die beiden Alben Sickness Of Memory und Deathlike Thrash'n'Roll zu produzieren und releasen. Fotoshootings und Videodrehs sind außerdem immer interessante Erfahrungen, die Spaß machen.

HH: Bei Deathlike Thrash'n'Roll ist der Titel Programm, wobei ich da schon ganz klar den Schwerpunkt auf Thrash Metal legen würde. Was sind denn deine 80er-Idole in dem Genre, von denen du selbst sagen würdest, dass sie die Band auf ihrem bisherigen Weg beeinflusst und vielleicht sogar geprägt haben?

Patrick: Naja, im Grunde hat jeder von uns fünf seinen eigenen Geschmack, quer durch die Bank, und auch nicht nur die knallharten Genres. Aber was wir alle gemeinsam haben ist die Vorliebe für den Thrash Metal. Bands wie Slayer, Coroner, Sodom, Tankard und Co. gefallen uns allen.
Wir versuchen von all unseren Favoriten ein bisschen was in unsere Songs einfließen zu lassen, egal ob die Band Thrash-, Death-, Doom- oder Black-Metal spielt oder aus der Urzeit des Metal stammt, wie Black Sabbath, CCR oder Thin Lizzy.

HH: Und wie sähen deine Top drei aus? Also die drei besten Alben des Genres?

Patrick:
Coroner - Punishment Of Decandence
Slayer - Seasons In The Abyss
Kreator - Coma of Souls

HH: Ich habe euch im Review mit der Band Legion Of The Damned verglichen, die ja in den letzten Jahren ganz ordentlich durchstarten konnten. Kannst du mit so einem Vergleich leben? Wie gefallen dir deren Alben?

Patrick: Klar. Danke für den Vergleich. Legion of the Damned machen geilen Thrash. Ohne Kompromisse und immer Vollgas. Läuft bei uns regelmäßig im CD-Player. Um die vorletzte Frage noch zu ergänzen: wir hatten auch mit LOTD schon des Öfteren die Ehre, echt nette Jungs.

HH: Zurück zu Deathlike Thrash'n'Roll. Es ist zwar echt nicht einfach, bei dem Album einzelne Songs herauszupicken - ich finde die alle ziemlich geil - aber wenn ich müsste, dann würde ich doch die Nummer "Tales Of A Diarrhoea Werewolf" nennen, die ich einfach vom Aufbau her am spannendsten finde. Aber mal im Ernst: wie kommt man denn auf 'nen "Scheiß"-Titel? Bei der Morgentoilette? Und wovon handelt ein Stück mit so einem Titel??

Patrick: Nicht nur die Morgentoilette, nein auch die teilweise langen Fahrten zu den Gigs, lassen immer wieder dieses Thema aufkommen. Der Text ergab sich wohl aus einem Traum, kombiniert mit einer Klo-Session am Tag danach und dem Gequatsche im Bus. Das Lied handelt von einem Werwolf, der seinen Darmwinden regelmäßig freien Lauf lässt und mit seinem Durchfall auch noch im High-Speed-Tempo die Gärten der Nachbarschaft düngt. Und das auch noch kostenlos! Also so einen Wolf muss man erst mal finden. Ha ha. Die Struktur des Songs sollte schnell und reitend sein, als ob man tatsächlich in einer Vollmondnacht auf einem durchgeknallten Werwolf durch die Vorgärten sprintet und die Menschheit mit freiem Dünger beglückt! Alles in allem fast schon eine Ode an die Scheiße! Haha

HH: Neben dieser lyrischen Perle gibt es auf der CD noch einige andere Kandidaten, die doch so manches Fragezeichen aufwerfen: "Angel's Piss & Devil's Jism" oder "Beauty And The Necrophiliac" beispielsweise. Alles nur Gaudi und Verkaufsmasche oder stecken da tatsächlich ernsthaft Gedanken dahinter?

Patrick: Das ist ein wenig unterschiedlich. Der Song "Angel's Piss & Devil's Jism" erzählt eine Geschichte, die ja eigentlich gar nicht so weit hergeholt ist. Wer kennt es nicht, am Morgen einer durchzechten Nacht aufzuwachen und mal festzustellen sich an nichts mehr erinnern zu können!? Sich zu fühlen wie eine Fußmatte vor der Haustür auf der sich Nachbars Lumpi ausgekotzt hat, aber man trotzdem irgendwie ein Gefühl der Befriedigung verspürt. Im Gegensatz dazu ist "Beauty And The Necrophiliac" etwas düsterer und melancholischer angehaucht. Der Song stammt auch noch aus der Zeit von Sickness Of Memory, unserem Debütalbum. Diese Phase des Songwritings und der lyrischen Botschaften waren damals noch sehr dunkel und sehr an das Thrash/Death-Klischee gebunden. Aber wir hatten mit der Zeit genug von "Tod und Verderben". Bei den meisten Metalbands beschränken sich die Texte auf diese morbiden Themen. Wenn's zur Band passt ist das auch völlig in Ordnung. Bei Deathlike Thrash'n'Roll wollten wir aber so authentisch wie möglich rüberkommen, deshalb auch die teilweise "metaluntypischen" Texte. Wir befassen uns in unserer Freizeit nicht mit Okkultismus oder dergleichen, sondern mit Dingen die uns einfach Spaß machen.

HH: Und was versteht ihr dann unter einem Rockaholic, so ja auch einer eurer Titel? Das ist doch dann bestimmt auch auf eure Freizeit bezogen, nehme ich an...

Patrick: Der "Rockaholic" steht für eines der Ziele die wir uns gesteckt haben. Klar, vielleicht nicht wort-wörtlich, aber dennoch erstrebenswert. Er erzählt uns wie es ist ein Leben mit der Musik zu führen, ganz nach dem Motto: "drink, wank, rock, fuck", und das tagein tagaus. Im Moment sind wir sozusagen Teilzeit-Rockaholics, möchten dies aber in Zukunft auf die volle Zeit unseres Daseins ausbauen. Denn wie bei jedem Ziel gilt auch dieses erreicht zu werden. Es ist zwar noch in einiger Entfernung, wir haben es aber schon vor Augen.

HH: Dorthin ist es vermutlich wirklich noch ein langer Weg, denn die glorreiche Zeit der 80er, in der so manche Band mit Thrash Metal richtig Geld verdienen konnte, ist ja nun schon längst passe. Zwar steht Thrash momentan wieder hoch im Kurs, aber die Zeiten sind trotzdem ganz andere. Ich denke heute kann eine Band in diesem Metier kaum so groß werden wie damals. Mal abgesehen davon, von der Musik leben zu können - gibt es noch irgendwelche Ziele, die du mit Mosfet gerne erreichen würdest? Wie groß wollt ihr mit Mosfet werden?

Patrick: Wir wollen in erster Linie Musik machen, dennoch arbeiten wir hart daran weiter zu kommen. Wir setzen uns immer kleine Ziele und sobald die erreicht sind geht es zum nächsten. Man lernt zum Glück immer dazu. So konnten wir bei Deathlike Thrash'n'Roll schon ganz anders arbeiten wie noch der Sickness Of Memory. Ein großer Dank geht hier gleich einmal an unseren Produzenten Martin Zeller. Er hat uns nicht nur im Recording-Prozess begleitet, sondern auch schon zuvor und gibt uns nach wie vor wichtige Tipps und Infos.

HH: Wie steht's mit Live-Promotion für Deathlike Thrash'n'Roll? Schon irgendwelche Aktivitäten für 2012 geplant?

Patrick: Live stehen dieses Jahr schon das Raise The Roof Festival und die Walpurgis Metal Days au dem Programm sowie ein paar einzelne Shows. Wir sind aber guter Dinge, dass da noch mehr kommt. Es gibt einfach nichts Geileres als live zu spielen. Gleich mal ein Aufruf an alle Veranstalter...

HH: Ich hoffe ich bekomme auch die Möglichkeit, euch mal auf der Bühne zu sehen und bedanke mich für das Interview. Wenn du noch eine Botschaft an unsere werten Leser hast, kannst du sie nun gerne loswerden.

Patrick: Danke auch! Und an alle Leute da draußen: testet unser neues Album Deathlike Thrash'n'Roll an, ihr werdet es nicht bereuen! Hell Yeah!

Dagger

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