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Interview

English VersionInterview mit Orange Goblin (06.02.2012)

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Logo Orange Goblin

Mit A Eulogy For The Damned haben die Briten von Orange Goblin ein bärenstarkes Album an den Start gebracht, das ihre Fans mit Sicherheit nicht enttäuschen wird. Heavyhardes sprach mit Gitarrist Joe Hoare, der uns über die Hintergründe des Album erzählte, aber auch davon, was ihm als Musiker am wichtigsten ist, was sein größter Wunsch fürs neue Jahr wäre oder aber wie man am besten ein alternatives Weihnachtsfest feiert...

HH: Als erstes möchte ich dir zu euerem siebenten Studioalbum A Eulogy For The Damned gratulieren. Wie sind bislang die Reaktionen von Fans, Presse oder Bekannten auf das neue Material? Bist du bislang mit dem Feedback zufrieden?

Joe: Vielen Dank. Das Feedback bis jetzt ist großartig. Die Leute und Freunde, die das Album bisher gehört haben, schienen es wirklich zu lieben, obwohl es nicht vor dem 13. Februar herauskommt. Daher wird der eigentliche Test wohl sein, ob die Fans es mögen werden. Aber im Ernst, wir sind wirklich glücklich mit dem Endprodukt. Es war wirklich ein großer Spaß, das Album aufzunehmen und wir glauben, dass es die Energie und die Leidenschaft, die wir auf es verwendet haben, wirklich wiedergibt. Und ich bin auch ziemlich zuversichtlich, dass die Fans es ebenso mögen werden.

HH: Ihr habt ein ganz besonderes Datum für die Veröffentlichung von Eulogy gewählt. Würdest du unseren Lesern bitte erzählen, was am 13. Februar 2012 so besonders ist und warum ihr diesen Tag ausgewählt habt?

Joe: Nun, das was der Tag, an dem Black Sabbath ihr erstes Album im Jahr 1970 veröffentlicht haben. Uns wurde eine Liste möglicher Daten gegeben, von denen wir eines auswählen konnten für das Album-Release und der 13. Februar war eines davon. Natürlich mussten wir diesen Termin nehmen! Wir haben ja alle sehr unterschiedliche musikalische Einflüsse in der Band, aber Sabbath ist der eine, der uns wirklich alle zusammen bringt. Wir feiern diesen Tag immer jedes Jahr, als wäre es Weihnachten. So verrückt sind wir nach Black Sabbath! Es kam wirklich kein anderer Termin in Frage.

Bandfoto von Orange Goblin

HH: Was denkst du über Black Sabbath von heute, die Re-Union mit Ozzy und die kommende Tour in diesem Jahr?

Joe: Ich denke, das ist eine großartige Sache. Viele Leute scheinen sich darüber Sorgen zu machen und sagen, dass Ozzy nicht wirklich hinter der Sache steht und dass es nur darum geht, viel Geld zu machen. Wen kümmerts? Diese vier Typen hatten so eine große Wirkung auf die Szene und haben konstant großartige Musik gemacht, die letzten 42 Jahre. Die Chance, sie alle wieder zusammen zu sehen und das sie vielleicht sogar ein Album aufnehmen, ist für mich genauso gut wie ein Zusammenkommen der Beatles!

HH: Hast du dir schon ein Ticket gekauft für eine Show irgendwo in deiner Gegend?

Joe: Nein, bis jetzt habe ich noch kein Ticket. Ich denke, dass ich immer noch hoffe, dass sie uns fragen, ob wir sie supporten. Nun, man darf ja wohl noch träumen oder nicht?

HH: Na klar! Black Sabbath wird immer ein Thema sein, über das Metalheads viel zu reden haben. Aber nun wollen wir ein wenig über Orange Goblin plaudern. Wenn man seit etwa 16 Jahren Musik macht, dann hat man natürlich einen gewissen Ruf und auch eine Fanbasis. Was erwartet sich die Band heute, wenn sie ein neues Album herausbringt? Du weißt schon, so was wie mehr Einheiten zu verkaufen als vom letzten Album, neue Fans oder die Möglichkeit, die Tür zu einem besonderen Event zu öffnen...

Joe: Das mag vielleicht abgedroschen klingen, aber tatsächlich war unsere Priorität immer nur das zu genießen, was wir machen und uns nicht darum zu kümmern wie viel Geld wir damit verdienen oder wie groß wir einmal werden. Wir haben die Band wirklich nur gestartet, weil wir damals alle arbeitslos waren, uns die ganze Zeit gelangweilt haben und in den Augen der Mädels cool sein wollten. Aber um ehrlich zu sein, das hat nicht wirklich hingehauen. Im Prinzip hat sich in den letzten Jahren kaum was verändert. Heute haben wir lediglich ein paar von diesen Diva-Anforderungen, wie gutes Bier, Whisky oder Wein in unserem Tourbus, aber nicht viel mehr. Wir haben heute wirklich einen loyalen Haufen Fans, die uns unterstützen, und solange die zufrieden sind, sind wir es auch.

Cover von Orange Goblins A Eulogy For The Damned

HH: Ehe wir uns mit den Songs und der Musik befassen, lass uns noch kurz über das Albumcover reden, welches meiner Meinung nach ein echter Eyecatcher geworden ist. Wer ist der Künstler und was ist die Idee hinter dem Motiv, das etliche Dämonen zeigt, wie sie ein halbnacktes Paar auseinander ziehen?

Joe: Der Künstler ist ein guter Freund von uns. Er heißt Jimbob Isaac und wir sind wirklich glücklich damit, wie das Cover geworden ist. Wir wollten von Ihm, dass er für uns ein Bild zeichnet, das die verschiedenen Aspekte und Texte der Songs des Albums einfängt und miteinander kombiniert. Das Hauptthema stammt aus dem ersten Track "Red Tide Rising", welcher auf einer Geschichte von H.P. Lovecraft über die Auferstehung mythologischer Kreaturen aus dem Meer und deren Übernahme der Welt basiert. Aber es gibt natürlich noch eine ganze Reihe andere Sachen, die da passieren. Man muss sich nur durch die Songtexte lesen, um herauszufinden, was noch alles in dem Artwork steckt.

HH: Also habt ihr dem Zeichner einige Wünsche bezüglich des Inhalts gegeben oder habt ihr ihn eure Musik anhören lassen...

Joe: Ein bisschen von beidem. Wir wussten von seiner früheren Arbeit, wie gut er ist, und so haben wir ihm nur die grundsätzliche Idee an die Hand gegeben und haben ihn machen lassen. Jimbob hat in der Vergangenheit einige großartige Arbeiten für andere Bands gemacht, für Clutch zum Beispiel. Das ist wirklich wert, es sich einmal anzusehen!

HH: Euer neues Zuhause heißt Candlelight Records, ein Label, das normalerweise dafür bekannt ist, Bands aus dem Death und Black Metal unter Vertrag zu nehmen. Wie seid ihr zu denen gekommen? Und wart ihr nicht ein wenig skeptisch, bei einem Label unter Vertrag zu sein, dessen Klientel sich gewöhnlich Bands wie Emperor, Obituary oder 1349 reinzieht?

Joe: Nein, nicht wirklich. Ich denke, es ist eine gute Sache bei einem Label zu sein, bei dem es viele verschiedene Ausrichtungen gibt. Vergiss nicht, C.O.C und Crowbar sind dort ebenso zuhause. Es ist also wirklich ein gemischtes Paket. Wir wurden von Candlelight vor einigen Jahren kontaktiert und unter Vertrag genommen und wir waren unglaublich glücklich, dass sie auch bereit waren so lange auf uns zu warten, bis wir all unseren Scheiß beisammen hatten und endlich ein neues Album aufnehmen konnten. Sie haben uns bisher sehr unterstützt. Ich glaube es war ein guter Schritt zu Candlelight zu gehen und ich hoffe, dass wir auch lange zusammen arbeiten werden.

HH: Wenn man sich eure neuen Songs anhört, könnte man spontan und oberflächlich betrachtet natürlich von Stoner Rock sprechen, aber natürlich sind da noch viel mehr Facetten in eurer Arbeit. Was für eine Mucke bevorzugen die Musiker von Orange Goblin heutzutage - du weißt schon, was ihr so in eurer Freizeit hört und was vielleicht auch eure Arbeit beeinflusst? Du hast am Anfang schon erwähnt, dass die Interessen in der Band da doch recht unterschiedlich sind...

Joe: Absolut. Abgesehen von den offensichtlichen Sabbath- und Zeppelin-Einflüssen stehen wir alle auf ziemlich unterschiedliche Musik. Chris hat eher einen Punk-Background und hört Bands wie Fugazi und Black Flag. Martyn dagegen ist mehr der Iron Maiden und Classic Metal Fan. Ich höre gerne Blues und 70er Rock und Ben..., ja der hört tatsächlich so ziemlich alles an. Ich denke, einer der Gründe, warum es uns noch gibt, ist, dass es keine Regel gibt, wie wir uns anzuhören haben oder wie wir nicht klingen dürfen. Solange die Vibes in Ordnung sind, ist alles o.k.!

HH: In deinen eigenen Worten: was sagst du einem langjährigen Goblin-Fan erwartet ihn auf Eulogy? Und was sagst du einem Typen, der bislang noch nie von Orange Goblin gehört hat?

Joe: Es ist für jeden etwas dabei. Wir wollten ein Album schreiben, das wirklich die Stile aller vorgehenden sechs Alben aufgreift, und ich denke, das ist uns auch gelungen. All unsere vorherigen Alben haben eines gemeinsam, wenn auch unabsichtlich, nämlich dass ein jedes komplett anders klingt als sein Vorgänger. Time Travelling Blues beispielsweise hat dieses bluesige Feeling, wohingegen Healing Through Fire viel mehr Metal ist. Dieses hier ist nun also ein echter Mix. Auch die Songstrukturen sind differenzierter und es wurde viel mehr Arbeit darauf verwendet, dass es so groß und laut wie möglich klingt. Und an denjenigen, der von uns noch nichts gehört hat: Wenn du auf lauten, haarigen und besoffenen Rock'n'Roll stehst, dann sind wir deine Jungs!

HH: Gibt es einen speziellen Song auf Eulogy, den du diesem Typen empfehlen würdest, der ihm hilft, mit eurer Musik warm zu werden?

Joe: Das wäre die erste Nummer "Red Tide Rising", die ein ziemlich typischer Goblin-Song ist. Das ist auch unsere erste Single und wir haben gerade ein Video dazu abgedreht. Also haltet die Augen danach offen.

HH: Welche Ereignisse in deinem Alltag würdest du einen Einfluss oder Anreiz nennen für das Komponieren von Songs der das Schreiben der Lyrics?

Bandfoto von Orange Goblin

Joe: Die meisten von Bens Texten kommen aus Filmen oder Büchern, die er gerade liest. Ben hat eine große Filmesammlung und ein wirklich einfallsreiches Gehirn. Die halbe Zeit über habe ich wirklich keine Ahnung worüber er gerade schreibt. Aber ich mag alle seine Texte und er gibt auch wirklich 100% für jeden einzelnen Song. Was die Musik angeht - nun, Chris, Martyn und ich kommen meistens mit einer Handvoll Riffs und dann geht es eigentlich nur noch darum, die alle irgendwie zusammenzubasteln, bis es passt. So einfach ist das, wirklich!

HH: Neulich warf ich einen Blick auf eure Homepage, wo ich die Daten und Orte eurer bevorstehenden England-Tour einsehen konnte. Leider konnte ich kein einziges Konzert oder Festival entdecken, das ihr 2012 für Deutschland geplant habt - sicherlich ein Versehen, oder? Aber im Ernst: ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich den Namen Orange Goblin zuletzt in Billing eines Konzerts oder Festivals hierzulande gelesen habe...

Joe: Ja, das ist tatsächlich ein Versehen! Wir wurden gebucht, um auf dem Metalfest Open Air in Dessau am ersten Juni zu spielen, dann auf der Loreley am achten Juni und schließlich auf dem Stoned From The Underground Festival in Erfurt am 17 Juli. Ich hoffe, ich sehe euch alle da!

HH: Hast du so etwas wie eine Wunschliste was Veranstaltungsorte, Festivals oder andere Bands, die ihr gerne supporten möchtet, anbelangt?

Joe: Nun, mal abgesehen von Sabbath wäre wohl Led Zeppelin die Band, mit der ich am liebsten mal die Bühne teilen würde. Was die Orte anbelangt, stehe ich mehr auf diese kleinen, schwitzigen Clubs, um ehrlich zu sein. Große Veranstaltungsorte sind auch super, aber eben auch sehr unpersönlich, weil man soweit von der Menge weg ist. Aber gerade der möchte ich so nahe wie möglich sein! Eine Goblin-Show sollte eher eine Party sein als irgendetwas anderes!

HH: O.K., wir kommen zum Ende. Eine Frage hab ich noch, dann hast du's geschafft. Und die Frage lautet: gibt es irgendeine Frage betreffend A Eulogy For The Damned oder Orange Goblin im Allgemeinen, die du gerne von mir oder irgendeinem anderen Zeitungsmenschen gehört hättest, aber leider noch nie hast?

Joe: Ha ha, danke! Die Frage lautet: Ich würde dir gerne anbieten, als Haupt-Support auf der kommenden Black Sabbath Tour zu spielen - nimmst du an?

HH: Ich würde dir gerne anbieten, als Haupt-Support auf der kommenden Black Sabbath Tour zu spielen - nimmst du an? Ha ha

Joe: Yesss!!!

HH: Ha ha, Ich hoffe, dir hat das Interview ein bisschen gefallen. Ich wünsche euch das Beste für 2012 und hoffe, euch dann auch mal live auf der Bühne zu sehen!

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