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Interview

English VersionInterview mit God Dethroned (19.11.2010)

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Nach dem genialen Auftritt beim Helion-Festival und dem furiosen Album Under The Sign Of The Iron Cross war es schon fast Ehrensache, die holländische Death-Metal-Institution God Dethroned auch für ein kleines Interview zu kontaktieren. Bandchef Henri Sattler nahm sich meiner an und gab einige Einblicke hinter die Kulisse des neuen Epos, in dem sich die Band musikalisch neu ausgelotet hat.

God Dethroned

HH: Hey Henri! Beste Grüße aus Bayern! Euer neues Album Under The Sign Of The Iron Cross ist in den Startlöchern - bist du da so ein bisschen nervös kurz vor der Veröffentlichung?

Henri: Es ist immer eine aufregende Sache herauszufinden, was die Leute über unser neues Album denken, aber im Großen und Ganzen war das Feedback bisher wirklich gut, deswegen sind wir auch ganz glücklich. Natürlich wird das Album für einige Leute zu extrem sein, aber sogar das fassen wir als Kompliment auf.

HH: Als ich einen ersten Blick auf das Albumcover geworfen habe, ist mir gleich aufgefallen, dass ihr euer altes Bandlogo wieder ausgegraben habt. Gab es einen speziellen Grund dafür?

Henri: Wir fanden es ganz cool, das alte Logo wieder zu verwenden, aber dann wurde uns von Metal Blade geraten, es nicht zu nehmen, weil sie glauben, dass unser reguläres Logo ausdrucksstärker usw. ist. Aber dann haben sie selbst einen Fehler gemacht, indem sie für die Presseinformation ein Albumcover mit dem falschen Logo verschickten. Und nun glaubt jeder, wir verwenden das alte Logo, was eigentlich gar nicht der Fall ist.

HH: Nach Passiondale veröffentlicht ihr nun schon das zweite Konzept-Album über den ersten Weltkrieg. Was macht diesen Krieg so faszinierend, um ihm zwei Alben zu widmen?

Henri: Es ist ein sehr faszinierender Krieg. Die Leute wissen nur sehr wenig über ihn und die Thematik wurde von anderen Bands noch nicht besonders oft aufgegriffen. Das gibt mir mehr Freiraum Texte zu schreiben, ohne dass ich mir darüber Sorgen machen muss, ob andere Bands diese Idee auch schon verwendet haben. Außerdem waren die Fans so begeistert von Passiondale, dass es für mich ein Auslöser war, das Thema noch einmal zu verwenden.

HH: Ich habe zwar das Booklet des neuen Albums noch nicht gesehen, aber für die Promo-Fotos von Passiondale war die Band in alte Uniformen gekleidet. Machst du dir keine Sorgen, dass Leute, die sich nicht mit deinen Texten beschäftigen, das falsch verstehen und als eine Art Verherrlichung interpretieren könnten?

Henri: Engstirnige Leute könnten das möglicherweise tun, aber bei Passiondale ist das nicht passiert, daher erwarte ich auch nicht, dass es bei Under The Sign Of The Iron Cross passieren wird.

HH: Der erste Weltkrieg ist ein weites Feld an Schauplätzen, Ereignissen und Geschichten. Hat die Veröffentlichung eine Art Themenschwerpunkt? Du weißt schon, so etwas wie den Seekrieg oder irgendeine besondere Schlacht?

Henri: Die Texte auf dem Album handeln vom Schlieffenplan, von der Schlacht von Verdun und vom Roten Baron, um nur einige Themen zu nennen. Aber das meiste basiert auf Ernst Jüngers Buch "In Stahlgewittern", das sein persönliches Tagebuch über das tägliche Leben in den Schützengräben während des Krieges darstellt. Ein wirklich beeindruckendes Buch, das mir allerhand Inspirationen gegeben hat.

HH: Der Song "Storm Of Steel" ist ja auch diesem Buch gewidmet. Vielleicht erzählst du noch ein wenig darüber?

Henri: Das Buch schildert das tägliche Leben in den Schützengräben, aber ebenso die unterschiedlichen Gefechte, an denen er teilgenommen hat. Er beschreibt das alles auf eine sehr trockene Weise, als ob es nichts Besonderes wäre. Aber wenn du mitzählst, wie oft er beinahe getötet worden wäre, fällt dir einfach nur die Kinnlade runter vor lauter Staunen. Das konnte nur dazu führen Songs zu schreiben, die dieses harte Leben inmitten im Schlamm sterbender Kameraden wiedergeben. Hör dir einfach das Album an und du weißt, was ich meine.

God Dethroned

HH: Im Hintergrund des Intros hört man einige Auszüge einer historischen deutschen Ansprache. Was ist das für eine Rede?

Henri: Das ist Kaiser Wilhelms Rede aus dem August 1914. Er war preußischer König, er rief das Volk dazu auf eng zusammenzuhalten und dass sie mit dem Willen Gottes im Krieg siegreich sein würden. Wir haben das benutzt, weil es etwas ist, das die meisten großen Führer der Bevölkerung erzählen, bevor sie in den Krieg ziehen. Bush sagte so etwas beispielsweise auch zu den Amerikanern, ehe sie den Irak angegriffen haben. Es war fast exakt das Gleiche.

HH: Hast du das Thema Erster Weltkrieg nun abgeschlossen oder könntest du dir noch ein weiteres Album darüber vorstellen und eine Trilogie daraus machen?

Henri: Es wird definitiv eine Trilogie.

HH: OK. Lass uns nun über die Musik auf dem Album reden. Ich glaube, es steht außer Frage, dass Under The Sign Of The Iron Cross das brutalste Album seit Bloody Blasphemy geworden ist, vielleicht sogar das brutalste Album in euerer gesamten Diskografie. Wie würdest du selbst die Musik darauf beschreiben?

Henri: Als brutal? Haha, ja, als brutal und als schnell, zur selben Zeit aber eben auch typisch für God Dethroned. Es ist ein Album, das dir seine Schönheit erst nach einigen Durchläufen zeigt. Am Anfang wirst du nicht die Details hören, die sich hinter diesem Tornado aus Lärm verbergen, der aus deinen Lautsprechern fegt. Aber nach einer Weile wirst du in der Musik immer mehr erkennen.

HH: Hast du einen Lieblingssong auf dem Album?

Henri: Nope.

HH: Na gut. Hast du nach diesem kompromisslosen Feuersturm bereits eine wage Vorstellung davon, wie das nächste Album klingen könnte?

Henri: Ja, aber ich werde es dir nicht erzählen. Außerdem ist es dafür sowieso zu früh. Musik entwickelt sich während man ein Album komponiert, daher kann es auch noch in alle Richtungen gehen.

HH: Gut, dann zurück zum aktuellen Album. Der Song "Strom Of Steel" feierte bereits seine Live-Premiere und zwar beim Münchener Helion Festival vor ein paar Wochen. Wie ist dir dieser kleine Event in Erinnerung geblieben?

Henri: Es war einfach nur großartig!!! München war für uns immer eine harte Nuss zu knacken, aber dieses Mal gab uns das Publikum alles, was wir wollten und sogar noch mehr! Einfach fantastisch!

HH: Wird es vielleicht auch eine Tour geben, um für das neue Album zu werben oder habt ihr schon Bestätigungen für das eine oder andere Festival im kommenden Jahr? Ich denke mal, die Fans sind schon gespannt darauf, das neue Material auch live zu erleben.

Henri: Wir werden sehen, was sich ergibt. Es ist noch ein bisschen zu früh für all das.

HH: Könntest du dir irgendwelche besonderen Live-Features die letzten beiden Alben betreffend vorstellen, so was wie ein besonderes Bühnenbild oder Leinwände, auf denen alte Kriegsaufnahmen oder desgleichen gezeigt werden? Das wäre doch was...

Henri: Du hast Recht, aber es ist nicht ganz einfach so etwas durchzusetzen.

HH: Ok. Wir kommen zum Ende. Und nun hätte ich noch eine Bitte in eigener Sache. Könntet ihr bitte "The Grand Grimoire" wieder in euere Setlist aufnehmen?

Henri: Das können wir schon machen. Am 24 Dezember werden wir eine Show haben, bei der wir mit vielen ehemaligen God Dethroned-Mitgliedern auftreten werden, und ich denke "The Grand Grimoire" wird einer der Songs sein, die wir spielen werden. Und vielleicht behalten wir ihn von da an auch in unserer Setlist.

HH: Ausgezeichnet! Ich danke dir vielmals für das Interview und hoffe, euch bald mal wieder auf irgendeiner Bühne zu sehen. Hast du noch eine letzte Botschaft an unsere Leser?

Henri: Check out the new album. Cheers!

Dagger

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