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Interview

English VersionInterview mit Valkyrja (13.01.2010)

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Es steht ein neuer Stern am schwarzmetallischen Firmament und absorbiert alles Licht aus seiner Umwelt. Valyrja wurde er genannt... aber halt! Die Bandmitglieder wollen nichts davon wissen, eine Black Metal-Band zu sein. In Anbetracht dessen, was Sänger A.L an misanthropischen und befremdenden Ansichten so von sich gibt, ist man allerdings doch geneigt, die Schweden in genau diese Schublade zu stecken. Aber bildet euch am besten selbst eine Meinung ...

HH: Ein fröhliches Hallo nach Schweden aus der südlichsten Ecke Deutschlands! Valkyrja wurde erst 2004 ins Leben gerufen und dürfte daher für viele Metalfans hierzulande noch so eine Art Geheimtipp sein. Wer sind denn die Musiker hinter der Band und wie kam es zur Gründung von Valkyrja?

A.L.: Die Konstellation wurde gegründet, um über den Tonkanal unsere Arbeit bekannt zu machen. Die Absicht dabei war nicht in erster Linie eine Band zu gründen, als vielmehr den besten Weg zu finden, um Gewalt zu erzeugen. Und als der beste Weg erwies sich einfach diese künstlerische Ausdrucksform.

HH: Warum habt ihr denn dann ausgerechnet "Valkyrja" als Bandnamen gewählt? Ich meine, wenn ich dieses Wort höre, denke ich nicht unbedingt an Gewalt, sondern eher an Wikinger und so ein Zeug. Und das, obwohl Valkyrja alles andere als eine Viking- oder Pagan-Band ist...

A.L.: Der Name stammt tatsächlich aus der skandinavischen Mythologie, hat aber keine Relevanz für unsere Musik, wie du schon erwähnt hast. Es gab mehrere Gründe, warum wir ihn in unseren Anfangstagen gewählt haben, aber im Lauf der Jahre wurde die Bedeutung des Wortes ersetzt und ist nun ein kollektiver Name für unsere Arbeit und alles, was sie einschließt. Ein einfacher Weg, den Nebel etwas zu lichten, wäre wohl, den Namen zu ändern. Aber wenn ein Einzelner meint, über uns urteilen zu können nur wegen dieses Namens, dann ist das verdammt oberflächlich und ich bin froh, wenn er mir von vornherein nicht begegnet.

HH: O.K.- das war auch kein Urteil, sondern nur eine Frage. Und hier kommt auch schon die nächste: Was war der Grund für euch, eine Black Metal-Band zu werden? Ich frage, weil ich glaube, dass es heutzutage wirklich schwer ist, in dieser Szene etwas Neues zu schaffen. Beinahe alles hat es schon gegeben.

A.L.: Wir haben keine Black Metal-Band aufgebaut und sehen uns auch nicht als Teil einer bestimmten Kategorie, sondern wurden von den Hörern selbst dort platziert. Ich streite die Ähnlichkeiten zwischen uns und dem Genre auch gar nicht ab - einfach wegen der Tatsache, dass ich wirklich weder Interesse daran habe eine Art Musterstück zu sein, noch ein Genre-Außenseiter. Was unter diesem Banner gefertigt wurde, ist der Sound, den wir mit den Werkzeugen und der Atmosphäre geschaffen haben, die wir für natürlich empfanden, um die Quintessenz jedes einzelnen Liedes am besten und seriösesten herüberzubringen. Nenn es Black Metal, nenn es Extreme Metal - der Lauf der Pistole ist immer auf dich gerichtet.

HH: Gut, ich nenne es dann mal Black Metal. Was würdest du sagen, sind die wichtigsten Bestandteile einer ernsthaften Black Metal-Veröffentlichung? Viele Bands, gerade in den späten 90ern, haben diese Ausdrucksform ja nur benutzt, weil sie gerade populär war. Wie würdest du die Szene heute oder vielleicht in der nahen Zukunft einschätzen?

A.L.: Einige Veröffentlichungen sind, was allerdings paradox ist, nicht als Musik, sondern als Monument für alle Sinne und unruhige Schlage im Garten Eden zu sehen. Ich kann gerade nicht irgendwelche Schlüssel-Bestandteile in Worte fassen, aber ich denke, das symbolisiert auch meine Antwort ziemlich gut - mehr eine Art jenseitiger Schauer, der einem über den Rücken läuft, als eine Beschreibung mit Worten. Solche Manifeste sind schlicht zeitlos, wurden geschaffen und werden auch in Zukunft geschaffen, daher habe ich an einzelnen Veröffentlichung unter dem Jahr auch wenig Interesse.

HH: Dann lass uns über euere aktuelle Veröffentlichung sprechen - Contamination. Wodurch unterscheidet sich Contaminaton von anderen Alben, was macht es deiner Meinung nach herausragend?

A.L.: Es ist ein ehrliches Valkyrja-Album geworden. Ich finde, es ist nicht notwendig, es mit anderen "ähnlichen" Alben zu vergleichen. Wir sind nicht auf Exzentrizität aus. Wir haben, wie auch immer, etwas geschaffen, das weiter in die Tiefen führt, das höhere Gipfel erreicht und alles, was dazwischen liegt, wurde mit vielen Details bereichert. Was du während des Abstiegs mit dieser CD finden wirst, hängt einzig von deinem eigenen Durst nach Erforschung ab.

HH: Wovon handeln die einzelnen Stücke? Das ganze Album besitzt eine wirklich morbide und bedrückende Atmosphäre, die mir den Eindruck eines Weltuntergangsszenarios vermittelt, während ich es anhöre...

A.L.: Das ganze Fundament dieses Albums wird von einem negativen Aspekt umfasst, richtig. Wir haben immer die zentralen Schlüssel der Opposition, des Widersachers und der Herausforderung in unsere Arbeit aufgenommen, und unsere verkündeten Worte haben sich niemals darum gedreht, Menschen zu vereinen oder eine bestimmte Gruppe oder Partei zu stärken, dafür aber sich selbst von jeder Fessel zu befreien, die uns in dieser Welt bindet. Wir haben keine Sympathie für diese Welt oder ihre Grenzen. Und wir haben keine Empathie für ihre Strukturen oder ihre Ketten. Du kannst es als "Szenarien" betrachten, aber im Grunde reden wir von einem Dolch, der in die Kehle dieser Welt gepresst wird, die nur dein Hass im Stande ist zu bewegen.

HH: Können wir hier noch etwas mehr ins Detail gehen? Was ist "Die Wiege der Krankheit", was "Die verfluchte Saat" und wann verwandeln sich Ozeane in Asche? (Bezug nehmend auf einzelne Songtitel - Dagger)

A.L.: Die feindlichen Scherben in jeder fleischlichen Hülle sind die Wiegen der Krankheit, die verfluchte Saat in der Welt. Empfange die Stimme der Vernichtung und lass sie zu deinen Augen werden. Empfange die Stimme des Desasters und lass sie zu deinem Gehör werden. Verwirf jede Grenze, die von der Geburt an gezogen wurde, und verbrenne die Ketten des Bedauerns und der Reue mit den hungrigen Feuern des Chaos. Ich denke, ich bin einfach von Natur aus dekonstruktiv, aber wenn dieses Gift in andere eingebracht werden könnte, würde ich den ganzen Planeten vergiften.

HH: Wenn man darüber nachdenkt, was in unserer Welt alles passiert, würde ich sagen, wir vergiften den Planeten bereits und zwar seit langer Zeit - was sind dann deine Visionen für die Zukunft?

A.L.: Ich hab kein Interesse an dieser erbärmlichen Welt. Ich bin in keiner Weise ein Heilmittel, lieber pisse ich in offene Wunden, anstatt dass ich versuche, sie zu heilen. Aber ich denke, oppositionelles Handeln auf unterschiedlichen Gebieten, seien sie politisch, religiös oder was immer du willst, bereitet immer viel Vergnügen, weil eine der Parteien immer den Anschein erweckt, eine Knarre mitzubringen...

HH: Und wann habt ihr geplant, euere Botschaften live auf der Bühne zu verkünden? Wisst ihr schon, wann ihr die Gelegenheit zu einigen Gigs in Deutschland bekommen werdet?

A.L.: Zurzeit haben wir keinen bestimmten Zeitplan, aber ich nehme an, dass sich mit der Veröffentlichung des zweiten Albums neue Auftrittsmöglichkeiten auftun werden.

HH: Mit welcher Band würdest du dann am liebsten auf Tour gehen, wenn du die Möglichkeit der Wahl hättest?

A.L.: Bathory.

HH: Nun, ich denke, das dürfte schwierig werden. I sage danke für das Interview! Die letzten Worte gehören dir...

A.L.: Contamination wird Mitte Januar 2010 erscheinen.

Dagger

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