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Interview

Interview mit Dragonsfire (06.12.2008)

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Mit ihrem zweiten Album Visions Of Fire konnten mich die Hessen Dragonsfire begeistern und brachten mir wieder den True Metal näher. Grund genug, um sich den gut gelaunten und sympathischen Sänger Thassilo zu schnappen und ihn mit ein paar interessanten und doofen Fragen auszuquetschen. Doch Vorsicht, wer dem Herrn im Wald als Barbar verkleidet herumlungern sieht, sollte besser abhauen, denn der Gute hat ein Schwert und ist ein Agnostiker vorm Herren! Lest selber...

HH: Hey Thassilo! Ihr habt ja mit Visions Of Fire einen richtig geilen Brocken True Metal losgelassen, daher stelle dich doch bitte selber und deine Band mal unseren Lesern vor.

Thassilo: Gerne. Also erstmal ein Hallo an die gesamte Leserschaft und besten Dank für das Lob über unseren ersten Longplayer. Ich bin Thassilo Herbert, Sänger und Bassist von Dragonsfire und ich habe heute das Vergnügen euch einige Fragen zu beantworten.
Zur Band selbst will ich erstmal soviel sagen: Es gibt uns seit 2005. Im selben Jahr hatten wir eine EP in Eigenregie produziert und spielen uns seitdem die Finger auf möglichst vielen Konzerten wund (grinst).
Jetzt haben wir es 2008 geschafft eine Schaufel Kohlen (oder wahlweise Plutonium) nach zu legen und bringen unser erstes Album Visions of Fire auf den Markt. Wer will, kann gerne auf unserer Page www.dragonsfire.de eine ausführlichere History lesen.

HH: Das Album erscheint ja nun bald, wie sind denn die Reaktionen bisher ausgefallen, kann man vielleicht schon davon ausgehen, dass ich nicht der Einzige bin, der den Silberling geil findet?

Thassilo: Nein, du bist nicht der Einzige. Wir finden's selbst auch total geil (lacht), aber im Ernst: Die ersten Reviews treffen gerade ein. Der Tenor ist durchweg positiv. Klar, man kann es nie allen recht machen und was der eine gut findet gefällt dem nächsten eventuell nicht. Aber das ist auch gut so. Wir wollen es ja auch gar nicht allen Recht machen. Wir wollen Metal machen, wie wir ihn für gut befinden. Rau und direkt doch trotzdem melodisch und mitreißend und dabei versuchen wir unseren eigenen Weg zu gehen und kein Klon von irgendwem zu sein.

HH: Wie geht ihr an eure Songs heran? Werden die Nummern komplett im Proberaum geschrieben oder habt ihr jemanden unter euch, der so vor Energie und Kreativität strotzt, dass er immer mit ganzen Songs ankommt?

Thassilo: Das Songwriting ist recht unterschiedlich. Manchmal entstehen neue Songs aus dem Jammen im Proberaum. Zumindest entstehen dort gerne mal Riffs, die direkt für bearbeitungswürdig gehalten werden.
Es kommt aber auch vor, dass jemand einen kompletten Song zu Hause schreibt und ihn in der Probe präsentiert. Wobei das noch lange keine Garantie dafür ist, dass der Song seinen Weg ins Dragonsfire-Repertoire findet. Da wird auf jeden Fall immer gemeinsam dran gefeilt und geschliffen. Kurz: Jeder ist am Songwriting beteiligt und jeder Song entsteht im Prinzip auf seine eigene Art.

HH: "Burning For Metal" spiegelt ja das Gefühl jeden Headbangers, daher würde ich gerne von dir wissen, was deine metallischen Anfänge waren und wer dich bis heute am meisten interessiert?

Thassilo: Meine metallischen Anfänge? Hm, der Anfang des Ganzen lag bei mir selbst wohl eher im Sleaze-Metal. Guns'n'Roses war so das erste Verzerrte, an das ich mich erinnern kann. Ein Konzert zu Use Your Illusion in Ludwigshafen war mein erstes Rockkonzert. Es kamen aber relativ schnell Metallica, Iron Maiden und Manowar dazu. Die üblichen Verdächtigen eben (lacht). Schon wenige Jahre später hab' ich zum Bass gegriffen und selbst angefangen.

HH: Was haltet ihr dann eigentlich von modischen Metal-Erscheinungen wie Metalcore, Emo oder Nu Metal?

Thassilo: Ich denke da spreche ich für die ganze Band, wenn ich sage, dass wir unseren Musikgeschmack nicht an Genregrenzen festmachen. In jeder der Spielarten des Metal (sei sie auch noch so abartig) kann man durchaus taugliches Material finden. Was mich persönlich jedoch stört, ist, dass der ganze Kram dann immer gleich gehyped wird und auf einmal eine Million Bands aus dem Boden schießen, die glauben die müssten das jetzt auch alle so machen und es dann vielleicht auch noch versauen.
Wie beim Metalcore, der momentan scheinbar ganz oben ist, da kannst du auf jedes beliebiges Festival gehen, du triffst immer auf Metalcore.

HH: Ihr wart ja schon mit einigen namhaften Truppen unterwegs, mit welcher Band würdet ihr gerne mal die Nation rocken und stehen überhaupt Tour-Aktivitäten an?

Thassilo: Also der letzte Auftritt mit Vicious Rumors war schon eine ganz gute Marke. Ich denke an einer Show mit Iced Earth oder Gamma Ray hätten wir alle nichts auszusetzen. Wir haben schon einige Konzerte fürs kommende Jahr geplant. Derzeit stehen auch - noch unkonkrete - Planungen für eine kleine Tour an, evtl. als Toursupport für eine namhafte Truppe. Das steckt aber momentan noch in den Kinderschuhen und ist noch überhaupt nicht spruchreif. Wir haben jedenfalls nicht vor uns zu Hause einzuschließen. Wir gehen ein, wenn wir zu lange keine Bühne sehen.

HH: Wie findest du die letzten Scheiben von AC/DC, Metallica und Manowar?

Thassilo: AC/DC hab ich noch nicht vollständig gehört. Was ich davon kenne ist AC/DC. Neue Entwicklungen sollte man da nicht unbedingt erwarten. Insofern geht das klar. AC/DC bleibt AC/DC. Die neue Guns'n'Roses finde ich übrigens hervorragend.
Bei der neuen Metallica hatte ich meine Probleme. Die "merkwürdige" Produktion hat mich erst abgeschreckt und verhindert, dass ich das Album an einem Stück durchhören konnte. Aber wenn man's erstmal geschafft hat wird das Album immer besser.
Und Manowar? Das letzte Studioalbum... hm... na ja,... vom Hocker hat das auch keinen gehauen. (grinst) Na, ist ja Wurst. Die sollen uns lieber aufs nächste Magic Circle Festival einladen.

HH: Jetzt machen wir doch mal glatt eine kleine Frage-Runde! Ich gebe dir immer zwei Begriffe und du entscheidest dich mit Begründung für eine der beiden:

1. Manowar oder Iced Earth?

Thassilo: Hm, Iced Earth zum zu Hause hören, Manowar für die Party!

2. Kutte oder Nietenarmbänder?

Thassilo: Kutte find ich generell cooler als Nietenarmbänder. Ist auch praktischer auf den meisten Konzerten. Da hab ich schon Konzerte gesehen, da stapelten sich am Eingang Nietenbänder in riesigen Haufen.

3. Drachentöter oder Zauberer?

Thassilo: Hm, bei AD&D-basierenden Games nehm' ich gerne den Barbaren.

4. Schwert oder Maschinengewehr?

Thassilo: Ganz klar das Schwert. Ich bin ein Mittelalter-begeisterter Mensch. Mein Schwert steht außerdem gerade nebenan. Moment, wo ist jetzt mein Maschinenge... ach egal.

5. Pizza oder Pasta?

Thassilo: Beides. In Massen.

6. Bier oder Wein?

Thassilo: Beides. In Massen (lacht). Nein, meistens Bier. Als Biertrinker ist Wein auf Partys ganz gefährlich, weil man das Zeuch dann irgendwann im "Biertempo" runterschüttet. Also her mit dem Zeug! Gebt mir Wein!

7. J.R.R. Tolkien oder C.S. Lewis?

Thassilo: Ganz klar Tolkien. Lewis musste ich sogar googeln. (Die Chroniken Von Narnia - Basti)

8. Matt Barlow oder Tim Ripper Owens?

Thassilo: Ganz einfach. Matt Barlow gehört zu Iced Earth. Der Ripper darf von mir aus auch gerne bei Priest singen. Aber nur, wenn Rob Halford wieder mit der "Halford"-Sache weiter macht. Die beiden Alben fand ich genial.

9. Letztes: Andi Deris oder Michael Kiske?

Thassilo: Kann ich nicht einfach Kai Hansen sagen? Kiske hatte mit seinem Ausstieg aus der Metal-Szene damals nicht gerade Sympathie-Punkte kassiert.

HH: Zurück zu Dragonsfire: Was ist das Schönste am Studio-Aufenthalt für dich?

Thassilo: Ich hab die Studio-Zeit sehr genossen. Was war das Schönste? Klar: Rolfs Kaffee (lacht). "Nebenbei" haben wir sehr konzentriert und diszipliniert gearbeitet. Ich selbst war fast bei allen Aufnahmetagen im Studio. Wenn ich selbst nichts zu tun hatte, habe ich eben Kaffee getrunken. Gemeinsam mit Rolf haben wir dort sehr gut an zahlreichen Harmonien für die Backing-Vocals arbeiten, verschiedene Gesangs- und Gitarren-Varianten ausprobieren und finale Sound- und Arrangement-Fragen klären können.

HH: Gehst du generell gerne ins Studio?

Thassilo: Ja, mittlerweile auf jeden Fall. Und gerne zu Rolf Munkes ins Empire Studio. Es war ja mein erster kompletter Studio-Einsatz als Sänger (Bei unserer 2005er EP waren wir mit einem anderen Sänger unterwegs, ich hatte damals Backing Vocals gesungen) und gerade hier ist es wichtig, bei einer Aufnahme ins richtige Feeling für die Songs zu kommen. Das hat bei den Recording-Sessions bestens funktioniert. Das lag (oder liegt) vor allem daran, dass die Band insgesamt sehr gut funktioniert. Wir sind keine vier zusammen gecasteten Trottel. Wir sind vier Leute, die sich zusammengefunden haben um eine gemeinsame Sache zu verwirklichen - hier bitte den Heldenchor einblenden - hahaha!

HH: Wo holst du dir die Inspirationen zu deinen Texten her und läuft das einfach per Knopfdruck?

Thassilo: Wir sind ja in der glücklichen Lage, dass ich nicht der einzige Texter bin. Es darf ja jeder ran und oftmals ergibt sich bei einem Riff schon eine gewisse Charakteristik, die zu einem Song gehört. Das mündet dann oft in quasi "lautmalerischem" Gesang in der Entstehungsphase eines Songs. Dann hab ich auch noch einen tollen Ordner auf meinem PC wo fertige Texte drin sind, die mir so im Laufe der Zeit einfallen. Oder auch Fragmente.

HH: Hast du irgendwelche Neben-Projekte, die du gerne vorstellen würdest oder irgendeine lokale Band-Empfehlung?

Thassilo: Keine Nebenprojekte. Alles für den Dackel; alles für den Klub.
Und eine Band-Empfehlung, da fällt mir spontan eine ein. Die kommen zwar nicht aus unserer Umgebung, aber wenn ihr mal die Gelegenheit habt euch eine Show von Sex Gepard anzuschauen: Ihr werdet dort gut unterhalten. (grinst)

HH: Was ist das Wichtigste für dich im Metal? Was verbindet dich so mit dieser Musik?

Thassilo: Metal bedient für mich zwei ganz entscheidende Bereiche des Lebens. Einmal ist es Musik für ruhige Momente, wenn man einfach zu Hause auf der Couch liegt und sich ein neues Album reinzieht. Da hat man Gelegenheit der Band zuzuhören. Und der Metal an sich liefert ja großen Abwechslungsreichtum und musikalisch/technisch/songwriterisch hochwertiges Material, so dass es sich lohnt hinzuhören. Der andere Aspekt ist der, dass Metal auch einfach wild, dreckig und gemein ist und das prädestiniert ihn vor allen anderen Musikstilen zum Abfeiern und Durchdrehen. Ich denke, das trifft es für meinen Teil sehr gut und das ist es auch, was Metal zu einem "way of life" macht und nicht bloß zu einem Hintergrundsoundtrack eines beliebigen Lebens.

HH: Welche Band sollte vom Papst heilig gesprochen werden und eine eigene Kirche bekommen?

Thassilo: Ich bin Agnostiker! Ich glaube nicht an Gott, bis bewiesen ist, dass ich es bin. (lacht) Nö, ich will eigentlich keine Band DERART hervorheben. Aber - wenn ich es denn muss - eine Heiligsprechung für ihre Fähigkeiten hätten evtl. Dream Theater verdient.

HH: Wird gerne vom Kollegen gestellt: Wenn Metal ein Blumenstrauß wäre, was für eine Blume wäre Dragonsfire?

Thassilo: Gib's zu, die Frage ist von dir, nur ist die so doof, dass du das auf einen Kollegen abwälzt. (Verdammt! Warum müssen Musiker immer so schlau sein - Basti) Hahaha. Öhm... um die Frage zu beantworten... Audrey II aus dem kleinen Horrorladen. ...Dragonsfire eats you.

HH: So das war's nun auch schon! Danke für die tolle Platte, deine Zeit und Geduld! Die letzten Wort gehören dir, Cheers!

Thassilo: Ihr könnt in zwei Songs aus unserem Album Visions Of Fire auf unserer MySpace-Seite reinhören und zieht euch unser Video zu "Dragonsfire Rockxxx" rein. Das gibt's ebenfalls bei Myspace oder auf unserer Page www.dragonsfire.de ...ansonsten... Dragonsfire...bald auch in Ihrer Nähe.
(Amen - Basti)

Basti

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