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Interview

Interview mit Terraphile (11.11.2008)

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Nach der Veröffentlichung des Debüts Roadsigns Overgrown und dem ersten Video gibt es schon konkrete Pläne für die Zukunft bei Terraphile. Über diese, über ihren Namen und wer das überhaupt ist, das alles hat mich interessiert und so habe ich Sänger und Gitarrist Philipp Kraus gefragt.

HH: Wie geht es dir?

Phil: Wunderbar.

HH: Herzlichen Glückwunsch zur Veröffentlichung eures Debüts. Terraphile ist ganz frisch, daher ist es sicherlich gut, wenn du euch mal vorstellen könntest.

Phil: Terraphile hat als Solo-Projekt begonnen und sich in den letzten drei Jahren während der Produktion der aktuellen CD zur Band entwickelt. In Hamburg ansässig, und den Stil nennen wir sphärischen, progressiven Alternative-Rock.

HH: Euer Bandname vereinigt griechisches und lateinisches Gedankengut. Wie ist der Name zu deuten und was ist dein Bezug zur alten Zeit der Philosophie und des Humanismus?

Phil: Terraphile soll bedeuten: "die Erden liebend". Sehnsucht zur Natur. Entstanden ist es eigentlich durch meinen Namen Philipp, was ja übersetzt "Pferdeliebhaber" heißt. Das trifft mein Lebensgefühl noch nicht ganz, deshalb hab ich die Pferde durch die Erde ersetzt.
Und alte Zeit, ja, ich lehne mich auf dem Album des Öfteren an griechische Mythologien an. Der Titel "Tantalus" zum Beispiel fasst die Szene des Liedes mit dem einen Wort zusammen. Es sind so viele einfache und treffende Metaphern bei den alten Griechen zu finden. Gerade haben wir die Sisyphus-Arbeit als Thema für das Video zu "Out Of My Hands" genommen.

HH: Was macht eure Musik aus? Wen wollt ihr mit eurer Musik ansprechen?

Phil: Ich denke, das Grundgefühl der Musik ist Progressive Rock, das Atmosphärische, Nachdenkliche, trotzdem rockig, aber alles auf den Gesang ausgelegt, ohne sich in Virtuosität zu verlieren. Ich probiere, möglichst wenige Klischees zu verarbeiten. Ich hasse Klischees, deshalb findet man bei uns nicht die typischen Dream Theater-Rhythmus-Wechsel und andere ganz klare "Einflüsse".
Wen wir damit ansprechen wollen, ist schwer zu sagen. Man muss einfach die Musik machen, die man für richtig hält. Dann wird man Leute finden, die das nachempfinden. Das sagte mal Roine Stolt von den Flower Kings, und das hat mich sehr motiviert, ich will nicht Musik für eine bestimmte Zielgruppe oder überhaupt für wen anders machen. Ich schreibe die Musik für mich.

HH: Du als Kopf der Band bist hauptsächlich für die Songs verantwortlich. Woher aber stammt deine Inspiration, woher nimmst du deine Ideen?

Phil: Die Großstadt gerade jetzt, wo es früh dunkel wird, und ich aus meinen großen Fenstern über Hamburg gucke und dann der Wunsch, eigentlich gerade in Irland oder auch in Italien zu sein, das ist meine Inspiration. Die neuen Songs schreibe ich zusammen mit meinem Keyboarder Florian Feller, der in München wohnt. Zusammen sind wir ein sehr kreatives Team.

HH: Was sind eure Pläne in nächster Zeit? Wird es eine Tour geben?

Phil: Es wird jetzt alles sehr schnell gehen. Für Frühjahr 2009 ist die Veröffentlichung einer neuen Single geplant. Das neue Album Ende 2009. Die Arbeit am Video, das von Label-Chef Ralf Juliusson produziert wurde, hat sehr viel Spaß gemacht und uns als Team eng zusammengeschweißt.
Leider arbeiten wir noch mit keiner Booking-Argentur zusammen, deshalb ist die Organisation von Live-Konzerten nur ein kleiner Teil des Riesenhaufens Arbeit, der für das Projekt zu tun ist. Eine kleine Tour für nächstes Jahr wäre aber eine wichtige Sache.

HH: Du thematisierst mit deiner Musik die Beziehung des Menschen mit der Welt und sagst von dir selbst, dass der Kampf zwischen dem Leben in der Großstadt und der Einsamkeit in der freien Natur dich beeinflusst. Was macht dabei die Musik für dich aus? Welchen Stellenwert hat die Musik für dich?

Phil: Ich bin ein visueller Mensch. Zu einem Klang hab ich sofort ein Bild im Kopf, und auch andersherum. Gerade Naturbilder und -szenen lösen sofort Klangvorstellungen aus. Alles, was ich sehe, wenn ich durch die Straßen gehe, verwandelt sich in Klänge, Akkorde und Rhythmus. Der stärkste Motor für Texte und Melodien ist dann die Sehnsucht und Einsamkeit.

HH: Du konzentrierst dich jetzt schon seit einigen Jahren auf die Musik, warst auf der School Of Music in Hamburg und hast auch schon einige Jahre in dem Business überlebt. Wie ist das Leben mit der Musik heute und was lässt dich jeden Tag aufs Neue die Musik als deinen Tätigkeitsbereich erwählen?

Phil: Für mich ist die Kreativität am Wichtigsten. Das heißt aber für mich nicht, Popsongs nach Schema F für Interpret soundso zu schreiben, sondern mein eher nachdenkliches Lebensgefühl in Musik umzuwandeln. Ich bin sonst als Gitarrist tätig, denn Gitarrespielen ist das, wovon ich nie genug kriege und was ich am besten kann.

HH: Euer Debüt hat den Titel "Roadsigns Overgrown". Wie kam es dazu?

Phil: Es ist der Anfang des Songs "To The Ground", und soll bedeuten, dass man den Weg, dem man gefolgt ist, nicht mehr erkennen kann. Und das beschreibt das Thema des ganzen Albums sehr gut. Es geht um Veränderung und Abschließen mit Vergangenem. Plötzlich weiß man nicht mehr, welchen Weg man gehen soll. Es sind Wegweiser vorhanden, aber man sieht sie nicht, weil sie verdeckt, und vielleicht auch veraltet sind.
Auf dem Album habe ich die Erinnerungen an einen Tag, der mir sehr viel bedeutet hat, verarbeitet. Dieser Tag hat sich zu einem großen Teil in der Natur abgespielt, darum gibt es so viele Naturbilder in den Texten. Dazu kommt die Sehnsucht nach etwas, das man nicht kriegen kann.

HH: Was machst du, wenn du einmal gerade keine Musik machst? Gibt es noch ein Leben neben der Musik?

Phil: (lacht) Ich versuche mich mit Psychologie zu beschäftigen. Aber Musik ist Hobby und Beruf zugleich, da bleibt nicht mehr allzu viel Raum.
Der Grund, warum ich damals zu Schulzeiten Musik als Beruf machen wollte, war der, dass ich meine ganze Freizeit mit Musik verbracht habe, und für die vielen anderen interessanten Dinge keine Zeit hatte. Ich dachte, wenn ich die Stunden, die ich damals mit der Schule zugebracht habe, dann für Musik aufbringen kann, bleibt noch Freizeit für ein Leben drumherum. Irgendwie hat das nicht ganz geklappt.

HH: Du stehst noch so ziemlich am Anfang deiner Karriere und kannst daher voll aus deinen Erfahrungen erzählen. Was würdest du Nachkömmlingen raten, die vor der Entscheidung stehen: Musik oder nicht?

Phil: Jemand sagte mal: "wenn Musik das Letzte ist, an was du abends denkst, bevor du einschläfst und das Erste, an das du denkst, wenn du morgens aufwachst, dann solltest du Musik als Beruf in Erwägung ziehen."
Wenn man sowieso nichts anderes macht, und man immer so weiter machen wird, dann ist es das Richtige. Geld darf dabei keine Rolle spielen.

HH: Stell dir vor, du wärst eine Note in einem Musikstück. Welche Note wärst du warum und in welchem Stück könnte man dich finden?

Phil: Eine interessante Frage. Darf ich auch ein Akkord sein? Denn einzelne Töne kriegen durch einen Harmoniezusammenhang ganz verschiedene Spannungen, das ist das, was ich am faszinierendsten finde. Mit einem Am9 Akkord kann ich mich seit Jahren sofort identifizieren. Mein Lieblingsakkord ist zurzeit ein F#m7add11, das klingt nach Herbstwald, Hoffnung und Lebenslust.

HH: Danke für deine Zeit. Noch ein paar letzte Worte?

Phil: Ich freue mich sehr darüber, mit 26 endlich musikalisch genau das machen zu können, was ich mir immer erträumt hab. Ein Projekt bis zum Schluss durchzuziehen, braucht sehr viel Durchhaltevermögen. Aber ich habe Leute gefunden, die mit mir an einem Strang ziehen, meine Band und der Mischer Jonas Engelke und mein Label "Juliusson Records" sind alle zu wichtigen Freunden geworden. Ich freue mich auf weitere Jahre Produktivität.

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