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Interview

English VersionInterview mit Torture Squad (13.05.2008)

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Logo Torture Squad

Eine feste Größe in der brasilianischen Metal-Szene zu sein, bedeutet nicht zwangsweise auch in Europa Erfolg zu haben und bekannt zu sein. Das wissen auch die brasilianischen Thrasher Torture Squad, die vor kurzem ihr bereits fünftes Album veröffentlicht haben und derzeit auf Tour durch die europäischen Clubs sind. Drum-Tier Amilcar Christofaro stellte sich gut gelaunt unseren Fragen.

HH: Wie geht's euch nach der Veröffentlichung eures neuen Albums Hellbound?

Amilcar: Wir sind gerade auf Tour, um das neue Album live zu promoten und wir haben noch ca. 60 Shows vor uns. Wir sind mit der Situation sehr zufrieden. Nach dieser Europatour werden wir nach Brasilien zurückkehren und die Hellbound-Brasilien- und Südamerikatour starten.

HH: Torture Squad sind in Südamerika, besonders in Brasilien schon sehr bekannt, hier in Europa dagegen eher weniger. Woran liegt das deiner Meinung nach?

Amilcar: Das liegt einfach daran, dass wir in Brasilien und einigen südamerikanischen Staaten mehr gespielt haben als in Europa, weil es für uns einfach "leichter" ist. Mit "leichter" meine ich vor allem Geld, dabei vor allem Flugtickets. Das ist der schlimmste und schwierigste Teil für uns Bands aus Brasilien, weil es sehr teuer ist nach Europa zu kommen, während wir in Brasilien und Südamerika alles auf eigene Faust machen können. Hier in Europa brauchen wir sehr viele Leute, die für uns arbeiten, um eine Tour auf die Beine zu stellen. Jetzt haben wir eine Plattenfirma, eine Booking-Agentur und einen Manager, die alle sehr gut mit uns zusammenarbeiten. Deswegen entwickeln sich die Dinge jetzt ganz gut, vor einigen Jahren hatten wir diesen Support noch nicht.

HH: Wie fühlt man sich da, wenn man in Brasilien auf großen Festivals spielt, hier in Deutschland aber die kleinen Clubs abgrast?

Amilcar: Für uns ist das egal, wir lieben es, live zu spielen. Wir lieben es, Metal und unsere Instrumente zu spielen. Sicher ist es großartig, auf Festivals vor vielen Leuten zu spielen, klar, wir mögen das, aber für uns ist es zweitrangig, ob wir auf einem großen Festival oder in einem kleinen Club vor zehn Leuten spielen.

HH: Was ist der Unterschied, in Deutschland und in Brasilien zu spielen?

Amilcar: Brasilien ist natürlich etwas Spezielles, weil es unsere Heimat ist und dort auch die ersten Torture Squad-Fans wohnen. Sie kennen alle unsere Alben und fragen uns oft, ob wir nicht ein paar alte Sachen spielen können... Hier in Deutschland ist es aber auch etwas Besonderes, weil es das erste europäische Land waren, in dem wir gespielt haben. Seitdem haben uns die deutschen Headbanger immer sehr gut unterstützt.

HH: Worin unterscheidet sich das deutsche vom brasilianischen Publikum?

Amilcar: Der Unterschied liegt darin, dass die deutschen Fans länger brauchen, um eine Show zu genießen. Anfangs schauen sie sich den Gig an, nach ein paar Songs fangen sie dann mit einem Moshpit an oder headbangen. In Brasilien musst man fast gar nichts tun, damit die Leute ausflippen! *lach* Wie ich schon gesagt habe, das liegt aber vor allem daran, dass die Fans unser Zeug kennen. Hier in Deutschland ändert sich das langsam, die meisten Leute, die zu unseren Shows kommen, kennen unsere Songs und ich glaube, es ist eine große Motivation, gleich zu Beginn eines Konzertes einen Moshpit anzufangen, oder? *lach*

HH: 2004 habt ihr hier bei uns eure Live-CD Death, Chaos And Torture veröffentlicht, Hellbound ist aber das erste reguläre Album in Europa. Wie fühlt sich das an?

Amilcar: Wir sind sehr glücklich darüber. Wir brauchten die Unterstützung eines europäischen Labels, um unser Album zu veröffentlichen. Sicherlich hätten wir unsere anderen Alben seinerzeit auch gerne in Europa veröffentlicht, aber das war leider nicht möglich. Jetzt arbeiten wir hart dafür, dass unsere zukünftigen Alben hier auch herausgebracht werden können.

HH: Langsam aber sicher entwickelt sich hier in Europa und in Amerika eine Art Thrash Metal Wiedergeburt und einige große deutsche Magazine pushen diese Bewegung. Was hältst du von dieser Erneuerung des Thrash Metal?

Amilcar: Das ist einfach großartig! Wir lieben Thrash Metal der alten Schule, was im übrigen auch unser größter Einfluss zusammen mit einigen Death Metal-Bands aus den 1990er Jahren ist. In Brasilien spürt man diese Wiedergeburt ebenfalls, dort gibt es heutzutage viele gute Thrash Metal bands.

HH: Ihr seid gerade auf Europatour und nehmt dabei erneut am Wacken Metal Battle teil, wie ich dem Promozettel entnehmen kann. 2007 habt ihr den Wettbewerb bereits gewonnen, wie schätzt du eure Chancen auf den Sieg diesmal ein?

Amilcar: Heuer sind wir leider nicht dabei, weil man nur einmal daran teilnehmen kann, diesmal sind wir "nur" als normale Band in Wacken dabei, aber wir sind sehr glücklich zu diesem Ort des Sieges zurückzukehren, haha.

HH: Wie läuft die Tour sonst? Wie kommt ihr mit den anderen Bands aus?

Amilcar: Bis jetzt läuft die Tour großartig. Wir haben bei allen Metal Battle-Wettbewerben in Deutschland, Holland und Italien als Headliner gespielt, während die Richter zusammensaßen und darüber entschieden haben welche Band in die nächste Runde kommt... Die Shows waren alle sehr gut besucht und wir haben noch eine große Tour mit Cilice aus Holland vor uns. Es wird sicherlich großartig! Unser Verhältnis zu den anderen Bands ist sehr gut, weil wir wissen dass das alles gute Bands und Leute sind. Und wir tauschen uns auch gerne aus.

HH: Welcher Gig war euer bester bisher, wo habt ihr die besten Reaktionen bekommen?

Amilcar: Das ist schwer zu beantworten, weil jeder Auftritt auf seine Weise großartig war, aber ich kann dir von unserem Gig in Hamburg erzählen. Dieses Konzert war sehr wichtig für uns, weil unser Album am 25. April in Deutschland veröffentlicht wurde und dieser Auftritt einen Tag später war. Alle Leute vom Label und alle Leute, die nun mit uns zusammen arbeiten, waren dort und wir mussten eine großartige Show abliefern. Ich denke, wir haben uns ganz gut geschlagen, weil es allen gefallen hat, worüber wir nach wie vor sehr glücklich sind.

HH: Wenn du die Möglichkeit hättest, Bands, egal ob sie noch existieren oder nicht, auszuwählen, mit welchen Bands würdest du sehr gerne auf Tour gehen?

Amilcar: Slayer, Coroner und Death, weil sie großen Einfluss auf uns haben und wir sie alle lieben!

HH: Euer neues Album Hellbound ist bereits euer fünftes Album und ein ziemliches Brett meiner Meinung nach. Wo siehst du die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu euren älteren Alben?

Amilcar: Hellbound ist ein wenig anders als unsere bisherigen Alben. Die Produktion ist besser, so dass man nun jedes einzelne Instrument gut hören kann. Zu den Kompositionen kann ich sagen, dass wir wohl die gleichen Strukturen wie bei unseren alten Songs verwenden, aber in einer Sache unterscheidet sich Hellbound dann doch: Bei einigen Songs haben wir nette Melodien eingebaut, was wir vorher noch nie getan haben.

HH: Wenn wir schon davon reden, die Scheibe beginnt mit fünf sehr schnellen Songs, erst dann werdet ihr ein wenig langsamer. Ich halte die Songreihenfolge für etwas unglücklich, weil sich die Songs aufgrund der Geschwindikeit sehr stark ähneln. Wie siehst du das?

Amilcar: Jeder sieht das etwas anders. Wie mögen es so, weil dies der normale Torture Squad-Stil ist, mehr oder weniger wie unser altes Zeug. Die anderen Songs unterscheiden sich davon ein wenig, weil sie einfach neue Sachen enthalten, die wir so früher nie geschrieben haben. Deswegen stehen diese Lieder auch weiter hinten auf dem Album.

HH: "The Four Winds" sticht dabei wegen seines asiatischen Intros etwas hervor. Wie seid ihr darauf gekommen?

Amilcar: Mauricio Nogueira, unser ex-Gitarrist, hat diesen Song geschrieben und er ist sehr stark von klassischer bildender Musik beeinflusst, was sicherlich zu diesem Song geführt hat.

HH: Das letzte Lied "Hellbound" vereint dann nochmals alle Stärken Torture Squads, er ist sehr dynamisch, hat starke Riffs und viel Groove, für mich somit einer, wenn nicht sogar der beste Track. Es ist ziemlich ungewöhnlich, ein so starkes Lied ans Ende eines Albums zu stellen. Wieso habt ihr euch dafür entschieden?

Amilcar: Du bringst es auf den Punkt... das letzte Lied ist immer das beste, wie bei Konzerten! *lach* Wir lieben diesen Song, für uns ist er in gewisser Weise etwas Besonderes, weil, wie du schon gesagt hast, die Riffs sehr stark sind und er viel Groove besitzt. Deswegen haben wir ihn auch ans Ende des Albums gestellt, damit die Scheibe mit einem kräfigen Schlag ins Gesicht endet.

HH: Wie einigt ihr euch normalerweise über die Songreihenfolge?

Amilcar: Das ergibt sich einfach so. Jeder redet darüber und dann wählen wir die beste Reihenfolge für die Songs. Bei Hellbound war es genauso und so landeten Songs, die für uns spezielle Melodien hatten, wie "Twilight For All Mankind" oder "Hellbound", am Ende der Platte.

HH: Vor einiger Zeit haben sich Max und Iggor Cavalera wieder unter dem Banner The Cavalera Conspiracy zusammengefunden. Glaubst du, dass es eine Sepultura-Reunion mit den beidne Cavalera-Brüdern geben könnte?

Amilcar: Ich weiß nichts von einer Reunion des klassischen Sepultura-Line Ups, aber wenn es dazu kommt, ist das einfach nur großartig! Ich habe mir das Cavalera Conspiracy-Album angehört und ich mag es sehr. Es gibt da gewisse Momente, die mich an altes Sepultura-Zeug erinnern, das wir überigens so sehr mögen, dass es immer ein Einfluss für uns ist.

HH: Letzte Frage: Stell dir vor, Hellbound wäre ein typisches brasilianisches Essen, was wäre das und warum?

Amilcar: Coole Frage, die mag ich! *lach* Ich glaube, es wäre eine sogenannte Feijoada und dazu gibt's natürlich einen Caipirinha. Wenn du Feijoada gegessen und Caipirinha getrunken hast, brauchst du erstmal ein Bett, weil das Essen sehr schwer ist und der Caipirinha das Werk vollendet. *lach* Genau das wird auch mit den Headbangern geschehen, wenn sie sich Hellbound anhören. Sie werden headbangen und wenn das Album zu Ende ist einige Bier trinken und letztendlich in ihren Betten "sterben"! *lach*

HH: Vielen Dank für deine Zeit und viel Erfolg für die Zukunft! Die letzten Worte gehören dir!

Amilcar: Wir freuen uns sehr, dass ihr uns mit diesem Interview unterstützt. Vielen Dank und hoffentlich sehen wir all die Headbanger auf unseren Shows! THE TORTURE NEVER STOPS!

Lord Obirah

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