13 Headbänga online
29.02.2020 Growl Bowl Festival
19.03.2020 Lordi
26.03.2020 Dark Fortress
29.03.2020 Rose Tattoo
02.04.2020 Knorkator
11.04.2020 Dark Easter Metal Meeting
Reviews (10094)
Navigation
Artikel des Tages
Review:
If Hope Dies

Interview:
Midnite Club

Live-Bericht:
In Flames

Video:
Bleed The Sky
RSS RSS
Atom Atom
In eigener Sache

Valid XHTML 1.0 Transitional

Valid CSS!

Valid RSS

Valid Atom 1.0

 

Interview

English VersionInterview mit The Monolith Deathcult (25.04.2008)

CDs von The Monolith Deathcult kaufenZur Druckversion dieses Artikels

buy, mail, print

Logo The Monolith Deathcult

Die Holländer The Monolith Deathcult haben mich mit ihrem ungewöhnlichen Album Triumvirate mehr als nur überrascht. Doch dieses Album stößt nicht nur auf ungeteilte Gegenliebe, wie in dem ein oder anderen Printmedium zu lesen war. Schuld daran dürften wohl ein paar Äußerungen von Michiel Dekker sein, der vorsätzlich versucht, wo immer es geht, anzuecken. Dass er über einen rabenschwarzen Humor verfügt, wurde mir beim nachfolgenden Interview klar. Auch dass er sich um sogenannte Tabu-Themen nicht sonderlich kümmert. Doch lest selbst, aber sagt nicht, ich hätte euch nicht gewarnt...

HH: Hi, wie geht's dir? Ich glaube, nicht alle Leute kennen deine Band. Magst du uns bitte etwas über eure Band erzählen. Wie kamt ihr dazu, die Band zu gründen?

Michiel: Hallo HH, mir geht's super, danke. Ich kann dir versichern, dass viele Leute unsere Band kennen. Aber los geht's trotzdem: Wir sind The Monolith Deathcult, gegründet 2002 und kommen aus Holland. Wir spielen eine Art "Supreme Avantgarde Deathmetal" wie du sicherlich gemerkt hast, als du dir unsere Scheibe Triumvirate angehört hast. Wir brachten im Winter 2002 die Promo Obliteration Of The Despised mit insgesamt vier Songs raus. Bereits einen Monat später hatten wir einen Plattendeal mit Cold Blood Industries und nahmen unser Debutalbum The Apotheosis auf. 2003 absolvierten wir zwei Europatourneen mit The Crown. 2004 nahmen wir dann unser Album The White Crematorium auf, das 2005 über Karmageddon Media erschien. Wie du vielleicht weißt, sind sowohl Cold Blood Industries und Karmageddon Media pleite gegangen. Wir haben da so eine spezielle Beziehung zu Plattenfirmen. The Monolith Deathcult könnte man mit einem Schwarm Heuschrecken vergleichen: wir entscheiden uns für ein Label, verprassen ihre gesamte Kohle, nehmen ihnen jede Freude und jeden Spaß und hauen dann ab und lassen sie zurück mit nichts als einem überwältigenden Verlustgefühl. Uns unter Vertrag zu haben bedeutet einen permanenten Glücklichkeitsverlust zu erleiden. Twilight-Vertrieb ist extrem tapfer und haben dabei eine totale Verachtung Katastrophen und Pannen gegenüber. Sie haben ihr Schicksal besiegelt, als sie uns unter Vertrag genommen und Triumvirate veröffentlicht haben. Und ich hoffe, dass sie sich der Tatsache bewusst sind, dass alle Plattenfirmen, die je mit The Monolith Deathcult zusammen gearbeitet haben, absolut bankrott gegangen sind.

HH: Welcher Todeskult ist in eurem Bandnamen gemeint? Wieso habt ihr euch gerade für diesen entscheiden?

Michiel: Da ist kein tieferer Sinn dahinter. Wir haben uns für diesen Namen entschieden, weil wir alle gegen Namen wie "Enthauptete flüssige Baby-Eingeweide" und solche Sachen waren. Wir wollten einen Namen der klar, steril, imposant, stark und direkt ist und zu uns passt, z.B. so etwas wie Rammstein. Als Erstes entschieden wir uns nur für Monolith aber es gab bereits zu viele Band mit dem Namen und unser Ziel war es, uns von allen (Death-)Metalklischees abzugrenzen. Ich erinnerte mich an die britische Rockband The Cult. Sie nannten sich selbst früher The Southern Deathcult und so fügten wir Deathcult zu unserem Bandnamen hinzu. Aber versuche mal den Namen in ein Logo für CDs zu quetschen UND ihn lesbar zu halten... Also verwenden wir oft einfach die Abkürzung TMDC anstelle von The Monolith Deathcult.

HH: Eure Musik ist schon sehr unterschiedlich zu "normalen" Death Metal-Bands. Ihr verarbeitet Techno-Sounds genauso wie Klassik und Soundsamples, was schon eine ungewöhnliche Verbindung darstellt. Warum habt ihr euch für diese Art Death Metal entschieden?

Michiel: Nun, für mich ist es nichts Ungewöhnliches. Death Metal ist nur das Grundgerüst, auf dem ich meine Songs aufbaue. Ich weiß, da gibt es wohl ungeschriebene Gesetze, wie Death Metal zu klingen hat, aber ich folge keinen Regeln. Wir haben mit The White Crematorium bewiesen, dass wir die engen Grenzen des Death Metal aufsprengen können, somit war dieses Album wie eine Blaupause für unsere weiteren Pläne. Klar mag ich auch brutalen Sound, aber meine Vorstellung von brutal heißt nicht endlose Blast-Parts und tiefe Growls. In meinen Augen verbreitet eine Band wie Strapping Young Lad mehr Wahnsinn und Hysterie als der Suffocation-Klon Nummer 1986120.

HH: Welchen Sound bevorzugst du, was sind deine Einflüsse?

Michiel: Ich habe einen sehr breit gefächerten Musikgeschmack, meine Einflüsse reichen von Skid Row bis Hate Eternal. Doch ich muss dir sagen, dass TMDC nicht nur von Musik beeinflusst wird. Den größten Einfluss stellt wohl unsere eigene Frechheit, Unverschämtheit, Arroganz, Respektlosigkeit und unser raues Verhalten den ungeschriebenen Gesetzten und Ikonen der Szene gegenüber dar. Ich persönlich habe eine Vorliebe für Bands, die ebenfalls das Banner der Kühnheit und Frechheit hoch halten. Der schwarze Humor von Peter Steele, das komplette Rammstein-Konzept, die Unverschämtheit von Mötley Crüe, das aufgeblasene, pompöse Ego Axl Rose und die Monthy-Python-from-Hell-Einstellung von Dani und Cradle of Filth, und das alles geschmückt mit einer Note von Oscar-Wildean-Unangemessenheit und ironischem, arroganten, intellektuellem Elitedenken. Die Musik ist zwar das Wichtigste, jedoch ist das Image auch ein Teil der Unterhaltung. Wir haben unsere Musik mit einem Image aus Ironie, schwarzem Humor und schlechtem Geschmack garniert, kombiniert mit einer morbiden Faszination für alles, was "falsch" ist. Wo immer man jemanden auf den Schlips treten kann, Nackenhaare zu Sträuben sind und mit Dreck um sich geworfen werden kann, kannst du sicher sein, wir werden da sein, um unser Werk zu tun.

HH: Was für Reaktionen habt ihr bislang für euer Album erhalten und habt ihr diese so erwartet?

Michiel: Ich weiß, die Leute werden mich dafür hassen, aber ja, wir haben sie alle so erwartet. Ich wusste, wir arbeiteten an etwas ganz Besonderem. Wir hatten die Überzeugung, dass Death Metal das Mögliche an Geschwindigkeit und Brutalität erreicht hatte. Es geht einfach nicht schneller als Cryptopsy und auch nicht brutaler als Hate Eternal ohne in einem großen Chaos zu enden. Also war der Zeitpunkt für die Veröffentlichung eines Albums wie Triumvirate perfekt. Ministry haben ihr Abschiedsalbum veröffentlicht, Strapping Young Lad sind weg vom Fenster, Fear Factory klingen scheiße nach dem Weggang von Dino (Cazares, Guitar - Ray) und die letzten beiden Nile-Alben machten auch nicht mehr den Eindruck auf mich, wie es Shrine schaffte. Wir entschlossen uns, ein neues Genre in extremem Metal zu erschaffen in dem wir unsere Musik erweiterten indem wir bislang nicht vorstellbare Elemente wie Trance-Beats und orchestrale Arrangements der Brutalität und Geschwindigkeit hinzufügten. Wir wussten, dies war ein Gewinn für beide Seiten, daher waren wir nicht wirklich überrascht, das die Leute diesen Style mochten. Was ich las und hörte war meistens, dass wir etwas frischen Wind in die Sache bringen, und da kann ich nur zustimmen. Im Moment ist es so, dass der Widerstand gegen TMDC bröckelt und sogar unsere stursten Widersacher unser Talent erkennen und ihr Haupt vor unserem erschreckenden Größenwahn beugen müssen.

HH: Wie entsteht bei euch ein Song, ist jeder im Entstehungsprozess involviert?

Michiel: Nein, ich schreibe ca. 90% der Musik und der Texte, die verbleibenden 10% klaue ich mir von anderen Bands. TMDC ist eine Diktatur, ich bin der totale Kontroll-Freak und toleriere absolut keinen Widerspruch. Widerstand bedeutet den Tod.

HH: Auf eurer Homepage steht, ihr betrachtet euch selbst mit einer Portion Ironie, schlechtem Geschmack und schwarzem Humor. Ist der Song "Kindertodeslied" nur Ironie?

Michiel: Hmmmm, "Kindertodeslied" ist nicht lustig gemeint, außer unsere Aussprache der deutschen Sprache.

HH: Gerade "Kindertodeslied" könnte falsch verstanden werden hier in Deutschland, wo die Ära des dritten Reichs nach wie vor in den Köpfen ist. Habt ihr keine Angst, falsch verstanden zu werden?

Michiel: Äh, wir kann es in Deutschland missverstanden werden? Der Text ist auf Deutsch, oder ist das Englisch der Deutschen so schlecht, dass sie die Gegendarstellung/Fußnote nicht verstehen? Auch kann ich den Satz "verstanden werden hier in Deutschland, wo die Ära des dritten Reichs nach wie vor in den Köpfen ist" nicht nachvollziehen. Ich denke, die Erinnerungen an das dritte Reich sind um einiges düsterer in den Ländern, die während des zweiten Weltkrieges besetzt wurden. Es nervt mich manchmal, dass sich einige Menschen in Deutschland aufgrund der vorangegangenen Generation mehr in der Opferrolle sehen als diejenigen, die unter der Besetzung wirklich zu leiden hatten. Die heutigen Menschen in Deutschland haben nichts mit dem dritten Reich zu tun, also tut nicht so fürchterlich verantwortungsvoll. Meiner Meinung nach war ganz Europa (vor allem die Franzosen) schuld daran, dass Hitler mit seinen Nazis an die Macht gekommen ist aufgrund des lächerlichen Vertrages von Versailles. Es hätte damals in jedem anderen Land, das die gleichen Rahmenbedingungen wie Deutschland aufgewiesen hätte, passieren können. Sogar die Deportation der Juden war nicht einmalig. "Vichy"-Frankreich hat schon vor den Deutschen mit der Deportation der Juden begonnen. Also hört auf mit eurer Selbstgeißelung und seid stolz auf euer Land, schließlich ist es der Hauptantrieb der europäischen Wirtschaft.

HH: Die Beziehungen zwischen den Niederlanden und Deutschland ist manchmal nicht gerade die beste aufgrund der Geschichte. Wie denkst du darüber?

Michiel: Nun, ich denke, das stimmt so nicht ganz. Ich habe vorher noch nie von diesen Dingen gehört, es sei den man redet über ein Deutsch-Holländisches Fußballspiel. Und dann reden wir auch nur über solch dumme Sachen wie Fußball. Wie ich vorher schon sagte denke ich, ihr Deutschen seid zu paranoid, wenn es um den Krieg geht. Manchmal denke ich, jeder Sinn für Humor und Ironie war während des zweiten Weltkrieges durch die Gestapo verboten und nach dem Krieg habt ihr es vergessen. Es gibt hier in Holland das Gerücht, dass die Fawlty Towers-Episode "Die Deutschen" nicht im deutschen Fernsehen gesendet wurde. Kannst du das glauben? (sorry, versteh ich jetzt ned... - Ray).
Mich interessiert einfach das dritte Reich. Ich habe eine Schwäche für das dritte Reich. Versteh mich jetzt nicht falsch, NICHT für die Gräuel und den Holocaust, sondern für das "Merchandise", die Uniformen, die Schriftzüge, Tonnen von Armeerängen, die Großveranstaltungen mit den brüllenden Anführern. Die endlosen Reihen von schwarzen Helmen, Uniformen, Pfadfindern mit Spaten, die bereit waren, ein neues Imperium aufzubauen. Ich habe mir Triumph des Willens sehr oft angesehen und meine persönliche Lieblingsszene ist diejenige, in der ein SA-Führer während eines nächtlichen Fackelzuges irgendwo in Deutschland fast bis zum Hirnschlag schreit. Das hat aber gar nichts mit meinen persönlichen Gefühlen den Deutschen gegenüber zu tun. Ich habe keinerlei Probleme mit euch, aber das Dritte Reich ist der Höhepunkt des Größenwahns und ähnlich wie die Sowjetunion eine schier unendliche Quelle für Songs.

HH: Was ist mit Religion, glaubst du an Gott? Oder eine andere Macht? Was macht in deinen Augen das Leben lebenswert?

Michiel: Ich hatte zwar eine christliche Erziehung, aber ich unterstütze keine Religion. Religion ist etwas, dass man hinter seiner Eingangstüre, in der Kirche, in der Moschee, im Tempel oder der Synagoge behalten sollte. Belästige keinen Ungläubigen mit deinen Regeln oder Dogmen. Ich hasse es, wenn jemand mir seine Religion aufzwängen will. Die Theokratien, die wir hier in Europa vor geraumer Zeit und jetzt im Mittleren Osten haben waren bzw. sind Beispiele dafür, wie man Religion auf sehr schlechte Weise verbreiten wollte. Der Islam hat im großen Religionen-Staffel-Lauf den Stab vom Christentum übernommen und ist meiner Meinung nach die neue Religion des Todes.

HH: Was für Zukunftspläne hast du? Was willst du noch mit der Band erreichen?

Michiel: Musikalisch haben wir alles auf der Reihe und ich hoffe, wir werden nicht faul und fangen an, uns selbst zu wiederholen. Vielleicht machen wir auch noch ein Konzept-Album über ein Buch, das ich vor Kurzem gelesen habe. Es geht dabei um einen gewöhnlichen holländischen Blumenhändler, der vom extrem düstersten Calvinismus, von denen ich je gehört habe, vereinnahmt wurde. Dieser sehr orthodoxe Glaube machte aus ihm einen Fremden für seine Familie. Ein sehr düsteres und trostloses Buch, das bei mir sogar Gänsehaut erzeugt, während ich das hier schreibe.

HH: Wie steht es mit einer Tournee oder Festivals? Können wir TMDC hier auf den Bühnen sehen?

Michiel: Wir sind bereits für das Barther Open Air bestätigt. Nachdem wir ein deutsches Label haben hoffen wir, in Zukunft mehr Gigs bei euch spielen zu können. Wir hatten gehofft, auf dem Rock Hard-Festival spielen zu können, aber ich fürchte, das können wir nach "Kindertodeslied" nun vergessen. Wir sind wohl nicht politisch korrekt genug für dieses Festival und die Veranstalter fürchten, dass sonst Mille Petrozza seinen Auftritt absagen will he he he

HH: Womit beschäftigst du dich außerhalb der Band?

Michiel: Ich lehre Geschichte und Musik an einer weiterführenden Schule, ich trainiere, fahre Rad und lese.

HH: Wenn du dein Leben noch einmal leben könntest, würdest du alles noch einmal genauso machen oder was würdest du ändern?

Michiel: Nun, da sind schon einige Dinge, aber die kann ich hier nicht erwähnen, weil mich sonst bestimmte Menschen dafür töten würden. Ich denke, ich würde meine High School abschließen und Gitarrenunterricht nehmen.

HH: Wir sind nun fast am Ende dieses Interviews. Zum Abschluss habe ich noch Entweder-Oder-Fragen. Wähle einfach eine davon aus. Du brauchst deine Antwort auch nicht zu erklären, aber du kannst natürlich, wenn du willst. Ist nur eine Idee von mir und ich will sehen, ob und wie sie funktioniert:

Laufen oder gehen?

Michiel: Gehen. Die menschliche Rasse ist dafür geschaffen worden, lange Distanzen zu gehen. Tiere sind zwar schneller, aber der Mensch wird sie schließlich doch einholen, weil sie aufgrund der verbrauchten Energie ausruhen müssen.

HH: Links oder rechts?

Michiel: Das hängt von der Gesellschaft und der Situation ab. Beispielsweise hasse ich dieses typische politisch-korrekt-Gerede. Wenn ich in einem rechten Umfeld lebe, werde ich wohl den Sozialismus preisen. Andersrum, wenn ich nun in einer Gesellschaft von Baumfreunden bin oder von Leuten, die den Islam für einen Segen halten, werde ich wohl wie die Händler der Republikaner reden.

HH: Mann oder Frau?

Michiel: Frau, zweifellos. Gottes Geschenk an den Mann, aber ihr Stimmbänder zu geben war ein Fehler Gottes.

HH: Schwarz oder weiß?

Michiel: Schwarz, denn die schwarzen Menschen werden in der Zukunft diesen Planeten beherrschen. Wenn die Ozonschicht einmal nicht mehr sein wird, werden alle weißen Menschen sterben oder sie müssen in Höhlen leben. Die Schwarzen sind resistent gegen die Sonne und werden die weißen als Sklaven gebrauchen, die in den Minen nach Mineralien graben müssen. Der zweite Grund ist, dass Wissenschaftler erforscht haben, dass die weiße Rasse verschwinden wird, weil die schwarze DNA dominanter ist als unsere. Ich gehöre immer zur Seite der Gewinner. Wie du vielleicht weißt, ist Obama ein Mischling, aber er wird als halb-schwarz und nicht halb-weiß bezeichnet.

HH: Danke für dieses Interview, die berühmten letzten Worte gehören dir.

Michiel: Danke für das Interview und checkt unsere Hompage und unsere Seite auf myspace.

Ray

Zur Übersicht
Zur Hauptseite

Weitere Berichte und Infos

© www.heavyhardes.de