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Interview

English VersionInterview mit Lion's Share (10.07.2007)

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Manche Bands kommen und gehen wieder. So wie Lions Share. Doch nach sechs Jahren Pause war es wieder an der Zeit zurück zu kommen. Mit neuem Sänger und vor allen Dingen mit viel Energie und Wut im Bauch, wenn man sich die Songtitel anschaut. Dazu gibt es auch genügend Gründe, wie sich im Interview mit dem redseligen und sympathischen Bandgründer/Gitarristen Lars Chriss herausstellte.

HH: Hi Lars! Wie geht's euch denn?

Lars: Gut, danke! Ich bin gerade dabei die Pressesachen zu erledigen um unser Comeback Album Emotional Coma zu promoten, vermischt damit bei einigen Sommerfestivals zu spielen, also ich kann mich nicht beschweren.

HH: Herzlichen Glückwunsch zu Emotional Coma! Gefällt mir gut!

Lars: Danke dir! Ja, wir sind wirklich glücklich und auch stolz drauf. Es kam genauso so raus, wie wir es gehofft haben. Hoffentlich werden unsere Fans zustimmen, dass es das lange Warten wert war.

HH: Wie sind denn bis jetzt die Reaktionen darauf ausgefallen?

Lars: Ich würde sogar sagen besser als wir es zu hoffen gewagt haben. Die älteren Fans lieben es und wir haben genauso viele neue jüngere Fans bekommen. Wir sind froh wieder zurück zu sein.

HH: Was war der Grund dass man von euch sechs Jahre lang nichts mehr gehört hat?

Lars: Nach dem Entrance-Album und der Tour war ich völlig ausgebrannt, da ich mich um alles kümmerte was die Band betraf, inklusive der Album - Tour - Album Routine für über acht Jahre. Ich bin quasi über Nacht an einem absoluten Tiefpunkt angelangt und Gitarre zu spielen hat mir keinen Spaß mehr gemacht. Da mir der Name gehört, habe ich die anderen Jungs über meine Entscheidung aufgeklärt und dass sie sich nach anderen Bands umschauen sollten, mit denen sie spielen können. Unglücklicherweise hat es ein bisschen länger gedauert als ich dachte um den Hunger zurück zu bekommen, um eine Band wieder auf diesem Level laufen lassen zu können.

HH: Wer von euch hat die größte Verantwortung für das Songwriting?

Lars: Für dieses Album habe ich die meiste Musik und Gesangsmelodien geschrieben. Patrik hat alle Texte geschrieben. Nachdem Sampo sich anschloss, haben er und ich viel zusammen geschrieben, aber ich hatte bereits elf Lieder, als er 2004 hinzukam. Es fängt normalerweise damit an, dass einer von uns einen Riff hat. Dann setzen wir uns in meinem Homestudio hin, programmieren eine Drummaschine und versuchen den Musikhintergrund zu beenden. Manchmal machen wir es von Anfang bis Ende und manchmal arbeiten wir an mehreren Liedern zur gleichen Zeit und springen zwischen ihnen immer hin und her. Man kommt mit etwas Neuem an und sieht wo es am Besten passt. Wenn wir die Musik und das Arrangement fertig haben, schreib ich die Melodie und zeige sie Patrik, der die Texte schreibt. Wir sind eine Riff-Band, so dass fast alles in unseren Songs auf Riffs basiert. Wir haben keine festen Regeln für das Songwriting, von daher unterscheiden wir nicht wer einen Song geschrieben hat oder in welcher Art er geschrieben wurde, so lange er großartig erscheint. Sampo und ich schreiben so gut zusammen, so dass wir gleich noch ein weiteres Album gemacht haben, welches mehr in den Melodic Hard Rock-Stil von Bands wie Thin Lizzy, Whitesnake, Gotthard, Kingdom Come usw. tendiert, es heißt Road To Ruin. Wir haben Matti Alfonzetti (Skintrade, Jagged Edge) am Gesang und Thomas Broman (Hughes Turner Project, MSG, Electric Boys) am Schlagzeug. Das Debüt wird dieses Jahr im Herbst über Metal Heaven erscheinen.

HH: Wie ist denn der Albumtitel zu verstehen?

Lars: Der Titel wurde von den Songs genommen, die wir aufgenommen haben. Wir haben uns einfach alle Titel angeschaut und den herausgepickt, der am besten gepasst hat. Ziemlich genauso haben wir es mit Fall From Grace gemacht. In unserem Fall ist der schwierigste Teil beim Platten aufnehmen einen Titel zu vergeben. Vielleicht gerade deshalb heißen unsere ersten beiden Alben Lion's Share und Two.

HH: Gibt es eine Verbindung zum Coverartwork?

Lars: Nicht wirklich. Es passt einfach ziemlich gut.

HH: Leider liegen mir keine Songtexte vor, wovon handeln denn eure Lieder? Kannst du bitte zu den einzelnen Liedern etwas erzählen?

Lars: Ich hab die meiste Musik zu "Cult Of Denial" schon zuvor geschrieben gehabt, aber bis jetzt hat einfach nicht alles gepasst. Der Text basiert auf einer wahren Begebenheit, wo einige Teenager auf verschiedenen Chatseiten die Nachricht verbreiteten, dass sie sich selbst umbringen werden. Anstatt zu versuchen diesen Wahnsinn aufzuhalten, haben andere Jugendliche sie dazu ermutigt, es schließlich wirklich zu tun.

"The Arsonist" war einer der letzten Songs, den wir für das Album geschrieben haben. Wir haben einen weiteren schnellen Song gebraucht und zusammen mit "Clones Of Fate" ist dies der schnellste Lions Share-Song überhaupt.

Glen Drover von Megadeth war so freundlich, ein Gitarrensolo für den Titeltrack "Emotional Coma" aufzunehmen. Großartiger Kerl und ein Killer-Solo. Es hat eine coole Melodie, sehr doomig und episch. Der Brutale und das Schöne treffen sich in diesem Song in einer metallischen Symbiose.

Jeder Fan von Judas Priest und Accept sollte sich bei "Clones Of Fate" wohl fühlen. Dieser Song ist wie ein Hochgeschwindigkeitszug. Klassischer Heavy Metal so wie wir ihn lieben. Es ist eine Beschreibung von Verderben und Chaos einer Zukunftswelt, wo Maschinen und technische Monster die Macht übernommen haben.

Als Bruce Kulick in der Stadt war um eine Kiss-Expo durchzuführen, kam er im Studio vorbei und nahm zwei coole Soli für "The Edge Of The Razor" auf. Unglücklicherweise konnte er nicht für die Videoaufnahmen dabei sein, die wir dafür gemacht haben. Ich denke dieses Lied ist das Bindeglied zwischen unseren alten Platten und der neuen. Es hätte meiner Meinung nach auf jedem unserer Alben stehen können.

Der Respekt für andere Leute ist weg und diejenigen, die die Show machen sind die Drogenkönige. "Toxication Rave" ist vielleicht der Song, der bis jetzt am nächsten am Thrash Metal dran ist. Wir sind für lange Zeit Fans von Bands wie Megadeth und alten Metallica gewesen, also denke ich dass es an der Zeit war. Ich hatte Spaß dran, das Gitarrensolo einzuspielen da es entweder die ganze Zeit synchronisiert oder abgeglichen ist.

"Trafficking" ist auch eine etwas neue Seite im Lions Share Sound. Es ist zur gleichen Zeit sowohl aggressiv als auch poppig. Wir sind sowohl Fans von Bands wie Rammstein, In Flames, Soilwork als auch von dem Old-School-Zeug, so dass wir nachdem das alles in unseren kranken Köpfen vermischt haben, das nun dabei herauskam. Textlich gesehen geht es um den Handel mit Menschenleben, Erniedrigung und profithungrige Zuhälter.

Inspiriert von dem James Ellroy-Roman "Killer On The Road". Es geht um einen Massenmörder, der durch Amerika fährt und Leute umbringt. "Bloodstained Soil" ist der heftigste und doomigste Song auf dem Album. Ich bin ein riesiger Fan von Black Sabbath und Tony Iommis Riffing-Stil hatte seit dem ersten Tag einen sehr großen Einfluss auf mein Songwriting. Für mich ist Mob Rules das allerbeste Album überhaupt.

"Soultaker" war der allererste Lions Share-Song überhaupt auf dem Patrik gesungen hat. Ich denke wir haben am gleichen Tag einen Song namens "TV Preacher" aufgenommen aber wir haben nie die Zeit gefunden ihn für dieses Album aufzunehmen. Richard hat seinen Schlagzeugteil eingespielt und der Gesang ist auch fertig. Auch hier sollte sich wieder jeder Fan des klassischen alten Heavy Metals wie Zuhause fühlen.

Ein weiterer Song, der auf einer wahren Geschichte basiert ist "Hatred's My Fuel". Es ist eine brutale Geschichte über einen Typen, der seine Familie umgebracht und anschließend gegessen hat. Wir hatten ein paar Diskussionen auf dem Album erscheinen sollte oder nicht. Nachdem wir alle Lieder verschiedenen Leuten vorgespielt haben, erkannten wir, dass die meisten von ihnen dachten, dass dieses Lied den besten Refrain auf dem ganzen Album beinhaltet. Ich denke es war auch das Lieblingsstück des Tontechnikers.

Vor über einem Jahr haben wir ein Angebot erhalten auf einem Angel Witch Tribute Album mitzuwirken und stimmten bald mit "Sorcerers" zu. Das Album wurde aufgeschoben aber wir haben dieses Lied zu einem Lions Share-Song gemacht, es hat sich absolut falsch angefühlt ihn nicht mit auf das Album zu nehmen. Vor einiger Zeit hatten wir eine Listening Session für Journalisten und viele der Leute dort dachten dass es ein Original Lions Share-Song sei, was das größte Lob ist was wir bekommen konnten.

HH: Was sind denn deine persönlichen Favoriten auf Emotional Coma?

Lars: Ich mag sie alle (Überraschung!) Es ändert sich von Tag zu Tag aber ich versuche immer ein Album zu schreiben anstatt einzelne Songs, wenn du verstehst was ich meine? Hoffentlich werden die Leute die CD einlegen und sie die ganze Zeit laufen lassen. Darauf hoffen wir letztendlich. Wir versuchen es wie eine Reise zu gestalten, bei der man entlang des Weges an verschiedenen Orten und Stimmungen vorbei kommt.

HH: Wie kam es denn zu der Zusammenarbeit mit Patrik Johansson?

Lars: Ich hörte eine MP3 im Internet genau bevor Anfang 2003 mit Space Odyssey sein erstes Album überhaupt veröffentlicht wurde. Ich kontaktierte ihn und er war ein alter Fan von Lions Share und mochte die neuen Sachen an denen ich arbeitete, wir verstanden uns gut und er schloss sich 2003 Lions Share an. Um ohne den ganzen Druck von Presse und Fans arbeiten zu können, haben wir uns dazu entschlossen es nicht offiziell werden zu lassen. Wir arbeiteten weiter an den Liedern bis wir uns bereit dazu fühlten das Comeback-Album aufzunehmen. Es war das gleiche Szenario als sich Sampo Axelsson ein Jahr später uns anschloss, also haben wir dieses Line-Up jetzt drei bis vier Jahre am Laufen und es funktioniert sehr gut.

HH: Wer war für das Coverartwork zuständig?

Lars: Wir wollten eine Maskottchen Figur wie Eddie von Iron Maiden. Ein Maskottchen, das wir für zukünftige Cover verwenden können und auch auf Shirts und anderem Merchandising. Ein Freund von uns, Robert musste eine Skizze nach der anderen machen bis wir zufrieden waren. Ich denke es kam was ganz Gutes dabei heraus. Wir haben sogar für Liveshows ein 6x5m Backdrop davon anfertigen lassen, es schaut super aus.

HH: Hast du irgendwelche Idole? Was sind deine größten musikalischen Einflüsse?

Lars: Ich bin mit Old-School-Heavy Metal und Bands wie Judas Priest, Saxon, Anvil, Angel Witch, Accept, Megadeth, Black Sabbath und Queensryche aufgewachsen. Der Grund warum ich aber überhaupt mit Spielen angefangen habe war Kiss. Sie haben mir alles bedeutet als ich ein Kind war. Ich mag auch Pop wie Abba und The Beatles, ich mag AOR wie Foreigner, progressive Sachen aber auch neuere Bands wie Rammstein, Soilwork, Arch Enemy usw. Von den Gitarristen mag ich Gary Moore während der 80er, George Lynch, Marty Friedman, Uli John Roth, Michael Schenker, Tony Iommi ist natürlich der Gott der Riffs. Meine Lieblingssänger sind Ronnie James Dio, Tony Martin, Jorn Lande, Russell Allen und Paul Stanley.

HH: Was sind eure weiteren Zukunftspläne? Was wollt ihr noch erreichen?

Lars: Weiterhin die zu Lieder schreiben und die Alben machen, die wir selber gerne hören und auch kaufen würden. Damit weitermachen vom Herzen weg zu schreiben, ganz egal welche Trends um uns herum geschehen. Hoffentlich werden genug Leute unseren Musikgeschmack teilen, so dass wir für viele weitere Jahre Alben veröffentlichen können. Für die nähere Zukunft sind wir mittendrin in Schweden die Sommerfestivals zu spielen. Wir haben gerade mit dem Sweden Rock Festival auf dem größten Metal-Festival in Skandinavien gespielt. Als nächstes werden wir auf dem Magic Circle Festival in Deutschland u.a. mit Manowar spielen. Wir werden auch beim Metal Heart in Norwegen mit Bands wie Queensryche, Testament, Dimmu Borgir usw. auftreten. Aber wir schauen auch auf verschiedene Angebote für eine Europa-Tour in diesem Herbst.

HH: Vielen Dank für das Interview! Ich wünsch euch viel Glück! Gibt es noch etwas das du loswerden möchtest?

Lars: Gern geschehen! Danke, dass ihr Lions Share unterstützt! Sorgt dafür dass ihr auf unsere Homepage www.lionsshare.org wegen Tour-Daten, News und anderen Informationen schaut. Wir sehen uns auf Tour!

Andi

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