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Interview

English VersionInterview mit Antiquus (19.06.2007)

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Eine Band mit einem lateinischen Namen auszustatten ist eher ungewöhnlich, der Albumtitel Eleutheria auf jeden Fall. Über den Bandnamen, die anspruchsvollen Songs und über leere Räume gab Drummer Andrew Bak bereitwillig Auskunft.

HH: Warum habt ihr eurer Band einen lateinischen Namen verpasst?

Andrew: Antiquus bedeutet "alt". Vor unserem ersten Album waren wir unter einem anderen Namen unterwegs, aber wir haben unsere musikalische Ausrichtung verändert. Deswegen haben wir uns für einen neuen Namen entschieden. Irgendwann bin ich mit dem Wort "Antiquus" angekommen, obwohl ich damals nicht wusste, was es bedeutet, ich mochte einfach wie es klingt und die anderen fanden es auch gut. Als wir dann endlich erfahren hatten, was es bedeutet, dachten wir uns, dass es sogar noch besser passt - wir hielten ihn sehr geeignet, gerade wegen der Songs und Texte, die wir schreiben.

HH: In eurer Biographie steht, dass ihr eure Wurzeln, die aus den 80er Jahren stammen, mit einem frischen melodischen und moderneren Anstrich verseht. Welche Bands aus den 80ern haben euch als Musiker am meisten beeinflusst?

Andrew: Ich denke, es ist ziemlich klar, dass Iron Maiden einen großen Einfluss auf uns hatten. Ich selbst mag Bands wie Fates Warning und Queensryche sehr gerne. Innerhalb der Gruppe mögen wir ziemlich verschiedene Bands, aus den verschiedensten Genres und Zeitepochen: alles was mit Power Metal zu tun hat, wie Helloween oder Hammerfall, bis zu thrashigerem Zeug wie Metallica und Megadeth oder auch härtere Bands wie Slayer.

HH: Und woher kommen eure modernen Einflüsse?

Andrew: Für uns war es wichtig aus den schon fast formelartigen Schreibweisen auszubrechen, die wir immer wieder bei den Bands gesehen haben, die uns beeinflussten. Es ist nicht so, dass wir es nicht mögen, wie sie ihre Lieder schreiben, wir sagen nur, dass es auf diese Weise schon zu oft geschehen ist und wir unsere eigene Vorstellung des Songwriting umsetzen wollten. Wir wollten uns auch produktionstechnisch nicht einschränken - wir arbeiten gerne mit ungewöhnlichen Instrumenten und vor allem auch ungewöhnlichen Gesangstechniken.

HH: Anfang 2005 habt ihr euer erstes Album Ramayana veröffentlicht, das euch hier in Deutschland sehr gute Kritiken einbrachte, soweit ich das sehen kann. Habt ihr mit so guten Kritiken gerechnet?

Andrew: Wir waren sehr stolz darauf, was wir mit Ramayana erreicht hatten, vor allem in Hinblick darauf, wie wenig Geld uns dafür zur Verfügung stand. Wir setzten große Hoffnungen in das Album, aber nichts konnte uns auf die Reaktionen vorbereiten, die wir dazu nicht nur in Deutschland, sondern in der ganzen Welt erhalten haben. Dass Ramayana so gut ankam, hat uns wirklich berührt - es ist schon fast eine Schande, dass wir mit diesem Album nicht öfter live auftreten konnten.

HH: Wo habt ihr die besten Reaktionen für Ramayana eingefahren?

Andrew: Deutschland war sehr nett zu uns, aber auch in Griechenland, dem Vereinigten Königreich und hier in Kanada kam die Scheibe gut an. Wir hatten die Hoffnung, dass wir in den USA mehr Aufmerksamkeit bekommen würden, aber der Markt dort ist so riesig und es gibt dort so viele Bands und Alben, dass es schwierig ist, die Aufmerksamkeit der Medien zu erlangen.

HH: Im Januar 2007 habt ihr euer zweites Album Eleutheria hier in Deutschland veröffentlicht. Wo in der Welt habt ihr diesmal die besten Reaktionen bekommen?

Andrew: An Eleutheria hatten wir die gleichen Erwartungen wie an Ramayana, außer dass die Medien und die Fans größere Erwartungen an uns gestellt haben, weil wir bei Cruz Del Sur unterschrieben hatten - die Messlatte wurde also höher gelegt. Und weil die Erwartungen höher lagen, bedeutet uns das Lob, das wir vor allem aus Deutschland für unser Album bekommen haben, sehr viel.

HH: Seid ihr mit dem Album zufrieden?

Andrew: Ja, aber wie immer wäre ich glücklicher, wenn wir mehr Zeit gehabt hätten, um daran zu arbeiten. Wir haben schlussendlich die Geschichte, die wir erzählen wollten, recht originalgetreu eingefangen, und auch die musikalischen Leistungen sind so stark wie wir sie nur machen konnten, wenn man bedenkt, wieviel Zeit und sonstige Ressourcen uns zur Verfügung standen. Es gibt da einige produktionstechnische Dinge, an denen ich gerne länger gearbeitet hätte, aber gut, vielleicht beim nächsten Album.

HH: Wenn man sich die Songtitel ansieht, hat es den Anschein, dass ihr einem bestimmten lyrischen Thema folgt. Kannst du uns einen kurzen Überblick geben, von was eure Texte handeln?

Andrew: Eleutheria erzählt die Geschichte eines Entdeckers, dem Kapitän, der von seinem König und seinem Land angeheuert wurde, neue Länder zu entdecken. Auf seiner Reise muss der Kapitän einige schwierige Entscheidungen treffen, die schwerwiegende Konsequenzen nach sich ziehen. Wir wollten beleuchten, wie weit Menschen im Namen von Fortschritt und Pflicht gehen. Würden sie dafür sterben? Würden sie dafür töten? Warum ziehen wir los, um das Unbekannte zu entdecken? Wir waren schon immer an historischen Erzählungen über Entdeckungen und deren Effekte, die sie auf die Zukunft hatten, interessiert. Also haben wir eine Geschichte erzählt, die teilweise in der Vergangenheit und teilweise in der Zukunft spielt. Außerdem konnten wir einige Dinge im Hinblick auf historische und zeitgenössischer Literatur einbringen, die wir mögen, alles von Gedichten von Walt Whitman bis hin zum Horror und Fantasy von Stephen King.

HH: Bei den Songtiteln hat es den Anschein, dass "Mechanismo" und der letzte Song "KT Event" nicht zu den restlichen Texten gehören, oder?

Andrew: Nein, sie gehören nicht dazu. Der Konzeptteil umfasst die ersten sechs Lieder, "KT Event" und "Mechanismo" sind andere Lieder, die wir zu dieser Zeit geschrieben haben. Wir haben lange darüber diskutiert, ob wir sie an den Anfang oder ans Ende des Albums stellen sollten. Wir haben uns dann aber entschieden, mit dem Konzept anzufangen, weil das das Fundament des Albums bildet.

HH: Auf Eleutheria schafft ihr es, komplexe Songs zu schreiben, die von Mal zu Mal stärker werden. Die Lieder sind aber auch sehr episch, ohne großartig bombastische Keyboard-dominierte Passagen oder mehrstimmige Chöre einzusetzen. Habt ihr solche Elemente bewusst vermieden? Könnt ihr euch vorstellen, sowas in Zukunft einzusetzen?

Andrew: Als Produzent wollte ich sicher sein, dass wir alle das gleiche Verständnis der Geschichte hatten und wie sie erzählt werden sollte, bevor wir anfingen, das Album aufzunehmen. Das bedeutete aber auch eine offene Diskussion über die Instrumentierung. Die Botschaft, die ich bekam, war klar - wir wollten in der Lage sein, die Aufnahmen live so gut wie möglich reproduzieren zu können. Da wir aber keinen festen Keyboarder haben, wollten wir auch keine Keyboards auf dem Album. Das gleiche gilt für die Chöre. Wer weiß, was die Zukunft bringt, aber wir denken, dass der Verzicht auf fette Keyboardpassagen oder große Chöre einige der Dinge sind, die uns einzigartig machen.

HH: Stell dir bitte einen leeren Raum vor. Wie müsste dieser Raum dekoriert werden, damit er Eleutheria repräsentiert?

Andrew: Ich würde nichts hinein stellen. Ein Teil der Botschaft, die wir rüberbringen wollten, ist, wenn du jemanden oder etwas oder einen neuen Ort entdeckst, sollst du respektvoll sein, indem du es so lässt, wie du es vorfindest, anstatt ihm deine eigene Identität aufzuzwingen.

HH: Werden wir euch in naher Zukunft live hier in Europa, vor allem in Deutschland sehen?

Andrew: Wir arbeiten an einigen Auftritten in Europa für Juli, aber da steht noch nichts fest. Wir hatten auch noch keinen Kontakt mit irgendwelchen Festivals. Wir haben immer noch viel Zeit, um daran zu arbeiten, wir wären aber froh, wenn wir mit einigen Leuten über Auftrittsmöglichkeiten reden könnten.

HH: Vielen Dank für deine Zeit und viel Erfolg mit Antiquus! Zum Abschluss noch ein paar Worte?

Andrew: Wir wollen noch unseren Fans danken, vor allem denjenigen in Deutschland. Ohne unsere Zuhörer hätte das was wir machen keine Bedeutung. Danke, dass ihr uns über all die Jahre hinweg unterstützt habt und hoffentlich sehen wir uns auf Tour 2007!

Lord Obirah

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