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Interview

Interview mit Sinner (20.02.2007)

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Nachdem mir Tom Naumann ja im Rahmen des legendären Earthshaker Fests 2005 Rede und Antwort stand, musste ich auch natürlich auch dieses Mal nachhaken und nach der Manowar-Comedy-Aufführung fragen...

HH: Weißt Du noch, wo Du am 7. Februar 1988 warst?

Tom: Da waren wir sicherlich irgendwo in Deutschland auf der Dangerous Charm Tour. Daran kann ich mich erinnern, da es meine erste Tour war.

HH: Genauer gesagt habt ihr da in der Rhein-Main-Metropole Schafheim einen Gig dieser Tour gespielt. Vielsagendes Motto war "Schafheimer Rockfasching". Technisch wollte nichts funktionieren, aber es ging trotzdem gut ab. Dazwischen liegen mittlerweile 19 Jahre. Wenn Du als Veteran die Szene damals und heute vergleichst - war damals wirklich alles besser? Oder ist das nur unsere gemeinsame Nostalgie?

Tom: Nein. Sicherlich war früher nicht alles besser. Im Laufe der Zeit hat sich einiges geändert. Das Equipment ist professioneller geworden. Die Techniker müssen mehr können, da sich die Technik auch weiterentwickelt hat. Das Musikbusiness ist härter geworden. Es gibt mehr Leute, die nur versuchen abzuzocken. Genauso gibt es mittlerweile verscheiden Musikrichtungen im Metal. Hat sich also in 19 Jahren schon einiges getan. Wäre ja aber auch traurig, wenn die Musik stagniert wäre.

HH: Spätestens seit dem Erfolg vom Hammerfall ist der klassische Metal wieder im Kommen. Wie stark kannst Du von der Entwicklung profitieren?

Tom: Was heißt im Kommen? Hammerfall hatte um die Zeit von 1996 ihr Album rausgebracht, das den True oder klassische Metal wieder salonfähig gemacht hat. Danach haben wir mit Primal Fear unser Debüt veröffentlicht und sind damit in die Charts bis in die Top 50 eingestiegen. Danach haben aber die Labels wieder alles gesignt, was sich nur annähernd nach True Metal anhört. Da war der Trend ja dann schon fast wieder gestorben. Hammerfall ziehen ihr Ding erfolgreich durch und ich gönne ihnen das auch und Primal Fear sind stark genug, sich aus der Masse der Metalbands herauszuheben, was ja der Erfolg auch beweist. Sinner betrachten wir selbst dagegen nicht als Metal. Wir sehen uns da eher im Heavy Rock-Bereich und haben unsere Wurzeln bei Bands wie Thin Lizzy oder Whitesnake. Sicherlich haben wir auch die eine oder andere Nummer auf einer Produktion, die schon sehr metallisch klingen mag, aber wenn man ein Album im Ganzen betrachtet, werden Sinner wohl nie total Metal sein.

HH: Eure neue Scheibe Mask Of Sanity ist seit Mitte Januar draußen, bist Du zufrieden mit dem Ergebnis? Welche Veränderungen hast Du seit dem letzten Werk There Will Be Execution vorgenommen?

Tom: Klar bin ich zufrieden mit dem Ergebnis. Die Aufnahmen gestalteten sich sehr locker und relaxt und wir hatten jede Menge Spaß im Studio. Auf der Mask Of Sanity haben wir uns wieder mehr auf unsere Wurzeln besonnen. Im Gegensatz zu There Will Be Execution klingt Mask Of Sanity sehr Thin Lizzy-lastig. Das hat sicherlich damit zu tun, dass wir 2006 die Möglichkeit hatten das Grab von Phil Lynott zu besuchen. Das hat uns inspiriert. Das Album ist im Großen und Ganzen auch nicht so heavy wie There Will Be Execution ausgefallen und wir haben unser Augenmerk verstärkt auf gute Hooks und zweistimmige Solis gelegt.

HH: Hast Du einen persönlichen Favoriten unter den Tracks auf der neuen Scheibe?

Tom: Das wechselt immer von Woche zu Woche. Momentan habe ich "Badlands", "Revenge" und "Diary Of Evil" als Faves. Das kann und wird sich sicherlich wieder ändern.

HH: Was ist für Dich im Moment wichtiger, dein Engagement bei Primal Fear oder deine "hauptamtliche" Tätigkeit in Deiner eigenen Band?

Tom: Primal Fear nimmt sehr viel Zeit in unserem Leben ein. Wir werden mit Primal Fear im Februar schon wieder ins Studio gehen und den Nachfolger von Seven Seals einspielen. Sinner ist aber ein großer Teil in unserem Leben, da es die Band mittlerweile seit über 20 Jahren gibt. Momentan machen wir für die neue Sinner viel Promoarbeit und im März geht es auf Tour. Durch die zeitintensiven Verpflichtungen von Primal Fear bleibt des öfteren nicht genügend Zeit für Sinner.

HH: Wie bringst Du deine musikalischen Aktivitäten und Deine Arbeit bei Nuclear Blast unter einen Hut?

Tom: Bei Nuclear Blast arbeiten wir nicht mehr. Da hast Du wohl schlecht recherchiert ;)) - (Mist - Holgi) Mat und ich haben uns Mitte 2006 selbstständig gemacht und eine Booking-und Management-Agentur eröffnet. Dadurch können wir unsere musikalischen Aktivitäten zusammen gut koordinieren.

HH: 2005 habt ihr auch beim Earthshaker Fest gespielt, wo ich auch schon einmal mit Dir reden konnte. Aktuell ist dieses Festival aufgrund der DVD-Veröffentlichung des schon berüchtigten Manowar-Gigs wieder im Gespräch. Viele Fans fühlten sich verschaukelt, der Vorwurf des Playback-Orchesters steht nach wie vor im Raum. Hast Du den Gig selbst gesehen, und wie habt ihr das damals "hinter den Kulissen" erlebt?

Tom: Den Gig habe ich natürlich gesehen und fand es schon sehr komisch, wie da auf einmal eine Menge Pinguine aus den Bussen ausgestiegen sind und bevor die Show losging, hat kein einziger Musiker sein Instrument gestimmt. Zumindest habe ich davon nichts mitbekommen.
Hat man beim Orchester einen kurzen Linecheck vor dem Auftritt gemacht wie das so üblich ist?? Ich glaube Nein. Das sagt eigentlich alles. Man kann ja seine Fans auch für dumm verkaufen, aber das was da abging war, in meinen Augen, lächerlich. Nicht nur den Fans gegenüber, sondern auch den Bands, die sich den Launen beugen mussten. Es hat doch schon etwas divamäßiges, wenn man am Tag des Konzerts auf einmal erfährt, das man eine Stunde früher spielen muss, da Manowar ihr Set von zwei auf drei Stunden ausdehnen. Dann bekommt man im Umkreis des Festivals kein Hotel, weil das Manowar-Orchester alles belegt hat. Abends dann wird man Zeuge, wie Manowar einen Soundcheck live auf der Bühne machen und sich Herr Maio über sein großes Vorbild Wagner echauffiert, weil Wagners Nachfahren keinen Bock auf einen Ami in Ledertanga haben und nicht zur Show gekommen sind. Auch die Aktion mit Christopher Lee war doch eine Farce. Hätte er lieber ein paar Songs mehr gespielt, sich nicht so aufgeblasen, dann wären wohl alle zufrieden gewesen ;)))

HH: Wenn Du aus der Vielzahl Deiner Platten die nennen solltest, die Dir am meisten am Herzen liegt - welcher Titel würde fallen?

Tom: Jede Platte hatte zu ihrer Entstehung ihren Reiz und spiegelt die verschiedenen Phasen der Band wieder. Persönlich würde ich Bottom Line, Judgement Day, Nature of Evil und Mask Of Sanity bevorzugen.

HH: Auf Comin' Out Fighting hast Du seinerzeit "Rebell Yell" gecovert. Hast Du mal direkt mit Billy Idol Kontakt gehabt, und wie siehst Du sein derzeitiges Comeback?

Tom: Persönlich habe ich keinen Kontakt zu ihm gehabt. Sein Comeback finde ich allerdings gut. Habe ihn auf der Bühne gesehen und er rockt wie früher. Ist einfach ein genialer Entertainer und hat mit Steve Stevens einen super Partner in crime. Ich hoffe man hört noch viel von Billy. Zumindest handelt es sich bei diesem Comeback nicht um etwas, das die Menschheit nicht braucht. Gibt ja leider viele Comebacks, die total für den Arsch sind und nur auf Kohlebasis beruhen. Geld wird sicherlich beim Idol auch eine Rolle spielen, aber nicht nur.

HH: Was möchtest Du in den nächsten zwei Jahren mit Sinner und mit Primal Fear erreicht haben?

Tom: Zuerst möchte ich mal, dass wir alle gesund bleiben und die Möglichkeit haben weiterhin erfolgreiche Platten und Tourneen zu spielen. Natürlich hoffe ich, dass die Erfolgskurve von beiden Bands weiter nach oben geht. Mit Primal Fear werden wir das jetzt in Angriff nehmen. Solange wir uns aber selbst treu bleiben und das machen worauf wir Bock haben, sehe ich der Sache relativ gelassen entgegen.

HH: Sehen wir euch 2007 auf Tour?

Tom: Yep. Mit Sinner werden wir erst im März auf Tour gehen. Weiterhin sind einige Shows Ende April/Anfang Mai geplant. Danach werden Sinner einige Festivals im Sommer spielen. Primal Fear wird dann ab September wieder die Hallen unsicher machen.

Holgi

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