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Interview

Interview mit Arch Enemy (12.08.2006)

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Logo Arch Enemy

Anlässlich der DVD Veröffentlichung Live Apocalypse war es an der Zeit, Arch Enemy ein paar Details zu entlocken. Doch die Terminabsprachen gestalteten sich etwas schwierig. Letzendlich hat man auf dem Wacken Open Air doch noch zusammen gefunden zum kurzen Plausch mit Frontfrau Angela Gussow. Doch irgendwie stand dieser Termin unter keinem guten Stern: erst überzog das vorherige Presseteam seine Zeit, dann wurde meine kurzfristig noch gekürzt und dann sandte mein Aufnahmegerät die Daten noch ins Nirvana. Doch Odin sei Dank war ich zu diesem Zeitpunkt noch gut bei Sinnen und kann somit den Großteil des Interviews mit der sympatischen Sängerin noch wieder geben.

HH: Hi Angela, wie geht's dir? Du hast gerade beim Gig erzählt, dass ihr erst kurz vor dem Gig angekommen seid. Woran lag's?

Angela: Ja, das stimmt, unser Flug wurde kurzfristig gestrichen, was bei dieser Airline schon mal öfter vorkommt. Und der Ersatzflug ging erst später, so dass wir wirklich auf den letzten Drücker hier angekommen sind. Da blieb gerade noch Zeit zum Umziehen und dann ab auf die Bühne. Gott sei Dank waren die Roadies und Bühnentechniker so auf Zack, ohne die hätten wir das nicht mehr geschafft. Danke noch mal dafür. Aber sonst geht's mir gut ha ha

HH: Was ist eigentlich schöner für dich: eine kleine Clubshow vor relativ wenigen Fans oder ein Gig auf einem großen Festival. Was bevorzugst du?

Angela: Ach, das ist mir eigentlich egal, ich steh überall gerne auf der Bühne. Bei den kleinen Clubshows hast du halt den Vorteil, dass du nur vor wirklichen Fans spielst, da ist die Atmosphäre natürlich ganz anders als auf einem großen Festival wir hier dem Wacken Open Air. Aber andererseits kannst du hier mehr Leute erreichen, die vorher evtl. Arch Enemy noch nicht gekannt haben, das ist natürlich der Vorteil hier. Und die Leute hier gehen ja wirklich gut ab.

HH: Noch mal Thema Festival. Ihr hättet ja am 21.07. auf dem Metalcamp in Slowenien am Freitag spielen sollen. Der Gig wurde von euch kurzfristig aufgrund familiärer Probleme abgesagt. Mehr stand dazu auf euerer Homepage nicht. Bei manchen Fans stieß dies auf Verwirrung und Ärger, vor allem wenn man bedenkt, dass ihr den Gig am darauf folgenden Tag auf dem Earthshaker Festival gespielt habt.

Angela: Ach, die Leute regen sich immer so schnell auf. Es ist jedenfalls nun mal so, dass bis auf mich alle in der Band ihre Familien und eben auch Kinder haben. Und wenn die Mutter dann mal keine Zeit hat, auf den Nachwuchs aufzupassen, ist halt der Vater in der Verpflichtung. Ich denke, dass ist doch nur natürlich, dass man für seine Kinder da ist. Oder etwas nicht? Das ist mal wieder viel zu sehr aufgebauscht worden. Die Mutter ist ausgefallen, der Vater ist eingesprungen, das war's. Und nachdem ich gehört habe, wie es da so zugegangen ist, kann man ja schon fast froh sein, dass wir diese Reise nicht auf uns genommen haben.

HH: Warum? Was hast du gehört?

Angela: Die Jungs von Opeth haben es mir erzählt. Die waren ja am Samstag auf dem Earthshaker Fest. Es wurde ihnen zugesichert, dass sie von dort mit einem Nightliner abgeholt werden würden und in zwölf Stunden nach Slowenien gefahren werden. Tatsächlich war der Bus jedoch ein ausrangierter Schulbus. Da saßen sie nun also satte 16 Stunden in diesem Bus, ohne Klima, ohne Schlaf. Die sind auch gerade so zum Festival gekommen, raus aus dem Bus, rauf auf die Bühne. Wer weiß, vielleicht haben die da unten keine besseren Busse? Jedenfalls waren die Jungs mehr als gerädert.

HH: Themenwechsel. Vor Kurzem habt ihr die erste DVD eurer Bandgeschichte veröffentlicht. Wie seid ihr selbst mit dem Ergebnis zufrieden und wie waren die bisherigen Reaktionen?

Angela: Also, das Ergebnis stellt so manche Musik-DVD locker in den Schatten (stimmt - Ray), von daher sind wir mehr als nur zufrieden mit dem Endergebnis. Und bislang haben wir auch nur positive Resonanzen erhalten. Ist aber auch kein Wunder, das Teil killt einfach ha ha

HH: Zwischen Aufnahme der DVD im Jahre 2004 und der Veröffentlichung liegen jedoch zwei Jahre. Wie kam es zu dieser doch recht langen Zeit?

Angela: Na ja, da steckt ja auch eine Menge an Arbeit drin. Zum Einen haben wir das damalige Konzert ja mit zwölf unterschiedlichen Kamerapositionen aufgenommen. Da galt es erst einmal, für jeden Song bzw. für jede Sequenz den optimalen Mitschnitt heraus zu filtern. Und das war keine leichte Aufgabe. Dann musste das Ganze natürlich auch noch zusammen gesetzt werden. Und für die Bonus-Filme hatten wir über die Zeit auch Tonnen an Material zusammen. Auch das musste gesichtet werden. Tja, da gingen dann meine Weihnachtsferien drauf. Da habe ich nicht unterm Baum sondern vor dem Monitor gesessen ha ha. Und schließlich sind wir ja auch dann im Januar 2005 schon wieder ins Studio gegangen, da blieb dann für die DVD erst einmal leider keine Zeit mehr, so dass wir uns erst hinterher wieder damit beschäftigen konnten.

HH: Der Gig in London war ja der letzte Gig von Chris Amott. Wie ging es dir dabei, das Material anzusehen und zu sichten? War Melancholie angesagt?

Angela: Es war schon ein etwas komisches Gefühl, sich das Ganze noch mal anzusehen. Schließlich war Chris ja nicht nur ein Gitarrist. Er war auch Gründungsmitglied von Arch Enemy und ist ja auch noch der Bruder von Michael. Von daher war es schon etwas strange. Aber das Leben geht weiter, also den Blick nach vorne gerichtet. Und Chris ist ja auch nicht aus der Welt. Er wohnt quasi einmal über die Straße. Wir verbringen also nach wie vor noch Zeit mit einander.

HH: Wie sieht es mit neuen Songs und einer neuen CD aus?

Angela: Wir haben schon den ein oder anderen Song in der Mache, allerdings noch nichts, was vorspielreif wäre. Wir sind jetzt erst mal unterwegs, u.a. auch in Japan. Danach wird weiter an den Songs geschrieben und ich denke mal, dass wir Anfang nächstes Jahr ins Studio gehen werden. Dann könnte die neue Scheibe gegen Herbst 2007 erscheinen. Ist aber alles noch nicht fix.

HH: Du bist jetzt sechs Jahre bei Arch Enemy mit dabei. Da hat sich vieles verändert. Wenn du zurück blickst, bereust du deine Entscheidung oder würdest du es jederzeit noch einmal machen?

Angela: Keine Frage, ich würde es wieder machen. Klar gibt man viel auf und vieles ist nicht möglich, wenn man ständig auf Tour ist, z.B. Kinder bekommen. Aber auf der anderen Seite erlebt man so viel, man ist ständig unterwegs, lernt neue Länder und Menschen kennen. Wenn man bedenkt, wie Arch Enemy waren, bevor ich in die Band gekommen bin. Die hatten gerade mal zwei Touren hinter sich, die längste davon zwei Wochen. Alles hat sich verändert, als ich in die Band gekommen bin. Wir sind ständig unterwegs. Ja, ich würde es wieder machen.

HH: Glaubst du an ein Leben nach Arch Enemy? :)

Angela. Ha ha eine gute Frage. Ja, es wird ein Leben nach Arch Enemy geben. Bei meinem Einstieg habe ich gleich gesagt, dass ich diesen Job nicht mein ganzes Leben lang machen werde. Ich bin eine Frau und möchte auch einmal Kinder haben. Und das geht nun mal nicht, wenn man ständig unterwegs ist. Von daher wird es ein Leben danach geben ha ha

HH: Wie sieht eigentlich das Leben im Tourbus bei euch so aus? Gibt es da Schwierigkeiten, weil eine Frau mit an Bord ist?

Angela: Nein, absolut nicht. Ich habe meinen Platz im Bus, den ich auch absperren kann. Und die Jungs wissen auch, wenn die Tür zu ist, will ich meine Ruhe haben. Ich hau mir dann einfach Ohropax in die Ohren und kann dann schlafen, während die anderen vorne feiern. Wenn es mir dann doch einmal zu bunt wird oder ich Stimmen im Bus höre, die ich nicht zuordnen kann, geh ich dann doch mal nach vorne zum Mitfeiern. Allerdings dauert das dann doch etwas, weil ich will mir dann schon was anderes anziehen und nicht gerade im rosa Pyjama durch den Bus gehen. Obwohl das auch schon mal vorgekommen ist ha ha ha

HH: Kannst du dich an die schlechteste Location erinnern, in der ihr aufgetreten seid?

Angela: Oh, da gab's schon einige, da reicht die Palette von schlechtem Essen über dreckige Umkleiden bis hin zu keinen Toiletten. Da gibt's schon einige....

HH: Leider schon die letzte Frage, der Nächste wartet ja schon: Wie sieht es bei dir mit Lampenfieber aus. Hast du noch welches vor einem Gig?

Angela: Also, eigentlich nicht mehr. Wobei ich genau genommen auch noch nie welches hatte. Ich stand schon immer gern auf der Bühne und demnach kommt Lampenfieber bei mir nicht vor.

HH: Danke für das Interview und noch viel Spaß auf Wacken.

Ray

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