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Interview

Interview mit Disaster K.F.W. (08.07.2006)

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Logo Disaster K.F.W.

Disaster K.F.W. sind wohl eine der kultigsten Bands aus den neuen Bundesländern und schon seit über 20 Jahren aktiv dabei. Auch wenn es anfangs gar nicht danach aussah und die Band einige Schicksalschläge und Besetzungswechsel verkraften musste, haben sich die Weimarer nie unterkriegen lassen und mit Collateral Damage im Jahre 2006 ihr zweites Album veröffentlicht.

HH: An euren Bandnamen habt ihr die Abkürzung K.F.W. angehängt. Warum dieses Kürzel K.F.W., "Klassischer Friedhof Weimar"? Weimar ok, aber was bedeutet "Klassischer Friedhof"?

EnzephaloN: Das "Klassischer Friedhof Weimar" sollte einerseits uns gegenüber anderen ungefähr gleichnamigen Bands absetzen. Andererseits liegt da auch ein tieferer Grund dahinter. Einige unserer Weggefährten und besten Freunde - so unser damaliger Gitarrist und Freund Pfeiler - ruhen dort. Und im Grund ist der Klassische Friedhof in Weimar nicht nur ein Denkmal, sondern für uns der Tummelplatz der Kindheit, der Treffpunkt unserer Halbstarkenzeit und natürlich auch die Ruhestätte in unserer Zukunft. Man könnte sagen, der Klassische Friedhof ist ein fester Bestandteil unseres Lebens und somit auch Teil des Bandnamens. Keine Ahnung ob Du schon mal dort warst. Er ist einfach wunderschön und urig. Hammer!

HH: Gegründet wurden Disaster K.F.W. schon 1985, damals aber noch nicht unter dem jetzigen Namen. Zeitweise habt ihr auf Namen wie SpeedMetalKing, Hurrican oder Die Schleifers gehört. Haben diese vielen Namensänderungen etwas mit eventuellen Repressalien seitens des Staates zu tun?

Sepsis: Nö. Auf der Suche nach einem brutalen Namen und auch aus langer Weile, wurde halt hin und wieder der Name geändert. Saufen und Verstecken spielen hat außerdem noch einiges an Zeit gekostet. Die Musik kam somit erst an zweiter Stelle.

HH: Zu Zeiten der ehemaligen DDR habt ihr auch keinerlei Material für die Nachwelt festgehalten, erst nach dem Mauerfall habt ihr 1991 euer erstes selbstbetiteltes Demo und das Pictures Of A Ill Society-Demo (1994) aufgenommen. Warum gibt es von der Zeit vorher keine Aufnahmen?

Skelleton: Damals war kaum dran zu denken, dass wir überhaupt auftreten durften, da man ja eine sogenannte Einstufung brauchte. Also man spielte ein paar Stücke vor einigen Politbonzen und diese entschieden dann darüber, ob man auftreten dürfe oder nicht. Klar gibt's hier und da noch ein paar ORWO-Kassetten aus'm Proberaum, aber diese Aufnahmen sind mehr als undergroundig!
Was natürlich aber auch immer ein Grund damals war: Wir haben lieber gesoffen und dann Verstecken gespielt - das war lustiger als im Proberaum an Songs zu arbeiten. Wie gesagt, damals.

HH: Trotz erster Erfolge wurde Disaster K.F.W. für's erste auf Eis gelegt und erst 1997 hat man die Arbeiten mit der Band wieder aufgenommen. Warum die lange Pause?

Dima: Die Pause resultierte durch ständige Besetzungswechsel oder Abwanderung von Mitgliedern. So kamen im Jahre 1996 Pfeiler und ich dazu. Es dauerte dann naturgemäß eine Weile, bis wir dann wieder spielfähig waren.

HH: Euren ersten Silberling Därme Fressen habt ihr dann 1999 in Eigenregie aufgenommen, veröffentlicht wurde das Teil dann 2001 über Moonstorm Records. Die Reaktionen seitens der Presse waren glaube ich nicht ganz so prickelnd. Hat euch das irgendwie interessiert oder beeinflusst?

Dima: Gar nicht! Wir waren froh, dass wir nun endlich unsere Songs auf CD hören und auch an den Mann bringen konnten.

Sepsis: Ich glaube es ging damals auch in Richtung Voll-Playback, hehe.

HH: 2001 musstet ihr schließlich den Tod eures Gitarristen Pfeiler verkraften. Wie war damals die Stimmung in der Band? Habt ihr euch mit dem Gedanken befasst, die Band aufzulösen oder habt ihr euch gesagt: "Jetzt erst recht!"?

Sepsis: Es war für mich ein schwerer Schicksalsschlag, da Pfeiler ja auch mein Bruder war. Für alle anderen war es mitnichten leichter. Die restliche Band sagte sich aber tatsächlich: "Jetzt erst recht!". Skell und Hexer stellten ein Benefizkonzert auf die Beine und ich wurde als neuer Gitarrist eingearbeitet. Es kamen an die 1000 Leute und das gesamte Geld ging an die Hinterbliebenen.

Dima: Wir waren mächtig mitgenommen, wollten aber auch unbedingt weitermachen. Trotz des Verlustes meines langjährigen besten Freundes, musste es einfach mit Disaster K.F.W. weitergehen.

HH: Euer erstes Album Death Ritual habt ihr 2004 aufgenommen. Auch hier gab es zwiespältige Meinungen. Was war das Beste und was das Schlechteste, das über Death Ritual geschrieben wurde?

Sepsis: Death Ritual war sozusagen ein Best-Of aus 18 Jahren Disaster K.F.W. Geschichte. Keine Ahnung was das Beste und was das Schlechteste war, was über Death Ritual geschrieben wurde. Für mich ist die Meinung unserer Fans wichtiger. Also eben die Leute, mit denen ich auch mal reden kann, z.B. nach einem Konzert.

HH: Wie wichtig sind Reaktionen der Presse für euch?

EnzephaloN: Natürlich ist es für uns schön, wenn wir gutes Feedback von der Presse bekommen, wir eine Honorierung für die Arbeit bekommen. Aber hauptsächlich geht es uns darum, Musik zu machen, welche uns gefällt. Wir müssen gut finden was wir tun - wir werden uns musikalisch nicht verändern weil sich jemand an unserer Musik stört.
Die ersten Stimmen der Presse zu "Collateral Damage" machen uns mächtig stolz. Wir hätten ehrlich gesagt nie mit einem so guten Feedback gerechnet. Auch freut uns, dass unsere letzten Liveauftritte so gut bei den Leuten angekommen sind.

Sepsis: Stimmt.

HH: Trotz des neuen Albums habt ihr euch von Moonstorm Records getrennt und seid zu War Anthem Records gewechselt. Würdet ihr eure Gründe für den Wechsel verraten?

EnzephaloN: In der Partnerschaft mit Moonstorm war für uns keine Zukunft mehr zu sehen. Die Zusammenarbeit stagnierte und die neue Platte lag auf Halde, ohne Option auf Veröffentlichung. So waren wir sehr froh, als uns unsere Freunde von War Anthem Records anboten, bei ihnen die CD veröffentlichen zu können. Und dann ging es richtig los. War Anthem legten sich mächtig ins Zeug und eröffneten für uns auch neue Kontakte. So konnten wir für das Mixing & Mastering Patrick W. Engel vom Rape Of Harmonies Studio beanspruchen, welcher aus einer Underground-Aufnahme ein wahres Wunder zauberte. Auch kam so der Kontakt zu blueLab Mediadesign von Doc Rütz zustande, welcher uns mit seinem Coverartwork absolut überzeugte.
Man kann sagen, dass durch die neue Partnerschaft mit War Anthem auch wir als Band wieder mehr gefordert werden und so auch neuen Antrieb bekommen haben, was die Zusammenarbeit mit Moonstorm in den letzten Jahren vermissen ließ.

HH: Die Produktion von Collateral Damage ist in meinen Ohren zwar an sich nicht schlecht, schön rau und old-schoolig, aber trotzdem fehlt ihr ein wenig der Dampf, was sich vor allem im Schlagzeugbereich bemerkbar macht. Bei den ersten Liedern geht die Bassdrum doch ziemlich unter, gegen Ende hin wird das zwar besser, aber nach oben hin ist da doch noch Spielraum. Wie seht ihr das?

Dima: Höre doch das Gesamtwerk! Jetzt alles in alle Kleinigkeiten zu zerlegen macht keinen Sinn!

Sepsis: Wie macht ihr das, dass ihr so was behaupten könnt? Habt ihr Pegelmessgeräte oder Oszillatoren an euren Anlagen, um so etwas herauszufinden - hörbar ist das für mich nicht.

EnzephaloN: Beschwerden bitte an Dr Pest, der ist schließlich für das Recording verantwortlich.

HH: Auf Collateral Damage orientiert ihr euch mehr am schwedischen Death bzw. Viking Metal der Marke Amon Amarth oder am Black Metal a la Dissection. Kann man das als natürliche Entwicklung sehen oder habt ihr euch bewusst in diese Richtung orientiert?

Dima: Man bekommt viele Einflüsse von vielen Bands, umso länger man Metal hört und spielt. Klar gehören da die alten Dissection und Amon Amarth dazu. Es gibt darüber hinaus noch wesentlich mehr Einflüsse. Aber wir haben keine Absicht irgendwen oder -was zu kopieren. Wir machen unsere eigene Musik und das was uns Spaß macht.

HH: Manchmal kommt mir auch Moonspell oder Rotting Christ in den Sinn, z.B. bei "Kill All Humans" oder bei "Hartlackers United". Welchen Einfluss haben solche Bands auf euren Sound?

EnzephaloN: Oh das mit Moonspell laß mal bloß nicht unser Label hören! Dann überdenken die vielleicht noch mal den Deal mit uns *lach*. Nee, ich kann da nicht zustimmen. Zwar höre ich hin und wieder auch mal Moonspell oder dergleichen, aber Einfluß auf die Musik von Disaster K.F.W. haben solche Bands nicht genommen. Die Inspirationen kommen dann, wie schon gesagt, eher aus dem Oldschool-Death Schwedens und Amerikas.

Sepsis: Amon Amarth, Dissection, Moonspell, Rotting Christ - neulich hat man uns sogar Running Wild untergeschoben. Woher kommen diese Assoziationen nur?
Es gibt nur zwölf Töne, sieben hörbare Oktaven - aber Millionen von Bands. Es ist völlig klar, dass es da immer wieder zu kleinsten Überschneidungen kommen wird.

Dima: Es mag sein, dass dir da gewisse Sachen und Bands in den Kopf kommen, aber ich denke, wir haben unseren eigenen Sound und Stil. Wir kopieren niemanden.

HH: Ist "Hartlackers United" der zweite Teil von "Hartlack", der auf dem Vorgängeralbum zu finden ist?

EnzephaloN: Könnte man so sagen. Aber auch wieder nicht. Musikalisch sind da Welten dazwischen, aber er trägt unsere disaströsen Emotionen in sich.

Sepsis: Nein, es ist ein völlig eigenständiger Song.

HH: Was wollt ihr mit "Kill All Humans" aussagen?

Dima: Der Song bzw der Text spricht doch für sich selbst, oder?! Jeder weiter Kommentar wäre hier überflüssig. Lasst eure Fantasie ein wenig schweifen.

Sepsis: Am allerbesten kann man sowieso mit uns NACH einem Konzert mit uns über unsere Songs sprechen. Wer allerdings sofort Antwort haben möchte, kann ja auch unser Forum unserer Homepage nutzen.

HH: Und welche Abneigung habt ihr gegen Sauerkraut wie sie im Titel "Fear Is Our Crowd (Fuck Sauerkraut)" angedeutet wird? ;)

EnzephaloN: Es geht hier nicht gegen das Gericht oder das Gemüse! Eigentlich war Fuck Sauerkraut nur der Arbeitstitel in der Zeit der Komposition. Später aber merkten wir, dass diese Wortkonstellation echt knallt und arbeiteten einen Text dazu aus.

HH: Ihr werdet heuer auf dem Metal Gegen Krebs Festival spielen. Was erwartet ihr euch von dem Gig?

Sepsis: Wir finden einfach die Idee super, mit Spaß an der Musik eine sehr ernsthafte Sache zu unterstützen. Wenn also eine Menge Leute erscheinen und das Geld hinterher auch dort ankommt wo es hin soll, dann sind wir schon sehr zufrieden.

EnzephaloN: Also kommt gefälligst auch alle nach Dresden zum Metal-Gegen-Krebs-Festival am 14.10.! Nähere Informationen sind demnächst auf unserer Seite zu finden.

HH: Stehen noch weitere Festivalgigs an? Wie sieht es mit einer Tour aus?

EnzephaloN: Eine Tour und weitere Konzerte sind in Planung. Wir hoffen im Herbst eine kleine Tour spielen zu können. In letzter Zeit waren Gigs leider rar und so freuen wir uns umso mehr, wenn wir auf die Bühne können. Wir sind definitiv eine Liveband. Wir lieben es Konzerte zu spielen und mit unseren Fans eine dicke Party zu feiern! Ich erinnere mich da an das Protzen OA 05, wo wir bis in den frühen Morgen, im Regen stehend, gefeiert haben. Festivalgigs wird es dieses Jahr wohl nicht geben, dafür aber nächstes Jahr.

HH: Stellt euch vor, Collateral Damage wäre ein typisches Produkt, das damals in der DDR hergestellt wurde? Was ware das und warum?

EnzephaloN: Es wär ein Importgut, was es nur unterm Ladentisch im Intershop oder über Genex geben würde - ganz klar!

Sepsis: Eine Variation eines westeuropäischen Kleinwagens, welche sich gegenüber den Trabbi beweisen muß.

Dima: Eine Kaugummi-Sorte mit Blutgeschmack!!

Skelleton: Neeee! Scheiß-Geschmack!!

HH: Das war's auch schon! Ein paar abschließende Worte eurerseits?

EnzephaloN: Ja, danke für das Interview. Kauft gefälligst unsere Platte! Und dann kommt auf unsere Konzerte um euch ordentlich den Arsch versohlen zu lassen!

Sepsis: Yep und Danke! Ach und nich vergessen auf unsere HP zu klicken, höhö.

Skelleton: Harte werden - Harte bleiben - Harte sterben!!!

Dima: Dosvidanje!!!

Lord Obirah

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