6 Headbänga online
29.05.2018 Fewjar
09.06.2018 Rockavaria Tag 1
14.06.2018 Aaargh Festival 2018
28.07.2018 Rock The King
07.08.2018 Armored Saint
10.09.2018 Rockavaria Tag 2
Reviews (9971)
Navigation
Artikel des Tages
Review:
Till Burgwächter

Interview:
Xandria

Live-Bericht:
Walpurgis Metal Days XI

Video:
Narrows
RSS RSS
Atom Atom
In eigener Sache

Valid XHTML 1.0 Transitional

Valid CSS!

Valid RSS

Valid Atom 1.0

 

Interview

Interview mit Abandoned (04.03.2006)

CDs von Abandoned kaufenZur Druckversion dieses Artikels

buy, mail, print

Logo Abandoned

Abandoned waren die Gewinner des Jahres 2005. Die Hessenthrasher gewannen nicht nur den SIMeVIL Bandcontest und damit einen Platz auf dem Rock Hard Open Air, sondern sie unterschrieben auch ihren ersten Plattenvertrag. Mit dem neuen Label im Rücken ging es dann in's Studio um das offizielle Debüt Thrash Notes einzutrümmern, das dieser Tage in die Läden kam. Was Günt (b.), Holg (git.) und Kalli (git., voc.) dazu zu sagen haben, erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.

HH: Am Rande des Wacken Open Air habt ihr einen Deal mit Dockyard 1 unterschrieben, warum habt ihr euch für sie entschieden?

Günt: Dockyard 1 ist zwar ein neues Label, aber es besteht aus erfahrenen Leuten aus der Sanctuary/Noise-Ecke. Da sind sozusagen alte Hasen am Werk, auch wenn's auf den ersten Blick nicht so aussieht, da das Label ja noch neu ist. Wir hatten ja auch Gespräche mit anderen Firmen, aber gerade mit Dockyard 1 konnten wir uns in allen Punkten einigen und freuen uns auf die Zusammenarbeit.

HH: Seid ihr mit der Arbeit von Dockyard 1 zufrieden?

Kalli: Bis jetzt haben wir mit ihnen super zusammengearbeitet und ich gehe davon aus, dass das auch in Zukunft so bleibt. Wir wurden in keiner künstlerischen Entscheidung beeinflusst und ich denke, dass gerade dieser Umstand sehr wichtig ist, sich selbst und somit seiner Musik treu bleiben zu können.

HH: Hattet ihr beim Schreiben der neuen Lieder besonderen Druck, jetzt da ihr ein Label im Rücken habt?

Kalli: Naja, wir haben, als wir einen Studiotermin klarmachen mussten, schon noch mal eine Schippe zugelegt, was das Songwriting und vor allem die Lyrics angeht, um rechtzeitig genügend Songs bis in's Detail ausgearbeitet zu haben. Allerdings hat das nicht zu 100% geklappt, so dass einige Soli und Lyrics erst im Studio geschrieben wurden.

Holg: Ideen waren schon zu fast allen Songs da, aber durch die vielen Gigs und Festivals im Sommer sind wir da nicht richtig zum Proben und Ausarbeiten gekommen. Es ging ja dann auch Schlag auf Schlag. Aber dank dem Internet kann man die neuen Ideen ja nicht nur bei der Probe austauschen.

HH: Wie sehr habt ihr euch nach den guten Reaktionen auf Misanthrope selber unter Druck gesetzt?

Kalli: "Gute" Songs kann man nicht erzwingen. Wir sind ans Songwriting genauso rangegangen wie bei Misanthrope, d.h. wir haben einige Riffs zusammengewürfelt und daraus neue Songs gestrickt, ohne einen Masterplan zu haben, wie: "Wir brauchen mindestens drei Songs über 200 Sachen und dann noch was im Midtempobereich!" Sowas gibt's nicht. Wir nehmen die Songs, wie sie kommen, und wenn eben alle etwas flotter sind, oder auch mal was Langsameres dabei ist, dann ist das eben so!

Holg: Wenn man ein Demo aufnimmt sind die Songs ja schon längere Zeit fertig und man hat sie einige Male live gespielt. Da hat man auch Zeit, sich an die Songs zu gewöhnen, da kristallisieren sich dann auch voher schon die Favoriten heraus. Vor der Veröffentlichung von Thrash Notes hatten wir davon nur zwei bis drei Songs live gespielt. Da fehlt der Vergleich zu den alten Songs etwas und man weiß nicht, ob die so gut sind wie die alten Songs. Druck war es nicht wirklich, zumal ja genügend Ideen da waren. Etwas Unsicherheit vielleicht... die neue CD kommt ja gleich "richtig" raus und nicht mehr als Demo.

HH: Wie sind die Reaktionen auf Thrash Notes ausgefallen? Zeichnet sich eine Art Lieblingssong bei den Hörern ab?

Günt: Die Reaktionen haben uns ganz schön überrascht, war doch bisher nicht ein einziger Verriss dabei... höhöhö! Eher sind die Reviews im In- und Ausland gut bis sehr gut ausgefallen... Oh Mann!

Holg: Sehr oft wird in den Reviews "Breed Machine" genannt, das war der letzte Song, der vor den Aufnahmen geschrieben wurde. Da ist der Gesang etwas höher als bei den anderen Songs, das war für uns erst mal ungewohnt, daher hat uns das schon überrascht. Aber "Return To One" ist wohl der meistgenannte Song... hat aber auch einen geilen Refrain!

HH: Welchen Song von Thrash Notes hört ihr selbst am liebsten?

Günt: Zum Anhören finde ich "Phoenix Rise" am coolsten, gerade wegen dem geilen 80er Jahre-Mittelteil!

Holg: "The Oncoming Storm", "Retun To One" und "Nightmares" sind meine Faves. Wegen der vielen flotten Riffs.

HH: Ich habe mir Thrash Notes jetzt doch einige Male zu Gemüte geführt, aber ich bin nach wir vor nicht sonderlich begeistert vom Sound bzw. Mix der Scheibe. Jeder Song hat irgendwie seine eigenen Schwierigkeiten, "The Oncoming Storm" zum Beispiel klingt ziemlich drucklos wie ich finde, bei "Phoenix Rise" ist der Gesang zu sehr im Hintergrund während "You're Going Down!" insgesamt lauter ist als die restlichen Songs... Mir scheint, dass beim Mischen ein paar Dinge nicht so rund gelaufen sind. Wie seht ihr das?

Kalli: Da wir das erste Mal in einem vordefinierten Zeitrahmen eine CD aufnehmen mussten, sind wir gegen Ende etwas in Zeitnot gekommen, so dass der Mix relativ flott über die Bühne gehen musste. Allerdings finde ich kleine Unterschiede in den Songs durchaus reizvoll; dadurch lebt die Scheibe doch etwas, wenn jeder Song sein Eigenleben hat.

HH: Dafür konntet ihr kompositorisch eine Schippe drauf legen und habt zehn neue Songs geschrieben, die jedem Thrash Lunatic mühelos die Rübe abschrauben werden. War es schwer, die neuen Songs zu schreiben?

Holg: Schwer war es nicht, die Ideen haben sich über die letzten Monate schon angesammelt. Vieles war schon fertig nur noch nicht eingeprobt oder es haben noch ein oder zwei Breaks oder Übergänge gefehlt. Das Arrangement kommt ja erst beim Spielen, da kommen dann noch Ideen wegen Breaks oder Betonungen. Die Kleinigkeiten die einen Song halt interessant machen. Weniger Zeit war bei den Texten, aber das hat Kalli ja schon erwähnt.

HH: Komponiert ihr eure Songs auch im Hinblick, dass sie live gut kommen?

Günt: Bei uns kommt immer einer (meist der Holg) mit einigen coolen Riffs oder einem kompletten Song in den Proberaum, der wird dann in den grossen "ABANDONED-Riff-O-Mat-Filter" geschmissen und von den anderen geschüttelt und gerührt, bis unten ein neuer Song rauskommt. Das meiste passiert da nach Gefühl und ist nicht geplant... bis der Song rockt!

Holg: Fest darauf hin komponiert wird nicht. In "Holy Terror" oder "Breed Machine" sind jeweils sehr geile Mosh-Parts, wenn die aber in jedem zweiten Song auftauchen ist das nix Besonderes mehr. Im Speed/Thrash ist für mich wichtig, das man einen Song am ersten, spätestens zweiten Gitarrenriff erkennen kann. Nimm mal die The Legacy von Testament oder Slayers Reign In Blood, wirklich abwechslungsreich sind die Songs ja nicht, aber bei denen funktioniert das. Heutzutage ist das natürlich viel schwieriger, da fast jedes Riff schon mal gespielt wurde.
Fazit, wenn man die Songs Live gleich erkennt, kann man auch viel leichter abgehen!

HH: Auf Misanthrope habt ihr "Forcefed" von eurem gleichnamigen Demo in ein neues, schnelleres Gewand gepackt, auf Thrash Notes findet man "Demonic Invocation" nochmal neu aufgenommen. Gibt's die anderen beiden Songs "Haunted House" und "At The Gates Of Hell" auf dem nächten Album in neuer Ausführung zu hören? :)

Kalli: Die Sache mit Forcefed war ja nicht wirklich geplant, da wir das eigentlich nur aus Jux bei den Demo­aufnahmen mal kurz eingetrümmert hatten und es aber cool genug für die CD war. "Demonic" war da schon eine andere Sache, weil wir den ersten Song, den wir jemals geschrieben hatten, gerne auf unserer ersten offiziellen Scheibe haben wollten. Somit hat sich in gewisser Weise der Kreis geschlossen, von 0 auf 100 in sechs Jahren, hahaha!!!

HH: Letztes Jahr habt ihr auf vielen großen Festivals gespielt, Wacken, Rock Hard Festival oder Earthshaker Fest. Wo habt ihr euch am wohlsten gefühlt?

Kalli: Ich fand es definitiv auf dem Rock Hard Festival am Geilsten, weil es unser erstes Festival war und wir sensationell gut angekommen sind. Wenn man als unsigned Band vor über 1000 Leuten auf eine Bühne klettert und dann schon die ersten "ABANDONED"-Chöre zu vernehmen sind, dann ist das ein unglaublicher Moment, den man so schnell nicht vergisst! Außerdem war das ganze Drumherum, also Organisation, Unterbringung, Catering, etc. für uns genauso vorbereitet wie für die anderen Bands auch, was uns beim ersten Mal ziemlich beeindruckt hat. Auch wenn das Earthshaker und Wacken sehr positiv für uns liefen, war das RH wegen der o.g. Gründe mein Fave.

HH: Und wo gab es die besten Reaktionen?

Kalli: Das RH war - wie angesprochen - der Gipfel der Genüsse.

Holg: Da kann ich mich nur anschließen, ich habe schon lange nicht mehr so viele Stagediver gesehen. Allerdings war der Gig auf dem Earthshaker auch sehr geil. Wir haben da am Samstag als vorletzte Band nach Manowar in der Halle gespielt. Das Wetter war recht mies und wir haben nicht damit gerechnet, dass noch so viele Leute nach zwei Tagen Regenwetter um 2:00 Uhr Morgens in die Halle kommen. OK, Manowar haben doch einige schon recht früh in die Halle vertrieben, aber die Reaktionen waren für so eine Zeit noch sehr geil!

HH: Auf dem Rock Hard Festival durftet ihr spielen, weil ihr den SIMeVIL Bandcontest gewonnen habt. Wie habt ihr damals eure Chancen gesehen, den Contest zu gewinnnen?

Kalli: Naja, wir haben halt mitgemacht, damit später keiner sagen kann: "Hätten wir doch nur...", haha! Dass das dann so gut für uns lief, war uns schon fast unheimlich, aber im Endeffekt sind wir natürlich mächtig froh, dass wir die Chance hatten, dort spielen zu können!

HH: Habt ihr ein paar Tipps für Bands auf Lager, die da in Zukunft auch teilnehmen?

Kalli: Tja, was soll ich sagen, nach meinen Informationen hat SIMeVIL Konkurs angemeldet und sich sang- und klanglos von der Bildfläche verabschiedet. So was wird es in dieser Form also wohl nicht wieder geben.

HH: Welche fünf Alben würdet ihr angehenden Nachwuchsthrashern besonders an's Herz legen?

Holg: Hm... Ich nenn mal fünf US- und fünf europäische Scheiben, OK? Die fünf US-Scheiben wären Exodus - Bonded By Blood, Sadus - Swallowed In Black, Forbidden - Forbidden Evil, Flotsam & Jetsam - Doomsday For The Deceiver und Laaz Rockit - Nothings Sacred.
An Europäischem würde ich Destruction - Live Without Sense, Assassin - The Upcoming Terror, Onslaught - The Force, Iron Angel - Hellish Crossfire und Angel Dust - Into The Dark Past wählen, letztere ist gerade in puncto Riffgewitter für mich eine der absoluten Hammerplatten. Ist heute kaum zu glauben, dass die mal Thrash gemacht haben.

HH: Stellt euch mal vor, Thrash Notes wäre ein Möbelstück. Was wäre das und warum?

Kalli: Ach Du lieber Gott, ein Möbelstück?! Hättest Du nicht nach einem Fahrzeug fragen können? Hmm, vielleicht ist Thrash Notes ein Schleudersitz, der einen in die gute, alte Zeit zurücksemmelt, wer weiß...

Günt: Oder eine Hollywood-Schaukel mit 8 Liter V8 Motor und offenen Sidepipes, hehehe!

Holg: Thrash Notes ist die alte Couch aus dem ersten Proberaum, die man seit dem immer mitschleppt. Man kennt jede Ecke und fühlt sich einfach darin wohl.

HH: Vielen Dank für eure Zeit und viel Erfolg in der Zukunft! Ein paar letzte Worte?

Holg: Ich würde sagen der Thrash ist wieder da. Auf dass es noch eine Weile anhält!

Lord Obirah

Zur Übersicht
Zur Hauptseite

Weitere Berichte und Infos

© www.heavyhardes.de