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Festival-Bericht

Ragnarök

mit Unleashed, Primordial, Haggard, Negura Bunget, Turisas, Vreid, Minas Morgul, Menhir, Winterdome, Killing Spree, Arkona (Pol), Hellsaw, Helrunar, Sear Bliss, Battlelore, Sworn, XIV Dark Centuries, Wolfchant, Skyforger, Agalloch, Thronar, Norther, Trollfest, Svartsot, Trimonium, Elexorien & Helritt

Stadthalle Lichtenfels, Lichtenfels 28. & 29.03.2008

(Fotogalerien: Ragnaroek2008 Freitag, Ragnaroek2008 Samstag)

Freitag, 28. März 2008

So, da stand ich nun als Kinderfresser unter Ziegenmelkern. Aber was tut man nicht alles für seine Herzdame...
Nun, zumindest hat die Unterkunftsbeschaffung in letzter Minute doch noch geklappt; ich hatte schon befürchtet, im Auto schlafen zu müssen. So aber konnten wir am Tag vor Festivalbeginn noch ein Zimmer ergattern, was für mein mentales Gleichgewicht deutlich von Vorteil war. Also noch flugs das Gepäck im Hotel abgestellt und schon ging's los aufs Festivalgelände, auf dem schon eine Menge los war. Der Zugang zur Halle allerdings war noch versperrt, was uns erst mal zu einem Rundgang durchs Merch-Zelt verleitete. Die Auswahl an Memorabilien war durchaus dazu angetan, den Besucher ein wenig länger zu beschäftigen und auch die Preise waren meist angemessen.
Eine besondere Freude war mir persönlich der Bierausschank in diesem Zelt, welchen ich auch während der Auftritte meistens in Anspruch nahm, bekam man sein Getränk dort doch wesentlich schneller als am Hauptausschank in der Halle. Und über einen Preis von zwei Euronen für 0,4l Bier konnte nicht mal ich groß meckern, das war genauso preiswert wie das Futter, welches im Essenszelt angeboten wurde. Sogar die Pizza gab's für zwei Euro, allerdings nur am ersten Tag, am Samstag schlug die Inflation am Stand mit der Mafiatorte gnadenlos zu und bescherte den Kunden eine 25-prozentige Preiserhöhung. Man könnte das jetzt zwar als "geschäftstüchtig" bezeichnen, ich allerdings würde hier eher den Begriff "frech" in den Raum werfen (das böse Wort "unverschämt" spare ich mir jetzt mal). Egal, Ausweichmöglichkeiten gab's ja, somit stellte diese Preis"anpassung" ein eher unwichtiges Ärgernis dar. Dafür war der Garderobenpreis mit 50 Cent wiederum sehr angenehm und passte bestens ins allgemeine Preisgefüge des Festivals.
Nachdem wir so das Umfeld des Events abgegrast hatten, war es nun an der Zeit, die heiligen Hallen zu betreten.
(Hannes)

Das Ragnarök ist nicht nur als größtes und ältestes Pagan-Festival berühmt, sondern hat auch einen gewissen Ruf, recht unstetig in der Running Order zu sein. In dieser Hinsicht machte auch das Fünfjährige keine Ausnahme. Nachdem Alestorm kurzfristig absagte, wurde die Running Order am Donnerstag Abend fast komplett umgeschmissen, und der eigentlich geplante Beginn kurzerhand von 14:45 Uhr auf 16:15 Uhr nach hinten verlegt. Also machten wir uns Freitag kurz nach vier auf den Weg in die Halle - tja, und da standen wir vor verschlossener Tür. Na gut, sollte ja gleich auf machen. Es wurde viertel nach vier - immer noch tat sich nix - halb fünf - die Tür blieb weiterhin verschlossen... bis uns schließlich um ca. 16:40 Uhr der Einlass gewährt wurde.
(Tarnele)

Durch die ganzen Umstellung war nun Svartsot der Opener, was die Dänen aber nicht davon abhielt, gleich voll loszulegen, auch wenn der Sound noch nicht wirklich optimal war. Svartsot war eine der Bands, auf die ich mich persönlich sehr gefreut habe, hatte doch das aktuelle Album Ravnenes Saga von mir die maximale Punktzahl bekommen. Und so bestand auch die Setlist ausschließlich aus Songs von Ravnenes Saga, was in Anbetracht der Tatsache, dass sich auf den früheren Alben nur je ein anderes Stück befindet, nicht weiter verwunderlich ist. Und ich muss sagen: live rockt Svartsot genauso wie auf Scheibe, wenn nicht sogar mehr. Auch wenn ich mir einen etwas späteren Auftritt gewünscht hätte, denn zu dieser typischen "Sauf-Pagan-Mucke" gehört nun mal das ein oder andere Bier, um richtig in Fahrt zu kommen.
(Tarnele)

Als Nächstes kamen Norther, die laut Plan zwar erst als sechste Band um 19:00 Uhr auftreten sollten, aufgrund der ganzen Startprobleme aber gleich als Zweites ran mussten. Hier war ich besonders gespannt auf den Auftritt. Zum Teil, weil ich das neue Album der fünf Finnen rezensiert hatte, hauptsächlich aber, weil es im Vorfeld des Festivals doch sehr viele Stimmen gab, die meinten, Norther würde nicht aufs Ragnarök passen. Diese meiner Meinung nach doch arg engstirnige Haltung war aber ziemlich unbegründet, denn die Melodic Deather konnten durchaus den ein oder anderen Pluspunkt an diesem Nachmittag sammeln. Mitreißend wäre vielleicht der falsche Ausdruck für die Performance, grundsolide aber war das auf jeden Fall. Auf der Bühne zeigten die jungen Skandinavier jede Menge Einsatz, welcher denn auch vom Publikum angemessen honoriert wurde. Auch wenn das jetzt nicht unbedingt meine Musik war, muss ich doch anerkennen, dass hier Profis auf der Bühne standen, die sich ihre Teilnahme am Fest redlich verdient hatten.
(Hannes)

Nachdem das Set von Minas Morgul auf den Samstag verschoben wurde und Alestorm krankheitsbedingt abgesagt hatten, ging's weiter mit Sworn. So zumindest dachten alle Anwesenden, den Autor dieser Zeilen mit eingeschlossen. Doch irgendwas am Auftritt der dritten Band des Tages kam mir seltsam vor. Warum nur kannte ich kein einziges Stück, das hier gespielt wurde, immerhin hatte ich doch gerade die aktuelle CD der Norweger in der Mache. Und warum erkannte ich auch kein einziges Bandmitglied? Da war doch was faul! Und ja, es war etwas faul, nämlich der Informationsfluss. Denn Sworn hatten Probleme mit dem Flugzeug (die Instrumente landeten wohl irgendwo, nur nicht da, wo sie sollten) und so wurde die Running Order kurzerhand umgestellt. Die Band, die nun auftrat, war Agalloch. Und diese Umstellung nahmen im Nachhinein doch viele sehr übel, denn für einige Besucher war Agalloch einer der Hauptgründe, überhaupt aufs Festival zu fahren. Da kann ich schon verstehen, wenn man ein wenig enttäuscht ist, weil man seine Lieblinge verpasst. So hat der Auftritt von Agalloch leider vor recht dürftiger Kulisse stattgefunden, die noch dazu eine andere Band erwartete. Mir sagte der Gig so überhaupt nicht zu, ich fand ihn einfach sterbenslangweilig. Nicht nur die Musik konnte mich nicht fesseln, auch die Bühnenpräsenz der vier Herren aus den USA war, gelinde gesagt, nicht vorhanden. Gut, mir muss ja nicht alles gefallen, aber selbst Fans der Band gaben im Nachhinein zu, dass die Amis wohl nicht unbedingt zu den begnadetsten Live-Combos gehört.
(Hannes)

Aber die Show ging weiter, in diesem Fall mit Skyforger. Die Letten zeigten auch deutlich, dass sie aus anderem (Live-)Holz geschnitzt waren, hier war schon wesentlich mehr los, sowohl im Publikum als auch auf der Bühne. Zwar hatten sie ein wenig damit zu kämpfen, dass die Verwirrung ob des Agalloch/Sworn-Tausches einigen der Anwesenden die Laune ziemlich verhagelte, aber das machten sie durch Einsatz und Spielfreude schnellstens wett. Ganz feine Band, deren Musik live toll ankommt. Kleine Anekdote am Rande: Skyforger erhielt während des Auftrittes ganz besonderen Besuch, nämlich von einem über 80-jährigen gebürtigen Letten, der vor 50 Jahren auswandern musste. Als dieser Mann dann in der Tagespresse lesen konnte, dass eine Gruppe aus seiner alten Heimat zu Gast wäre, bat er darum, ein paar Worte mit der Band wechseln zu dürfen. Das (und sogar einen Besuch im Backstage) wurde ihm dann vom Veranstalter ermöglicht, was diesem ungewöhnlichen Besucher wohl sehr gefallen hat (auch wenn es wohl nicht ganz sein Musikstil war). Schön, dass es bei solch einer Veranstaltung auch mal menscheln darf!
(Hannes)

Bei der nächsten Band des Abends ging es dann mit dem menscheln weiter, denn Sworn hatte, wie schon erwähnt, keine Instrumente zur Verfügung und bekam diese kurzerhand von Skyforger gestellt. So muss das sein! (Stand 01.04.: Die Instrumente wurden nach Spanien geflogen und sind immer noch dort, weswegen die Band einen weiteren Gig absagen musste.) Vor diesem Hintergrund ist der Auftritt der Norweger nochmals höher zu bewerten, denn mit fremdem Equipment zu spielen, erhöht die Schwierigkeit doch noch um Einiges. Dabei war den Schwarzmetallern überhaupt nicht anzumerken, dass ihr Gig diese unangenehme Vorgeschichte hatte. Absolut tight und in bester Spiellaune boten die Fünf eine klasse Show, die auch im Saal bestens ankam. Sehr gute Band, die trotz vieler Hindernisse ihr Set an den Mann (und natürlich die Frau) brachte.
(Hannes)

Nun waren Turisas an der Reihe, die von der Menge enthusiastisch empfangen wurden. Allerdings hielt die Begeisterung nicht das ganze Set durch und gerade die Stücke der aktuellen Scheibe zündeten nicht wirklich. So lässt sich der Auftritt mit "ganz nett" umschreiben, nicht mehr und nicht weniger. Deswegen hielt sich der Pit auch in engen Grenzen, obwohl auf der Bühne selber doch einiges los war - aber die meisten warteten wohl auf Primordial, die nach "alter" Setlist von Donnerstag Abend auf diesem Platz hätten spielen sollen.
(Tarnele)

Und der Gig von Primordial war dann auch von ganz anderem Kaliber. Ich gebe es offen zu: Mein Ding isses nicht, ich finde einfach keinen Zugang zu dieser Band. Das ändert aber nichts an der Tatsache, das der Auftritt der Iren einschlug wie eine Bombe. Die Menge fraß Sänger A. A. förmlich aus der Hand, die Show war stimmig, der Sound überzeugend und die Setlist wohl auch vom Feinsten. Das Publikum ging steil, die Band gab alles, was will man mehr? Das war wohl der erste wirkliche Höhepunkt des Events, so zumindest die fast einstimmige Meinung derjenigen, mit denen ich mich übers Ragnarök unterhalten habe.
(Hannes)
Auch muss man sagen, dass gerade die Songs von The Nameless Dead hervorragendes Livematerial bieten und den Saal wirklich zum Rocken brachten.
(Tarnele)

Dieses Niveau zu halten oder gar zu toppen dürfte schwierig werden, wenn nicht gar unmöglich. Vor allem, weil sehr viele Besucher hauptsächlich wegen Primordial gekommen waren und nun zufrieden erst mal Pause machten. Deswegen war die Halle bei Sear Bliss denn auch deutlich weniger gefüllt, was allerdings dem Auftritt der Ungarn keinen Abbruch tat. Denn bei den verbliebenen Zuhörern kam dieser Gig bestens an. Vielleicht nicht so mitreißend wie bei Primordial, dafür aber etwas zum Zurücklehnen und Genießen, so wussten die Mannen um Bassist und Vocalist Andras Nagydie versammelten Gäste mit ihren Klängen zu erfreuen. Ein wenig statisch war der Auftritt vielleicht, ein bisschen mehr Stageacting hätte schon sein dürfen. Nichtsdestotrotz hatte die Musik einen hohen Unterhaltungswert, das hat mir sehr gut gefallen.
(Hannes)
Sear Bliss war neben Svartsot die zweite Band, auf die ich mich riesig gefreut hatte. So war ich am früheren Abend auch schier verzweifelt, weil ich im ganzen Merch-Zelt kein T-Shirt der Ungarn finden konnte. Aber egal erst mal, Sear Bliss wollte ich mir unbedingt von ganz vorne ansehen, und da sich die Reihen gelichtet hatten, war es auch nicht schwierig, einen Platz vorne am Zaun zu ergattern. So genoss ich die Show, auch wenn, wie bereits von meinem Männe erwähnt, die Bühne etwas belebter hätte sein dürfen. Aber die Posaune rockt einfach - auch wenn Zoltan Pal wohl schon etwas tiefer ins Glas geschaut hatte und sich so ein paar Mal verspielte. Aber das konnte meine Stimmung nicht verderben, genauso wenig wie die Tatsache, dass mir in der Setlist - die vorwiegenden aus Stücken vom neusten Output The Arcane Odyssey und der ersten Scheibe Phantoms bestand - eindeutig "Lost And Not Found" fehlte. Und zur Krönung entdeckte ich nach dem Auftritt, dass es im Vorraum am Merch-Stand doch T-Shirts der Ungarn gab.
(Tarnele)

Nach Sear Bliss waren dann Hellsaw geplant und sie traten wirklich auf! Keine Umstellung, keine Verwirrung; na bitte, es geht doch! Allerdings ist die Musik der Österreicher so überhaupt nicht mein Ding, weswegen ich den Auftritt auch nicht beurteilen kann und will. Außerdem wurde es langsam spät und die Müdigkeit war langsam, aber sicher spürbar, weswegen sich die beiden Berichterstatter dazu entschlossen, den Rückzug ins Hotelzimmer anzutreten, immerhin stand ja noch ein sehr langer Samstag bevor. Somit verpassten wir leider auch die Auftritte von Killing Spree (die eigentlich am Samstag dran gewesen wären) und Winterdome. Schade zwar, aber nicht zu vermeiden, wenn man nicht mit unendlicher Kondition gesegnet ist.
(Hannes)

Samstag, 29. März 2008

So aber konnten wir am Samstag immerhin ausgeruht, wenn auch verspätet, die Berichterstattung wieder aufnehmen. Verspätet bedeutet, dass wir sowohl den Auftritt von Helritt (die einfach vor das geplante Tagesbilling gesetzt wurden) als auch den von Elexorien verpassten.
So begann der Konzerttag für uns mit Trimonium. Die Band war mir bis dato völlig unbekannt (Schande über mich!), aber was ich da zu hören bekam, hat mir recht gut gefallen. Natürlich war um die Mittagszeit die Halle noch nicht proppenvoll, aber diejenigen, die sich aufraffen konnten, dieser Show beizuwohnen, hatten durchaus ihren Spaß daran. Ein sehr gefälliger Beginn eines langen Festivaltages.
(Hannes)

Weiter ging's mit Trollfest, über deren Performance die Meinungen auch deutlich auseinander gingen. Bei vielen kam der Auftritt großartig an, vor allem bei denen, die weit vorn standen (ok, da stehen die Die-Hard-Fans eh meistens und denen gefällt's auch eher), bei nicht wenigen aber rief die Show der Norweger eher Verwirrung oder gar Unverständnis hervor. Ich selber hatte vor allem mit dem Sound zu kämpfen, die Mucke kam als ziemlicher Brei bei mir an. Allerdings wurde es mit der Zeit besser und die letzten zwei oder drei Songs fand ich dann doch ganz fein und unterhaltsam. Schade, dass das nicht für die ganze Länge des Gigs zutraf, denn die Gruppe bot sich zumindest optisch als ein gar lustig Völkchen dar. Mit entsprechendem Klangbild hätte das was wesentlich Größeres werden können.
(Hannes)

Die Brandenburger Minas Morgul kamen als nächstes auf die Bühne, und erst mal war ich erstaunt ob der unterdurchschnittlichen Körpergröße der Bandmitglieder. Doch der Auftritt war alles andere als unterdurchschnittlich - geboten wurde solider Black-Pagan-Metal, der auch genre-fremde Zuhörer überzeugen konnte. Einzig der cleane Gesang von Rico lässt etwas zu wünschen übrig - auch wenn er aktuell unter einer Bronchitis litt, so ist der Klang auch bei gesunden Stimmbändern nicht unbedingt das Gelbe vom Ei. Allerdings ist dieses Manko bei den meisten Stücken vernachlässigbar, sind die cleanen Gesangspassagen doch sehr rar gestreut. Live kann Minas Morgul auf jeden Fall punkten, auch fand ich es sehr angenehm, dass komplett auf Corpsepaint verzichtet wurde - aber das ist wohl Geschmackssache.
(Tarnele)

So, nun war's aber an der Zeit, dem Körper das zu geben, was er brauchte und das war ganz eindeutig Nahrung! Mittagspause war also angesagt, weswegen Thronar nicht mit meiner erlauchten Anwesenheit geehrt wurde. Aber ich denke, die Band wird das verschmerzen können...
(Hannes)

Für mich als nächste Band kamen also Wolfchant und das war für meinen einen der ersten Höhepunkt des zweiten Tages. Denn den Auftritt der fünf Bayern war für mich der bisher mitreißendste des Samstages. Das ist Musik, die live unheimlich gut wirkt, noch dazu, wenn sie mit so viel Enthusiasmus vorgetragen wird wie von dieser Gruppe. Ganz starke Show, die vom Publikum auch dankbar angenommen wurde.
(Hannes)

Nach der härteren Gangart von Wolfchant ging es nun ruhiger mit XIV Dark Centuries weiter. Die Pagan-Metaller verstanden es aber vortrefflich, die aufgeheizte Stimmung im Saal für sich zu nutzen und konnten mit ihrem Folkmetal das Publikum in ihren Bann ziehen. Auch die Ermahnung an das Publikum, dass jeder drauf achten solle, keinen Müll zu hinterlassen, kam an - zumindest für den Moment, erzählte der Parkplatz am nächsten Tag leider doch eine andere Geschichte. XIV Dark Centuries gehören aber mit Sicherheit zu den Bands, die verstanden haben, um was es bei Pagan Metal geht, und die das auch leben und den Spirit in ihre Musik transportieren.
(Tarnele)

Dieses Niveau konnten Battlelore leider nicht halten, zu nichtssagend war die Musik. Das war nicht mal mehr "nett" oder "ganz ok", sondern einfach nur langweilig. Und so sahen das wohl einige der Gäste, denn die Halle war beim Auftritt der Finnen deutlich weniger gut gefüllt als bei den Bands davor. Da half auch die schicke Kriegsbemalung der Band nicht viel, wenn die Musik nicht passt, wird die ganze Show nichts.
(Hannes)

Aber der nächste Höhepunkt sollte sogleich folgen, den Helrunar betraten nun die Bretter, die die Welt bedeuten. Und da ging's mir wie bei Primordial: Ich kann mit der Musik der Band nichts anfangen, aber der Auftritt war trotzdem ganz stark! Von den drei Gigs, die ich von Helrunar bisher gesehen habe, war das eindeutig und mit großem Abstand der Beste. Meine Meinung bezüglich der Qualität teilten denn auch viele der Anwesenden, denn die Halle war nun doch ziemlich voll, was der Stimmung noch mal zusätzlich gut tat. Auch war der Sound augen(oder eher ohren-)scheinlich richtig gut, zumindest gab es deswegen kein Gemecker. Ja, das muss ich neidlos zugeben: Auch wenn's nicht mein Ding ist, Helrunar waren mächtig!
(Hannes)

Dafür kam danach etwas, was mir persönlich schon wesentlich besser passte: Arkona. Angeführt von ihrer quirligen Frontfrau, verbreiteten die Russen die bis zu diesem Zeitpunkt beste Stimmung im Saal. Kein Wunder, das Liedgut war eingängig, der Sound prächtig und die Darbietung mitreißend und unterhaltsam. Das war schick von vorne bis hinten (ist übrigens wörtlich gemeint, die Performance kam sowohl in der ersten Reihe als auch auf der Tribüne bestens an), für mich bis zu diesem Zeitpunkt der Höhepunkt des Festivals.
(Hannes)

Das Set von Menhir begann etwas holprig, da ein paar Anläufe nötig waren, bis der Sound auf den Monitorboxen zufriedenstellend war. Ich kann ja verstehen, dass das einen Musiker nervt, aber den Tontechniker deswegen gleich recht deftig anzuschnauzen, bringt trotzdem keine Sympathiepunkte. Allerdings war der Auftritt selber dann doch recht solide, die Musik war gut, der Sound sauber, die Leistung der Band auf der sicheren Seite. Kein Höhepunkt, aber auch kein Reinfall.
(Hannes)

So, nun aber zur Band, auf die ich mit am Gespanntesten war: Haggard. Funktioniert solch eine komplizierte Maschinerie auch auf einem Festival, wo die Gig-Länge der einzelnen Künstler doch recht begrenzt ist, die Bühne und die Soundanlage vielen Anforderungen gleichzeitig gerecht werden muss und die Umbaupausen doch im Rahmen bleiben sollten? Kurz gesagt: Ja! Das, was Haggard da ablieferten, war ganz großes Kino, von der Musik über die Lightshow bis hin zur Bühnenpräsenz der einzelnen Akteure. Ja, die Pause vor Haggard war etwas länger als auf dem Festival gewohnt, aber gelohnt hat sich jeder Augenblick des Wartens. Und das im Vorfeld doch teilweise etwas skeptische Publikum war Feuer und Flamme für die Band und ihre Show. Für mich das zweite Highlight nach Arkona, das hat mich sehr beeindruckt.
(Hannes)

Natürlich hat sich dabei auch schon die Vorfreude auf die nächste Band bemerkbar gemacht, denn mit Unleashed stand nun die Gruppe auf dem Programm, die am ehesten meinen normalen Hörgewohnheiten entspricht. Und von Anfang an machte Johnny Hedlund klar, dass Unleashed an diesem Abend keine Gefangenen machen wollte. Und das haben sie auch nicht, sie traten einfach mächtig Popo und zeigten deutlich, warum sie die längste Spielzeit bekommen hatten. Auch wenn laut Aussage von Herrn Hedlund das Drumkit an diesem Abend "ziemlich mickrig" (quite small) gewesen ist, knallte der Gig von Anfang bis Ende. Ja, ich weiß, Moshpits waren am Ragnarök nicht gerne gesehen, aber zu dieser Musik kann man doch einfach nicht stillstehen. Der Pit hielt allerdings nur vier Lieder, danach wollten meine Mitstreiter nicht mehr. Und ich dachte, ich wäre alt und gebrechlich... Anyway, die Schweden waren ein würdiger Headliner und wurden von der Meute auch so gefeiert.
(Hannes)

Viel Aufsehen im Vorfeld erregten Vreid, die mit viel Brimborium eine Special-Show angekündigt hatten. Hmm. Da war ein Geweih am Micro und ein bisschen Feuer rechts und links - aber von Special-Show war nicht viel zu sehen. Auch konnte mich der Windir-Phönix musikalisch nicht wirklich überzeugen, und viele hätten sich auch eine etwas mit Windir-Stücken durchsetzte Setlist gewünscht. So schaute ich mir auch nicht den kompletten Gig an, sondern legte im Vorraum etwas die Füße hoch.
(Tarnele)

Einen Auftritt, den ich auf keinen Fall verpassen wollte, war Negura Bunget, hatte ich sie doch in München schon verpasst. Aber der lange Tag hatte seine Spuren hinterlassen, und so machte ich während der ersten Stücke von Negura Bunget zwar noch ein paar Fotos, verließ die Halle aber dann doch, da die Aufnahmefähigkeit gegen null tendierte. Aber das, was ich gehört habe, klang sehr vielversprechend!
(Tarnele)

So gönnten wir uns noch ein Abschluss-Bier und verließen nach einem sehr langem Samstag das Festival gen Hotel, um dann am Sonntag die Rückfahrt anzutreten.
Abschließend bleibt zu sagen, dass das fünfte Ragnarök durchaus gelungen war, einzig die kurzfristige Umstellung der Running Order war suboptimal, führte sie auch dazu, dass der Samstag gelinde gesagt überladen war. Ansonsten war die Auswahl der Bands abwechslungsreich und sicher jeder konnte das ein oder andere Neue für sich entdecken. Auch wurde bezüglich der Verbreitung rechter Ideologien hart durchgegriffen - in Merch-Zelt wurden zwei Stände am Freitag des Platzes verwiesen, die CDs von neonazistischen Bands im Angebot hatten. Des weiteren sind die fairen Getränke- und Essenspreise nochmals zu erwähnen, sowie die - trotz teilweiser Überbelastungen - sauberen Sanitären Anlagen. Rundum ein gelungenes Event - Ragnarök, wir kommen wieder!
(Tarnele)

Weil ich nach Unleashed dann doch eine kleine Pause brauchte, kann ich den Auftritt von Vreid, die eine "Special Show" angekündigt hatten, welche aber wohl nur aus ein paar Feuerspielchen und einem misslungenen Beamer-Experiment bestand, leider nicht beurteilen. Und da ich grad so schön faul im Vorraum ausspannen konnte, habe ich das Festival Festival sein lassen und mich auch den letzten beiden Bands verweigert. Nicht, weil ich fürchtete, dass sie schlecht wären, nein, schlicht und ergreifend die Bequemlichkeit hat gesiegt und das Wissen, dass von den letzten vier Bands, die ich gesehen hatte, drei Stück absolute Kracher waren. Das nenne ich dann mal einen extrem positiven Ausklang! Damit ging ein für mich absolut lohnenswertes Event zu Ende, dass nach anfänglichen Schwierigkeiten richtig toll geworden war. Auch wenn die meisten der Bands nicht unbedingt meine Leib- und Magen-Mucke spielten, war es doch extrem unterhaltsam und ein wenig musikalische Horizonterweiterung schadet ja auch nicht, oder?
(Hannes)


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