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Wig Wam - Wig Wamania

Wig Wam - Wig Wamania
Stil: Glam Rock
VÖ: 30. Juni 2006
Zeit: 42:59
Label: Napalm Records
Homepage: www.wigwam.no

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Genau ein Jahr, bevor Lordi die versammelte Bürgerwelt beim Grand Prix de Eurovision de European Song Contest nicht nur verschreckten, sondern mit ihrem triumphalen Sieg bewiesen, dass Metal wieder populär ist, pirschten sich schon mal relativ abgedrehte Skandinavier in diese Gefilde vor: Wig Wam rollten 2005 die große Schlagerparade auf und belegten einen durchaus respektablen Platz. Bestürzt war der Bürgersmann hier allerdings weniger, da im Gegensatz zu Lordis Monster-Show hier astreiner Glam geboten wurde: Spandex-Hosen, Schminktopfattacke und auftoupierte Mähnen - das fiel zwischen den wirren Hüpfdohlen gar nicht weiter auf. Schnell wurden Wig Wam dann allerdings ins The Darkness-Lager gestellt, das ja durchaus beachtliche Ausmaße angenommen hatte.
Umso erfreulicher, dass sie uns nun ihren zweiten Wurf präsentieren, zu einer Zeit, als der Stern von Justin Hawkins und seinen Freunden wieder zu verblassen beginnt. Und, Freunde des Kajalstiftes, Lauscher aufgesperrt: hier sind endlich wieder mal unverfrorene Glam-Nummern, die einfach Spaß bringen. Da ist nix von wegen Ironie oder Selbstverulkung, die Jungs um Sangesmeister Glam (wenn das mal kein passender Künstlername ist) meinen was sie sagen. Mit einer extrem dicken Hose produziert, schnappen uns Wig Wam mit "Rock My Ride" und halten uns das Haarspray direkt unter die Nase. Das ist alles, was man zur Poser-Sause braucht: ein Angeber-Riff, dem korrekten Gesang und vor allen einen Refreng, der nimmer aus dem Ohre weicht. Fett, fett, das rockt wie Hund. Wuff!
Mit "Slave To Your Love" und "Gonna Get You Someday" geht's munter weiter, wobei sich Wig Wam immer weiter aus dem Glam-Lager herauswagen und im Revier von Melodic-Rockern wie Bon Jovi, Nickelback und Konsorten wildern - man nehme sich nur mal "Bygone Zone" oder "Daredevil Heat" vor die Lauscher. Bis dahin? Wunderbar, ich bin schon auf dem Weg an den Schrank, um das Rüschenhemd rauszuzerren.
Dann aber trübt leider ein kleines Problem die weitere Freude - und das ist die kompositorische Qualität, die in der zweiten Hälfte immer mehr lahmt. Nummern wie "Kill My Rock'n'Roll" oder "A R'n'R Girl Like You" haben bestenfalls Füller-Charakter, was den Gesamteindruck leider etwas schmälert.

Aber wenn man bei den ersten vier, fünf Krachern bleibt, dann gibt's auf jeden Fall Spaß auf der nächsten Party. Sofern keine Schwarzwurzler eingeladen sind. Und der Verdacht verdichtet sich, dass Ralph Siegl 2007 mit einer Metal-Band antritt. Das wäre dann der wahre Horror.

Holgi

5 von 6 Punkten

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