Review
Altered Aeon - Dispiritism

VÖ: 30. November 2004
Zeit: 50:00
Label: Black Lotus Records
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Wirklich nicht übel, was die fünf Schweden von Altered Aeon auf ihrem Debut vom Stapel lassen. Obwohl einige der Bandmitglieder hauptberuflich bei den Frickeldeathern Theory In Practice mitzocken, geht es hier erfrischend thrashig zur Sache. Wer hier Uffta-Uffta-Geschrammel erwartet, verpisst sich aber besser: der technische Aspekt kommt beileibe nicht zu kurz, was nicht nur die geilen Soli und die durchdachten Arrangements eindrucksvoll belegen. Ebensowenig wie die Melodie, wobei man sich dankenswerterweise größtenteils aus der Tüdelü-Kindergartenkacke raushält. Für Abwechslung ist über die ganze Spielzeit (stolze 50 Minuten) durchgehend gesorgt, neben geil drauflosthrashenden Uptempopassagen (z.b. in "Patriots Of Sin") gibt es immer wieder langsamere Breaks und Verschnaufpausen, stets in großartige musikalische Fähigkeiten verpackt. Bei solchen Bands frage ich mich immer, wie man sich so vertracktes Zeug ausdenken, geschweige denn Merken kann (Hallo Necrophagist).
Ein dickes Minus gibt es aber für die Vocals: diese wollen mal so gar nicht zur Musik passen. Solchen Cleangesang hätte man wohl eher bei einer traditionellen Metalband erwartet, Altered Aeon würde ein amtlicher Brüllwürfel mit ordentlich Krabben im Arsch aber um einiges besser zu Gesicht stehen.
Die instrumentale und songschreiberische Leistung sticht jedenfalls locker den Großteil der Konkurrenz aus. Mit einem aggressiveren Sänger wäre neben einer höheren Wertung jedenfalls auch eine größere Zielgruppe drin, da ich mir denken kann, dass sich so einige vom Gesang abschrecken lassen. Dennoch muss so viel (und in so gute Songs umgesetztes) Können honoriert werden; ich leiste meinen bescheidenen Beitrag mit vier Punkten und einer Hörempfehlung
Erinc
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