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Moonsorrow - Verisäkeet

Moonsorrow - Verisäkeet
Stil: Viking Metal
VÖ: 07. Februar 2005
Zeit: 70:41
Label: Spikefarm Records
Homepage: www.moonsorrow.com

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2004 war kein gutes Jahr für Freunde epischer Klänge aus nordischen Landen. Das Viking Metal Vorzeigeschiff Amon Amarth hat an Fahrt verloren und mit Quorthon hat uns ein großer Musiker verlassen. Es ist wahrlich etwas düsterer geworden in den nordischen Wäldern. Aber Gott sei Dank gibt es immer noch helle Lichter, die einem verirrten Wanderer den Weg aufzeigen. Eines dieser Lichter ist Moonsorrow. Seit dem Release von Suden Uni 2001 und dem 2003er Werk Kivenkantaja bilden sie die Spitze des finnischen Pagan Metals. Nun steht der neueste Output Verisäkeet (was frei übersetzt in ungefähr Blutvers(e) heißt) in den Startlöchern und man fragt sich, ob das hohe Niveau der Vorgängeralben gehalten werden kann.

Entgegen zu den Humpa Songs von Finntroll oder auch Ensiferum hatten Moonsorrow schon immer eine Vorliebe für epische und folkloristisch angehauchte Lieder. Dass diese noch immer existent ist, beweisen die auf fünf Lieder verteilten 70 Minuten Spielzeit. Wo bei Finntroll kurze, mitgröhltaugliche Songs vorherrschen, findet man hier hymnenhafte Melodien, die Geschichten über Schlachten, Blut und Ehre erzählen - Geschichten, die man sich an einem prasselnden Lagerfeuer bei einem Horn Met erzählt.

Vogelgezwitscher und Geigenklänge leiten "Karhunkynsi" ein. Die melancholische Melodie wird nach kurzer Zeit von kraftvollen Gitarrenriffs und Villes Schreien zerrissen. Aggressiv schreitet man im Midtempo voran und lässt die Bilder einer fast ausweglosen Schlacht im Kopf des Hörers entstehen. Die schwere, drückende Stimmung des Songs wird immer wieder durch eine schaurig schöne Folkmelodien und Choräle aufgelockert, um ihn letztendlich in Blastbeats versinken zu lassen. Mit den Klängen einer Akkustikgitarre eröffnen die Finnen "Haaska", den wohl besten Songs, den Moonsorrow bis heute geschrieben haben. Dynamische, tighte Gitarren (was für ein Riff!) liefern sich ein ständiges Duell mit den traurigen Instrumentalparts und zeichnen ein düsteres, kaltes Bild von Kriegern, die durch Blut waten und das Ende einer Schlacht erleben. "Pimeä" stößt in die gleiche Kerbe und Villes menschenverachtendes Gebrüll schneidet durch das mit einer melancholischen Keyboardline unterlegte Midtempo Gestampfe. Mit dem bombastischen "Jotunheim" und dem nur von einer Akkustikklampfe begleiteten "Kaiku" endet die Reise durch die Welt der Nordmänner. Hier ziehen Moonsorrow noch einmal alle Register ihres Könnens. Schwere nach vorn donnernde Riffs, fette Gitarrenwände sowie bombastische Keys und Chöre nehmen den Hörer gefangen, bevor der Abend mit einer ebenso schwermütigen wie traurigen Melodie endet und ein dumpfes Gefühl der Sehnsucht hinterlässt.

Verisäkeet ist ein komplexes und vertracktes Album geworden, dass sowohl Aggressivität, Verzweiflung und Schwermut als auch Erleichterung und Erhabenheit ausdrückt. Also Schluss mit dem Gesabbel, erhebet die Methörner und lauschet diesem Meisterwerk.

JR

6 von 6 Punkten

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