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Festival-Bericht

Summer Breeze

mit Musikverein Illenschwang, Torturized, A.O.D., Leviathan, Parasite Inc., Kadavrik, Bleeding Red, The Smack Ballz, Suicidal Angels, Suffocation, Rage, Unleashed, Equilibrium, Annotations Of An Autopsy, Milking The Goatmachine, Barren Earth, Dream Evil, Feuerschwanz, Napalm Death, Ill Nino, Sideblast, Parkway Drive, Grailknights, The 69 Eyes, Dew-Scented, Die Apokalyptischen Reiter, Tracedawn, Tieflader, Agnostic Front, Insomnium, Johnny & The Hot Rods, Obituary, Swallow The Sun, Dark Tranquillity, Triptykon, Subway To Sally, Macabre, Raised Fist, Endstille, Necrophagist, The Devil's Blood, Ahab, Cumulo Nimbus, Inme, Deadstar Assembly, Mono Inc., Letzte Instanz, Fiddler's Green, Destinity, The Black Dahlia Murder, Pantheon I, Ensiferum, We Butter The Bread With Butter, Anathema, Downspirit, War From A Harlots Mouth, Cannibal Corpse, Kylesa, End Of Green, Disbelief, Hypocrisy, Das Pack, Origin, Gorgoroth, Despised Icon, Heaven Shall Burn, Watain, Gwar, Dying Fetus, Hail Of Bullets, Orphaned Land, Long Distance Calling, Be'lakor, The Foreshadowing, Undertow, Van Canto, Psychopunch, Frei.Wild, Fejd, Leaves' Eyes, Hacride, Eisbrecher, Callisto, Poisonblack, The Very End, Solstafir, Sepultura, Rebellion, Korpiklaani, Manegarm, Surprise Act, Breschdleng, Sick Of It All, Warbringer, Dark Funeral, Maroon, Children Of Bodom, Asphyx, My Dying Bride, Eisregen, The Crown, 1349 & Count Raven

Flugplatz Sinbronn, Dinkelsbühl 18. - 21.08.2010

Donnerstag, 19.08.2010

Es ist Donnerstag und auch der Sebbes darf sich so langsam auf den Weg ins malerische Dinkelsbühl machen. Wäre da nicht noch die Autobahn zu bewältigen, würde das auch ganz stressfrei ablaufen - jedoch darf ich auf der Höhe Pasing erstmal über eine Stunde in einem völlig sinnfreien Stau verbringen. Während meine Begleitung sich schon das zweite Helle hinter die Binde kippt, bleibt mir nichts anderes übrig, als mit im Lenkrad festgebissenen Zähnen auszuharren. Aber nach knappen vier Stunden (!!) erreichen wir so gegen 15:00 Uhr endlich die Glaswegnehmschleuse am Eingang des Campingplatzes. Viel los ist hier nicht mehr, da offensichtlich schon alle anderen in den letzten Tagen angereist sind. Das Auto vor uns bekommt gerade seine Steaksaucen abgenommen, rechts neben uns müssen ein paar Wodkaflaschen dran glauben, während der nette Security anfängt, das lumpige Parfümfläschchen im Waschbeutel meiner Freundin zu beäugen. Aber das Glück ist uns hold, 50 ml sind erlaubt. Also nix wie rauf auf den Zeltplatz...! Ja, welcher wird's denn werden? Am letzten Zipfel des Geländes taucht wie ein böser Fluch Turm O am Horizont auf. Das wird also unser Zuhause für die nächsten Tage werden. So soll es sein.
(Sebbes)

Der Festivaltag begann für den ältesten Berichterstatter mit einer für seine derzeitigen Hörgewohnheiten eher ungewöhnlichen Stilrichtung, nämlich den Heavy Metallern von Dream Evil. Aber es sollte ein sehr gelungener Beginn werden, denn die Herren glänzten sowohl durch Spielfreude als auch durch ansteckend gute Laune. Allen voran natürlich Frontmann Nick, der sich in einer selbstironischen Bruce Dickinson-Parodie sichtlich wohl fühlte und mehr als einmal einen gewollt warmen Eindruck hinterließ. Da sag noch einer, Metal wäre ernsthafte Mucke, hier wurde man im positiven Sinn vom Gegenteil überzeugt, ohne ins Blödelhafte abzudriften. Die Songs waren gut gewählt, die Bandperformance ar***tight und das Publikum sehr gut drauf, besonders wenn man bedenkt, wie früh im Billing des Tages dieser Auftritt stattfand. Feine Sache, gerne wieder.
(Hannes)

Wenn Napalm Death zum Tanz bitten wird es vor der Bühne recht voll. Kein Wunder, denn obwohl die Briten inzwischen knapp 30 Jahre auf den Brettern, die die Welt bedeuten, herumturnen, ist ihnen keinerlei Müdigkeit anzumerken. Bestes Beispiel dafür ist Frontmann Barney, der trotz seines nicht unbeachtlichen Alters einen der agilsten Gigs dieses Festivals hinlegt. Der Mann dreht sich, springt umher, fetzt von einem Ende der Bühne zum anderen und rotzt nebenbei noch dermaßen geile Vocals in sein Mikro, dass es eine wahre Freude ist. Sowas wirkt ansteckend, wie man deutlichst vor der Bühne erkennen kann, denn dort liefern sich die Anwesenden ein echtes Spektakel mit Circle Pit, Headbanging und allem was dazu gehört. Zwischen den Songs gibt's dann immer wieder von der Band verordnete Verschnaufpausen, denn die Zeit nutzt Barney nicht nur, um die Leute zu selbständigem Denken zu animieren, sondern auch um klar Position z.B. gegen Nazis zu beziehen, was laute Zustimmung nach sich zieht. Und so holzen sich Napalm Death absolut überzeugend durch ihre Geschichte und hinterlassen nur glückliche Gesichter!
(Lord Obirah)

Schnell das Zelt aufgestellt und los geht der lange, whiskybewaffnete Marsch zum Eingang des Geländes, um mir - nachdem mir Black Dahlia Murder und Dew Scented nicht vergönnt waren - die Wunden von den Düsterrockern von The 69 Eyes lecken zu lassen. Die Bühne sieht schon mal vielversprechend aus. Die rot-weiße The 69 Eyes-Fahne im Hintergrund und jeweils ein blutverschmierter Totenkopf rechts sowie links sorgen trotz strahlenden Sonnenscheins für die richtige Stimmung. Perfekt gewählt haben die Finnen den für ihre Verhältnisse etwas schnelleren Opener "Back In Black", der gleichzeitig Titelsong der aktuellen Scheibe ist und sehr gut auf die folgende Show einstimmt. Wer The 69 Eyes mit ihrem Sisters Of Mercy-mäßigen Sound kennt, weiß, dass es danach erstmal ruhiger werden muss, und so darf sich die dunkle Seele des nicht unbedingt übermäßig zahlreich erschienenen Publikums an Gothic-Gassenhauern wie dem aktuellen "Devils", dem Klassiker "Framed In Blood" oder dem poppigen "Lost Boys" erfreuen. Ein gar nicht mal so übler Auftakt für Festivalspätankommer wie mich.
(Sebbes)

Dew-Scented waren immer, wenn ich bei einem ihrer Auftritte dabei sein durfte, eine Bank und am heutigen Tag war das nicht anders. Die Band, deren Alben immer mit "I" beginnen, kann auf eine treue Fangemeinde zurückgreifen, von denen nicht wenige den Weg ins Zelt gefunden hatten und die einen Gig genießen durften, der durchweg fesselnd und mitreißend war. Kracher wie "Cities Of The Dead" fehlten genauso wenig wie Material von der aktuellen Scheiblette ("Arise From Decay") und boten einen gesunden Querschnitt durch das Repertoire der Thrasher um den sympathischen Shouter Leif, dessen Bühnenpräsenz keinen geringen Anteil an den Live-Qualitäten der Band hat. Sauberer Auftritt, mit dem Dew-Scented genau das boten, was diese Band ausmacht und was der geneigte Fan auch erwartet hat.
(Hannes)

Zurück vor die Mainstage, wo die Reitermania sich auszubreiten anschickte. Auch auf die Reiter ist dieses Jahr Verlass, auch wenn sich zumindest beim Autor dieser Zeilen so langsam Abnutzungserscheinungen einzustellen scheinen, denn mehr als ein "ganz nett" konnte ich mir zu diesem Zeitpunkt nicht abringen. Vielleicht habe ich die Band auch schon zu oft gesehen, vielleicht war der Gig auch wirklich nicht mehr als "nur" solide, auf jeden Fall gab es genug Besucher, die ihren Spaß an der Sache hatten und vor allem bei den nicht ganz so neuen Stücken ordentlich abfeierten. Wie immer gab es Gummiboote, Feuerwerk, einen hampelnden Doktor Pest und Mädels auf der Bühne, wie immer war die Stimmung ausgelassen, wie immer wurden Rufe nach "Dschinghis Khan" laut (die diesmal nicht erhört wurden), wie immer... Ja, genau das war mein Problem, dieses wie immer. Na egal, es gab genug Leute, denen der Auftritt gefiel, da fällt mein nur bedingt positives Fazit wenig ins Gewicht.
(Hannes)

Dafür gab es Abends Entschädigung in Form der Death Metal-Urgesteine Obituary und was für eine! Verdammt, war die Band gut an diesem Abend. Die Setlist war vom Allerfeinsten, da wurde absolut kein Highlight aus der Bandgeschichte ausgelassen. So gab es neben dem unvergleichlichen "Slowly We Rot" auch neuere Juwelen wie beispielsweise "Slow Death" oder "List Of Dead" zu hören. Der Sound war nahezu perfekt, die Performance der Mannen um die Tardy-Brüder über jeden Zweifel erhaben und das Publikum nicht nur dankbar, sondern auch äußerst motiviert, der Band sein Wohlgefallen in Form von wunderschönen Pits zu zeigen. Für mich bis zu diesem Zeitpunkt ganz klar der bisherige Gewinner des Summer Breeze 2010.
(Hannes)

Da ich, nachdem ich mir im Pit den Haxen kaputtgemacht hatte, aber einsehen musste, das ich wohl doch keine 20 mehr bin, ging ich den restlichen Abend etwas gemütlicher an. Was bot sich da mehr an, als mal zur Camel-Stage zu schauen, vor der sich der Besucherandrang doch in Grenzen hielt? Johnny & The Hot Rods riefen zum Tanze und auch wenn die Musik nicht wirklich als metallisch zu bezeichnen gewesen wäre, boten Cover-Versionen von Judas Priest oder Soundgarden einen gewissen Unterhaltungswert.
(Hannes)

Nachdem es gegen Abend recht frisch wird in Dinkelsbühl, muss ich den Marsch zurück zum Zelt antreten, um mich mit meiner Abendgarderobe auszustaffieren. Diesmal fallen die Apokalyptischen Reiter und Obituary dem langen Weg zum Zeltplatz O zum Opfer. Aber pünktlich zu Dark Tranquillity, die um halb zehn die Pain Stage entern, stehe ich wieder bereit, um meine Haare in der frischen Abendluft kreisen zu lassen. Schon die ersten Töne von "At The Point Of Ignition" machen sehr überzeugend klar, dass Dark Tranquillity heute hierhergekommen sind, um so richtig abzuräumen. Von der Bühne schmettert mir ein großartiger Sound entgegen, die Jungs um den charismatischen Sänger Mikael Stanne scheinen bester Laune zu sein und geben sich merklich beeindruckt von dem Zuspruch, den sie durch das Publikum erhalten. Spätestens mit dem Hit "Focus Shift", der schon als drittes auf der Setlist steht, wird die Freude im Publikum fast greifbar, wobei das monumentale "Final Resistance" sicherlich genauso gut abgefeiert wird. Bei der Hitdichte geht schon fast die Angst um, dass der Auftritt schon bald wieder vorbei sein könnte, aber das erweist sich erstmal als unbegründet, denn Dark Tranquillity zaubern einen Knaller nach dem anderen aus ihrem inzwischen nicht gerade kleinen Sammelsurium an ausgezeichneten Mitbangnummern. "Lost To Apathy", "Misery's Crown" und das ältere "Punish My Heaven" sind da nur einige Beispiele aus dem gut einstündigen Set der Schweden, das mit "Terminus" ein viel zu frühes Ende findet.
(Sebbes)

Mit leichter Verspätung betreten Tryptikon, die Band um Tom G. Fischer und V. Santura die Bühne. Schon das Intro fällt düster und bedrohlich aus, ebenso wie der restliche Auftritt, was zum einen am schweren morbiden Sound liegt, zum anderen sicherlich auch etwas der Lichtshow geschuldet ist, die die Bühne während des Songs in kalte Farben hüllt. Allerdings können sich nicht wirklich viele Leute dazu aufraffen, den Klängen dieser etwas anderen Combo zu lauschen und auch die die da waren bekommen einen sicherlich eigenständigen, aber dennoch etwas monotonen Auftritt geboten. Das liegt u.a. auch an der stimmlichen Limitierung Toms und an den monolithisch aufgebauten, teils überlangen Stücken. Dennoch wirkt die Band im Gegensatz zu vielen anderen "Höher-Weiter-Schneller"-Combos als erfrischendes Element im Billing. Am Ende zelebrieren Tryptikon ihren Schlusssong mit Hingabe und endlosen Wiederholungen und erzeugen so den Höhepunkt einer beschwörenden Atmosphäre.
(Lord Obirah)

Immer noch mit einem breiten Grinsen vom gerade an mir vorbeigegangenen Dark Tranquillity-Gig im Gesicht, setzt sich die Masse so langsam, aber sicher in Bewegung, um den gleich auf der Hauptbühne gastierenden einzig legitimen Nachfolgern der Kelly-Family zu huldigen. Ja, Subway To Sally sind mal wieder auf dem Breeze. Ich weiß gar nicht, wie oft die Könige der Mittelalterrocker hier schon aufgespielt haben, aber das Publikum ist der Musik noch lange nicht überdrüssig, denn das Gelände vor der Main Stage ist extrem gut ausgefüllt. Los geht das Gelage mit "Henkersbraut", womit Sänger Bodenski und seine Truppe schon mal direkt einen Volltreffer landen. Auch die restliche Songauswahl ist nicht von schlechten Eltern. "Kleid Aus Rosen" wird ebenso wie "Feuerland" mit Inbrunst abgefeiert, während ich mich bei "Kleine Schwester" mit meinem Nachbarn darauf einige, dass Engelskrieger doch die mit Abstand schlechteste Subway To Sally-Platte ist. Gänsehautstimmung ist bei der Ballade "Maria", die nur mit Gitarre und Gesang vorgetragen wird und sich prima zum Mitsingen und Feuerzeugschwingen eignet, angesagt. Fein, fein, aber dem Volk gelüstet es natürlich nach so viel Romantik nach Härte und die bekommt es mit Songs wie "Meine Seele Brennt", "Besser Du Rennst" und "Falscher Heiland" prompt geliefert. Während viele schon versuchen, das Ende der Show mit Julia-Gesängen vorwegzunehmen, bringt erstmal der "Veitstanz" gekonnt Bewegung unter die Leute. Aber auch danach ist es noch nicht so weit, denn der geniale Song "Sieben" vom Nord Nord Ost-Album will noch gehört werden, bevor endlich die ganze Meute in das wohlbekannte "Julia Und Die Räuber" einstimmen darf. Auch wenn man sich nicht unbedingt zu den größten Subway to Sally-Fans zählt, kann man an diesem Auftritt sicherlich Gefallen finden.
(Sebbes)

So, das Selbstmitleid beiseite geschoben, denn ein ganz seltener Gast stand nun im Zelt zur Begutachtung an: Macabre. Die Murder Metaller waren meines Wissens erst einmal beim Breeze zu Gast, dementsprechend gespannt war ich auch auf den Auftritt. Ein Fest für musikalische Feinschmecker habe ich nicht erwartet, aber einen sehr unterhaltsamen Gig, bei dem einen das Dauergrinsen nicht so schnell verlässt. Doch Pustekuchen, das Trio aus Illinois war einfach nur grottenschlecht. Ultradumpfer Rumpelsound paarte sich mit bestenfalls bodenständiger Instrumentenbeherrschung und wenn die häufigen und langen Ansagen von Nefarious dazu gedacht waren, die Stimmung im Zelt anzuheben, ging dieses Ansinnen völlig in den Liebestöter, denn der werte Herr war ob seines lausigen Akzentes (und des wie erwähnt üblen Sounds) schlicht und ergreifend nicht zu verstehen. Nö danke, nach einem Stück, das ich mit Mühe und Not als "Scrub A Dub Dub" identifizieren konnte, war für mich Schicht im Schacht, da konnte ich mit meiner Zeit wesentlich Besseres anfangen.
(Hannes)

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