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Special

Comic Salon Erlangen, 3.-6. Juni 2010

Das war es also wieder einmal, das alle zwei Jahre stattfindende Stelldichein der nationalen und internationalen Comicszene. Nach vier - für Hardcore-Besucher durchaus langen und anstrengenden Tagen, dazu später mehr - wurde die Heinrich-Lades-Halle, die diversen Ausstellungen und anderen Events dichtgemacht. Fazit: mehr als 25.000 Besucher waren zu verzeichnen, nach Angaben der Veranstalter noch mehr als zwei Jahren - das ist ja durchaus schon bemerkenswert in einer Zeit, wo Kunst und Kultur nicht unbedingt groß geschrieben werden.

Aber mal langsam, beginnen wir wie immer mit einer kurzen Verdammung der Zweifler, die meinen könnten, ein Comic-Special habe auf unserer werten Seite nichts verloren: mit Zeichner-Legende Juan Gimenez war dieses Mal sogar live und in Farbe einer der Zeichner zu bestaunen, der seinerzeit den Zeichentrickstreifen Heavy Metal mit gestaltete. Aber auch auf einer ganz persönlichen Ebene zeigte sich, dass harte Klänge und filigrane Tuschestriche zusammengehören: ausführlich und sehr enthusiastisch konnten wir mit dem Franzosen Pierre Alary über seine Besuche bei den Monsters Of Rock in den 80ern parlieren - wobei ich endlich mal mit Detailwissen und erschreckend akribischem Gedächtnis aufwarten konnte und nicht so unterging wie in den Comic-Gesprächen, wenn es dann ans Eingemachte/zeichnete geht.

Zusammen mit dem Münchner Comic Festival, über das wir ja unsere Gedanken ausführlich darlegten, bildet der Erlangener Comic Salon mittlerweile einen vor allem für süddeutsche Landsmänner sehr angenehmen alternierenden zweijährigen Event-Rhythmus, bei dem das verblüffte Publikum allerhand bestaunt und der Die Hard-Fan seinen finsteren Besessenheiten nach allen Regeln der neunten Kunst frönen kann. 2010 rief man in Erlangen schon zum 14. Mal Zeichner, Fans und Sympathisanten zur nach eigenen Angaben "wichtigsten Veranstaltung für grafische Literatur im deutschsprachigen Raum", was nach anderen Events wie z.B. der Comic Action in Essen durchaus zutreffen mag. Neben den unangefochtenen Veranstaltungen der Königsklasse im franko-belgischen Sprachgebiet (Contern, Angouleme) darf Erlangen wohl durchaus einen hehren Anspruch erheben: auf der zentralen Comic-Messe präsentierten 130 Aussteller Programm und Stars, 30 Ausstellungen beleuchteten das Medium Comic aus unterschiedlichsten Facetten, es gab ein Comic-Film-Fest und Kulturevents, vor Ort zeichneten und schwitzten 300 Künstler, und mit der Verleihung des Max-und-Moritz-Preises ehrte man schließlich wie stets wichtige Beiträge zum Genre.

Da gab es für Comic-Randinteressierte und Gelegenheitsbesucher schon einiges zu entdecken - die Peanuts wurden 60, eine Ausstellung würdigte den franko-belgischen Western (Blueberry und seine Kollegen), und die sattsam bekannte und oft gefürchtete Hella von Sinnen präsentierte einen von ihr ausgewählten und kommentierten Band mit klassischen Donald Duck-Stories (und zeigte sich dabei durchaus sozialverträglicher und sympathischer, als es so mancher TV-Auftritt vermuten lässt - auch wenn sie von manchen Besuchern so belagert wurde, dass der Begriff vom "Stalker" die Runde machte). Und man munkelt, dass sogar der sonst arg dröge Max-und-Moritz-Preis durch ihre Moderation aufgelockert wurde. Das muss wohl gewesen sein, als wir gerade unseren Einweggrill anfeuerten und einer deutschen Senfmarke zu fast schon poetischem Glanz verhalfen.

Die stets zuverlässigen deutschen Größen wie Joscha Sauer (Nicht Lustig), Ralf König (einschlägigstes Material) und Ralf Moser (Monster des Alltags) waren ebenso zu bestaunen wie Jens Harder mit seinem etwas gehypten mythisch-epischen Werk Alpha. Den angekündigten Hansrudi Wäscher konnte zumindest ich nicht entdecken.

Nachdem man sich in dieser Form in den Spalten des bürgerlichen Feuilletons ja durchaus einen Platz erobert hat, durfte natürlich die mittlerweile kulturpolitisch höchst korrekte Graphic Novel nicht fehlen - z.B. in Form von Uli Oesterles finsterem München-Opus Hector Umbra, zu dem eine szenische Lesung dargeboten wurde, aber vor allem durch die von Peer Meter verfassten Szenarios, die unter dem Motto "Ein Autor sucht sechs Zeichner" (ja, schon gut, wir habens verstanden, Pirandello und so. Habt ihr gut gemacht) von unterschiedlichen deutschen Künstlern wie Isabel Kreitz (bemerkenswert aufgrund der immer akkurater werdenden Haarfrisur), Barbara Yelin oder Gerda Reidt in Szene gesetzt wurden. Dabei geht es um so gesprächsauflockernde Themen wie Massenmörder - die Titel Gift und Haarmann sind aussagekräftig genug. So lobenswert dies alles sein mag: die vorbezeichneten Feuilletons haben fallabschließend über diese Formen philosophiert, auf eloquente Weise referiert, wie hier Genregrenzen fallen und man sich gegenseitig auf die intellektuelle Schulter klopfen kann. Das ist schön, aber fast schon verkrampft in seiner Anbiederung ans Bildungsbürgertum, um sich ein Stück Respektabilität zu erkämpfen. Das wahre Herz der Szene sitzt nämlich an einem gänzlich anderen Fleck.

Und das spielt sich neben den Manga-Mädchen (die gottlob immer weniger werden, die Zahnspangen sind doch allzu grauslich anzusehen) und den Snoopy-Mitläufern ab. Die suchten brav nach den Sammelbildchen für das wie immer spaßige Messe-Einklebe-Album, freuten sich an den Abrafaxen und schauten mal bei Panini vorbei. Recht so, das sollt ihr bitte genau so machen. Wie schon in München versammelten sich aber auch in Erlangen natürlich wieder jene psychologisch durchaus nicht unbedenkliche Gestalten, denen Max-und-Moritz-Preis, Ausstellungen und ähnliche Feinheiten so schnuppe sind wie nur möglich. Pünktlich um neun Uhr morgens waren sie wieder alle da, mit den üblichen Rollcontainern mit der Komplettsammlung, Klapphockern und anderweitigen Überlebensutensilien. Die Jäger der Zeichnungen, Dedicace wie der Eingeweihte sagt, die von den wahren Legenden der Szene eine Signatur, eine Zeichnung, manchmal nur einen gnädigen Blick erhaschen wollen. Kurz, wir und die ca. 50 anderen Vollgestörten, die immer da sind.

Was einen zu diesen Exzessen treibt, bleibt im Dunkeln, Fakt ist, dass der harte Kern der Szene sich jedes Mal geschlossen trifft, um in eine mehr oder minder gespannte und fast schon explosive Atmosphäre einzutauchen. Hier geht es darum, Originalzeichnungen zu ergattern, die die Künstler in andächtig dargereichte Alben, Sketchbooks oder einfach nur auf ein Blatt Papier werfen (letztes immer seltener, da man - begründet oder unbegründet - den Verkauf über einschlägige elektronische Auktionshäuser fürchtet), während man in einen mehr oder weniger angeregten Diskurs einsteigt. Die beste Umschreibung dieser Atmosphäre liefert vielleicht die Unterhaltung, als eine höfliche Dame vom Verlag feststellte, der Zeichner komme doch erst in zwei Stunden, und wir uns entschuldigten, dass wir dieses Mal so knapp dran seien. Ob sie den Gag verstanden hat? Werden wir wohl nie erfahren.

Vieles gab es da wieder zu holen, nicht wenig geradeheraus Sensationelles: Matthias Schultheiss, der in den 80er Jahren mit Werken wie Die Haie von Lagos oder Die Wahrheit über Shelby zum König der deutschen Szene avancierte, wagte sich nach fast zwei Dekaden mit dem neuen Werk Die Reise mit Bill wieder zurück ans Publikum. Nach einem äußerst arroganten Auftritt 2002, als er den gelangweilten Star gab, zeigte sich der Meister dieses Mal überraschend umgänglich und nachdenklich. Man müsse erst einmal sehen, so seine Feststellung, ob man seinen Stil unter all den grellen Superhelden und Manga-Material noch schätze. Eine neue Bescheidenheit, die ihm gut zu Gesicht steht. Fernsehen hat er gemacht, Drehbücher für mehr oder minder anspruchsvolle Serien, und sich ob der völlig mangelnden Gestaltungsspielräume ("Da gibt es ganze Stäbe, die bestimmen, wer wann wo im Aufzug stirbt - Du kannst nur noch die Punkte verbinden") schließlich mit Grausen gewendet. Nach dem eher zweifelhaften Porno-Band Talk Dirty 2 griff er nun eine seit 30 Jahren daliegende Geschichte auf und liefert einen spannenden Road Movie - und vor allem zeichnete er völlig ohne Allüren. Eine Mittagspause brauche er nicht, so lange man ihm ab und ab ein Bier reiche. Willkommen zurück, Herr Schultheiss.

Enrico Marini präsentierte sich ähnlich entspannt und berichtete im ihm eigenen Schweizer Akzent, dass er im Moment kleinere Probleme habe, die Figuren aus seinem Epos Die Adler Roms zu zeichnen, schließlich halte er sich im 18. Jahrhundert auf, da er an seiner weiteren Serie Der Skorpion arbeitet. Er zeichnete dennoch erfolgreich Legionäre und Konsorten. Hochkarätiges gab es wie immer bei Salleck Publications, dort konnte man sich von Derib ein Konterfei in dem herausragenden Western für Kinder Yakari holen oder sich das wunderbar-traumhafte Katzenschloss von Lois Jouannigot selbst veredeln lassen. Und wieder einmal zeigte sich, dass für Eckart Schott, den rührigen Macher von Salleck Publications, völlig uneingeschränkt das eigentlich ja dem Nikolaus zugedachte Lied von "dem Mann, dem man nicht genug danken kann" gelten muss. Denn ohne den omnipräsenten Eckart dürfte man - wie schon in München - wohl getrost davon ausgehen, dass ein auch nicht nur annähernd so illustres Ensemble von Künstlern in Deutschland auflaufen würde. Über Jahre aufgebaute Kontakte und seine integre Art machen "den Eckart" zu einer zentralen Szenegröße, bei der es nur recht und billig ist, dass er in diesem Jahr mit einem Max-und-Moritz-Preis geehrt wurde - und zwar für seine herausragende Edition der legendären Spirit-Comics von Will Eisner. Eckart kennt sie alle, unermüdlich bereist er die Lande und Comicshops, stellt Kontakte her, bringt Zeichner auf die Events und bleibt dabei immer genau so unkompliziert, wie man ihn seit Jahren kennt. Eine zuverlässige Größe in der sonst so kurzlebigen Welt der Comics. Seine - wie immer - bestens aufgelegte Pfälzer Crew überzeugte ganz nebenbei durch beeindruckende Erfolge in der Verbesserung der körperlichen Verfassung (Bembel schnallt den Gürtel enger - massiven Respekt! "Keine Süßigkeiten und abends keine Kohlehydrate", dieses Erfolgsgeheimnis zur Optimierung des Body Mass Index geben wir frohgemut weiter).

Weitere Highlights für Kenner gab es auch für eher Kunstbeflissene, so etwa Der Geschmack von Chlor des noch blutjungen Bastien Vives - und Freunde, mag sein, dass das große Kunst ist, aber für den Schwimmbadbub und andere Kritzelfreds, für die stell ich mich nicht noch mal in die Hitze. Aber das ist eine andere Geschichte.

Sehr fein auch der Auftritt von Olivier Schwartz, der mit Operation Fledermaus der Saga um den Hotelpagen Spirou (in München noch vertreten durch Emil Bravos Porträt des Helden als junger Tor) ein aufregendes neues Kapitel im besetzten Brüssel des Jahres 1942 hinzufügte. Hier heißt es zugreifen, bevor die recht expliziten Originalzeichnungen von allzu zensurbeflissenen Kollegen kassiert werden. Lobenswert, dass der Autor den Aufforderungen (!) des Standpersonals, den Griffel doch fallen zu lassen, angesichts der beeindruckenden Schlange nicht nachkam und weiterkämpfte. Steve Cuzor tat es den Helden seines Südstaaten-Epos O'Boys kleidungstechnisch gleich, trat gut gelaunt in Latzhose an und berichtete, er habe versucht, die Huckleberry Finn-Geschichte einige Jahre später in die große Depression zu verlegen und eine Blueberry-artige Stimmung zu schaffen. Gilles Mezzomo zeichnete entspannt seinen Western-Helden Ethan Ringler (wie immer gute Organisation bei Piredda), und Thierry Gloris (Autor des Mittelalter-Thrillers Missi Dominici) drehte den Spieß um und fotografierte alle Fans, die eine Zeichnung bekamen. Angemerkt sei dabei allerdings, dass man nicht unbedingt auf wahrheitsgemäße Auskünfte zählen sollte, wenn man durch Landbier angeheizte Verrückte befragt: so trägt er nun zuversichtlich die von uns freimütig gegebene Information mit nach Hause, dass Deutsche beim Fotografiertwerden anstelle des international bekannten "Cheese" wahlweise "Wurrrst" oder "Ameisenscheiße" rufen. Zu diesen Äußerungen forderte er dann durchaus verwunderte Besucher später dann wiederholt auf. Wir hatten Freude daran, so viel steht fest. Zunächst als verschollen zu beklagen war Enea Riboldi, der per Automobil aus Italien anreiste, sich darob verzettelte und somit erst mit einem Tag Verspätung Dienst tun, sprich Cap Horn signieren konnte. Zack-Kollege Philippe Aymond hingegen zeichnete pünktlich und unverdrossen seine Lady S. nach einem Szenario von Star-Autor Jean van Hamme (Largo Winch, XIII). Lobenswert auch das Sitzfleisch von Patrick Jusseaume, der lange nach der vereinbarten Zeit noch weiterwerkelte und den letzten, und den allerletzten, "and this really has to be the last one" noch drannahm. So sieht Kundennähe aus!

Wie genau eben das nicht funktioniert, wurde leider ebenfalls wieder eindrucksvoll demonstriert. Die Panini-Kollegen, die ja immerhin die Rechte für so ziemlich jedes Superheldengedöns innehaben, verlegten sich wieder einmal darauf, einige absolut hochkarätige Stars anzukarren - David Lloyd (V for Vendetta), David Gianfelice (Northlanders), Howard Chaykin (Star Wars, Punisher), Mark Buckingham (Miracleman, Fables) und auch die Zeichnerlegende Milo Manara (in die Diskussion, ob das nun erotische Kunst oder Altherrenfantasien sind, wollen wir nicht einsteigen. Die schwitzenden Senioren in der Manara-Ausstellung legen Letzteres nahe), von dem die italienischen Klebebildkönige die Exklusiv-Rechte haben und deshalb eine Werkausgabe rausfeuern. So weit, so gut. Dass außerhalb der Signierstunden dieser Superseller am Stand nix los ist, lassen wir unkommentiert - aber ist das einzige Mittel, dem zu erwartenden Ansturm Herr zu werden, wirklich nur das unselige Würfelspiel? Immer wieder war das gleiche Schauspiel zu bestaunen: arme Wichte umringten den Stand, würfelten, kamen nicht auf die erforderliche Glückszahl (Pasch mit einem Würfel oder ähnlich wahrscheinliche Kombinationen), und rannten wie gestochen wieder ans Ende der Schlange. Die so wahllos selektierten Glücklichen hatten dann oft mit den wirklichen Anhängern nicht viel zu tun, und die schauten dann in die Röhre. Ich jedenfalls holte mir "meinen" David Lloyd völlig entspannt gegen Abend, als keiner mehr da war und er immer noch zeichnete. Und am Sonntag gab es sogar völlig stressfrei Manara-Sketche. Und jetzt heben wir bitte alle Zusammengebrochenen wieder auf. Warum, warum muss dann vorher dieser Würfelzirkus veranstaltet werden?

Ähnlich beklagenswert auch die Zustände, als es daran ging, eine Zeichnung von Juan Gimenez (der von seinen Meta-Baronen und anderen Figuren ganze Kunstwerke anfertigte und somit - ja positiverweise - länger brauchte als veranschlagt) oder Jean-Francois Charles zu sichern. Der Splitter-Verlag war sichtlich ein wenig überfordert mit dem Andrang - seltsam irgendwie, diese Massen, wenn Franz Beckenbauer in Obergiesing Fallrückzieher erprobt, genügen ja auch zwei Festbänke für die Zuschauer, oder? Anstelle sich nun um eine konstruktive Lösung zu bemühen, ging es nun fast schon in eine Schelte über - es seien ja doch "immer nur die Gleichen", die ganz vorne stehen, die anderen hätten keine Chance, und das solle es nicht geben. Ganz zur Recht wurde dem entgegen gehalten, dass eben diese "Gleichen" die Hardcore-Fans sind, die die ganze Szene und damit auch diese Verlage am Leben erhalten. Wer soll die letzte obskure Gesamtausgabe, die 15. Neuauflage oder die hochwertige, auf 300.000 Stück limitierte Statuette "Onkel Dagobert gleitet am Klondyke in einer Pfütze aus" denn noch kaufen, als wir Verrückte? Auch wenn es unter uns selbst manchmal rumort, die eingeschworene Fangemeinschaft selbst kann sich mittlerweile geschlossen des Eindrucks nicht erwehren, von einigen Verlagen und Vertrieben wie der letzte Abschaum behandelt zu werden. Kundenmanagement geht anders - Anfänger-Marketing-Stunden lehren, dass man seine besten Kunden hegen sollte, aber vielleicht ist das intellektuell ja nicht zu durchdringen. Die im vorliegenden Wirrwarr nun folgenden "Lösungsansätze" zeitigten in jedem Fall dann nahezu tumulthafte Zustände, in denen Gemüter überkochten und handgreifliche Aggression die logische nächste Stufe gewesen wäre. Das muss nicht sein, manch einer hat überreagiert, aber ein einfaches Schulterzucken und erratische Ad hoc-Maßnahmen sind hier kein probates Mittel. Freunde, wenn ihr für kurze Zeit internationale Stars aufbietet, wird es Gerammel und Andrang geben. Es werden "immer die Gleichen" sein. Wer sonst macht diesen Wahnwitz mit? Denkt euch vorher was aus und gebt das bekannt. Ansonsten sind wir gerne bereit, den Stand im Handstreich zu nehmen. So, jeds weisse Bescheid. Dass am Ende natürlich dann doch jeder aus dem harten Kern seine Zeichnung bekam, muss wohl nicht näher erwähnt werden.

Mit Ausnahme dieser Ausfälle war Erlangen aber wieder ein durch und durch gelungene Angelegenheit, in der man überraschende Gespräche (Alary, siehe oben), coole Bierarten-Atmosphäre, beste Kaufgelegenheiten im Ramsch (fünf Ehapa-Supermänner aus den 70ern in Bestqualität! Rock and Roll!!) und große Momente (Manara zeichnet bis zum Umfallen, bis seine Frau auftaucht - aber dann ist sofort Sense) erleben durfte. Eine Kiste des von meinen nordbayrischen Kollegen unbeirrbar so bezeichneten Landbiers war unverzichtbar, ebenso wie mein immer gerne gebrachter Verweis, dass ich in dieser Schlange nur stehe, weil ich dahin geschickt wurde, und keine Ahnung habe, was der schnoddrige, gehypte Typ da vorne malt, nächstes Jahr ist der eh weg vom Fenster und lebt von der Stütze (Entsetzen beim ehrfürchtigen Gegenüber garantiert!). Verprügelt haben wir uns auch dieses Mal nicht, auch wenn's knapp herging, und eventuell lässt sich das auch in München verhindern. Die Daten für 2011 stehen nämlich schon fest.

Holgi

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