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Special

Apocalyptica Pre-Listening Session im Dschungel/KPO am 16.12.2002

Hier waren wir also, bei der APOCALYPTICA Pre-Listening Session im Dschungel (KPO). Neben den Musikern gab es noch einen weiteren Mittelpunkt des Abends, und zwar einen, von vier Scheinwerfersäulen umringten, absolut futuristisch anmutenden CD-Player.

Bevor das neue Album an diesem Abend zum ersten mal lief erklärte Eicca den Titel, "Reflections", der aus der Vorgeschichte des Albums enstanden ist. Mit "Cult" waren APOCALYPTICA exzessiv auf Tour, aber die Band war diesen Strapazen leider nicht gewachsen, weswegen Max Lilja im Anschluß an die Tour ausstieg, und die drei übrig gebliebenen Musiker schon mit dem Gedanken spielten, ob sie das Kapitel APOCALYPTICA nicht besser beenden sollten. Zum Glück haben sie sich anders entschieden, und setzten sich wieder zusammen, um zu "reflektieren" wozu sie sich den ganzen Stress eigentlich antun. Sie kamen zu dem Ergebnis, dass sie es nur tun weil Ihnen die Musik wirklich gefällt - und so haben sie für dieses Album einfach genau die Musik gemacht die sie machen wollten, ohne sich drum zu kümmern was Plattenfirma und Fans vielleicht von ihnen erwarten könnten. Das hört man dem Album auch an. Abwechslungsreicher als "Cult" ist es geworden, und viel härter.
Zur Unterstützung haben sie sich Dave Lombardo von Slayer ins Studio geholt, der ihnen seine Zusammenarbeit schon '97 angeboten hatte, wie uns Perttu später erzählte. APOCALYPTICA wird es in Zukunft übrigens nur noch auf der Bühne als Quartett geben, denn Paavo, Perttu und Eicca werden von nun an als Trio weiter machen. Als Live-Musiker hat man sich mit Antero Manninen einen alten Bekannten geholt, der auch schon auf den ersten beiden CDs zu hören war. Logischerweise werden sie aber auch nicht mehr so intensiv Touren, wie sie es mit dem "Cult" Album getan haben.

Im Anschluss an die Erklärungen von Eicca gab es dann noch eine kurze Bierholpause, da die Bar während den 49 Minuten und 13 Sekunden, die das Album dauerte, geschlossen bleiben sollte. Interssanterweise war bei dieser Pause der erste Mensch an der Bar ein finnischer Cellist...

Nach einem schon durch Drums unterstützten Intro geht es auch gleich mit dem Song "No Education" richtig los, denn hier sitzt Dave am Schlagzeug und im ersten Moment dachte ich, dass APOCALYPTICA auch E-Gitarren im Studio verwendet hätten. Aber auch hier handelt es sich um Cellos, die sie durch Verzerrer gejagt haben. Das Ergebnis klingt wirklich absolut genial und superfett und einige Thrash und Death Metal Bands können sich da schon mal warm anziehen... Nach einem ruhigeren Song, der mit einem Piano-Intro beginnt kommen wieder zwei "Cello-Midtempo-Thrasher", die mir, wie ca. 90% des Albums, spontan sehr gut gefallen haben.
Selbstverständlich gibt es aber auch mit den Songs "Cohka", "Conclusion" sowie dem abschließenden "Epilogue (Relief)" Material, dass auch auf "Cult" hätte stehen können, also Songs die rein auf Cellos aufgebaut, bzw mit ruhigen Percussion Parts versehen sind ("Cohka").
In der zweiten Hälfte des Albums wird "Reflections" dann noch etwas experimenteller, denn bei "Heat" geht es in Richtung Krupps, und der Song "Resurrection" ist sehr Groove betont, man könnte ihn am ehesten in die Ecke Sepultura zu "Roots" Zeiten einordnen.
Mit "Pandemonium" kommt dann noch ein durch Schlagzeug unterstützter Cello-Solo-Song bevor ein weiterer "Cello-Midtempo-Thrasher" und das vorhin schon erwähnte "Epilogue (Relief)" das Album abschließen.
Ich bin auf jeden Fall sehr positiv überrascht von diesem Album und kann jedem Fan der Band jetzt schon eine Kaufempfehlung geben! Einzig die APOCALYPTICA Fans, die von der Klassik her auf die Band gekommen sind sollten hier wohl erst einmal ein Probehören einplanen, denn so ausgeprägt war der Metalanteil noch auf keinem APOCALYPTICA Album.

Nach diesem ersten Durchlauf kam der gesellige Teil des Abends, bei dem das Album als Hintergrundmusik nochmals gespielt wurde. Die Musiker wurden so oft fotografiert, als wären sie in eine japanische Reisegruppe gelaufen, und gaben bereitwillig auf alles Autogramme, was ihnen unter die Nase gehalten wurde. So wie es aussah sammeln anscheinend manche Leute sogar leere Bierflaschen mit Autogrammen - Sachen gibt's!

Beim Smalltalk mit den teilweise schüchternen aber wirklich super sympatischen Finnen kamen dann auch noch ein paar sehr interessante Sachen heraus. Zum Beispiel hatte sich Eicca für die Studioaufnahmen ein extrem teures Cello ausgeliehen. Leider hat er beim Einspielen der schnellen Parts mit dem Bogen ein paar Kratzer in den Lack geschlagen, so dass sie dann die entsprechenden Stellen des Cellos abkleben mussten, um weitere Schäden zu vermeiden. Dummerweise musste später ein Intro neu aufgenommen werden - das ausgeliehene Cello war aber schon zurück bei seinem Besitzer, und Eicca musste die Neuaufnahme auf seinem alten Tourcello einspielen. Er meinte, der Unterschied sei auf der Platte ganz deutlich zu hören - bin ja mal gespannt, wer von uns Laien das auch hören kann.

Perttu hat uns noch zum neuen Cover erzählt, dass sie aus ihrer Totenkopfphase herausgewachsen sind. Die Verbindung zwischen einem Cello und einer Frau erklärte er uns damit, dass man ein Cello beim spielen eben auch zwischen den Beinen hat ;-) Und dann noch im Ernst: die Inspiration dafür stammt von Man Ray (ich hoffe den schreibt man so), der für sein Foto ebenfalls einer Frau die f-Löcher eines Streichinstruments auf den Rücken gemalt hatte.

Und damit niemand sagen kann, dass er es nicht vorher gewußt hätte: nach dem eigentlichen Album, welches am 10.02.03 veröffentlicht wird, kommt etwas später auch noch eine Special Edition, die mit zusätzlichen Live- und Cover-Songs, sowie höchstwahrscheinlich wieder mit ein oder zwei Songs mit Gesang, versehen sein wird.
Der Grund dafür ist, erzählte uns Perttu, dass das Album, wie es im Februar erscheinen wird genau das beinhaltet, wofür APOCALYPTICA jetzt stehen, und alle anderen Sachen mehr oder weniger nur Spielereien sind. Dass diese Veröffentlichungspolitik wohl auch von der Plattenfirma gewollt ist, kann man sich ja selber denken...

Und jetzt noch eine Verbraucherinformation: am 23ten Februar ist es wieder so weit, da heißt es in der Elserhalle: Up the Cellos!

Screvet av Stefan og Skessa

Reflections Playlist:

01. Prologue (Apprehension)
02. No Education
03. Faraway
04. Somewhere Around Nothing
05. Driven
06. Cohkka
07. Conclusion
08. Resurrection
09. Heat
10. Cortege
11. Pandemonium
12. Toreador II
13. Epilogue (Relief)

Stefan & Skessa

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