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The Signal (DVD)

Fleischfressende Zombiehorden, degenerierte, blutrünstige Hinterwäldlerfamilien, psychopatische Folterfreunde - das sind die Zutaten moderner Horrorschocker. Je mehr Blut, Gore und Gewalt, desto besser. Eine ansprechende Story scheint nicht mehr nötig und so leidet die Atmosphäre der Filme seit Jahren unter dem mangelnden Einfallsreichtum von Drehbuchautoren und Regisseuren. Subtiler Horror, das Spiel mit der Phantasie und den Urängsten der Zuschauer blieb mehr und mehr auf der Strecke.

Cover von SignalAuf dieses Spiel lässt sich nun (zumindest teilweise) The Signal ein und konfrontiert den Zuschauer mit einer Bedrohung vor der man nicht so einfach weglaufen kann. Diese Mal jagen keine messerschwingenden Hünen Teenager um Badeseen - nein, die Bedrohung geht von der Menschheit liebstem Spielzeug aus: Mobiltelefone, Radioempfänger und Fernseher drohen den Untergang der Menschheit zu bringen, denn diese strahlen ein Signal aus, welches die Empfänger reihenweise dem Wahnsinn verfallen lässt. Das Perfide daran: die Befallen glauben rational zu handeln und lassen sich so nicht einfach ein Täter/Opfer-Schema drücken - weder für den Zuschauer, noch die Protagonisten.

Die Protagonisten. Das sind die attraktive Mya (Anessa Ramsey), ihr Ehemann Lewis (AJ Bowen) sowie ihr Liebhaber Ben (Justin Welborn). Inszeniert von drei Regisseuren und verpackt in drei Episoden, wovon jede den Abend aus Sicht eines der Hauptakteure schildert, bahnen sich diese drei ihren Weg durch einen wahren Albtraum...

Bildausschnitt 1 Signal Es ist Silvester. Mya beschließt ihren Mann zu verlassen und mit Ben ein neues Leben zu beginnen. Auf dem Weg zu ihrer Wohnung entwickeln Fernseher und Radios ein Eigenleben und setzen mit einem Signal die verborgenen Aggressionen der Menschen frei. In ihrem Wohnblock angekommen muss sie sich mit dem dort vorherrschenden Chaos auseinandersetzen und kann mit Müh und Not aus dem Gebäudekomplex entkommen.
Episode zwei erzählt den Abend aus der Perspektive von Lewis, der auf einer spießigen Silvester/Geburtstagsfeier mit absurden Situationen und allerlei Leichen konfrontiert wird, bevor Bens Erlebnisse in Episode drei aufgearbeitet werden, alle Hauptcharaktere wieder zusammengeführt werden und der Film mit einem offenen und interpretationsfähigem Ende schließt.

Bildausschnitt 2 Signal Dass die Story dabei von drei unterschiedlichen Regisseuren umgesetzt wurde, erweist sich als Segen und Fluch zugleich, denn obwohl inhaltlich eine Geschichte wiedergegeben wird unterscheiden sich die drei Episoden qualitativ sehr stark. Vor allem im ersten Drittel ist der Film stark inszeniert. Myas Flucht wird packend erzählt und treibt den Puls durch gelungenen Musikeinsatz sowie die Vorstellungskraft anregende Off-Screen-Effekte in die Höhe. Auch die Tatsache, dass selbst das eigene Heim keine Sicherheit mehr bietet, sorgt für Nervenflattern. Diese unheimliche und bedrückende Atmosphäre wird in Episode zwei aber leider nicht aufrechterhalten. Zwar wird die blutige Feier anfangs noch mit viel schwarzem Humor inszeniert, driftet aber mit fortschreitender Zeit ins Lächerliche ab und kann den Zuschauer durch den völlig anderen Erzählansatz sowie unerwartete Wechsel zwischen brachialen Gewaltausbrüchen und slapstickhafter Komik nicht mehr so richtig fesseln. Dies wird durch den letzten Teil des Films zwar streckenweise wieder ausgebügelt, aber auch dieser kommt nicht mehr an die bedrückende Atmosphäre des Anfangs heran - trotz einiger guter und grotesker Ideen (oder wie soll man eine Unterhaltung mit einem abgetrennten Kopf sonst nennen).

Trotzdem hebt sich The Signal vom Gros der Horrorfilme ab und bietet solide Unterhaltung. Die Mischung aus Endzeithorror und schwarzhumoriger Gesellschaftskritik konnte schon auf dem Fantasy Film Fest 2007 oder dem Sundance Festival gute Kritiken einheimsen und dürfte auch auf DVD viele Genre-Fans für sich gewinnen können. Das Bild der DVD entspricht dem heute gewohnten Standard, nur die Schnitte sind (wohl auch erzählbedingt) teils etwas hektisch ausgefallen. Bei den Tonspuren kann man im Deutschen zusätzlich zum Standard 5.1 Ton auf satten und DTS-Klang zurückgreifen. Da freut sich dann auch noch der Nachbar. Ein kleineres Manko bietet dagegen die englische Tonspur, die mir etwas dumpf erscheint.

Bildausschnitt 3 SignalSicherlich keine Freunde wird der Film bei der BPjSM finden, denn auch wenn er mehr von Atmosphäre als Gemetzel lebt, wartet The Signal mit einem sehr hohen und teils kompromisslosen Härtegrad auf, der Zartbesaitete des Öfteren schlucken lassen wird. Von daher ist die SPIO/KJ-Freigabe der ungeschnittenen Version (ca. eine Minute länger als die geprüfte Fassung) durchaus gerechtfertigt.

Bleibt unterm Strich ein recht unterhaltsamer Low-Budget-Film (die Produktionskosten lagen gerade einmal bei 50.000 Dollar), den man sich auch mehrmals anschauen kann. Kurzweilige Unterhaltung ist in jedem Fall garantiert.

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Regie: David Bruckner, Jacob Gentry, Dan Bush
Produktionsort/-jahr: USA 2007
Erschienen bei: Ascot Elite Home Entertainment GmbH
Veröffentlichungsdatum: 22.09.2008
Bildformat: 16:9
Ton/Sprache: Dolby Digital 5.1 (d,e), DTS (d)
Extras: Trailershow
Länge: K.J. = 98:10 Min.
SPIO = 99:18 Min.

JR

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