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Interview mit Jarne, Organisator des Party.San Open Air, 30.03.2006

Das Party San Open Air hat sich seit seiner Gründung 1996 zu einem etablierten Ereignis gemausert, wie die DVD des letztjährigen Festivals eindrucksvoll zeigt. Also flugs ein paar Fragen eingetütet und ab damit Richtung Weimar, wo diese so schnell wie kein anderes Interview zuvor von Jörg Brauns (Jarne) beantwortet wurden.

HH: Hi, gerade eben habe ich eure DVD vom letzten Jahr zum Reviewen in den Händen gehabt. Ich muss schon sagen, wirklich geiles Teil! Schade, dass ich selbst nicht vor Ort war. Welches Fazit ziehst du aus dem Festival 2005?

Jarne: Das Jahr 2005 war ein großer Erfolg für uns. Wir hatten 7.000 Gäste, super Bands und die Gesamtatmosphäre war einfach nur göttlich. Was will man mehr! Ein Dank geht natürlich an alle Besucher die das Party San zu dem machen, was es ist!

HH: Vor allem die Interviews auf der DVD (die im übrigen viel zu kurz ausgefallen sind) sind ein Angriff auf die Lachmuskeln. Haben da alle Bands anstandslos mitgemacht?

Jarne: Ja klar! Diese Interviews machen mehr Spaß als diese typische Frage/Antwort-Geschichten. Wie du siehst hatten alle Spaß an der Sache, darum geht es doch, oder?

HH: Wie verläuft die Zusammenarbeit mit Bad Berka?

Jarne: Die Stadt, die Polizei und alle Ämter spielen hervorragend mit. Es ist ein natürliches Geben und Nehmen mit viel Enthusiasmus. Seit 1999 haben alle mitbekommen dass die schwarzen Gestalten in ihrer Stadt nur böse aussehen aber niemanden etwas zuleide tun. Die Metaller entern die Kneipen, buchen Gästezimmer und kaufen in den Supermärkten. Wie gesagt, geben und nehmen spielt hier eine große Rolle.

HH: Wie lange dauern eigentlich bei euch die Aufräumaktionen nach dem Festival?

Jarne: Ohoh, ein böses Thema. Wie immer ist aufräumen Sackgang. Gerade bei Regen und Wind wie 2005 war es oberätzend. In der Regel benötigen wir circa eine Woche um die Wiese in ihren alten Zustand zu versetzen. Die Müllproblematik spielt hier eine große Rolle. Jeder Kronkorken, jedes Stück Metall muss entsorgt werden.

HH: So manches Festival stand schon mal aufgrund der Fans auf der Kippe, zuletzt das Bang Your Head!!!, da die Fans sich wohl zunehmend daneben benehmen. Habt ihr auch entsprechende Erfahrungen damit gemacht?

Jarne: Nein, eigentlich nicht! Wir sind ja nun auch nicht direkt an einer Schnellstrasse bzw. mitten in der Stadt. Außerdem sind wir ja ein recht kleines Festival mit unkontrollierbaren Menschenmassen. (??? - Ray)

HH: Bei vielen Festivals gelten die sanitären Einrichtungen als Schwachpunkt. Was tut ihr, um hier entsprechend für Entspannung zu sorgen?

Jarne: Wir haben ausreichend WCs, die übrigens mehrfach täglich gesäubert werden, Duschen und Waschgelegenheiten. Was will man mehr?

HH: Bei euch werden ja u.a. auch Shirt Kontrollen durchgeführt, um politisch motivierte Gestalten von eurem Festival fern zu halten, was ich persönlich sehr lobenswert finde. Was war jedoch der Auslöser für diese Kontrollen?

Jarne: Seit über zehn Jahren entwickelt sich hierzulande eine recht zwiespältige Szene die wir nicht supporten möchten. Das Party San Open Air steht für Metal und nicht für politische Spinner. Wir weisen unsere Besucher darauf hin dass sie bitte T-Shirts von politisch extremen Bands nicht tragen sollten. Wir können kein Hirn bzw. keinen Verstand verteilen, wir möchten aber eine friedliche und keine dummdreiste/militante Atmosphäre schaffen. Pubertäre Faschisten haben bei uns nichts zu suchen.

HH: Generell muss man feststellen, dass in den neuen Bundesländern leider die rechte Szene am Wachsen ist. Wie beurteilst du diese Entwicklung?

Jarne: Nun, diese Sichtweise zeigt auf ein deutsches Problem und findet im Metal nur prozentuell ihren Niederschlag. Allerdings sollte man hier unsere gesamte wirtschaftliche/soziale Lage sehen und hier Soziologen befragen, warum wir Deutschen so dumm sind und uns international immer wieder lächerlich machen. Ich für meinen Teil behaupte aber dass die deutsche Rechte egal ob im Osten oder Westen gleich groß ist. Ließ mal das Buch "Unheilige Allianzen" von Christian Dornbusch, dann hast du mehr Einblick.

HH: Innerhalb von nicht einmal zehn Jahren seid ihr zu einem der wichtigsten Open Airs in Deutschland gewachsen. Wohin soll die Reise noch gehen? 2005 kamen ja rund 7.000 Fans, bis zu welcher Kapazität könnt bzw. wollt ihr gehen?

Jarne: Der Status Quo sollte jetzt unser Ziel sein.

HH: Bei dieser extremen Musikrichtung hat man doch bestimmt auch mit manch einer Band grenzwertige Erfahrungen gemacht. Kannst du hier etwas aus dem Nähkästchen plaudern?

Jarne: Ungern! Nur soviel: blutige Bettlaken, eingepisste Hosen, verpasste Flüge, Kotze im Hotelflur, zerstörte Zimmer und Krücken im Arsch des Kumpels... es ist das reinste Tollhaus!!!

HH: Wie denkst du über die heutige Metal Szene und ihren Wandel gegenüber früher?

Jarne: Es geht nur noch ums Geld! Sorry, aber ein Großteil der Szene kotzt uns an!

HH: Gerade in den letzten Jahren sind immer mehr Festivals, sowohl Indoor als auch Open Air, wie die Pilze aus dem Boden geschossen. Wo soll das deiner Meinung nach noch hinführen?

Jarne: Schau dir das Earthshaker Festival an! Was soll das? Wenn ich der Veranstalter dieses Festivals wäre würde ich meinen Namen ändern. Wer so mit den Fans umgeht ist es nicht wert ein Festival zu veranstalten. Davon gibt es zu viele, gerade im Westen unserer Republik. Hier geht's nur ums Geld und Prestige für alte Männer!

HH: Welche Tipps kannst du jungen Veranstaltern mit auf den Weg geben?

Jarne: Tu was du willst soll das ganze Gesetz sein!

HH: Welchen Ausblick kannst du uns bereits jetzt schon für 2007 geben?

Jarne: Geile Bands, super Preise - Metal im Osten eben! Alle Infos unter www.party-san.de!!!

HH: Danke, dass du dir Zeit für meine Fragen genommen hast, die letzten Worte gehören dir.

Jarne: 1000 Dank! Seid alle herzlich willkommen!!!

Ray

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