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Special

Interview mit Kathi Rauecker, Hauptorganisatorin der Walpurgis Metal Days vom 11.03.2005

Das Walpurgis geht dieses Jahr in die fünfte Runde. Von jeher machte es sich einen Namen als Festival von Fans für Fans mit realen, greifbaren Individuen aus der bayrischen Metalszene. Stand es nach dem letztjährigen WMD erstmal nicht gut um eine Fortsetzung 2005 wurden erste übereilt getroffene Entscheidungen über Bord geworfen. Von daher freut es uns natürlich umso mehr, dass uns Kathi, eine der Hauptverantwortlichen des WMD, wieder für ein Interview zur Verfügung stand.

HH: Erstmal - wie geht's dir? Bist du schon schön im Stress mit den Warm Up-Konzerten, oder ist zur Zeit noch alles easy going?

Kathi: Alles in bester Ordnung! Alles easy going! Die Warm-Up-Konzerte (1.4. Trafo/Pollenried, 2.4. Zeughaus/Passau, 3.4. Titanic City/München mit Pungent Stench, Final Breath & Sucking Leech) sind schon durchorganisiert, und beim Rest läuft auch alles verdächtig glatt... Mein momentaner Stress bezieht sich eher auf mein zweites Festival-Baby, das Passauer Pfingst Open Air (dieses Jahr übrigens mit Paradise Lost!). Aber der Walpurgis-Stress kommt noch früh genug und dann. ;-)

HH: Wie weit seid ihr jetzt mit den Festivalvorbereitungen?

Kathi: Auf dem Platz ist soweit alles organisiert - von den Dixies bis zum Zelt - Billingtechnisch sind wir auch durch - momentan heißt's: WERBEN; WERBEN; WERBEN!!!

HH: Für's Protokoll würde mich natürlich interessieren, wie für euch das letztjährige Festival gelaufen ist. Wieviele Besucher haben sich Freitag und Samstag die Ohren durchblasen lassen und wieviele Liter Bier wurden vernichtet?

Kathi: Das Festival 2004 ist im Großen und Ganzen eigentlich ganz gut gelaufen, an beiden Tagen waren über 1000 Leute auf'm Platz. Die Literanzahl Bier kann ich Dir nicht genau sagen, eher die Hektoliterzahl, hehe... Nein, Spaß beiseite, ich weiss es wirklich nicht genau, nur dass nicht nur die Besucherzahl, sondern auch der Bierverschleiss rekordverdächtig war! Da unsere Nachbarn aus Österreich aber so gern "Fetzi" (Rotwein mit Cola) trinken, war auch der Weinverbrauch formidabel...

HH: Welche allgemeinen Veränderungen erwarten uns dieses Jahr? Wird sich am Zelt oder am Gelände etwas ändern? Wird man die Preise im Vergleich zum Vorjahr erhöhen, oder wie man so schön sagt: anpassen?

Kathi: Erst mal ganz klar: Die Getränkepreise, sowie die Preise für die Shirts bleiben GLEICH und werden NICHT erhöht. Was die Fressbuden machen, liegt nicht in unserer Verantwortung, aber 3,50 für einen guten Döner werden wohl auch nicht überschritten werden. Der VVK-Preis für die Eintrittskarte wurde um einen gigantischen Euro erhöht, wobei 17 € für zwei Tage Festival noch immer ein unschlagbarer Preis sind. Das macht dann genau 94 cent pro Band! Großartige Änderungen am Festivalgelände gibt's eigentlich nicht, nur wird das gesamte Campingareal eingezäunt, genauso wie der Biergarten am Turm. Und Bier gibt's nicht mehr in Flaschen, sondern in Bechern - aber keine Angst - natürlich 0,5! Sonst bleibt alles beim alten.

HH: Kompliment an euch, dass die Preise im Vergleich zum Vorjahr so gut wie stabil geblieben sind. Ich glaube den einen Euro mehr sollte man auch bei sparsamer Lebensweise verkraften können! Nicht vergessen sollte man ja, dass sich für euch der Aufwand auch nicht von Jahr zu Jahr verringert. Von daher sollte dies die letzte Ausrede sein, wenn jemand dieses Wochenende lieber zuhause verbringen möchte. Mit wieviel Besuchern rechnet ihr denn?

Kathi: Schwer zu sagen, aber 1.200 - 1.500 sind realistisch. Auf den Platz passen 2.000 locker rauf, aber wenn wir die 1.000er-Marke erneut knacken sind wir mehr als zufrieden!

HH: Nach welchen Kriterien wählt ihr die Underground-Bands aus? Entscheidet da letztendlich der eigene Geschmack, oder versucht ihr diese erstmal etwas hinten anzustellen und versucht unabhängig davon eine runde Mischung reinzubringen?

Kathi: Den eigenen Geschmack kann man nie ganz ausschalten. Nachdem die Bewerbungsfrist abgelaufen ist, gibt's bei uns ein Listening-Wochenende an dem alle Orga-Mitglieder anwesend sind, und sich die haufenweise zugeschickten Bewerbungen durchhören. Da jeder von uns einen komplett unterschiedlichen Geschmack hat geht's da ganz schön hoch her! Letzenendes müssen wir mit ordentlicher Mehrheit den Sound gut finden. Und wenn wir uns dann zwischen München und Hamburg entscheiden müssen, bringt der Lokalfaktor natürlich Vorteile. An der runden Mischung feilen wir alle zusammen - bleiben unserem Konzept aber dennoch treu.

HH: Welche Bands sind denn deine Faves dieses Jahr?

Kathi: Mit Dismember ist schon ein kleiner Traum in Erfüllung gegangen. Ich freu mich aber auch wie ein Schnitzel auf ein Wiederhören mit God Dethroned, die mir seinerzeit 1997 in Wien meinen Tinitus verpasst haben... Ausserdem ist es megaformidabel, dass wir heuer mit sieben Nationen am Start sind: Neben Deutschland, Österreich und Tschechien sind auch Schweden, Holland, Polen und Italien vertreten!

HH: Gab's auch Bands, die ihr gern eingeladen hättet, die aber aufgrund anderweitiger Verpflichtungen absagen mussten?

Kathi: Anderweitige Verpflichtungen waren weniger das Problem, eher für unser Festival noch zu hohe Gagenvorstellungen. Ich will mein Budget da auch nicht groß überziehen, denn das würde zu Lasten der Ticketpreise gehen. Also - mit Slayer wird's wohl auch 2006 nix. ;-)

HH: Letztes Jahr gab's ja nun einige Probleme, die euch anscheinend schwer im Magen gelegen sind. Welche waren das denn (bloss kurz)?

Kathi: Je mehr Besucher kommen, desto mehr Blödsinn kann angestellt werden, und desto schwieriger ist es, alles organisationstechnisch unter Kontrolle zu halten. Im Endeffekt sind es aber nur viele Kleinigkeiten gewesen, nichts megadramatisches. Es ist zwar nicht schön, wenn das von der Stadt Hauzenberg angemietete Klohäuschen von oben bis unten mit Steaks und Steaksoße verschmiert ist, da ärgert man sich schon drüber, aber im Endeffekt: wenn wir selbst auf Festivals sind, sind wir auch keine Engel. Einmal quer mit dem Kärcher durch's Scheisshaus und dann ist die Sache auch schon gegessen!!! ;-)

HH: Hat das die Zusammenarbeit mit Hauzenberg für dieses Jahr verkompliziert?

Kathi: Gar nicht. Hauzenbergs Bürgermeister ist echt cool, die Polizei hat sich mittlerweile auch schon an uns gewöhnt. Die Zusammenarbeit läuft optimal, von einigen typisch bayrischen Bürokratie-Querelen mal abgesehen...

HH: Was macht ihr, damit sich die Vorfälle vom letzten Jahr nicht wiederholen?

Kathi: Wie schon erwähnt, wird das ganze Campingareal eingezäunt, damit die Nachbargrundstücke ein bißchen "geschützt" sind. Auch den Security-Patrouillen des Nachts wird in den Arsch getreten, auch wirklich zu patrouilleren. Außerdem gibt's ein paar kleine interne Änderungen, und die Helfercrew wurde gut aufgestockt, so dass wir guten Mutes sind, das Ding unter Kontrolle halten zu können!

HH: Gab es Medienresonanz, abgesehen von den "üblichen" Metalmedien?

Kathi: Ja! Wir waren 2004 total überrascht, als plötzlich Leute von der Passauer Neuen Presse auf'm Festplatz standen! Und es war voll witzig, einige Tage später ein Foto von Disgorge und ein Interview mit Luisma von Haemorrhage eben in dieser Zeitung zu finden... Und der Bericht war - man lese und staune - sogar sehr positiv!

HH: Was hat euch dazu bewogen, letztendlich euere erste, aus dem Bauch heraus getroffene Entscheidung zu überdenken und doch nochmal ein WMD auszurichten?

Kathi: Wir hängen halt selber irgendwie an unserem "Baby"... Wir hatten ein paar Probleme innerhalb der Orga-Crew zu lösen, so hab ich z.B. wegen Studiumsendspurt nicht mehr sooo viel Zeit mich zu kümmern, da haben wir uns etwas "Zuwachs" akquiriert, beispielsweise den Olli von Sycronomica, der jetzt werbetechnisch vieles macht oder Tobi und Dieter von unserer Passauer Metal Gang, die sich nun um Stände und den Backstagegereich kümmern. Sobald die Crew etwas größer ist, und auch die Verantwortung auf mehr Schultern lag, war's eigentlich kein Thema mehr: WMD will survive!

HH: Wenn die Verantwortung jetzt auf mehr Schultern lastet, kann man dann mit dir dieses Jahr mal wieder anstossen, oder wird man dich wieder zwei Tage lang nur wie Rumpelstilzchen auf dem Gelände rumfetzen sehn?

Kathi: Rumpelstilzchen, hehehe... Naja, ganz werde ich das wohl nicht abschalten können, aber ich bin guten Mutes, dass ich das Festival mal ein bißchen mehr genießen kann als die vier Jahre zuvor!

HH: Letztes Jahr haben sich auch ein paar zweifelhafte, eher dem rechten Rand zuzuordnende Gestalten auf euerem Campingplatz rumgetrieben. Wollt ihr so etwas zukünftig unterbinden, oder behandelt ihr das eher nach dem "solang sie sich ruhig verhalten, verhalten wir uns auch ruhig"-Prinzip?

Kathi: Grundsätzlich können diese Gestalten getrost ihre Koffer ungepackt lassen und schön zu Hause bleiben, denn - EUCH BRAUCHEN WIR AUF DIESEM FESTIVAL NICHT!!! Auch unsere Parkplatzeinweiser haben strikte Anweisung, solche Leichtmatrosen nicht aufs Festivalgelände zu lassen. Wenn es Stress gibt, ist dies eine der wenigen Situationen, in der wir nicht zögern unsere Freunde von der Polizei Hauzenberg anzufunken. Leider lassen Optik und Benehmen nicht immer gleich Rückschlüsse auf politische Gesinnung ziehen. Es gab das Gerüchte, dass auf dem hinteren Parkplatz Rechts-Musik gespielt wurde, wann immer wir Security hinter geschickt haben, war aber nix los und uns konnte nicht mal gesagt werden, aus welchem Auto die Musik angeblich gekommen sei... Grundsätzlich gilt jedoch ohne wenn und aber: RAUS MIT DEM GESOCKS!

HH: Gibt es neue Regeln für den Einlass (z.B. Einlass Camping- und Parkbereich nur mit Eintrittskarte)? Beschränkungen irgendwelcher Art, die man wissen sollte (Glas, Pyrotechnische Gegenstände, etc...)?

Kathi: Die Regeln sind die Alten: Keine Limits bei Getränke und Essen, dafür aber jegliches Glas, Waffen und vor allem die lieben Hunde zu Hause lassen. Auch bei den Lagerfeuern am Platz müssen wir wieder mehr eingreifen - die Stadt hat's leider verboten, und dann müssen wir uns auch dran halten... Ach ja, da wär noch die Nachtruhe ab 24 Uhr. ;-)))

HH: Wird's den Samstagsfrühschoppen auch wieder geben? Weißwürscht und Brezen rocken!

Kathi: Natürlich! Ist ja schon fester Bestandteil des WMD - mit Weisswurscht, Brezen, gut Bier, Freund Hein und Metalkaraoke!

HH: Wenn du eine Zeitmaschine hättest, mit der du fünf Jahre in die Vergangenheit reisen könntest: welchen guten Rat würdest du der jungen Kathi Rauecker mit auf den Weg geben?

Kathi: Nicht so viel stressen lassen! Siehe Rumpelstilzchen... Ansonsten würd ich zumindest walpurgistechnisch so gut wie alles wieder genauso machen!

HH: Wenn's um WMD geht, stehst du ja doch ziemlich im Vordergrund. Von Olli, Tobi und Dieter haben wir auch schon gehört. Aber wer hilft euch denn noch? Wer ist noch dafür verantwortlich, dass Hauzenberg einmal im Jahr RICHTIG rockt?

Kathi: Ok, da sind Michael und Christian, die die Bars fetzen, der Hias, der sich um Scheißhäuser, Zelt und Strom kümmert, Steffi, ohne die Layout- und Internettechnisch gar nix geht, Sonja, die sich um Sponsoren bemüht, Shigl, der die Bühne und die Technik schon seit fünf Jahren megageil managt, Cunzla, der den Frühschoppen organisiert und natürlich noch unsere ca. 50 Helfer, die sich an den Bars, am Parkplatz, an der Kasse und und und die gute Laune nicht verderben lassen und das Ding so erst möglich machen!

HH: Die Frage habe ich von Thorsten aus dem letztjährigen Interview geklaut (Asche auf mein Haupt), aber die kann man jedes Jahr auf's neue stellen: was wünscht du dir 2005 von den Besuchern und den Bands?

Kathi: Bands: geile Shows und dass sie so unkompliziert sind wie alle anderen Bands der Jahre zuvor! Wir hatten da bis jetzt immer Glück, dass soll auch so bleiben! Und von den Besuchern: kommt nach Hauzenberg, lasst die Sau raus und feiert 'ne gschmeidige Party!

HH: Und noch was von Thorsten geklaut, aber das gehört ja ohnehin zu einem Interview dazu: Hast du irgendwelche Sachen, die du noch loswerden möchtest? Braucht ihr noch Hilfe & Unterstützung bei der Organisation? Oder bist du wunschlos glücklich?

Kathi: Für den Moment letzteres... Ich bedanke mich erst mal für das Interview und den formidablen Support von Heavyhardes! Und dann nur noch: Auf nach Hauzenberg am 29. - 30. April zu den Walpurgis Metal Days - "Where dead angels - ARISE!!!"

HH: Dem ist von unserer Seite aus nichts mehr hinzuzufügen.

Andreas

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