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HIM - Dark Light

HIM - Dark Light
Stil: Gothic Rock
VÖ: 23. September 2005
Zeit: 45:24
Label: Sire Records
Homepage: www.heartagram.com

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Die Haare hat er sich abschneiden lassen, der gute Ville. Wie ein dunkler Billy Idol will er jetzt aussehen. Das gelingt ihm ganz gut. Damit einhergehend wollen HIM mit ihrer neuen Scheibe ganz bewusst ein größeres Publikum ansprechen. Klartext: der amerikanische Markt soll erobert werden, das geben die Jungs in Interviews ganz unumwunden zu. Was bedeutet das für den Sound? Eigentlich kann das nur eins heißen: glattgebügelter, radiotauglicher, einfacher. Wie schon ein verständiger Zeitgenosse den Leningrad Cowboys riet: "Geht nach Amerika, da kaufen die Leute jeden Dreck." Und zwar bevorzugt.

Mit gemischten Gefühlen legt man also Dark Light ein, und man wähnt sich im ersten Moment bestätigt, als die ersten Klänge von "Vampire Heart" zu hören sind: die Morbidität, das Melancholische, eben halt das Gotische im Rock der Finnen ist erst mal weg, oder zumindest stark in den Hintergrund getreten. Die Gitarren arbeiten brav im Hintergrund, der Sound ist auf Villes - auch hier wieder bestechende Stimme - hin getrimmt, und die Songs arbeiten klar auf Eingängigkeit hin. Schlimm? Ehrlich gesagt kaum, wenn man sich das Material einfach unvoreingenommen zu Gemüte führt. Eins kann man nämlich überhaupt nicht abstreiten: dass hier Rock-Songs allererster Qualität am Start sind.
"Rip Out The Wings Of A Butterfly", "Under The Rose" - klar klingt das wie HIM light, aber die Melodien sind nach zwei, drei Durchläufen genauso unentrinnbar wie auf früheren Alben der Finnen. Ein zweites "Poison Girl" oder "Buried Alive By Love" gibt es zwar nicht zu bestaunen, dafür aber hervorragende, eingängige Weisen.
Dann kommt der große Wendekreis des Albums, der Titeltrack "Dark Light". Das ist der Tiefpunkt des ganzen Werkes, völlig überfrachtet mit klebrigen Harmonien, eine Ballade zum Grausen, da hilft auch Villes Stimme nichts. Die gute Nachricht: bis hierhin ist wohl geplant, dass die Amis hören. Danach gibt es nämlich noch ganze fünf Nummern, in denen HIM endlich wieder zu sich selbst finden. Schon das superbe "Behind The Crimson Door" ist in seiner Weltuntergangsstimmung ganz die alte HIM-Schule, und "The Face Of God" gehört zu den großen Würfen der Jungs.

So präsentieren sich HIM also von zwei Seiten: die eine Hälfte der Scheibe ist fürs Radio, ein Song zum Wegschmeißen, die zweiten 50 Perzent gehören den Fans. Unterm Strich trotz anfänglicher Zwiespältigkeit ein gelungenes Scheibchen, dem man seine Aufmerksamkeit mehrmals widmen muss (und sollte), um zu sehen, dass auch hinter den vermeintlich seichteren Nummern am Anfang jede Menge songwriterische Klasse steckt.

Holgi

5 von 6 Punkten

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