Review
Illwind - The Unfolding At The End Of Light

VÖ: 03. Juli 2026
Zeit: 47:33
Label: Personal Records
Homepage: www.illwind666.bandcamp.com
![]()
Aus dem fernen Peru erreicht uns diese Tage ein interessantes Scheibchen, welches besonders Freunde von langsamen, schweren und doch gefühlvollen Klängen in seinen Bann ziehen könnte. The Unfolding At The End Of Light ist das Debüt der Band Illwind, welche sich voll und ganz dem Doom Metal in seiner wohl ursprünglichsten Form verschrieben hat.
Der Opener "Crimson Skies" ist wohl das Aushängeschild des Drehers und liefert mit seinen satten zehn Minuten Spielzeit gewissermaßen die Blaupause für das, was folgen soll: getragene, eindringliche Melodien treffen auf schwere Gitarrenriffs, der Gesang erweckt den Eindruck, als hätte der Mann am Mikro die Last der Welt auf seinen Schultern zu tragen und die ausgiebigen Gitarrensoli scheinen ihre Inspiration direkt aus den 1970ern zu ziehen. Blasse Portraits der Genre-Altvorderen tauchen auf und verschwinden wieder. Black Sabbath, Candlemass und vielleicht auch Paradise Lost mögen ihren Einfluss auf den Sound von Illwind haben, werden aber keinesfalls kopiert.
Gerade die Gitarrenarbeit, die gerne in minutenlange Exzesse mündet, verleitet zum Träumen und macht den Griff zur Luftgitarre im Grunde unumgänglich. Da geraten selbst die standesgemäß langen Spielzeiten, die im gut 13-minütigen "Lucifer's Mule" einen Höhepunkt erreichen, in Vergessenheit. Zum Abschluss überrascht die Truppe aus Lima mit einem Cover der Stooges. "I Wanna Be Your Dog" bringt nicht nur verzerrt-punkige Vibes ins Spiel, sondern liefert mit seiner düster-melancholischen Umsetzung auch einen echten Mehrwert gegenüber dem Original.
Natürlich erfinden Illwind bei allem, was sie uns servieren, das behäbig drehende Rad des Doom nicht neu. Es läuft aber rund und gut, sodass man nur attestieren kann: im fernen Peru weiß man offenbar, wie man Trauer und Schwermut in ansteckende Musik verwandelt!


