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Festival-Bericht

Summer Breeze 2019

mit Hypocrisy, Midnight, Iron Reagan, Twilight Force, Avatar, Of Mice & Men, Downfall Of Gaia, Battle Beast, Dust Bolt, Izegrim, The Lazys, Dragonforce, Decembre Noir, Dornenreich, Zeal & Ardor, Thy Art Is Murder, Mr. Irish Bastard, Final Breath, Skalmöld, Burning Witches, Grand Magus, Gutalax, Hämatom & Dimmu Borgir

Flugplatz Sinbronn, Dinkelsbühl 14. - 17.08.2019

(Fotogalerien: 2019 )

Samstag, 17.08.2019

Mr. Irish Bastard

Es ist Samstag morgen (oder vielmehr Mittag) und was gibt es Besseres, als sich die vergangenen Festivaltage mit einer ordentlichen Portion Irish Folk Punk aus den müden Knochen vertreiben zu lassen? Mr. Irish Bastard laden zum Tanztee und viele sind diesem Ruf vor die T-Stage gefolgt. Bereits nach kurzer Zeit wird zu "Kingdom Of The Sun" eine Polonaise gestartet, die schnell ein Eigenleben entwickelt und immer längere Ausmaße annimmt. Fast schon ist man an das Spiel "Snake" erinnert, denn nicht nur einmal wird der Platz knapp. Die Aufforderung nach Surfern wird nur bedingt nachgekommen, die Meute beschränkt sich lieber aufs tanzen und schunkeln. Mit "I Only Like You When I'm Drunk" gibt es auch eine morgendliche Liebeserklärung, gefolgt vom "Soundtrack Of My Life", bei dem auch eine Wall Of Death errichtet wird. Bei "Kalinka" liegen sich alle vor der Bühne in den Armen, bevor das finale "I Hope They Sell Beer In Hell" noch einmal für reichlich Bewegung sorgt. Glücklich, zufrieden und mit einer ordentlichen Staublunge kann der Tag schon mal so beginnen. Nur die permanenten Ausziehen-Rufe werden von Sänger Mr. Irish Bastard konsequent ignoriert.... warum nur?

Lange war es still um Final Breath, erst letztes Jahr meldeten sie sich mit Of Death And Sin wieder zurück im muskalischen Geschehen. Das diese Pause ihrer Popularität nicht geschadet hat, sieht man sofort vor der Wera Tool Rebel Stage. Ein ordentlich gefülltes Rund empfängt die Jungs, die mit "Yearning For Next Murder" druckvoll ihn ihren Set einsteigen. Holla, da hat sich wohl einiges angestaut bei den Jungs, denn hier wird geknüppelt, als ob es kein Morgen mehr gibt. Naja, viel Zeit bleibt den Jungs aber auch nicht, denn gerade mal eine halbe Stunde Spielzeit steht ihnen zur Verfügung. Die wird aber auch genutzt und mit "Agonized, Zombiefied, Necrotized" hat es auch ein aktueller Song in die Setlist geschafft. Glückliche Gesichter, wohin das Auge reicht.

Skalmöld

Aus dem Land aus Feuer und Eis sind Skalmöld angereist, mit reichlich Riffs und Melodien im Gepäck. Das Sextett aus Island legt auch gleich mit "Gleipnir" los und sofort wird bei zahlreichen Fans vor der Bühne der Nackenrotor eingeschaltet. Die Riffs laden aber auch zum Bangen ein. Skalmöld haben sichtlich Spaß an diesem Auftritt, denn wenn nicht gerade ein mehrstimmiger Chor angestimmt wird, ist man mit Dauergrinsen beschäftigt. Sehr sympathisch. Die Mischung aus isländischer Folklore, harten, treibenden Riffs, eingängigen Riffs und markanten Gesängen läuft aber auch sowas von gut rein, dass sich die Band sicher neue Fans hier erspielt hat. Mit dem allseits erwarteten "Kvadning" wird der Set dann viel zu früh wieder beendet.

Burning Witches sind nicht nur ein Ohren- sondern auch ein Augenschmaus. Die fünf Damen aus der Schweiz ziehen verdammt viel Publikum vor die Wera Tool Rebel Stage. Tief im traditionellen Heavy Metal verwurzelt, machen Burning Witches mächtig Dampf und sorgen für extrem gute Stimmung im weiten Rund. Die All-Female-Band hat mit "Hexenhammer", "Wings Of Steel" oder der Bandhymne "Burning Witches" aber auch hochkarätige Songs im Gepäck, die für so manchen Nackenmuskelkater sorgen. Eine schöne Party am frühen Abend.

Grand Magus

Wieder zurück vor der T-Stage starten die Schweden Grand Magus ihre Set eben mit "I, The Jury", der auch gleich von zahlreichen Fans vor der Bühne mitgesungen wird. Getreu dem Motto "Let the music do the talking" werden die Viking-Hymnen ohne viel Firlefanz durch die PA gedrückt, Showeffekte sucht man bei diesem Trio bekanntlich vergebens. Die braucht es aber auch gar nicht, wenn man "Steel Versus Steel", "Kingslayer" oder das famose "Hammer Of The North" im Repertoire hat. Ein fetter Gig.

Nein, über mangelnden Support können sich die Goregrinder Gutalax wahrlich nicht beklagen. Schon lange bevor die Band die Bühne betritt, ist die Menge am Brodeln. Überall sieht man fliegende Klopapierrollen, zahlreiche aufgeblasene Badetierchen werden durch die Lüfte getragen, Klobürsten heroisch geschwenkt und auch die ersten Surfer machen sich auf den Weg Richtung Bühne, der alsbald auch eine Autobahn werden wird. Alles, BEVOR die Band überhaupt die Bühne betritt. Als es dann endlich los geht, gibt es kein Halten mehr. Gut, dass die Grabenschlampen zahlreich vor Ort sind, denn die bekommen jetzt jede Menge zu tun. Sogar Frau Merkel gibt sich die Ehre, wenn auch nur als Pappaufsteller. Aber man muss sich ja ein Bild von oben seines Volkes machen. Am Ende der Toi Toi Story sieht man nur glückliche und erschöpfte Gesichter. Möge das Dixi mit euch sein!

Gaahls Wyrd

Was soll man über Gaahl, dem ehemaligen Sänger von Gorgoroth noch groß Worte verlieren? Man liebt ihn, oder man mag ihn nicht. Ersteres trifft wohl auf die zahlreichen Fans vor der Bühne zu, denn einige haben sich für diesen Auftritt in Schale geschmissen und Corpsepaint aufgelegt. Mit viel, sehr viel Nebel betritt der Meister dann die Bühne. Die Performance kann man getrost als erhaben und aufs Wesentliche reduziert bezeichnen. Während sich die Saitenfraktion mächtig ins Zeug legt, beschränkt sich Gaahl auf wohlplatzierte Gestik. Der Set ist eine Mischung aus Coverversionen und eigenen Nummern des Debutalbums Ghosts Invited.

Hämatom legen einen wahren Siegeszug auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Hat man erstmal das etwas seltsame Intro hinter sich gebracht, wird man mit "Zeit Für Neue Hymnen" überrollt. Was für eine Spielfreude. Die Band freut sich selbst "wie ein Schnitzel", endlich wieder auf dem Summer Breeze spielen zu dürfen und Sänger Nord kann sich auch einen kleinen Seitenhieb in Richtung Wacken nicht verkneifen. Die Fans vor der Bühne gehen mächtig steil und haben mindestens genauso viel Spaß wie die Band selbst. Diese erfindet mal eben das Drumsurfing, als Schlagwerker Süd auf einem kleinen Podest spielend über die Menge getragen wird. Gut, der Rückweg hat etwas gedauert, aber no risk no fun, wie es so schön heißt. Bei "Wir Sind Keine Band" muss die Band kurzfristig mit dem ein oder anderen Tonausfall kämpfen, aber danach haben die Techniker wieder alles im Griff. Zu "Mörder" lässt sich Nord auch auf einem elektrischen Stuhl festbinden, um dem Song damit auch eine visuelle Komponente hinzuzufügen. Passend zu diesem fulminanten Auftritt wird das finale "Wir Sind Gott" angestimmt. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Unleashed

Während auf der Main Stage Dimmu Borgir noch mitten in ihrem opulenten Gig sind, müssen die Schweden Unleashed ihren Set beginnen. Die Zuschauerzahl ist zu diesem Zeitpunkt leider noch überschaubar, das sollte sich zwar noch ändern, richtig voll wird es aber nicht mehr. Das ist wohl der späten Zeit und den hinter uns liegenden Festivaltagen geschuldet. Mit 30 Jahren Präsenz braucht man die Jungs nicht mehr vorstellen, auch wenn Johnny Hedlund das mitten im Set macht. Diese 30 Jahre Erfahrung merkt man auch, denn die Band lässt sich nicht beirren, bollert ihren Set durch die PA und macht damit keine Gefangenen. Wer zu "The Longships Are Coming" nicht steil geht, ist wohl dann auch schon im Reich des Schlafes. Die obligatorischen Mitsingspielchen dürfen natürlich auch nicht fehlen, ehe das finale "Into Glory Ride" den letzten Fan in die Nacht entlässt.

Alles in allem war auch das Summer Breeze in seinem 22. Jahr ein voller Erfolg. Die ausgelassene aber dennoch friedliche Stimmung hat wesentlich dazu beigetragen, das Festival zu einer entspannten Sache zu machen. Freuen wir uns auf 2020 mit hoffentlich wieder vielen aufregenden und faszinierenden Bands.

Ray & Lord Obirah

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