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Konzert-Bericht

Saltatio Mortis & Krayenzeit

TonHalle, München 26.10.2018

Panem et circenses... schon die alten Römer wussten, wie man das Volk für sich gewinnt und bei Laune hält. Dass dieser Ausdruck in der heutigen Zeit aktueller denn je ist, zeigen uns die Spielleute von Saltatio Mortis auf ihrem neuen Album mehr als deutlich auf. Als sich dann auch noch der Spielmannstourtross (schreibt man das so?) für ein Gastspiel in unserer schönen Landeshauptstadt anmeldete, musste diesem Spektakulum natürlich beigewohnt werden. Mit auf dem Spielmannskarren aufgesprungen waren für zwei Abende die aus Ludwigsburg stammenden Krayenzeit... gut, dass einer dieser Abende eben in München stattfand.
Der gute Münchner Verkehr hat mir dann fast auch noch einen Strich durch die wohldurchdachte Rechnung gemacht, aber eben nur fast. In der Tonhalle angekommen, bleibt gerade noch Zeit den Merch-Stand in Augenschein zu nehmen, dann heißt es aber auch schon, ab nach vorne, die Pflicht ruft. Doch so einfach ist es dann doch nicht... immerhin lässt uns die Security zwar die Absperrung passieren, aber vor die Bühne geht erstmal nix... warum auch immer. Der gute Mann versichert sich noch "schnell" mit einer SMS an seinen Dienstherrn, ob wir auch wirklich dürfen, aber da ist das Intro und der Einstieg "Krähenkönigin" bereits wieder Geschichte. Dann aber ist es tatsächlich soweit. Krayenzeit präsentieren sich in bester Spiellaune und der berühmte Funken springt sofort über. Dabei fällt auf, dass die Band dem Münchner Publikum beileibe kein Unbekannter ist, zumindest dem frenetischen Empfang nach. Von der ersten Sekunde an ist dem Sänger Markus "Engel" ein Dauergrinsen ins Gesicht gemeißelt, das auch trotz der hohen Temperaturen nicht weichen will. Auch der Rest der Band, im übrigen sehr sympathisch ohne große Kostümierung, legt sich mächtig ins Zeug und wird dem Begriff "Anheizer" mehr als gerecht... wobei: wenn man die Reaktionen vor der Bühne als Maßstab nimmt, könnte man fast meinen, man hat es hier mit einer Doppelheadlinertour zu tun. Nicht nur einmal schütteln die Krähen selbst auf der Bühne ungläubig die Köpfe angesichts dessen, was ihnen hier entgegenschlägt. Die Fans gehen mächtig steil und die Stimmung ist einfach nur top. Da bleibt Markus nur zu sagen "Ihr seid's ja narrisch!". Recht hat er und erntet damit weiteren Beifall. Klar, dass Mitsingspiele auch gleich auf Anhieb klappen. Leider ist der Gig nach der "Krayenzeit" und dem "Fegefeuer" viel zu schnell auch wieder vorbei, doch mit der Ankündigung auf ein neues Album der Krähen mit entsprechender Tour schmerzt der Abschied dann nicht ganz so arg.

Nach einer guten halben Stunde Umbauzeit gehen pünktlich um 21:15 Uhr die Lichter erneut aus und die Sause beginnt. Wie auch auf dem aktuellen Album, so markieren auch hier "Ein Stück Unsterblichkeit" sowie "Große Träume" den Einstieg. Bislang war mir das Münchner Publikum bei so manchen Konzerten ja als eher zurückhaltend in Erinnerung, nicht so aber heute Abend. Die eh schon hoch liegende Stimmungsmesslatte wird schnell noch ein paar Stufen nach oben gelegt und jede, und ich meine wirklich jede, Textzeile wird kräftig mitgesungen. Sänger Alea der Bescheidene ist von der ersten Sekunde an agil und hüpft und springt wie ein Flummi über die Bühne, dass es eine wahre Freude ist. Der "Dorn Im Ohr" wird gleich nachgeschoben, ehe die Frage "Wo Sind Die Clowns" ins Auditorium geschmettert wird. Die Spielleute haben leichtes Spiel mit der gefügigen Masse, womit wir wieder beim Einstieg in dieses Review sind: "Brot Und Spiele" wird dem Volk kredenzt. Dabei nehmen Saltatio Mortis die Unterstützung nicht als selbstverständlich hin, und so wird auch Alea der Bescheidene nicht müde, sich aus tiefstem Herzen für den Support zu bedanken. Nun ist es aber an der Zeit, auch ernstere Klänge anzuschlagen, denn das aktuelle Geschehen geht auch an den Spielleuten nicht vorbei. Nach einer kurzen Ansprache über Frieden in und durch Europa wird eben dieses besungen, gefolgt von "Besorgter Bürger", ein klares Statement gegen rechts. Mit zunehmender Spieldauer werden auch die Vorworte zu einzelnen Songs länger, doch man mag sie nicht missen. Erst recht nicht, wenn sie so authentisch rüberkommen, wie hier. Doch ganz ohne Schabernack geht es auch hier nicht, denn es wird auch ein Wunder angekündigt: O-Ton von Alea: ein Dudelsackspieler, der ein richtiges Instrument spielen kann. Gemeint ist Luzi das L, der vom Dudelsack zum Piano wechselt und, untermalt von einem Meer aus Feuerzeugen und Handys, die "Spur Des Lebens" einläutet. Im Anschluss erhebt sich Lasterbalk der Lästerliche hinter seinem Drumkit und nimmt uns mit, zuerst ins Mittelalter ("Galgenballade": was wäre da nur aus uns nur geworden? Frauenheld, Trunkenbold, Bassist...), danach geht es auf eine Länderreise: über Persien "Raghs-e-pari" geht es hoch in den hohen Norden ("Heimdall"; "Brunhild") und wieder zurück ins Hier und Jetzt. Denn wer kennt ihn nicht, diesen Ausspruch "Nie Wieder Alkohol". Wobei die Frage, wer im Suff nun wirklich ständig seine Hose verliert, an diesem Abend nicht vollumfänglich beantwortet werden kann. Ist aber wohl auch besser so. Langsam aber sicher nähern wir uns dann auch schon dem Ende, zumindest des regulären Sets. Nach einer kurzen Pause, die sich die Band redlich verdient hat, wird noch ein schöner Zugabenteil zum besten gegeben. Den finalen Abschluss markiert dann der "Spielmannsschwur", diesmal eingeläutet von ruhigen Pianoklängen, ehe die Sause ein letztes Mal los geht. Die dazugehörige Melodie wird auch lange nach dem Verklingen der Instrumente vom Auditorium weiter gesungen, so dass der Band nichts anderes übrig bleibt, als sich 1000 Mal zu bedanken. Dann ist aber auch wirklich Schluss, schade, aber bei zwei Stunden Spielzeit kann man sich wirklich nicht beklagen.

Ray

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