12 Headbänga online
01.07.2019 Zz Top
05.07.2019 Bon Jovi
03.08.2019 Slayer (busfahrt Von München)
23.08.2019 Metallica
01.10.2019 Alice Cooper
11.10.2019 The Sisters Of Mercy
Reviews (10050)
Navigation
Artikel des Tages
Review:
Zillion

Interview:
Brainstorm

Live-Bericht:
Kreator

Video:
Kissin' Dynamite
RSS RSS
Atom Atom
In eigener Sache

Valid XHTML 1.0 Transitional

Valid CSS!

Valid RSS

Valid Atom 1.0

 

Konzert-Bericht

Kyle Gass Band

Hirsch, Nürnberg 05.05.2015

Kyle Gass Band

KGB ist nicht länger nur das Kürzel für den ehemaligen sowjetischen Geheimdienst, sondern ab sofort auch das Sigel der Kyle Gass Band. Deren Namensgeber erfreut sich durch Film und Fernsehen eines gewissen Bekanntheitsgrades, in Rock- und Metal-Kreisen kennt man ihn zudem noch als Kompagnon an der Seite von Jack Black bei Tenacious D.

KGB ist nun also sein eigenes Baby, wobei es sich hierbei keineswegs um eine One-Man-Show mit anonymen Begleitmusikern handelt. Dass in diesem Kollektiv ein absolut gleichberechtigtes Nebeneinander herrscht soll an diesem Abend im Nürnberger Hirsch nur allzu deutlich werden. Freilich ist der Jubel zunächst am größten, als das kleine, runde Männlein mit dem spärlichen Haarwuchs als letztes die Bühne betritt, aber das war auch nicht anders zu erwarten! Das Publikum im Saal ist übrigens bunt gemischt. Da stehen Metalheads und Kuttenträger neben gutbürgerlichen Gestalten und Teenager neben Herren mit ergrautem Haupthaar. Gutbürgerlich gekleidet zeigt sich schließlich auch die Band selbst, außer Kyle Gass selbst, der im Schlabber-T-Shirt und mit Puma-Jogginghose hinterm Mikro seinen Platz eingenommen hat.

Kyle Gass Band

Los geht's mit einer zünftigen Coverversion von Thin Lizzys "Jailbreak", um das Publikum ordentlich anzuheizen. Schließlich ist das Debüt der Kyle Gass Band gerade erst auf den Markt gekommen und dessen Material folglich noch nicht so präsent in den Köpfen der Audienz. Der Trick funktioniert und Mr. Gass fackelt nicht lange, scherzt mit den Fans in den ersten Reihen und beweist sein komödiantisches Talent eines ums andere Mal. Beginnend mit dem stonermäßigen "Manchild" absolvieren die vier Herren nun ihr komplettes erstes Album. Die Songs in der Schnittmenge aus Classic und Southern Rock mit gelegentlichen Ausflügen in Richtung Blues und Jazz kommen beim Publikum bestens an und der Applaus schwillt mit jeder Nummer.

Kyle Gass Band

Dazwischen stellt uns Herr Gass seine vier Kumpel vor. Mike Bray, den sympathischen Scherzkeks an der Rhythmusgitarre, mögen viele kennen von seinem Job "in dieser anderen Band", wie es Gass umschreibt. Dort mimt er bei Liveauftritten nämlich den Sasquatch. Bei KSB teilt er sich das Mikro mit Kyle Gass und zeichnet für über die Hälfte der Vocals verantwortlich. John Konesky, der sich heute Abend wieder und wieder als Virtuose an der Leadgitarre inszeniert, kennt man ebenfalls "aus dieser anderen Band", von der heute Abend ganz bewusst kein Song gespielt wird - auch einer Anfrage aus der ersten Reihe erteilt Mr. Gass ein entschlossenes "No!". Jason Keene, der Mann an Tieftöner und Mundharmonika, der von den anderen liebevoll Uncle Jazz genannt wird, ist ein alter Kumpel von Kyle Gass und Trommler Tim Spier, aka Bone, hat genreübergreifend schon in diversen Kapellen seine Sporen verdient. Ob man deswegen jetzt von einer Supergroup sprechen muss, wie es einige tun, sei mal dahin gestellt.

Kyle Gass Band

Fakt ist, diese Truppe funktioniert live wie geschmiert und ihre Songs zünden eine ganze Ecke besser als auf CD. Insbesondere "Tremendous", "Questionable" und die Singleauskopplung "Our Job To Rock" werden euphorisch gefeiert. Auch das Kenny-Rogers-Cover "Just Dropped In (To See What Condition My Condition Was In)", vielen bekannt vom Big-Lebowski-Soundtrack, kommt prima an. Schließlich begibt sich Mr. Gass zu "Getting The Band Back Together" geradewegs ins Publikum und singt den Song von dort aus, während er versucht, seinen Security-Mann abzuschütteln - den Fotograben hinter der Absperrung bezeichnet er konsequenter Weise als Platzverschwendung. Nach jazzigem Exkurs mit diversen Soloeinlagen präsentiert uns Mike Bray mit "Hell Or High Water" ein brandneues Stück, bei dem es im Grunde nur um ein Schinkensandwich geht. Schließlich will Kyle gerade die letzte Nummer ankündigen, als sich Drummer Bone aus der hinteren Reihe zu Wort meldet, weil er doch auch gerne noch einen Song gesungen hätte. Also übernimmt Mike kurzerhand die Drums, Bone beschert uns ein Medley aus Jackson 5 / Michael Jackson und Will Smith wobei er nicht nur gesanglich überrascht, sondern den Vogel mit seiner Parodie auf Jacksons Tanzstil endgültig abschießt. Die Menge tobt... oder krümmt sich vor Lachen!

Kyle Gass Band

Zuletzt noch der Longtrack "Gypsy Scroll", in dem sich auch John und Mike in Verkleidung ein letztes Mal ausblödeln dürfen und die Kyle Gass Band verlässt die Bühne. Tobender Applaus im Publikum! Da lassen sich die fünf Herrn nicht lange bitten, stimmen mit "The Boys Are Back in Town" ein weiteres Mal Thin Lizzy an, während Kyle selbst wieder im Publikum unterwegs ist und den Fans zum Refrain das Mikro vor die Nase hält. Zur finalen Runde aus Coversongs (Exile, Bosten, The Ides Of March) spielen sich die Musiker noch ein letztes Mal förmlich den Allerwertesten ab und bringen es somit auf eine Gesamtspielzeit von beinahe zwei Stunden. Alle Achtung!

Kyle Gass Band

Danach eilt Kyle Gass geradewegs durch die Reihen hinaus zum Merchendisestand, wo er alles signiert, was man ihm in die Finger gibt, und sich für keine alberne Fotografie mit den Fans zu schade ist. Das hat wirklich nichts von einem abgehobenen Film- oder Rockstar. Diesem Mann geht's um die Musik und um die Nähe zu den Fans! Da kann sich manch ein juveniler, hochnäsiger Musiker, dem der Erfolg zu Kopf gestiegen ist, eine dicke Scheibe abschneiden. Genug dafür dran ist ja an Kyle Gass.

Dagger

Zur Übersicht
Zur Hauptseite

Werbung:

© www.heavyhardes.de