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Konzert-Bericht

Testament, Dew-Scented & Bleed From Within

Backstage, München 25.03.2013

(Fotogalerie)

Es ist Ende März, der Frühling naht, die Uhren werden bald auf Sommerzeit umgestellt... also der richtige Zeitpunkt, sich die Ohren von einer alten Thrash-Legende mal wieder ordentlich durchpusten zu lassen. Tja, leider hat sich das mit dem Frühling jedoch nur bedingt rumgesprochen, denn Frau Holle macht Überstunden. Eine recht ansehnliche Schneeschicht bedeckt unsere schöne Stadt und so wird die Anfahrt bzw. der Anmarsch zu einer ordentlichen Rutschpartie. Egal, gleich ist man(n) ja im warmen Backstage, denken sich die wackeren Schreiberlein. Doch weit gefehlt, denn die Organisation macht uns da einen kleinen Strich durch die Rechnung. Am Eingang angekommen, sichten die Securities gleich mal 5(!!!) unterschiedliche Gästelisten, leider ohne entsprechendes Ergebnis. Gut, dass man die Bestätigungs-Email am Mann hat... dachten wir zumindest, denn auch damit gewährt man uns keinen Einlass. Nach ein paar Diskussionen, ein paar Getränken in der benachbarten Bar mit anschließenden weiteren Diskussionen hat man dann doch ein Einsehen. Vielen Dank an dieser Stelle an die freundliche Sec.-Dame, die dieses Einsehen hatte.

Leider ist die Show zu diesem Zeitpunkt jedoch bereits in vollem Gange, so dass wir von den Opener Bleed From Within nur noch die drei letzten Songs mitbekommen. Der schottische Fünfer ist zu diesem Zeitpunkt fleißig dabei, eine engagierte Show auf die Bretter zu legen, was zwar durchaus gelingt, jedoch will der berühmte Funke nicht so recht auf die Anwesenden überspringen. Außer ein paar Bangern regt sich recht wenig, und so verhallt die doch etwas großspurige Aufforderung nach einem Moshpit völlig ungehört. Der melodische Death Metal mit Metalcore-Einflüssen ist zwar durchaus nicht schlecht, kann sich aber leider nicht wirklich aus der breiten Masse gleichgerichteter Bands hervor heben. Etwas "overdressed" sind dann auch die beiden Bänklein, die auf der Bühne zum besseren Posen platziert sind... so weitläufig ist das Backstage Werk nun denn auch nicht, als dass man die Jungs nicht sehen könnte. Am Ende nimmt Scott Kennedy (Vocals) dann noch Tuchfühlung mit den Fans auf, springt zuerst vor die Absperrung und dann für die letzten Strophen noch komplett ins Publikum, zumindest so weit wie das Mikrokabel reicht. Platz hat er ja reichlich, denn obwohl das Backstage recht ordentlich gefüllt ist, ist der Platz direkt vor der Bühne noch recht dünn besiedelt. Mit gutem Beifall werden die Jungs von der Insel dann in den Feierabend verabschiedet.
(Ray)

Dew-Scented

Nach einer recht knappen Umbaupause sind dann Dew-Scented an der Reihe. Der Death/Thrash Metal knallt von der ersten Sekunde an deutlich fetter und breiter auf die Fans ein als noch beim Opener. Man merkt, dass die Jungs doch schon ein paar Tage im Geschäft sind. Leider muss man jedoch auch feststellen, dass die Aktion auf der Bühne ruhig ein "klein wenig" mehr sein könnte, denn von Bewegung sieht man hier recht wenig. Dafür sind die Fans vor der Bühne weitaus mehr in Bewegung als noch bei Bleed From Within. Quasi genau verkehrt herum. Da die Spielzeit mit 40 Minuten bemessen ist, hält man sich nicht allzu lange mit Gerede auf und ballert den Fans ordentlich einen vor den Latz. Klar, dass das Hauptaugenmerk auf die aktuelle Scheibe Icarus gelegt ist, von der es u.a. "Thrown To The Lions", "Reawakening" und "Storm Within" zu hören gibt. Mit "Cities Of The Dead" geht man ins Jahr 2003 zurück, ehe es nach "Never To Return" ein paar Rückfragen von Leif Jensen (Vocals) ans Publikum gibt, dessen Reaktion mit einem "Ah, sie tauen langsam auf" quittiert wird. Nun, das kann man auch von Dew-Scented behaupten, denn langsam nimmt auch die Bewegung auf der Bühne zu. Ab und an wird vor der Bühne auch mal der ein oder andere Pit ins Leben gerufen, dessen "Lebenszeit" jedoch etwas arg kurz ist. Am lautstarken Beifall lässt sich jedoch erkennen, dass die Meute durchaus Gefallen an den Jungs hat, die sich mit dem an die Frauen gerichteten "Acts Of Rage" vom Backstage verabschieden. Zum Schluss kommt noch der Hinweis, dass Dew-Scented auf dem diesjährigen Free&Easy Festival im Backstage spielen werden, wer sich diese Jungs nicht für lau anschauen will, ist selber schuld.
(Ray)

Testament

Nach längerer Umbaupause rumpelt der Headliner des Abends mit dem Genickbrecher "Rise Up" auf die Bühne und stellt damit direkt mal klar, wer hier der Herr im Haus ist. Testament sind in schier unglaublich guter Verfassung und sichtlich zufrieden damit, wie die aktuelle Scheibe Dark Roots Of The Earth beim Publikum ankommt. Die imposante Statur von Sänger Chuck Billy ist, auch wenn man sie schon oft zuvor gesehen hat, immer wieder beeindruckend und die Kraft und Intensität, mit der er die Texte von Songs wie "Native Blood" oder "True American Hate" in Richtung Mikrofon brüllt, sind absolut faszinierend. Ein nettes Gimmick der Neuzeit ist der mit grünen LED-Lämpchen dekorierte Mikrofonhalter, der von Chuck immer wieder publikumswirksam durch die Gegend geschwenkt wird. Neben dem absoluten Obergroover "Dark Roots Of The Earth" werden aber auch Fans älterer Stücke bedacht. Vom Klassiker "Into The Pit" über "Practice What You Preach" bis zu den Großtaten der letzten Alben wie "More Than Meets The Eye" und "The Formation Of Damnation" ist eigentlich alles dabei, was der leopardenstretchjeansbekleidete Thrasher sich so wünschen kann. Saitenzauberer Alex Skolnick - der ganz nebenbei auch schon bei Savatage in die Saiten gelangt hat - ist ebenfalls in Topform und schüttelt frohen Gemüts und während er die Gitarre stoisch in Richtung Himmel reckt ein filigranes Solo nach dem anderen aus dem Ärmel. Neben Chuck Billy auf der Bühne ist auch die Lautstärke, in der dem Besucher des Konzerts Riffs und Doublebase-Drums um die Ohren fliegen, imposant. Wohl dem, der so weise war, sich irgendwas in die Ohren zu stopfen! Wie immer in den Backstage-Hallen kann man die Güte der Veranstaltung an der Hitze in der Halle und der Menge an Wasser, die von Decke und Scheiben tropft, ablesen. Die schwitzende Menschenmasse vor der Bühne - manche haben sich schon ihrer T-Shirts entledigt - scheint es zu mögen und legt sich mit jedem neuen Song noch ein Stück mehr ins Zeug. Was für ein Hexenkessel! Die Jungs von Testament schauen sich das Ganze entspannt und mit einem Lächeln auf dem Gesicht an und dabei treiben sie das Volk weiter mit einer Souveränität an, die man wohl nur nach vielen Jahren Bühnenerfahrung erlangen kann.

Testament

Das Fazit dürfte damit klar sein: Auch 26 Jahre nach dem Testament-Debut The Legacy sind die Thrash-Legenden fit wie ein Turnschuh, aggressiv wie eh und je und immer wieder einen Besuch wert - gerade wenn man sich vernünftig austoben will.
(Sebbes)

Testament

Setlist Testament (Quelle: http://www.setlist.fm/setlist/testament/2013/backstage-werk-munich-germany-33d89cbd.html):
Rise Up
More Than Meets The Eye
Burnt Offerings
Native Blood
True American Hate
Dark Roots Of Earth
Into The Pit
Practice What You Preach
Riding The Snake
Eyes Of Wrath
Over The Wall
The Haunting
The New Order
D.N.R. (Do Not Resuscitate)
3 Days In Darkness
The Formation Of Damnation

Ray & Sebbes

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