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Konzert-Bericht

Warrior Soul, AC Angry & Black Blitz

Backstage, München 20.11.2012

(Fotogalerie)

"We are the government, We are the government, We are the government, We are the government, We are the government, We are the government... and we Rock n' Roll!!!!!"
Mit dieser Losung war Kory Clarke anno 1991 auf Drugs, God And The New Republic angetreten, um mit seiner Band Warrior Soul die Welt zu verändern. Freilich ist dies, wenn, dann nur im Kleinen gelungen, im Biz hat der unbequeme Charismatiker jedoch sicherlich seine Spuren hinterlassen. Über zwanzig Jahre später durften meine hübsche Begleitung und ich Clarke mit Warrior Soul, etwas weniger verbissen als früher, dafür gut gelaunt und trotzdem mit noch genügend soziokritischer Wut im Bauch, zum ersten Mal live erleben. Der Club im Backstage schien an einem recht kalten Dienstag-Abend dafür wie geschaffen.

Schön, dass wir früh genug vor Ort waren - außer uns waren um ca. 19:20 Uhr vielleicht noch zehn weitere Gäste da -, so wurde keine Minute der beiden überzeugenden Vorbands verpasst, denen es gelang, was Support-Acts für gewöhnlich obliegt, nämlich das Publikum - am Ende wohl 100 bis 150 Anwesende -, einzustimmen, einzuheizen, aufzulockern und sich nebenbei so gut als möglich neuen Fans in spe zu präsentieren.

Black Blitz

Als Erstes zeigten die Lokalmatadoren Black Blitz, wie viel Laune bei allen Beteiligten entstehen kann, wenn sich drei Kumpels auf die Bretter stellen und schlichtweg harte Musik machen. Im Falle von Black Blitz bedeutete das schnörkellosen Hard Rock a'la AC/DC, Rose Tattoo oder etwa New American Shame. Bekannt waren mir persönlich die drei Jungs mit dem extra-breiten bayerischen Dialekt bereits von einer gemeinsamen Show dazumal in Dinkelscherben (!), wo sie im Laufe ihres Sets über die Biertische stampften und dabei Angus-Soli zockten. Aufgestuhlt war diesen Abend natürlich nicht, aber die Soli waren da, der Spaßfaktor hoch und der Dialekt bei den Zwischendurch-Ansagen sogar noch etwas breiter. Allerhand Tracks vom Debut Born To Rock, inkl. dem superben "Point Of No Return", sorgten dafür, dass die drei einen bleibenden Eindruck hinterließen und die Klasse unter Beweis stellten, in Zukunft für höhere Aufgaben bestimmt zu sein.

AC Angry

Danach war es an der Reihe für die in unseren Breiten (noch) recht unbekannten AC Angry aus Motorcity Detroit, den Stimmungspegel hoch zu halten, was durchaus und mit einer äußerst sympathischen Lässigkeit funktionierte. Angeführt vom blondgelockten Gitarristen und Frontmann in Personalunion Alan Costa (Dee Snider würde sich freuen, würde seine Frisur heute noch so gut säße) werkelte sich das Quartett durch ein energiegeladenes Set, in dem der eine Song mal mehr nach Motörhead, der andere nach C.O.C. und der nächste nach Turbonegro klang. Interessanter Stilmix allemal, verarbeitet zu größtenteils eigenständig daher kommenden Nummern. Auch wirkte die Band definitiv eingespielt, sodass der ganze Gig am Ende einen ziemlich kompakten Eindruck hinterließ. Als Höhepunkte wären dabei vor allem die beiden Bandhymnen "Motor" und "AC Angry" zu nennen, aus denen Straßencharme pur triefte. In jedem Fall eine Combo, die man zukünftig auf dem Zettel haben sollte.

Wo war eigentlich der Warrior Soul-Merchandiser abgeblieben? Lost on the road somewhere? Oder hatte er seinen Tisch in der Kneipe gegenüber aufgebaut, um das Bayern-Spiel zu kucken? Oder haben wir ihn schlichtweg übersehen? Offene Fragen...

Egal, nach kurzer Umbauphase, betraten denn die eigentlichen Protagonisten des Abends Warrior Soul die Bühne und der Club zeigte sich mittlerweile gut gefüllt. Nachdem es Kory Clarke fertig gebracht hatte, mit seiner vorletzten Scheibe Destroy The Warmachine ein echtes Ausrufezeichen zu setzen, die Band war davor lange in der Versenkung verschwunden, überzeugte nun das erst kürzlich veröffentlichte Stiff Middle Finger deutlich weniger, und so durfte man gespannt sein, wie sich die Songauswahl gestaltete. Der Einstieg gelang dabei vollends, denn nach dem wohl bekannten "Intro" von Drugs, God And The New Republic wurde stilecht "Interzone" nachgeschoben. "We are the government... !" Die beiden anschließenden Tracks von der neuen Platte "Junky Stripper" und vor allem "A Drink To All My Friends" (Prost!) kamen in der jeweiligen Live-Version immens wuchtiger rüber und somit lässt sich von einem guten, wenn auch nicht überragenden Auftakt sprechen.

Warrior Soul

Vielleicht kann man als DIE Überraschung des Abends schlechthin Mr. Clarke himself bezeichnen! Aus seinem stets ausgelebten Hang zu allerlei Stimulanzien hatte der Mann mit der "Löwenmähne" nie einen Hehl gemacht und dafür zeigte er sich unglaublich agil, wirbelte über die Bretter wie der sprichwörtliche Derwisch und riss Jokes mit dem Publikum (auf den Zuruf "Don't mess with Texas!", der Schriftzug, der auf seinem Shirt prangte, ließ er es sich nicht nehmen auf seine ureigene ironisch-augenzwinkernde Art ein paar Kommentare über den US-Staat von G.W. Bush zu verlieren). Außerdem gab es danach eine ganze Menge Klassiker, angefangen bei "Love Is A Drug" und dem erstaunlicherweise gespielten "Punk And Belligerent", über "Rotten Soul", das meines Erachtens DAS Highlight des Abends darstellte - genial -, bis hin zu einer krachigen Version von "Love Destruction".

Warrior Soul

Doch damit nicht genug: Clarke lockerte zwar anschließend mit "Blown" und "Shine Like It" ein wenig die Zügel, aber so wurde einmal mehr deutlich, dass sich diese Band in ihrer punkig-psychedelisch-rockigen Ausrichtung in keine Schublade stecken lässt. Stimmlich erwies sich Clarke voll auf der Höhe, wenn auch seine Sprechstimme über die Jahre gelitten zu haben schien. Das nenne ich "rauchig par excellence"! Zum Abschluss des regulären Sets gab's dann das neuere, aber feine "She's Glawegian" und "Charlie's Out Of Prison", jedoch nur, damit die jederzeit tight und spielfreudig wirkende Band noch als Zugabe ein paar Schmankerl drauf legen konnte. Namentlich "The Party" vom Ghetto Nation-Album, die anti-republikanische Hymne schlechthin, artgerecht gefolgt vom besten Track von Destroy The Warmachine "Fuck The Pigs" und dem Grande Finale "Downtown".

Warrior Soul

Da durfte man mehr als zufrieden sein. Die Auswahl der Nummern für die Setlist überraschte in vielerlei Hinsicht (dem einen oder anderen könnte dennoch "The Wasteland" oder "Let's Get Wasted" gefehlt haben...), Clarke war in sehr guter Form und der Abend kann als ganzes Event ohne jeden Zweifel als beste Unterhaltung mit echtem "asozialen Einschlag" betitelt werden. "We are the government ... and we Rock n' Roll"!

Setlist Warrior Soul:
Intro
Interzone
Junky Stripper
A Drink To All My Friends
Love Is A Drug
Punk And Belligerent
Rotten Soul
Love Destruction
Blown
Shine Like It
She's Glawegian
Charlie's Out Of Prison
---
The Party
Fuck The Pigs
Downtown

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