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Konzert-Bericht

In Flames, Gojira & Sonic Syndicate

Gasometer, Wien 20.10.2008

Konzert Nummer zwei im Urlaub, diesmal auf dem Programm: die Pop-Rocker Sonic Syndicate, die Prog-Deather Gojira und Schwedens Aushängeschild in Sachen erfolgreicher Melodic Death Pop In Flames. Die Lokation ist diesmal das Gasometer, das vom Aufbau her an die Elserhalle erinnert, vom Fassungsvermögen her aber eher mit dem Zenith vergleichbar ist. Ausverkauft-Gerüchte, die im Vorfeld kursieren, können aber von den Damen und Herren an der Kasse nicht bestätigt werden, trotzdem haben sich mehrere tausend Headbänger eingefunden, um zusammen mit den genannten Bands einen zünftigen Konzertabend zu feiern.

Den Auftakt dürfen die gehypten Sonic Syndicate machen. Kurz nach 20:00 Uhr legt das Sextett schwungvoll los und wird lautstark empfangen. Der Sound ist anfangs noch nicht ganz so prall, doch das ändert sich in den kommenden 30 Minuten. Der poppige Sound der Schweden kommt beim Publikum gut an, die Band wird ausgiebig beklatscht und bejubelt, auch wenn die Performance trotz riesiger Bühne eher mau ausfällt. Diesbezüglich hatte ich mir definitv mehr erwartet, vor allem weil die Band in den letzten Jahren dann doch das ein oder andere auch größere Konzert gespielt hat. Dem überwiegenden Teil der Anwesenden aber ist das egal und es wird munter gesprungen, geklatscht und gejubelt. Nach einer halben Stunde ist der Spuk aber gottlob vorbei.

Danach ist ernsthafte Musik angesagt, Gojira, die in Frankreich auch größere Hallen füllen, betreten die Bühne. Aber auch hier ist der Sound zunächst nicht sonderlich erbaulich, aber auch das ändert sich während der kommenden 45 Minuten. Gojira beginnen etwas gemächlicher mit Material vom aktuellen Album, doch schon hier ist abzusehen, dass das Quintett einen schweren Stand hat. Die Songs sind viel zu komplex und partyuntauglich, als dass man dazu ordentlich feiern könnte. Zwar mühen sich die Jungs redlich auf der Bühne, lassen Haare rotieren und versuchen den Mob zu mobilisieren, aber Gojira passen leider überhaupt nicht als Belag in dieses Popsandwich und liegen dem Publikum schwer im Magen. Der ein oder andere geht lieber kopfschüttelnd Bier holen, als zu den anspruchsvollen Songs zu moshen. Nach jedem Song spenden zwar einige hundert Leute artig Beifall und lassen sich auch zur ein oder anderen gereckten Faust hinreißen, im Endeffekt können Gojira aber nicht wirklich beim Wiener Publikum landen.

Anschließend steht eine 20-minütige Umbaupause auf dem Programm, wobei dem Publikum der Blick auf die Bühne durch einen weißen Vorhang versperrt wird. Nach eben jenen 20 Minuten geht das Licht aus und die Bühne wird so beleuchtet, dass man nur die riesengroßen Schatten der auftretenden Musiker sehen kann. In Flames spielen derart verdeckt einen ersten ruhigen Song, mit den ersten richtig harten Tönen fällt auch der Vorhang und das Publikum rastet total aus. Im Hintergrund ist ein schwarzes Backdrop mit weißem Bandschriftzug aufgehängt, davor geben Anders Friden und Co. richtig Gas. Danach begrüßt Anders gutgelaunt das Publikum, bedankt sich, dass so viele Leute gekommen sind und schwärmt davon, dass Tags zuvor der Auftritt in München jeniger welcher war, bei dem sie die bisher besten Reaktionen vom Publikum einfahren konnten, was Wien mit einem lauten Pfeifkonzert quittiert. Danach gibt's aber wieder Lärm von der Bühne und nach dem dritten Lied fällt das schwarze Backdrop und gibt den Blick auf einen rückwärtigen Bereich frei, der einen Steg quer über die Bühne enthält und durch zwei Treppenaufgänge links und rechts erreicht werden kann. Dahinter wiederum ist eine riesige Digitalwand angebracht, die den In Flames-Schriftzug zeigt und im weiteren Verlauf exzessiv genutzt wird. Oft wird der Schriftzug in verschiedenen Farben gezeigt, vor allem zwischen den Songs, während In Flames spielen dient die Wand als Anzeige für diverse Textfragmente und viele graphische Elemente, die von abstrakten Mustern bis zu fallenden Rosenblättern und - natürlich - Flammen reichen. Der Sound ist im übrigen einwandfrei und fönt allen ordentlich die Haare. Während sich die Band auf der Bühne sehr tight präsentiert und engagiert zu Werke geht, vor allem Sänger Friden ist hier hervorzuheben, tobt sich Wien vor der Bühne gehörig aus. Es wird gesprungen, gejubelt, geklatscht und gebangt, dass es eine wahre Freude ist. Es gibt kaum ein Halten und es ist sehr verwunderlich, dass diese Spannung und dieser Energielevel über die komplette Spielzeit hinweg aufrecht erhalten werden kann. Dazu trägt natürlich auch die Setlist bei, die sich zunächst mehr am neueren und aktuellen Material der Schweden orientiert, aber ab ca. der Hälfte der Spielzeit auch ganz tief in der Mottenkiste kramt und alte Sachen ausgepackt. Vor allem bei den groovigen Songs von Whoracle, Clayman oder Soundtrack To Your Escape tickt das Publikum richtiggehend aus und verwandelt das Gasometer in ein Tollhaus. Als dann schließlich die letzten Töne aus der PA schallen, gibt's eine knappe Verabschiedung seitens der Band, das Publikum jubelt und grölt ein letztes Mal und In Flames hinterlassen einen zufriedenen und glücklichen Mob, der mit einer 115-minütigen Vollbedienung total überfahren wurde. Eine unglaubliche Show und ein unglaubliches Publikum.

Lord Obirah

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