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Konzert-Bericht

Unheilig & Down Below

Rockfabrik Augsburg, Augsburg 20.05.2008

(Fotogalerie)

Das ursprünglich angesetzte Konzert von Unheilig musste ja aufgrund einer schweren Bronchitis nach dem Konzert in Berlin verschoben werden, nachdem Der Graf (Vocals) kollabierte. Absolute Ruhe und Auftrittsverbot waren hier die Folge. Zwischenzeitlich ist der Künstler wieder genesen und auch ein Ausweichtermin war gefunden. Nun hieß es nur noch, gen Augsburg zu pilgern. Doch die Fahrt dorthin stellte sich als länger als geplant heraus, besteht die Strecke München - Augsburg doch aus einer einzigen Baustelle. Dieses Hindernis überwunden, stellte sich die Parkplatzsuche vor der Rockfabrik als nächste Herausforderung heraus, war dieser doch mehr als voll. Also das Gefährt noch flugs irgendwo hin gequetscht und ab in die Rockfabrik. Der Gästelistenplatz stellte auch aufgrund des verschobenen Termins kein Problem dar. Und dann hatte man auch schon die erste positive Überraschung in den Händen: eine RICHTIGE Eintrittskarte. Kein 08/15, unpersönliches CTS-Ticket, nein, eine gute, bedruckte Eintrittskarte, wie es sie heute leider viel zu selten mehr gibt. Und weil das noch nicht genug war, war ein Teil dieser Eintrittskarte gleichzeitig ein Gutschein über fünf Euronen beim Erwerb der Schattenspiel-CD. Vor dieser Aktion kann man nur den Hut ziehen.
Die Rockfabrik war bereits ordentlich gefüllt, wobei sich ein Großteil noch um die Bars drängelte. Also erst mal den Merch-Stand inspiziert. Eine große Auswahl an Shirts zu fairen Preisen erwartete hier die Fans. Und schräg gegenüber dem Stand, fast etwas unscheinbar, stand Der Graf bereits VOR dem Konzert und gab die ersten Autogramme. Von dieser Fannähe sollten sich mal einige Künstler eine dicke Scheibe abschneiden. Bereitwillig unterzeichnete Der Graf alles, was man ihm unter den Stift legte und posierte auch ebenso bereitwillig für Erinnerungsfotos. Und wenn es auch mal etwas länger dauerte... der Graf blieb stets souverän, höflich und absolut zuvorkommend. Dabei strahlte er eine Gelassenheit und Ruhe aus, die ihresgleichen sucht. Also gleich mal brav in die Reihe gestellt und Autogramm abgeholt. Dann war es jedoch an der Zeit, sich im sich füllenden Areal noch ein schönes Plätzchen zu sichern. Bei diesem Konzert war die große Bühne aufgebaut, die sich über die Empore über die gesamte Länge der Tanzfläche erstreckte. Und ein Platz in der zweiten Reihe war auch noch zu ergattern.

Down BelowDas Warten auf Unheilig versüßten uns Down Below. Die vier smarten Goth-Rocker wurden vom Publikum mit ordentlichem Beifall in Empfang genommen und eröffneten ihr Billing mit dem Song "Private Soul Security".
Die Band wurde 2003 gegründet und gab bisher eigentlich nur englische Songtexte zum Besten. Erste Ausnahme wurde aber dieses Jahr eigens für den von Stefan Raab alljährlich inszenierten "Bundesvision Song Contest" gemacht. Bei diesem vertrat die Band 2008 ihr Heimatbundesland Sachsen-Anhalt und belegten einen phänomenalen dritten Platz. Der Bronzesong "Sand In Meiner Hand" war dann beim Auftritt auch der Song, der beim Publikum den größten Bekanntheitsfaktor hatte und viel Anklang fand. Folgende englische Songs der Band wie "Runaway", "On My Way" und "Dark Queen" boten einen Streifzug durchs Album Sinfony 23. Alles dunkle, rockige Songs mit eingängigen Melodien, geprägt von Mystik und Emotionalität. Sänger Neo Scope begeisterte mit ausdrucksstarker Mimik und roboterartigen Tanzeinlagen während den Songs. Für die weibliche Schöpfung kündigt er dann auch eigens die gleichnamige Ballade "Down Below" an, gleichzeitig erhält das männliche Geschlecht vom Frontmann die Lizenz zum Fummeln. Dann folgte von der älteren Songspezies "How to Die in Space". Schlagzeuger Mr. Mahony feierte an diesem Tag seinen Geburtstag und durfte sich zur Feier des Tages einen Song im Dreivierteltakt wünschen. Dieses besondere Zuckerl war dann der erstmals gespielte, zweite deutschsprachige Song "Frei" von Down Below. Die Menge vor der Bühne wurde davor noch instruiert an den entsprechenden Stellen den Gesangspart zu übernehmen. Und mit der eindrucksvollen Unterweisung von Neo Scope und Mr. Mahony konnte dann auch nichts schief gehen und es wurde ordentlich gerockt. Nach einer knappen Stunde und mit der Zugabe "Farewell" bedankten sich die Jungs und verabschiedeten sich von der Bühne, mit dem Versprechen, sie nach dem Unheilig-Auftritt an der Bar zu treffen. Dieses Versprechen hielten sie dann auch ein. Ein gelungener Auftritt, der viel Anerkennung und Beifall verdient.
(Madeleine)

UnheiligNach Down Below wurde die Bühne erst mal komplett umgebaut, braucht das Trio Unheilig doch kein Schlagzeug oder derlei Firlefanz. Eine Gitarre, eine Keyboardstation und der Graf himself, mehr braucht es nicht. Für die richtige Stimmung wurden noch drei sehr große, mehrflammige Kerzenständer aufgebaut, die die Bühne in angenehmes Licht tauchten. Ein Pausengong mit Ansage des Grafen deutete auf den bevorstehenden Beginn des Konzertes hin. Und dann war es auch soweit. Unter sehr viel Beifall erklangen die ersten Takte von "Vorhang auf" und unter noch mehr Beifall kam Der Graf auf die Bühne. Die Fans hatte der charismatische Sänger von der ersten Sekunde an in der Hand und gab sie auch nicht mehr frei. Ich habe selten einen Künstler mit einer derartigen Ausstrahlung erlebt wie ihn, und ich war schon auf einigen Konzerten. Alle Sorgen, alle Aufregungen des Tages waren vergessen, wenn man diesen Künstler auf der Bühne auf sich wirken ließ. Der Graf zeigte kein aufgesetztes Gepose, er lebte, er erlebte die Songs, er ging in ihnen auf, wurde eins mit ihnen, verschmolz zu einer Einheit, tanzte, zuckte, zitterte, schrie, lachte. Zudem gibt es wohl wirklich wenige Künstler, die ihre Fans allein mit der Mimik kontrollieren können. Das macht Unheilig aus. Ebenfalls im Gegensatz zu vielen anderen Künstlern besteht die Setlist zur Tour der aktuellen Scheibe hauptsächlich aus Songs des neuen Albums Puppenspiel. Erst mit "Astronaut" gab es einen Exkurs in Richtung Vergangenheit, dem gleich de Tanzflächenfüller "Sage Ja!" folgte. Als rhetorische Frage darf die Frage des Grafen gewertet werden, ob wir "ihn auffangen?". Laute Zustimmungsrufe gingen in den Anfang von "Fang Mich Auf" über. War der Graf zu Beginn noch in einen schwarzen Anzug gekleidet, hatte er sich zwischenzeitlich des Sakkos entledigt, doch auch so war er aufgrund der Hingabe in seine Songs mehr als durchnässt. Vor "Sei Mein Licht" wurden zahlreiche Leuchtstäbe im Publikum von vorne nach hinten durchgereicht, die eine wunderbare Atmosphäre zu "Sei Mein Licht" erschufen. Wie Der Graf erzählte, war dieser Abend für ihn etwas ganz Besonderes. Nach seiner schweren Bronchitis war es zunächst noch etwas ungewiss, ob er je wieder singen könne. Doch für die zahlreichen E-Mails, Geschenke und Briefe, die ihn ermunterten und aufbauten, bedankte er sich aus tiefstem Herzen. Weiter ging es mit "Feuerengel", bevor es mit "Lampenfieber" den für mich schwächsten Song des neuen Albums gab. Doch der Graf forderte die Unterstützung der Fans ein, die sie ihm sofort gewährten. So wurde aus der harten Nummer eine Mitsingnummer. Ist "An Deiner Seite" auf CD schon eine sehr gefühlvolle Nummer, live ist dieses Stück noch um einiges intensiver, da ist Gänsehaut angesagt. Zudem verlagerte Gitarrist "Licky" seinen Wirkungskreis an den vorderen Bühnenrand, wo er begeistert empfangen wurde. Als Kontrast gab es gleich im Anschluss "Sieh In Mein Gesicht", bei dem der Graf das Publikum wieder in den Refrain mit einbezog. Zwischenzeitlich verteilte der Graf noch Wasserflaschen ins Publikum, die aber den Weg nach hinten leider nicht gefunden haben. Egal. Die Menge verlangte nach mehr Songs, und die bekam sie auch. Nach "Kleine Puppe" und dem "Spielzeugmann" markierte das fordernde "Maschine" den vorläufigen Schlusspunkt unter 80 Minuten intensiver Darbietung. Doch Unheilig ließen sich nicht lange bitten, die Zugaberufe zu erhören. Schon nach kurzer Zeit war das Trio wieder zurück auf der von Kerzen erleuchteten Bühne. Bei der ersten Zugabe "Freiheit" brauchte der Graf nichts zu sagen, die Fans übernahmen unaufgefordert Teile des Songs, was dem sympathischen Sänger ein Lächeln auf die Lippen zauberte. Nach der Verabschiedung wollten auch diesmal die Zugabe-Rufe nicht verstimmen, und Unheilig kamen ein weiteres Mal auf die Bühne zurück, wieder mit sehr viel Beifall empfangen.

Unheilig"Mein Stern" hieß der nun wirklich allerletzte Song des Abends, bei dem ein letztes Mal die Leuchtstäbe, Handys und/oder Feuerzeuge aus den Taschen geholt worden und die Rockfabrik ein weiteres Mal in eine ganz besondere Atmosphäre tauchten. Nach nunmehr 100 Minuten intensivem musikalischem Hörerlebnis war dann leider wirklich Schluss. Doch nicht ganz, denn nach einer kurzen Dusche wolle man wieder für die Fans da sein am Merch-Stand, wie eben auch schon vor der Show. Das ist Fannähe pur!
(Ray)

Setlist Unheilig:
Vorhang Auf
Puppenspieler
Spiegelbild
Astronaut
Sage Ja!
Fang Mich Auf
Sei Mein Licht
Feuerengel
Lampenfieber
An Deiner Seite
Sieh In Mein Gesicht
Kleine Puppe
Spielzeugmann
Maschine
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Freiheit
Der Vorhang fällt
---
Mein Stern

Ray

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