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Konzert-Bericht

Sonata Arctica, Symphorce & Machine Men

Backstage, München 19.09.2005

Direkt zum Wochenstart ein fettes Melodic Power Metal Package - was will man mehr? Nichts, dachten sich knapp 400 Metalfans am Montag und gingen ins Backstage um gemeinsam mit den finnischen Jungspunden von Sonata Artica eine zünftige Party zu feiern - Vodka statt Wiesnbier!
Und da Finnen meistens zusammen feiern, hatten Sonata ihre noch jüngeren Kollegen von Machine Men mitgebracht, die gerade mit ihrem neuen Album Elegies durchstarten. Eine Mischung aus Maiden und Hammerfall, lockerflockig vorgetragen mit einem Sänger der so was von wie Bruce D. klingt, dass man schon an die Erfindung der Zeitmaschine glauben kann. Mit so einem Mix dürfte als Vorband bei Sonata kaum was schief gehen. Und gings auch nicht!
Bei durchweg allen Songs herrschte munteres Treiben in den ersten paar Reihen und der ein oder andere war sogar schon ziemlich textsicher und gröhlte begeistert mit. Die Jungs machten ihre Sache auf der engen Bühne ganz gut, wobei man aber gerne noch an der Bewegung feilen darf - wirkte noch alles ein wenig hüftsteif. Aber egal - bei Songs wie "Betrayed By Angels", "The Gift" und "Apathy" kann man das (noch) verzeihen und so wurden Machine Men nach einer knappen halben Stunde mit einem deftigen Applaus zum Duschen geschickt.
Schade nur, dass nicht alle Fans diesen guten Auftritt der Band sehen konnten, da die Band, anstatt um 21.00 Uhr, wie auf der Backstage Homepage angekündigt, schon um 20.30 Uhr anfing - blöd!
(Thorsten)

Setlist Machine Men:
Falling
Betrayed By Angels
The Gift
Dream & Religion
Apathy
Silver Dreams

Dass man sich auch auf einer engeren Bühne bewegen kann, zeigten danach die Mannen von Symphorce. Cedde Dupont, Andy B. Frank - ja, der singt auch bei Brainstorm - und Konsorten bliesen dem jungen Sonata Publikum ihren etwas sperrigen Power Metal amerikanischer Prägung so was von souverän um die Ohren, dass im Publikum jetzt schon (wieder) der Bär los war. Von vier "Staubwedeln" auf der Bühne lässt sich ein Publikum aber eben auch sehr leicht anstecken. Andy erwähnte zwar, dass die Band gerade erst aus Amiland wieder da (seit heute morgen) und deswegen ziemlich im Arsch sein, aber das hinderte die Jungs nicht daran, richtig Gas zu geben und eben immer wieder die Propeller anzuwerfen. Nur Andy selbst merkte man wirklich an, dass er etwas neben der Kappe war, weil er zwischen seinen Gesangsphasen immer wieder tief durchschnaufte und sein sonst immer existentes Honigkuchenpferdgrinsen heute nicht ganz so ausgeprägt war. Dem Publikum schien das kaum aufzufallen und feierte die Band gnadenlos ab.
Songtechnisch lag das Hauptaugenmerk auf dem neuen Album Godsped und seinem Vorgänger Twice Second, nur Touched and Infested von Phorceful Ahead bildete eine Ausnahme. Und in dieser Zusammenfassung merkte man noch mal, was für zwei geniale Alben die Band da zuletzt rausgehauen hat. Klasse Riffs, klasse Melodien und eingängige Refrains, garniert mit einigen Breaks - da merkt man, dass Symphorce nicht nach einem vorgegeben Muster ihre Songs schreiben müssen, sondern einfach machen können was sie wollen. Songs wie "Cause Of Laughter" oder "Nowhere" sind auf jeden Fall einfach nur genial und so sollte es nicht überraschen, wenn die Jungs an diesem Abend den ein oder Fan gewonnen haben sollten! Ich freue mich deswegen sehr auf die erste Headlinertour der Band, wo sie hoffenlich mal T-Shirts nicht nur in Zeltgröße verkaufen. Aber egal, denn Zelte für 12 Euro sind echt fair! Daumen hoch!
(Thorsten)

Setlist Symphorce:
Intro klassisch & Foresight
Everlasting Life
Touched And Infected
Two Seconds To Live
Nowhere
Tears
Haunting
Cause of Laughter
Fallen

Schon Monate hatte ich mich auf dieses Konzert gefreut - schließlich sind Sonata eine meiner absoluten Lieblingsbands und bis auf die Successor und die Silence kann ich alle Alben von ihnen auswendig. In der Umbaupause fing's schon lustig an, als der Soundmann gekonnt Shakiras "Underneath Your Clothes" in die Mikros trällerte. Das dramatische Backdrop, das schon den Vorbands als Hintergrund gedient hatte, kam wegen der niedrigen Decke leider nicht zur Geltung - schade, denn die darauf abgebildeten Szenen bezogen sich auf mindestens drei Lieder des letzten Sonata-Albums Reckoning Night.
Jedenfalls gings um halb elf mit "Misplaced" los und ich sah schon meine schlimmsten Befürchtungen bestätigt: Nicht nur, dass Sänger Tony Kakko mit einem Halstuch auf die Bühne kam, nein er war anfangs auch stimmlich nicht wirklich auf der Höhe. Sollte sich wiederholen, was schon bei Sonatas erster Tour, damals noch mit Rhapsody und Stratovarius, geschehen war: dass Tony live nicht so gut war wie auf Platte und ihm mit zunehmender Singdauer die Stimme ausging? Zum Glück war dem nicht so, nach ein, zwei Liedern (und einer schrecklichen Rückkopplung, die zwischendurch erstmal zum Überhauptnichmehrhören des Sängers führte) hatte sich Tony warmgesungen und lieferte eine astreine Vorstellung ab.
Genauso wie der Rest der Jungs. Sind ja alles noch richtige Milchgesichter, aber musikalisch haben sie's wirklich drauf. Die Bühnenpräsenz von jedem einzelnen war verschieden: Schlagzeuger Tommy Portimo arbeitete präzise wie ein Uhrwerk und lieferte exzellentes Powerdrumming ab. Henrik Klingenberg behandelte sein tragbares Keyboard lässig wie eine Gitarre und schien die ganze Zeit ziemlich verträumt - woran er wohl gedacht hat? Dagegen fiel auf, dass Bassist Marko Paasikoski den Auftritt über todernst blieb, er hatte wohl nicht seinen besten Tag erwischt. Tony bot eine sehr souveräne Leistung, wie schon erwähnt sang er mit zunehmender Dauer immer besser und seit Ecliptica-Tagen hat er auch showmäßig einiges dazu gelernt. Gitarrist Jani Liimatainen hatte schlicht und einfach Spaß. Der rothaarige Wunderstumpen fetzte auf der Bühne herum, schüttelte sich ganz feine Soli aus dem Ärmel und war bestens aufgelegt.
Die Songauswahl bot einige Überraschungen: Neben den Krachern wie "Misplaced", "Full Moon" und "Weballergy" kamen auch stillere Töne zum Zuge, vor allem hat mich überrascht, dass das emotionale "Broken" gespielt wurde. Es kam bei der Meute, die von Symphorce noch ziemlich aufgeputscht an, nicht so richtig an, vielmehr hielten alle den Atem an, auf dass die stillen Momente bald vorbei sein mögen. Bei allem anderen gingen die Leute gut ab und in der zweiten Hälfte des Gigs war auch die Band entsprechend aufgetaut, so dass sich eine anständige Chemie zwischen Publikum und Band aufbauen konnte. Tony wurde immer lockerer und verpasste bei "Replica" seinen Einsatz; "My Land" wurde von ihm mit einem Kiss-Einschlag verziert. Und gerade als die Stimmung auf dem Höhepunkt war, zeigte die Uhr schon 23:15 und Sonata verabschiedeten sich erstmal von der Bühne.
Sie kamen aber gleich wieder und zockten ein absolut geiles Potpourri von über zehn Minuten Länge runter, das unter anderem Teile von "Destruction Preventer", "Picturing The Past" (wollte Tony das nicht nie wieder live singen?) und ein saugeiles Instrumental enthielt. Ich gebe zu, dass da Teilstücke drin waren, die ich nicht kannte - müssen wohl von der Successor oder der Silence gewesen sein. Danach noch eine überraschende Ballade: "Last Drop Falls". Die intensive Performance bekam ein Augenzwinkern, als die zweite Bridge im Reggae-Stil gespielt wurde - yeah! Danach noch ein fulminanter Abschluss mit dem Übersong "Don't Say A Word" und "The Cage" - achja, ich hatte noch vergessen zu erwähnen, dass die Chöre absolut geil rübergebracht wurden, alle Bandmitglieder beteiligten sich daran und der Sound war auch so, dass man die Jungs gehört hat!
Der letzte Song wurde dann mit einem langen Schluss versehen, der Manowar alle Ehre gemacht hätte und nach einem musikalisch improvisierten "We need some Wodka" reichten Sonata Arctica noch eine Wodkaflasche herum und verabschiedeten sich danach vom Publikum. Sie hatten es gar nicht eilig, von der Bühne zu kommen, sehr symphatisch - normalerweise sprinten Bands ja am Schluss nach hinten und verkriechen sich.
Mit hat's saugut gefallen und von mir aus hätten Sonata Arctica ruhig noch eine Stunde länger spielen dürfen. Und bis zum nächsten Mal kann ich dann alle Songs.
(Kara)

Setlist Sonata Arctica:
Misplaced
Full Moon
Blinded No More
Victorias Secret
Broken
Weballergy
Replica
My Land
Blacksheep
---
Potpourri
Last Drop Falls
Don't Say A Word
The Cage

Thorsten & Kara

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