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Konzert-Bericht

Schandmaul

Circus Krone, München 27.04.2005

Um ca. 19:00 Uhr traf unsere Dreiergruppe, bestehend aus meiner Freundin, ihrer Schwester und mir, vor den Toren des Circus Krone in München ein. Das Konzert Schandmaul und Orchester sollte nicht nur ein Akustikarrangement mit Gästen und einem klassischen Orchester, sondern als besonderes Plus eine Aufzeichnung des Events auf DVD für die geneigte Nachwelt beinhalten.

Nach einer für die riesige Schlange recht kurze Wartezeit begaben wir uns zügig ins Innere, wo wir bereits bei der Platzsuche mit Problemen konfrontiert wurden: Die erste Reihe, welche eigentlich unsere Plätze beinhalten sollte, entpuppte sich als nicht bestuhlt. Ergo richteten wir ratlos an einen Herrn der Security die Frage, wo denn bitte unsere Plätze seien. Dieser meinte dann lapidar, dass die Platzkarten hinfällig seien und wir uns doch beeilen sollten Plätze zu finden, da es sehr schnell voll werden würde. Auf unsere Frage, ob man sich dann in den Innenraum stellen könne, wurde mit einem knappen "Nein" geantwortet. Hallo? Organisation? Geht's noch?! Den Leuten fast 30 Euro für Platzkarten abnehmen, dann aber diese hinfällig werden lassen? Wie sich dann im Gespräch mit den umstehenden Leuten herausstellte, waren zahlreiche Sitzplätze sogar doppelt oder dreifach auf Karten vermerkt. Die Gesichter waren logischerweise dementsprechend lang... Schnell suchten wir uns einige günstige Sitzplätze, wobei auch die gereizte und verdrossene Stimmung auf den Sitzrängen deutlich wurde.

Um ca. 20:10 Uhr betraten Schandmaul die Bühne und wurden sogleich frenetisch gefeiert. Die Band präsentierte sich gut gelaunt, aber auch etwas nervös, was angesichts der ca. 3000-3500 Leute im Zelt auch kaum verwunderte. Sogleich legte sich die Truppe mit einem Medley aus "Der junge Siegfried" und "Drachentöter" mächtig ins Zeug. Eine Sache ließ uns jedoch irritiert die Stirn runzeln: der Sound klang absolut undeutlich und verwaschen. Kaum ein Instrument war differenziert zu erkennen; den Fretless-Bass konnte man nur erahnen, die Harfe war bis auf wenige Outro-Solotöne kaum zu vernehmen, das Orchester wurde soweit unterdrückt, dass es sich schon fast nach Synthesizerstreichern anhörte. Die Percussion hörte man nur zur Hälfte, den Akustikgitarren ging's nicht viel besser. Dabei wurde der Sound nur durch Instrumente dominiert, die sich naturgemäß durch ihre Lautstärke herausheben: Drums, Oboe, Flöte, etc. Für mich persönlich war das Konzert dadurch schon nahezu gelaufen, denn Melodielinien ließen sich so nur mit viel Phantasie ausmachen.

Obwohl die Band eine begeisternde Live-Performance an den Tag legte, sprang zumindest im ersten Drittel des Konzerts der Funke nicht so recht über. Während die Leute vor der Bühne (direkt in der Arena des CK) mächtig Stimmung verbreiteten, blieben die Ränge (vor allem die auf der Außenseite) recht unterkühlt und bewegten sich kaum. Möglicherweise mag die nette Einlage mit der Kartenvergabe einigen auf den Magen geschlagen haben. Ein anderer Grund könnte gewesen sein, dass Sitzen nicht so recht zum Konzert passte. Entweder man veranstaltet ein eher auf's Abfeiern ausgerichtetes Event oder man lässt die Leute im Stile eines klassischen Konzertes sitzen. Beides gleichzeitig passt nicht wirklich zusammen.

Im weiteren Verlauf des Konzerts gelang es der Band durch einige zum Mitsingen geeignete Stücke die Menge auf zu wecken. Ab diesem Zeitpunkt wurden Schandmaul überschwänglich gefeiert, was jedoch nichts an der indiskutablen Leistung am Mischpult änderte. Stücke wie "Frühlingstanz", "Herren der Winde" (unterstützt von zwei Herren der Band Corvus Corax, die am Dudelsack Meisterleistungen vollbrachten) oder "Walpurgisnacht" retteten den Abend jedoch. Dies ist vor allem der Menge vor der Bühne anzurechnen, die fleißig mithüpfte und zumindest das mittlere Drittel der Ränge mitriss. Die partytauglichen Stücke wechselten sich mit eher ruhigeren Stücken ab; besonders erwähnenswert die neuen Lieder "An dich" und "Clown", welches Thomas am Klavier intonierte.

Wie man sich denken kann wurden die bekannten ruhigeren Stücke weniger durch das Mitgröhlen und Geklatsche des Publikums übertönt, insofern machte sich hier die fehlende Klarheit im Soundmixing extrem störend bemerkbar. Teilweise musste man erst einige Sekunden rätseln, um welches Lied es sich eigentlich handelte. Im Mittelteil des Konzerts wurde der Sound teilweise besser, was jedoch eher der Tatsache zuzurechnen ist, es sich auf klare Soloparts ausgerichtete Stücke wie z.B. den Frühlingstanz handelte, der im Wesentlichen von den zwei äußerst ansehnlichen Damen der Band getragen wurde.

Von der Spieldauer ließ sich Schandmaul nicht lumpen und lieferte über 160 Minuten lang ein Best-of aus ihrer Diskographie, was angesichts der Power mit der gespielt wurde eine beachtenswerte Leistung darstellt. So wurden verdientermaßen am Schluss sowohl Band als auch Orchester und Gäste für ihre mitreißende Performance mit einem donnernden Applaus belohnt, der die Live-Qualitäten der Musiker entsprechend würdigte.
Als Fazit ist das Konzert sicher als Erlebnis zu verzeichnen, das jedoch durch gravierende Mängel in Organisation und Sound entscheidend getrübt wurde. Abschließend möchte ich noch einmal die Frechheit des Veranstalters würdigen, für solch eine Leistung 28 Euro zu verlangen, was mir wirklich noch nicht untergekommen ist. Man kann nur hoffen, dass der Sound des Konzerts für CD und DVD noch einmal nachbearbeitet wird.

Setlist Schandmaul:
Tyrann
Drachentöter/Der junge Siegfried (Medley)
Vogelfrei
Die goldene Kette
Seemannsgrab
An Dich
Letzter Tanz
Kalte Spuren
Tropfen
Frühlingsleier
Bin unterwegs
Talisman
Waldmär
Der Clown
Stein der Weisen
Klagelied
Dein Anblick
Herren der Winde
Teufelsweib
Das Tuch
Walpurgisnacht
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Sturmnacht
Sonnenstrahl
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Geisterschiff
Willst du?
Das Finale

Robert

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