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Interview

Interview mit Hateful Agony (18.01.2004)

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Mittlerweile sind Hateful Agony eine der bekanntesten Münchener Krachmacherbands. Zahlreiche, gutbesuchte Gigs in München und auch anderswo lassen den Schluß zu, dass hier noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht und einiges an Potential vorhanden ist.

Hier erst mal ein paar Eckdaten zur History von Hateful Agony:

Gegründet 1997 von Matt (v/g) und Tom (drums) - nach diversen Line-Up-Wechseln kam im Herbst 1998 Michi als zweiter Gitarrist dazu.

Frühjahr 1999: Erstes Demo wird veröffentlicht ("Alkoholocost"), noch ohne festen Bassisten - "Producer" Martin spielte die Bass-Parts ein und blieb ihnen dann auch gleich erhalten und sorgt seitdem für Toms Nervenzusammenbrüche. Von Gitarrist Michi trennte man sich bald danach und machte als Trio weiter.

Januar 2001: Erste CD der Band mit dem Titel "Existence Is Punishment". Gute Kritiken allerorts und starke Live-Auftritte (u.a. mit Red To Grey, Armistice, Blizzard etc....) sorgen für gesteigerten Bekanntheitsgrad im deutschen Underground.

Sommer 2003: Nach diversen Problemen kommt die aktuelle CD "Black Hole" auf den Markt.

Weiter geht's mit HA-Drummer Tom...

HH: Bis eure neue CD draußen war, hat es ja einige Zeit gedauert. Lass uns mal diese Neverending Story Revue passieren - was war da genau los?

Tom: Wir hatten einen Plattenvertrag bei Bavarian Rough Records und einem Unterlabel von denen, namens Bitches Brew, und sind Anfang 2002 ins Studio, genauer gesagt in unseren Proberaum gegangen, um den Nachfolger von "Existence Is Punishment" einzuspielen. Die Platte war im Spätsommer fertig. Sie sollte auch bei Bitches Brew veröffentlicht werden, aber das hat die blöde Kuh (die Label Chefin - Anm. d. Verf.) nicht auf die Reihe gebracht. Dann sollte sie ein halbes Jahr später veröffentlicht werden, nachdem wir sowohl das ganze Booklet wie auch die Produktion selber gemacht und auch alles selbst bezahlt hatten.
Aber der Matt und der Martin waren mit dem Layout teilweise nicht einverstanden, der Martin wollte z.B. ein anderes Bandphoto, weil er auf dem damaligen zu dick war (das ist der doch so oder so - Anm. d. Verf.) Daraufhin haben wir das Foto ausgetauscht und wollten noch einige Sachen im Booklet ausgetauscht haben. Jetzt hätte sich die Sache aber noch weiter rausgezögert, weil die Plattenfirma noch Schulden beim Presswerk hatte. Um nicht noch ein halbes Jahr warten zu müssen, haben wir die Platte selber rausgebracht. Der blöden Kuh von Bitches Brew (jetzt wird's er aber lyrisch - Anm. d. Verf.) habe ich dann noch einen bösen Brief geschrieben, dass sie sich ein anderes Hobby, das ihr mehr Spaß macht, suchen soll, wenn sie zu blöd ist ein Label zu führen, wie z.B. Kochen, Abwaschen oder Putzen. Daraufhin sind wir hochkannt aus dem Label geflogen und die CD kam als Eigenproduktion raus.

HH: Wie hat die Plattenfirma genau reagiert?

Tom: Die haben uns eine E-Mail geschrieben, dass wir jetzt draußen wären und sie kein Interesse mehr an der Veröffentlichung der CD hätten, was uns nur recht war. Wir haben uns halt gesagt, bis die das machen, kriegens wir dreimal hin. Es war zwar eine Trennung im Bösen, aber was hab ich von einer Plattenfirma, die nichts tut? Sie haben keine Konzerte für uns organisiert und uns alle Kosten selber tragen lassen. Alles was sie tun wollten, war 1000 CDs pressen zu lassen - aber das bekommen wir auch selber hin, dafür brauchen wir keine Plattenfirma.

HH: Hatten andere Bands schon ähnliche Probleme mit diesem Label oder seid ihr die Einzigen gewesen?

Tom: Soweit ich weiß schon. Wir waren die dritte Band von denen, denn die Freundin von dem Bavarian Rough Typen wollte auch ein Label, um dort die Bands zu veröffentlichen, die sie toll findet, deshalb wurde das Label gegründet. Das war auch nichts besonders Professionelles, es existierten nur mündliche Absprachen, aber ohne Vertrag machen wir sowas jetzt überhaupt nicht mehr. Für den "Black Hole" Nachfolger haben wir jetzt schon Kontakt zu einer Plattenfirma und einem Vertrieb der auch gleichzeitig als Manager fungiert. Der ist schon einige Jahre im Geschäft und hat auch schon ein gewisses Alter und ich glaube wir werden vermutlich bei denen unterschreiben, weil das dann wohl etwas professioneller vonstatten geht. Kann natürlich auch sein, dass wir uns auch mit denen überwerfen und die CD wieder selbst machen, aber mir ist das im Endeffekt egal, hauptsache sie kommt überhaupt raus.

HH: Wie heißt die Plattenfirma?

Tom: Sag ich jetzt noch nicht, weil ich keinen Bock auf irgendwelche Gerüchte habe und es dann eventuell doch anders läuft.

HH: Wie sieht es bei der neuen Scheibe bisher mit Reviews aus? Die Letzte hatte ja überwiegend sehr gute Kritiken eingefahren, auch bei den großen Mags. Bei der neuen hab ich außer bei uns oder bei Unknown Munich noch recht wenig gelesen. Habt ihr schon Reaktionen z.B. vom Rock Hard?

Tom: Beim Rock Hard ist es immer schwierig, weil die halt immer kistenweise Zeug zugeschickt bekommen. Aber in der Januar oder Februar Ausgabe müsste jetzt eigentlich ein Review drinstehen. Für unsere letzte CD hatten wir eine Kritik im Rock Hard, für die neue schon im Heavy oder was? und im Legacy.

HH: Weißt du noch welche Ausgaben das waren?

Tom: Beim Heavy oder was? war's eine Ausgabe mit Judas Priest auf dem Cover, beim Legacy die Oktober oder November-Ausgabe.

HH: Wie war die Resonanz?

Tom: Bisher recht positiv, wie auch schon beim Demo oder der ersten CD, da hat sich nicht viel geändert. Das auffällige aber ist, dass die neuen Reviews eher von Leuten aus der traditonellen Metal und weniger der Thrash-Ecke kamen und trotzdem gut waren. Einmal, im Heavy oder was?, haben wir sogar einen Punkt mehr von einem Redakteur bekommen als die neue Destruction. Das baut dann natürlich auf, wenn man eine bessere Bewertung bekommt als Bands an denen man sich orientiert.

HH: Wie sieht es mit weiteren Plänen von euch aus? Eure dritte CD hast du bereits erwähnt, aber wie sieht es mit Tourplänen außerhalb von München aus? Könntet ihr euch vorstellen, mal auf eine Größere aufzuspringen?

Tom: Auf eine Tour aufzuspringen lohnt sich nicht. Zwar sind unser Bassist und ich momentan hauptberuflich arbeitslos und hätten daher Zeit, aber unser Gitarrist arbeitet und der hat wohl kaum Bock wegen einer Tour alles aufzugeben. Klar hätten wir Lust mit einer befreundeten Band wie Festering Saliva oder Armistice eine Tour zu spielen, aber das würde sich wegen unserem Bekanntheitsgrad momentan nur in Bayern lohnen, da es keinen Sinn macht woanders vor 5-10 Leuten aufzutreten. Sowas macht nur Sinn, wenn ein zugkräftiger Headliner dabei ist, aber da fehlen uns momentan die Connections.

HH: Wäre sowas wie die Blasting Bavaria Tour, die Festering Saliva mit einigen Bands durchgezogen hat, für euch interessant?

Tom: Na ja, Thrash Metal ist halt doch mehr Underground als Black oder Death Metal. Das ist zwar jetzt auch nicht gerade Mainstream, aber es kommen bei Konzerten, bei denen kein Mensch die Schriftzüge lesen kann und Black oder Death Metal drübersteht, immer noch mehr Leute zusammen als beispielsweise bei Thrash oder Doom Metal Bands.

HH: Das große Thrash-Revival hat also doch nicht so wirklich stattgefunden?

Tom: Das Thrash-Revival hat für die großen Bands wie Kreator stattgefunden. Es gab genügend Kids die über Blech/Death Metal auf etablierte Bands wie Kreator, Sodom oder Slayer gestoßen sind, aber frag mal einen 14/15-jährigen nach Razor oder Gammaside. Kennt er nicht. Woher auch? Ich denke Thrash wie auch Doom Metal ist eine reine Liebhaber Geschichte geworden, ein paar Kids wurden eben auf die alten Helden aufmerksam und ein paar von den alten Leuten, die früher schon dabei waren hörens immer noch. Trotzdem denke ich, dass Thrash Metal nach wie vor präsent ist. Es gibt einen Haufen guter Bands wie z.B. Hatred, Delirium Tremens(?) oder Witchburner, die ja schon halbwegs bekannt sind. Das Problem ist allerdings, dass du auch in der Metal-Szene mittlerweile diese "Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht" Mentalität hast. Die Leute kaufen sich lieber die neue Slayer, obwohl sie voher schon haargenau wissen, dass sie scheiße ist anstatt einer unbekannteren Band eine Chance zu geben. Meiner Meinung nach gibt's momentan genug Thrash Metal Bands die besser sind als Slayer und das kommt jetzt von einem Slayer-Fan!

HH: Ich habs mir auch schon öfter gedacht: Momentan gibt's so eine Art zweigeteilte Metal-Szene und zwar zum einen die "Mainstream-Metaller", die Maiden, Metallica etc. hören, sich aber sonst eher weniger für den Rest interessieren und dann gibt's die Underground-Freaks, die sich eben da auskennen und das populäre Zeug nicht mögen. Plus noch ein paar die beides hören.
Die Frage ist jetzt: Wie kann man die Mainstream-Konsumenten dazu bewegen, mal was anderes anzutesten?

Tom: Das Problem ist, dass viele Leute meinen, dass Bands, die keine Kritik in etablierten Zeitschriften bekommen und kein großes Label im Rücken haben qualitativ schlechter sind als Bands bei denen das der Fall ist, wie schon gesagt "Was der Bauer nicht kennt...". Dasselbe ist es bei den Fanzines: Ich predige den Leuten seit Jahren, dass sie sich lieber kleinere Fanzines statt etablierte Mags kaufen sollen, aber das ist den Leuten zu umständlich, weil's die nicht an jedem Kiosk gibt, da darf man sich dann Sprüche anhören wie: "Dann kauf' ich mir lieber wieder die Micky Mouse" (na ja, wer so argumentiert für den ist das wohl das Beste!; - Anm. d. Verf.) Denn eine Szene ohne Nachwuchs ist ja wohl zum Aussterben verdammt, aber so schlimm ist es in der Metal Szene zum Glück noch nicht, da es noch genug Underground-Begeisterte gibt. Andererseits wird's natürlich nie wieder so wie in den 80-igern, wo Bands mehr von ihren Demos verkauft haben als dann von ihrer ersten Scheibe. Das ist leider definitiv vorbei.

HH: Kommen wir mal zu euren Texten, die du wohl größtenteils verfasst?

Tom: Ja, die verfaß ich alleine.

HH: Wieso? Haben die anderen keine Lust? OK, der Martin wird vielleicht nicht genug Englisch können, aber der Matt wohl schon?

Tom: Der Martin kann nicht lesen und schreiben! Ich habe schon Texte geschrieben, als ich noch nicht in Bands war, das waren dann immer kleine Gedichte. Ich wollte die auch verwenden, aber ich kann eben nicht singen und deswegen muss der Matt jetzt meine Texte singen. Er hat auf die Lyrics eh keinen Bock und fummelt lieber an seinen Riffs herum und Texte vom Martin wollen wir eh nicht. (Gelächter) Jeder der den Martin kennt, kann das nachvollziehen.

HH: Na ja, das wären auch eher Texte, die wir bei Giftzwerg gebrauchen könnten.

Tom: Ja, oder für die Klowände vom Pasinger Obdachlosenheim (dreckiges Gelächter)

HH: Is ja nett!
Kommen wir wieder zur Sache: Die meisten Texte sind bei euch ja eher apokalyptisch, sehr viele Hassszenarien etc. Zu Thrash Metal passt wohl nichts anderes. Bei der Black Hole fällt eben auf, dass es sehr viel um Negatives geht wie teilweise schon beim Vorgänger. Bist du so drauf oder findest du einfach nur, dass es zur Musik passt?

Tom: Erstens passt es zur Musik. Aber zweitens haben die Texte schon sehr viel mit meinem Umfeld zu tun, mit den Ignoranten, die einen umgeben. Oder man muss eigentlich nur den Fernseher anmachen, um sich schwarz zu ärgern. Ich würde nicht sagen, dass meine Texte apokalyptisch sind, das wäre wohl zu weit hergeholt, ich würde sie eher als sozialkritisch bezeichnen. Mir ist es einfach zu doof zum 50tausendsten Mal über den Tod der Christen zu singen. Irgendwann mit 15 sollte man aus dem Alter raus sein, wo man Satan preist und irgendwelche albernen Schlächterszenarien darstellt. Klar, ich schreibe auch mal Texte über Horror Filme, aber die sind nicht ernst zu nehmen. Ich hab' für unser letztes Album einen Text über alte italienische Zombiefilme geschrieben, den hatte ich in 10 Minuten fertig, hab ihn beim Scheißen geschrieben. Aber wenn man schon die Chance hat, mit seinen Texten einige Leute zu erreichen, dann sollte man die auch nutzen. Ich will jetzt natürlich nicht, dass Bands wie Gwar oder Manowar anfangen, sozialkritische Texte zu verfassen, die Bands passen wie sie sind, aber sowas wie es Sacred Reich, Nuclear Assault oder die Dead Kennedys früher gemacht haben, das ist in den letzten Jahren etwas verloren gegangen, wobei ich mich jetzt nicht mit dem lyrischen Niveau von Jello Biafra vergleichen will, da muss man erst mal hinkommen. Allerdings versuche ich schon die Leute zum Nachdenken anzuregen, damit sie sich mal auch Gedanken über ihr Umfeld machen. Denn wir sind eigentlich die einzige Spezies, die ihren Lebensraum zerstört.

HH: Gut, aber ein Text wie "Humanimal" ist doch sehr heftig. Als ich eure CD mal unterwegs dabei hatte, hat sich jemand den Text durchgelesen und mich gefragt, welcher ausgewachsene Psychopath den geschrieben hat. Tja, hiermit ist die Frage weitergeleitet.

Tom: "Humanimal" sind eigentlich zwei Texte in einem. Ich hatte damals von Clive Barker die verbotenen - ich weiß nicht ob sie mal erlaubt waren - "Bücher des Blutes" gelesen. Da gibt's eine Story von einem menschenfressenden Schwein und dieses Schwein hab ich mit der Gesellschaft verknüpft in dem Sinn, dass der Mensch die Natur und seine Mitmenschen nur zu seinem eigenen Vorteil ausbeutet und sich das alles mal rächen wird.

HH: In "Crown Of The Whore" geht's wohl um die Macht des Geldes und der Politik?

Tom: "Crown Of The Whore" ist auch sozialkritisch. Es geht um die Macht des Geldes, halt darum, dass viele Leute für fünf Euro ihre Oma verkaufen würden, wenn sie die Gelegenheit dazu hätten, totaler Verfall der Moral. Oder auch Fernsehshows wie "Deutschland sucht den Supermongo" oder "20.000 Frauen suchen einen Millionär", da dreht sich mir der Magen um und dann entstehen solche Texte. Oder ich finds zum Kotzen, dass gehirnamputierte Affen, die noch nicht mal die Tonleiter halten können, wie Blink 0815 bei Musikzeitschriften eine Titelstory kriegen und ganze Stadien füllen, während eine Band wie Dream Theater, die Musik studiert hat, vor halbleeren Hallen spielen muss. Darum dreht es sich in diesem Lied, die Macht der Ignoranz und des Geldes.

HH: Weitere Inspirationsquellen bei euch sind Filme. Beispielsweise Horrorfilme wie schon angesprochen, auf "Black Hole" handelt ein Text von dem Film "Taxi Driver". Was für Filme ziehst du dir sonst noch rein, auf was können wir uns in Zukunft freuen?

Tom: Ich bin totaler Clive Barker Fan, sowohl von den Büchern als auch von den Filmen, der bekannteste dürfte wohl "Hellraiser" sein. Ansonsten nicht alle aber viele Wes Craven-Filme. Typisch amerikanisches Popcorn-Kino wie "Freddy Krüger" oder "Chuky" ist auch o.k. Auch ernsthafte Sachen wie "American Beauty" oder "Donny Darkof(?)", der leider nicht im deutschen Kino gelaufen ist, zieh ich mir rein. Ich schau mir jetzt allerdings nicht einen Film an und sag da muß jetzt ein Text her. Nach dem Motto der blutigste Zombietext aller Zeiten oder der frauenverachtenste Text der Welt, sondern das ist wie bei der Musik: Wenn mich was inspiriert schreib ich es nieder, weil ich es sonst wieder vergesse.

HH: Ihr habt meistens auch Coverversionen am Start. Was ist in Zukunft in der Richtung geplant?

Tom: Ich wollte das mit den Coverversionen sein lassen, bin allerdings mit mir selbst im Zwiespalt. Live werden wir wohl immer mal wieder eine bringen, aber auf CD wohl eher weniger, denn wenn die Leute von uns was kaufen, wollen sie uns hören und nicht Dark Angel. Höchstens vielleicht wenn eine Plattenfirma an uns herantritt, und keine reguläre Sache, die es als CD gibt, veröffentlichen will, sondern irgendwas auf Vinyl mit Klappcover oder so. Dann werden wir vielleicht eine Scheibe mit Covers veröffentlichen, denn schnell geprobt und eingespielt ist das Zeug ja. Aber für die nächste CD kann ich nichts versprechen, das hängt davon ab wieviele Songs wir schon haben und was uns sonst so einfällt. Aber vielleicht hab ich dann grad wieder nen Spleen und hör mir ein Lied x-Mal am Tag an, dann wird das durchgedrückt, ob es den anderen passt oder nicht.

HH: Ein kleiner Banddiktator..

Tom: Ja ich bin der Bandmustaine... (Gelächter)

HH: Wie siehts mit der nächsten CD aus? Habt ihr schon Songs geschrieben, wann ist damit zu rechnen?

Tom: Die Songs zur nächsten CD sind bereits fertig. Diesmal haben alle Bandmitglieder mitkomponiert, weshalb das Ganze diesmal abwechslungsreicher klingt, als bei den bisherigen Veröffentlichungen, wo entweder der Matt (Demo + Black Hole) oder ich (Existence..) alles im Alleingang gemacht haben. Wir sind musikalisch und menschlich mittlerweile auch soweit zusammengewachsen, dass es nicht mehr soviele Streitereien gibt und jeder besser mit den Marotten des anderen klarkommt, nicht so wie früher, als drei Idioten zusammen gelärmt haben.

HH: Früher lief's bei Hateful Agony ja nicht sehr harmonisch ab. Bandstreitereien waren bei euch auch bei Konzerten normal, viele haben sich eh gefragt, wie ihr drei das zusammen aushaltet. Oder ist das die kreative Spannung, die ihr einfach braucht und bei der weitere Personen auch einfach gar nicht dazupassen?

Tom: Na ja, die kreative Spannung hat ja auch schon ihr Opfer gefordert: unseren zweiten Gitarristen haben wir ja schon vor Jahren verloren.(Gelächter) (aufs Maul gehauen haste ihm halt - Anm d. Verf.) Ich denke wir sind alle drei nicht sonderlich einfach. Ich bin totaler Choleriker, der Matt ist das totale Gegenteil und der Martin ist einfach der Martin. Ich denke nicht, dass wir in absehbarer Zeit ein weiteres Bandmitglied aufnehmen werden. Es war zwar mal im Gespräch noch einen zweiten Gitarristen zu holen und der Matt hatte auch keinen Bock dauernd zu singen, aber daran hat er sich gewöhnt. Überall, wo Menschen zusammenkommen gibt's Spannungen, ob jetzt in einer Band oder einer Beziehung oder sonstwo. Bei uns läufts jetzt ganz gut, aber vielleicht fliegt ja in zwei Wochen mal einer raus (lacht); früher gabs wohl mehr Spannung bei uns als das bei anderen üblich ist. (Gelächter)

HH: War wohl so! Thema Münchener Konzerte: Mir fällt auf, dass es bei euren Konzerten im Vergleich zu anderen Underground Shows viel heftiger abgeht in Sachen Pogen, Diven und auch Bangen. Bei anderen Bands stehen die Leute meistens nur rum und glotzen. Wie erklärst du dir das?

Tom: Ich glaub, das liegt an der Musik, die wir spielen. Thrash Metal ist agressive Ausrastmusik, zu der man abgehen kann. Leg ein Tape von Carnivore oder Razor ein und du kriegst Lust deine Wohnung zu zertrümmern und so ähnlich funktioniert unser Sound wohl auch. Oder auch bei Slayer, da ist beim ersten Lied die Halle am kochen. Bei Death Metal bangen die Leute eher nur, weil ein Moshpit nicht dazupasst und bei düsterer Mucke stehen sie nur rum. Mir ist es aber lieber wenn zehn Leute richtig ausrasten als wenn mich 100 evil anglotzen. Früher sind die Leute eh viel heftiger abgegangen, das kann man auf manchen alten Videos sehen, heute ist es weniger geworden, leider.

HH: Bekommt ihr auch mal Reaktionen von euch fremden Fans, die begeistert sind oder nur von den §üblichen Verdächtigen§, die ihr eh kennt?

Tom: Einmal waren bei einem Konzert Italiener da, ich weiß allerdings nicht mehr wo und ob die wegen uns da waren, aber wir tauchen in diversen italienischen Fanzines, auch Internet-Teilen, auf. Keine Ahnung wie das kommt. Auch Österreicher sind in München und Niederbayern schon auf unseren Konzerten gewesen. Ich hab auch schon Sampler entdeckt, auf denen wir mit Bands wie Gehenna draufwaren. Da wurden wir auch nicht gefragt, aber das ist uns auch egal, genauso wie wenn jemand unsere CD ins Internet stellt oder sie brennt, hauptsache sie verbreitet sich überhaupt und das ist ja so langsam der Fall. Wenn wir richtig Kohle machen wollten, müssten wir eh anderen Sound spielen.

HH: Eines eurer größten Konzerte war bisher das mit Red To Grey im Backstage. Von dort hört man ja öfters negatives in Sachen Bandbehandlung etc. Kannst du das bestätigen und wie seid ihr beim eher nicht metaltypischen Backstagepublikum angekommen? Gabs von der Seite Reaktionen?

Tom: Das Publikum war recht gemischt, neben dem üblichen Metal Publikum aus München auch die typischen Backstage-Gänger. Aber so gesehen bringt jedes Konzert was, weil du immer ein paar Leute hast, die dich noch nicht kennen und so vielleicht auf deine Band aufmerksam werden.
Mit dem Backstage selber haben wir auch keine negativen Erfahrungen gemacht, einen der Typen kannte ich noch von früher, der hat den "Munichs Hardest" Sampler mit auf die Beine gestellt, der ist o.k. Außerdem haben die viel Werbung gemacht und der Soundmann war auch fähig, sprich ich kann da jetzt nichts Negatives sagen.

HH: Wie beurteilst du die Zusammenarbeit der Münchener Bands untereinander? Da gibt's ja die unterschiedlichsten Stimmen.

Tom: Also im Münchener Bereich hatten wir eigentlich noch nie große Probleme, das war wenn dann eher mal außerhalb, aber da waren es dann auch nur ein paar Affen, die sich wichtig gemacht haben. In München haben wir genügend befreundete Bands mit denen wir was machen können, z.B. Armistice, Red To Grey oder Fistfuck Sauna. Wir haben auch kein Problem damit ein Konzert zu organisieren und dabei auch für andere was zu machen. Das ganze Kindergartenhintenrumgelaber hat mich eh noch nie interessiert, ich war schon immer ein ehrlicher Typ, der seine Meinung den Leuten ins Gesicht sagt. Klar, man mag nicht jeden, aber das ist ja überall so. Und die Leute die immer bloß Intrigen spinnen und hintenrum irgendwelche Scheiß Gerüchte verbreiten, die schneiden sich im Endeffekt ins eigene Fleisch.

HH: Willst du noch irgendwas bestimmtes loswerden - zum Abschluß.

Tom: Ähhh.. ..kauft euch Hateful Agony CD's! Ansonsten fällt mir nix mehr ein!

Harry

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