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Interview

Interview mit Ingo Roemling (05.08.2013)

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Logo Ingo Roemling

Ingo Römling zeichnet. Und zwar gut. Unter anderem ist er verantwortlich für die Covers von Alestorm, Rebellion und Atrocity. Mehr als nur nebenbei macht sein Comic-Werk Malcolm Max derzeit Furore (eine Besprechung findet ihr unter www.comicleser.de/?p=957). Am Rande des Comicfestivals in München stand uns Ingo exklusiv für heavyhardes und den www.comicleser.de Rede und Antwort in Sachen Metalbands und Comicfiguren.

HH: Wie bist du dazu gekommen, auch Cover für Metal und Gothic Bands zu machen?

Ingo: Das war schicksalhafte Fügung. Es muss Spätsommer 2001 gewesen sein. Ich arbeitete damals als Art Director und Reinzeichner in einer kleinen Werbeagentur in Frankfurt, wo sich Pit Hammann eines Tages per Mail als Illustrator vorstellte. Wir trafen uns persönlich und verstanden uns auf Anhieb sehr gut. Pit stellte mir dann seinen alten Freund Asp vor, der damals gerade am Beginn seiner Karriere war und sein zweites Album "Duett" fertiggestellt hatte. Asp fragte mich, ob ich nicht Lust hätte, das dritte Album "Weltunter" zu gestalten und ich sagte zu. Asp und Mozart waren damals viel gemeinsam zugange und so ergab sich die "Memento Mori" für Umbra Et Imago. Ich habe damals auch viel für Trisol gemacht. Meine Arbeit sprach sich herum, und die Leute riefen mich an. Es lief gut damals. Metal kam etwas später dazu. Eines Tages rief Max Riedler von Napalm Records bei mir an. Ich glaube, mein erster Metal-Job war "Tyr". Später kamen dann Bands wie Atrocity, Alestorm oder Rebellion dazu.

HH: Wie sieht die Zusammenarbeit hier aus, haben die Bands klare Vorstellungen oder kannst du weitgehend frei gestalten?

Ingo: Beides. Während manche sehr genaue Vorstellungen vom Artwork haben, lassen mir andere Bands fast völlig freie Hand. Selbst Alexander Kaschte (Samsas Traum), der beim Artwork normalerweise sehr konkrete Wünsche äußert, hat mir bei "Wenn Schwarzer Regen" einfach nur die Lyrics geschickt und ich durfte für eine Serie von elf Illustrationen frei assoziieren.

HH: Triffst du die Bands persönlich?

Ingo: Die meisten, ja. Ich finde das wichtig. Telefonieren geht nicht immer, besonders bei Musikern, die sind ja eher schwer zu erwischen. E-Mail ist manchmal auch keine optimale Form der Kommunikation. Wenn man zusammen an etwas arbeitet, ist beiderseitiges Vertrauen eine wichtige Voraussetzung. Sich persönlich kennenzulernen und mal eine halbe Stunde entspannt zu quatschen, bringt mehr als tausend E-Mails oder Telefonate.

HH: Was die bislang spannendste Aufgabe in diesem Bereich?

Ingo: Spannend ist es eigentlich immer... können wir die Deadline halten, wann kommen endlich die Credits für Track 7, wie kriege ich Lyrics für 15 Stücke in ein zwölf-seitiges Booklet und so weiter... hahaha. Eine Band hat sich sogar mal aufgelöst, während ich mitten in der Arbeit für das Artwork steckte. Es war vielleicht 2.00 Uhr in der Nacht, bei mir brummte es grade so richtig, Musik lief, ich zimmerte wie ein Bekloppter am Band-Logo, überall lagen Entwürfe und Skizzen herum und auf einmal klingelte das Telefon und das Label teilte mir mit, dass ich die Arbeit einstellen könnte, die Musiker hätten sich soeben im Studio so in die Haare bekommen, dass die Band aufgelöst wurde. Keine Ahnung, was da los war. So als kleine Anekdote.
Ich habe mit vielen Bands bei der Arbeit, bei Foto-Shootings oder bei Konzerten Dinge erlebt, an die werde ich mich ewig erinnern. Waren lustige Sachen dabei, völlig absurde, aber auch überwältigende Momente.

HH: Arbeitest du für die Cover anders als für deine Comics?

Ingo: Ja, natürlich. Bei Cover-Art bin ich Dienstleister und stehe ständig in Kontakt mit dem Kunden, da gibt es zu jeder Entwicklungsstufe Feedback und Korrekturen, oft alle paar Stunden. Beim Comiczeichnen verpuppe ich mich und koche im eigenen Saft. Das ist halt viel mehr mein Baby, auch wenn ich mit einem Autoren zusammen arbeite. Ich habe in den letzten Jahren viel über mich und meine Arbeitsweise gelernt und gemerkt, wie und wann ich voran komme und wann nicht. Beim Comiczeichnen ist es für mich unmöglich, über jedes Panel und jedes Detail zu diskutieren. Diese Freiheit brauche ich einfach, andernfalls würde ich an einem Comic-Album zehn Jahre sitzen, und wer will das schon...

HH: Hörst du selbst auch Metal und Gothic?

Ingo: Teilweise gern, aber nicht mehr so viel wie früher. Ich mag einfach Musik. Mein Musikgeschmack ist ziemlich weit gefächert. Manchmal höre ich Meshuggah, Tool oder Rob Zombie, manchmal Nine Inch Nails, machmal Tying Tffany, manchmal Fever Ray, manchmal tu ich mir Mendelssohn-Streichquartette oder ein Händel-Klavierkonzert rein... neulich habe ich mir eine alte Jazz-Scheibe von Michel Camilo zugelegt. Fantastisches Album. Und ich bin vor kurzem auf eine Band aus Birmingham namens "Elmo Sexwhistle" gestoßen - eine völlig derbe Mischung aus Glam-Rock, Punk, Metal, 8-Bit-Elektronik und was weiß ich noch... absolut großartig.

HH: Malcolm Max ist dein erstes Comicalbum. Wie ist Peter Mennigen auf dich aufmerksam geworden?

Ingo: So einfach, dass es schwer zu glauben ist - durch eine Google-Suche.

HH: Wie lange brauchst du für eine Seite und für das ganze Album, auch in Bezug auf historische Recherche?

Ingo: Peter recherchiert selbst unglaublich viel, er legt schon Wert auf eine gewisse Schlüssigkeit und Logik in seinen Szenarien. Ich recherchiere vor allem Kleidung und kleinere Details... Lampen, Frisuren, Banknoten, Schreibmaschinen und so weiter... manche Seiten bekomme ich in zwei Tagen fertig, andere Seiten brauchen vier Tage oder mehr... kommt drauf an. An "Malcolm Max - Body Snatchers" habe ich insgesamt neun Monate gearbeitet.

HH: Wie genau sind die Vorgaben von Peter Menningen (Handlung, Seitenlayout)? Welche Freiheiten und Einflüsse hast du in Bezug auf die Story?

Ingo: Er betont immer: Die Vorgaben sind eher Vorschläge, aber die meisten Sachen übernehme ich schon. Ich habe auch meine Freiheiten bei der Story. Ich hatte bei manchen Dialog-Passagen die eine oder andere Idee, wie man das vielleicht etwas dramatischer oder spannender hinkriegt. Als Zeichner sieht man einen Story-Verlauf manchmal mit etwas anderen Augen als der Autor. Dann rede ich mit Peter darüber und wir entscheiden, ob wir das so umsetzen.

HH: Dein Stil ist sehr detailliert und steht in franko-belgischer Tradition. Hast du Comic-Vorbilder (Comicserien/Zeichner)?

Ingo: Jaaaa... oh mein Gott, unendlich viele. Es ist schon witzig... manche sagen, ich zeichne franko-belgisch, andere sagen, dass man da Manga-Style durchblitzen sieht, und wieder andere sagen "hey, das erinnert mich an Mike Mignola"... das Lustige ist, dass alle recht haben. Haha. Einen großen Einfluss auf meinen Stil hatte aber auch Cyril Bonin, den scheint hierzulande aber kaum jemand zu kennen.

HH: Hast du in Sachen Comics Blut geleckt? Ist neben Band zwei noch anderes in Planung?

Ingo: Blut geleckt hatte ich eigentlich schon als Kind... das ist jetzt sozusagen mein Traum, der in Erfüllung geht. Tja, in Planung ist noch so einiges, aber jetzt kommt erstmal "Malcolm Max", Band 2.

HH: Ist eine Veröffentlichung in Frankreich geplant?

Ingo: Dirk vom Splitter-Verlag hat mich neulich informiert, dass es aus Frankreich reges Interesse an "Malcolm Max" gibt. Für mich ein ziemlicher Hammer, Frankreich ist halt eine Comic-Nation. Wenn ich mit Peter ein Musik-Projekt hätte, wäre das schon ein bisschen so, als würden wir gefragt werden, ob wir im Madison Square Garden spielen wollen. Ob es zu einer Veröffentlichung kommt, wird sich zeigen.

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