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Interview

Interview mit Platitude (06.07.2004)

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Platitude sind eine der wenigen Newcomer-Bands im Progressive Metal-Bereich, die von sich reden lassen können. Nach ihrem ersten Album Secrets Of Live im Jahr 2003 haben die noch relativ jungen Schweden auch dieses Jahr mit Nine beachtliche Arbeit geleistet. Nicht nur, dass Platitude geniale Musik machen und fast perfekt komponierte Stücke auf ihren beiden Werken präsentieren. Weder muss man sich komplizierte 15-Minuten-Songs anhören noch muten Platitude ihren Hörern verspielte Synthesizermusik zu. Man kann von einer spür - und hörbaren Reife sprechen, die ungewöhnlich ist für eine Band, die noch gar nicht lange besteht. Kurzum, Platitude sorgen für frischen Wind in der Progressive Metal-Ecke. Grund genug, den Jungs ein paar Fragen zu stellen. Wir sprachen mit Patrik, dem Bassisten der Band über's Geschäft und über Persönliches...

HH: Was macht ihr denn gerade, nachdem ihr euer zweites Album Nine herausgebracht habt? Ruht ihr euch etwa aus?

Patrik: (Lacht) Also, im Job ist es gerade recht langweilig... was die Band angeht, steht uns ein stressiger Sommer bevor, bald geht es wieder los mit Proben und dem Komponieren. Da wir im Herbst wieder auf Tour gehen werden, müssen wir uns gut vorbereiten. Alles in Allem hast du natürlich recht, wir haben uns auch ein bisschen ausgeruht.

HH: Die Bandmitglieder sind ja im Durchschnitt noch recht jung. Wie kommt ihr damit klar, wo sich doch bekanntlich Interessen mit dem Alter ändern können?

Patrik: Es gab ja schon einige Veränderungen... vergleich doch nur Secrets Of Live mit Nine! Wie sind noch sehr jung und wir werden uns auch noch weiter entwickeln. Wenn es um Dinge geht, die nicht direkt etwas mit der Band zu tun haben, müssen wir alle Kompromisse machen. Platitude wird immer die Nummer 1 in unserem Leben sein!

HH: Ausserdem seid ihr ja sieben Bandmitglieder. Ist das nicht schwierig, wenn jeder seine Vorstellungen mit einbringen will?

Patrik: Bei uns ist das kein Problem. Eigentlich ist das ein Gewinn, denn wenn jeder etwas beiträgt, haben wir auch mehr Auswahl und wir sind uns meistens schnell einig. Es wird nie langweilig, die Musik ist immer noch interessant. Wir haben gemerkt, dass unser Publikum das an uns schätzt: wenn immer nur eine Person für das ganze Material zuständig ist, klingt bald jeder Song wie der andere... Zu Secrets Of Live kamen allerdings noch alle Lyrics von Erik, unserem Sänger. Mittlerweile trägt jeder bei Platitude etwas zum Songwriting bei.

HH: Was inspiriert euch dabei? Ich finde ja, eure beiden Alben sind in gewisser Weise ziemlich intellektuell...

Patrik: Also, was die Songs von "Secrets" angeht, da habe ich keine Ahnung, was sich Erik dabei gedacht hat. Aber ich kann dir sagen, dass bei Nine Gefühle im Vordergrund stehen... in jedem Stück herrscht eine andere Stimmung vor, und es geht um unsere ureigenen Gefühle.

HH: Erzähl mir noch ein bisschen mehr über die Songs, die ihr schreibt. Wen oder was wollt ihr damit ansprechen?

Patrik: Auf dem neuen Album stammen drei Stücke von mir. In "Dark Mind" geht es um all die gewöhnlichen Gefühle, mit denen wir alle zu kämpfen haben, nur halt ein bisschen melodramatischer... im Kern handelt es sich um Eifersucht, etwas, das eigentlich ganz und gar nicht mein Ding ist, was ich aber erleben musste. "Endless" ist dann ein eher wütender Song, so ähnlich wie Daniels (Gitarre - Liz) etwas mehr poetisches "Falling". In "Avalon Farewell" geht es um einen Mann, der unsterblich sein möchte. Und es gibt da natürlich jede Menge Songs, die von der Liebe handeln, wie das halt so üblich ist... na ja, das klingt jetzt komisch. Eigentlich ist es ganz okay.

HH: Jetzt mal eine Frage zu eurer Musik im Speziellen: wie definiert ihr eigentlich den noch für euer erstes Album typischen neoklassischen Metal?

Patrik: Nun, wir haben so was gespielt, ja. Viel Yngwie Malmsteen und so. Aber heutzutage würde ich unsere Musik nicht mehr als neoklassischen Metal bezeichnen. Davon sind wir sogar weit entfernt.

HH: Ich mag ja den Song "Supernova" am liebsten (Bonustrack auf "Nine" - Liz). Ist mit diesem Song jemand ganz Besonderes gemeint? In "Catch 22" geht es um jemanden, den man immer noch liebt...

Patrik: Da "Supernova" von Andreas (Keyboards, Anm.) geschrieben wurde, denke ich, dass es für seine Freundin sein soll. "Catch 22" stammt dagegen von mir. Ein paar Wochen bevor wir ins Studio gingen, um Nine aufzunehmen, ging meine zwei Jahre währende Beziehung in die Brüche. Ich musste meine Gefühle neu ordnen. Ich meine - warum habe ich sie immer noch geliebt, obwohl sie mich so schlecht behandelt hat?

HH: Auf jeden Fall spielt ihr so, als hättet ihr noch nie etwas anderes in eurem Leben getan. Es wird schwer werden, beide Alben zu übertreffen, sie sind beide schon sehr professionell und durchdacht.

Patrik: Freut mich, das zu hören. Danke! Hoffentlich wird es uns trotzdem gelingen, beim nächsten Mal noch besser zu sein. Oder genauso gut. Nichts ist jemals perfekt; du kannst ewig lange an einem Konzept arbeiten.

HH: Ich muss noch eine wirklich außergewöhnliche Frage stellen: Habt ihr irgendwelche Vorbilder?

Patrik: Ach, es gibt haufenweise Leute, die ich persönlich bewundere. Devin Townsend zum Beispiel ist mein größter Favorit. Er versteht es unglaublich gut, Gefühle mit seiner Musik zum Ausdruck zu bringen. Es gibt keinen, der wie er ist! Dann gibt es da noch Lisa Dalbello (in Schweden sehr bekannte Sängerin - Liz), Michael Jackson, Dreamscape, Mötley Crue, Threshold...

HH: Zu guter Letzt: Wann kommt ihr endlich nach Deutschland?

Patrik: Es gibt Pläne für die Tour im Herbst, nach Deutschland zu kommen. Genau wissen wir das aber noch nicht. Auf jeden Fall freuen wir uns auf unser deutsches Publikum und darauf, vor ihnen spielen zu können. Ein riesiges Dankeschön an euch alle, die unser Album gekauft haben und an alle, die uns auf welchem Weg auch immer unterstützen!!

Liz

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